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(de) Wiener ArbeiterInnen-Syndikat: Bericht des ersten Online-Plenums und außerordentlichen Kongresses der IAA

Date Mon, 5 Jul 2021 10:06:38 +0300


Am Freitag, den 25. bis Sonntag, den 27. Juni 2021 hat das IAA-Plenum und der außerordentliche Kongress stattgefunden. Wegen der Einschränkungen aufgrund der Covid-19-Pandemie wurden beide Treffen online organisiert und nicht in persona in Bratislava, wie es ursprünglich geplant war. Den meisten der in der IAA Zusammengeschlossenen (Sektionen und FreundInnen) war es möglich teilzunehmen. Da sie online stattgefunden haben, wurden unsere Treffen nicht von repressiven Regimen und Reisevisas behindert. Im folgenden Report fassen wir zusammen, was diskutiert wurde und wie die Priama Akcia als Gastgeber-Sektion der IAA die Treffen einschätzt.
Wie die Tagesordnung vorbereitet wird
Sektionen können Anträge auf die Tagesordnung der Plena und Kongresse setzen. Diese haben mehrere Monate, um sich zu treffen und über jeden Tagesordnungspunkt zu entscheiden. Diese Entscheidungen werden dann präsentiert, diskutiert und durch die Deligierten, basierend auf den Mandaten, die bei deren Organisationen erteilt wurden, getroffen (Entscheidungen werden auf Kongressen/ Konferenzen oder per Referenden getroffen). Diese föderalistischen Prinzipien von Organisierung und Entscheidungsfindung sind unser Weg, um sicherzustellen, daß Meinungen, die präsentiert werden, jene von Organisationen und nicht von Individuen sind.

IAA-Sektionen haben sich im Vorfeld darüber verständigt, daß, wenn alle Tagesordnungspunkte des Plenums zeitgerecht abgeschlossen sind, ein außerordentlicher Kongress folgen wird. Der Kongress hat andere Entscheidungsfindungsbefugnisse, beispielsweise kann er über den Zusammenschluß mit oder die Trennung von Organisatonen entscheiden. Reguläre Kongresse werden alle drei Jahre abgehalten, außerordentliche Kongresse werden abgehalten, wenn ein Bedarf danach entsteht.

Formal-organisatorische Punkte auf der Tagesordnung

Gewöhnlicher Weise gibt es zwei Arten von Punkten auf den Tagesordnungen der IAA-Treffen. Wir können vereinfacht sagen, eine Art ist praktischer Natur und die Andere ist formal-organisatorischer Natur. Unter den Letzteren waren Punkte, wie "wie ist ein Online-Treffen zu organisieren", kleinere Änderungen in den IAA-Statuten, Leitfäden für die Deligierten, um deren Tätigkeit einfacher zu machen, wenn sie Mandate vorbereiten oder um die Prokollführung effektiver zu gestalten. Ebenfalls diskutierten wir, wie der Aufnahmeprozess schneller gestaltet werden kann, sodaß Organisationen, die darum angesucht haben, nicht derart lang auf eine Entscheidung für ihre Aufnahme warten müssen (drei Jahre von einem Kongress bis zum Nächsten ist eine relativ lange Zeitspanne). Unter den Standartpunkten auf der Tagesordnung ist auch die Wahl der Kommissionen für die Anmeldungen und für die Finanzprüfung. Neben diesen stimmen wir auch über die Annahme des allgemeinen sowie des Finanzberichts des IAA-Sekretariats ab sowie über Protokolle von vorangegangenen Kongressen usw. Und natürlich gibt es Punkte, die in Zusammenhang mit Neuaufnahmen stehen.

Praktische Punkte

Punkte dieser Art nahmen den Großteil der Tagesordnung ein. Wir evaluierten die letztjährige "Woche gegen unbezahlte Löhne", die von der IAA organisiert wurde und wir verständigten uns über den Plan für dieses Jahr (11. bis 17. Oktober 2021).

