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(de) France, UCL AL #369 - Kultur - Lesen Sie Alain Bihr: "Kapitalistischer Ökozid" (ca, en, it, fr, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]
Date
Sat, 18 Apr 2026 08:20:30 +0300
Der Kapitalismus kann weder "grün" noch auf Postwachstum ausgerichtet
sein: Er lebt und wird immer nur von der Zerstörung des Planeten leben.
Dies ist die These von Alain Bihrs neuestem Buch "Kapitalistischer
Ökozid". Wie immer bei diesem marxistisch-libertären Autor untermauert
er sie mit einer schonungslosen Analyse der fundamentalen Mechanismen
des Wirtschaftssystems und der ohnmächtigen Zustimmung der darin
verstrickten Staaten.
In den einzelnen Kapiteln widerlegt Bihr falsche Lösungsansätze, wie
etwa einen gewissen Neo-Malthusianismus, der behauptet, die ökologische
Krise sei in Wirklichkeit demografischer Natur. Keineswegs: Das Problem
ist nicht die Menschheit an sich, sondern die explosionsartige Zunahme
ihres ökologischen Fußabdrucks: "Zwischen 1890 und 1990 vervierfachte
sich die Weltbevölkerung, während das globale BIP um das Vierzehnfache,
die Industrieproduktion um das Vierzigfache, der Energieverbrauch um das
Dreizehnfache, der Wasserverbrauch um das Neunfache, die CO2-Emissionen
um das Siebzehnfache und die SO2-Emissionen (Schwefeloxide) um das
Dreizehnfache stiegen usw."
Wird die "Energiewende" dieses Problem lösen? Das Problem ist: Sie
existiert nicht. Im Kapitalismus ersetzen erneuerbare Energien fossile
Brennstoffe nicht; sie werden ihnen als neue Profitquelle hinzugefügt.
Darüber hinaus impliziert der Übergang von einem auf fossilen
Brennstoffen basierenden Energiesystem zu einem auf erneuerbaren
Energien basierenden System zumindest anfänglich einen verstärkten
Einsatz fossiler Brennstoffe: Es ist unmöglich, Windkraftanlagen oder
Solaranlagen zu produzieren und zu installieren, ohne auf die
bestehenden, auf fossilen Brennstoffen basierenden Wärmekraftwerke und
Verkehrsmittel zurückzugreifen.
Der Autor widmet ein ganzes Kapitel dem "Techno-Lösungsdenken", also dem
Versprechen, Treibhausgasemissionen durch technologische Wunder zu
reduzieren: CO2-Abscheidung, Kernkraft der dritten oder vierten
Generation, Biokraftstoffe... Dabei stoßen wir auf einige absonderliche
Lösungen: das Anpflanzen schnellwachsender, genmanipulierter Wälder, das
massenhafte Einbringen von Kalk oder Eisenspänen in die Ozeane zur
CO2-Bindung, das Verteilen von Chemikalien in der Stratosphäre, der
Einsatz eines riesigen Sonnenschutzes im Weltraum... Der Autor betont,
dass erneuerbare Energien trotz ihrer ökologischen Folgen selbst Teil
des Techno-Lösungsdenkens sein können. Allein der Windkraftsektor würde
3,2 Milliarden Tonnen Aluminium und 40 Millionen Tonnen Kupfer
benötigen, um sein Wachstum bis 2050 aufrechtzuerhalten... "Kurz gesagt:
Indem sie behaupten, uns von unserer Abhängigkeit von fossilen
Brennstoffen zu befreien[...], schaffen erneuerbare' Energien eine neue
Abhängigkeit von Metallen, die nicht erneuerbarer sind als die
betreffenden Brennstoffe."
In Wahrheit ist die einzige Lösung ein maßvoller Umgang mit Energie. Und
das widerspricht fundamental der kapitalistischen Logik. Fazit:
"Kommunismus oder Tod." Nicht der falsche stalinistische Kommunismus,
der genauso zerstörerisch war, sondern ein libertärer Kommunismus, der
uns durch Vergesellschaftung, Selbstverwaltung und demokratische Planung
die Kontrolle über unsere Zukunft zurückgibt.
Guillaume Davranche (UCL Montreuil)
Alain Bihr, Capitalist Ecocide, Page 2/Syllepse, Februar 2026, drei
Bände, 1428 Seiten, 45 Euro.
https://www.unioncommunistelibertaire.org/?Lire-Alain-Bihr-L-Ecocide-capitaliste
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