Wir diskutierten wie Arbeitsplatz-bezogene Trainings weiterentwickelt und unter den Mitgliedern verbreitet werden können. Beispielsweise haben diverse Mitglieder hervorgehoben, daß die Arbeitsplatzorganisierungstrainings der Solidarity Federation (dem IAA-Mitglied aus dem Vereinigten Königreich) sehr hilfreich für sie waren (die SF bietet zur Zeit ebenfalls Trainings für grundsätzliche Organisierung am Arbeitsplatz, Organisierung am Arbeitsplatz für Frauen und Organisierung im Sozial-Arbeitsbereich an, und entwickelt derzeit ein Training für LGBT+-GenossInnen).

Die Deligierten stimmten einer finanziellen Unterstützung für öffentliche Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem 100-jährigen Jubiläum der IAA (um die Jahreswende 2022 bis 2023) zu. In Polen wird eine Konferenz über die Geschichte der IAA stattfinden, in der Slowakei sollen Veranstaltungen in Preßburg und Kaschau über die alltägliche Praxis stattfinden, und ein ähnliches Event soll es in Wien geben. Es wird ein extra Bereich auf der IAA-Webseite in Bezug auf diese Veranstaltungen und Veröffentlichungen, die sich mit der Geschichte der anarchosyndikalistischen Internationale sowie den Organisationen, die derzeit Teil von ihr sind, beschäftigt, vorbereitet.

Das IAA-Plenum bestätigte ebenfalls die Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die sich auf die Klimakrise fokussieren wird. Deren Rolle wird die Zuordnung der Probleme und existierenden Aktivitäten von IAA-Gewerkschaften, sowie die Möglichkeiten für koordinierte Vorgangsweisen und umfassende anarchosyndikalistische Positionen zu dieser Thematik zu skizzieren sein.

Neue Mitglieder der IAA

Die IAA wächst weiter. Zwei Organisationen haben um die Änderung von FreundInnen zu vollwertigen Sektionen angesucht. Das WAS aus Österreich und die ULET aus Kolumbien. Zwei neue Gruppen von ArbeiterInnen wurden als FreundInnen bestätigt. Die MK von den Philippinen und die WSI aus Pakistan. Es gab ebenfalls ein Wachstum in Chile und die IAA-FreundIn Grupo Germinal hat sich mit weiteren Gruppen aus anderen Städten zusammengeschlossen und diese firmieren nun als Gewerkschaft Solidaridad Obrera, welche als IAA-Freundin bestätigt wurde. Daher gibt es nun nach dem Kongress 21 Organisationen, die Teil der IAA sind und aus Europa, dem Asiatisch-Pazifischer Raum sowie Süd- und Nordamerika kommen.

Sektionen:
ASF (Anarchosyndikalistische Föderation, Australien)
ASI (Anarchosyndikalistische Initiative, Serbien)
BASF (Anarchosyndikalistische Föderation Bangladesch, Banladesch)
CNT-AIT Frankreich (Landesweite Konföderation der Arbeit, Frankreich)
CNT-AIT Spanien (Landesweite Konföderation der Arbeit, Spanien)
COB (ArbeiterInnen-Konföderation Brasilien, Brasilien)
KRAS (Konföderation der Revolutionären AnarchosyndikalistInnen, Russland)
NSF (Norwegische Syndikalistsche Föderation, Norwegen)
ÖLS (Lokale Selbstorganisation Örestad, Schweden)
PPAS (Anarchosyndikalistische GenossInnen-schaft1 der ArbeiterInnen, Indonesien)
PA (Direkte Aktion, Slowakei)
SF (Solidaritätsföderation, Vereinigtes Königreich)
ULET (Libertäre Union der StundentInnen und ArbeiterInnen, Kolumbien)
WAS (Wiener ArbeiterInnen-Syndikat, Österreich)
ZSP (Union der polnischen SyndikalistInnen, Polen)

Organisationen mit dem Status FreundInnen der IAA:
ARS (Autonome ArbeiterInnen-Union, Bulgarien; wegen einer Spaltung in der Organisation wird der nächste IAA-Kongress ihren Status diskutieren)
MEM (Libertäre Solidaritätsfront, Indien)
MK (Befreiende GenossInnen-schaft1, Philippinen)
SO (ArbeiterInnen-Solidarität, Chile)
WSA (ArbeiterInnen-Solidaritätsallianz, USA)
WSI (ArbeiterInnen-Solidaritätsinitiative, Pakistan)

Evaluierung

Unsere Gewerkschaft als Gastgeber-Organisation hat das IAA-Plenum und den außerordentlichen Kongress vorzubereiten gehabt, sodaß der Prozess des Treffens problemfrei in Bezug auf die Online-Verbindung, die Protokollierung, die Abstimmungen etc. gewesen ist. Wir sind froh, daß das IAA-Sekretariat uns geholfen und sichergestellt hat, diese Aufgabe zu erfüllen und daß es uns möglich war, der Sache mit Prozessen gerecht zu werden, die erfolgreich angewandt wurden und die effektive Prozesse von zukünftigen Treffen ermöglichen, unabhängig davon, ob man online ist oder nicht.

Das Treffen war auf Englisch und Spanisch und dauerte mehr als sieben Stunden pro Tag, was recht herausfordernd war. Die Nutzung von Online-Plattformen hat seine Einschränkungen und war nicht für alle passend. Auf der anderen Seite war die Tagesordnung relativ lang und wenn das Treffen nicht online gewesen wäre, glauben wir nicht, daß wir es geschafft hätten, alles abzuarbeiten. Ein jedes solcher Treffen erfordert viel Energie und Geduld, in erster Linie von den Menschen, die diese moderieren, Protokoll schreiben, Stimmen zählen und übersetzten. Weder physische noch Online-Treffen laufen ohne Schwierigkeiten ab, aber diesmal waren diese relativ unbedeutend. Wir denken dieses war eines der geschmeidigsten Treffen der IAA, mit vielen wichtigen praktischen Entscheidungen. Und es war fantastisch, daß wir gemeinsam mit unseren GenossInnen, welche es ansonsten wegen Reisevisa-Problemen nicht nach Bratislava geschafft hätten und ein Treffen unmöglich gewesen wäre, Entscheidungen treffen konnten.

Die Covid-19-Pandemie hat alle Organisationen in der IAA getroffen und macht es für viele unmöglich, sich zu treffen, was sich bis zu einem gewissen Punkt in den Mandaten der Sektionen widerspiegelte. Einige dieser Mandate wurden per Referendum vergeben, was eine praktische aber unzureichende Form der Entscheidungsfindung ist, speziell wenn es um komplexere Punkte geht, die mehr als ein Ja oder Nein erfordern.

Wir hoffen daß während dem nächsten IAA-Kongress in Spanien 2022 die Einschränkungen aufgrund der Pandemie überwunden worden sind. Bis dahin liegt eine Menge an konstruktiver Arbeit auf lokaler und globaler Ebene vor uns. Wenn Du in der Slowakei bist, kannst Du auch mitwirken - vielleicht hier beginnend: http://www.priamaakcia.sk/zapoj-sa

Alle Wörterbücher geben als direkte Übersetzung für "Comradeship" lediglich "Kameradschaft" an, was in Österreich eine komplett andere - zumeist rechtsradikale militaristische - Bedeutung hat. Daher haben wir uns den Begriff "GenossInnen-schaft" ausgedacht, der die Namen unserer Philippinischen und Indonesischen Schwestergewerkschaften viel besser trifft, überall im Deutschsprachigen Raum verstanden werden sollte, und natürlich nichts mit der rechtlichen Gesellschaftsform "Genossenschaften" zu tun hat

https://wiensyndikat.wordpress.com/2021/07/01/bericht-des-ersten-online-plenums-und-auserordentlichen-kongresses-der-internationalen-arbeiterinnen-assoziation-iaa/
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