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(de) RBH Online

From Anarchistische Buchhandlung <rbh@inode.at>
Date Thu, 23 Jul 98 17:24:58 +0100


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      A - I N F O S  N E W S  S E R V I C E
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RBH-Online

Revolutionsbräuhof (RBH) ‹ Postfach 142, A-1181 Wien 
Tel.: (01) 310 76 93, 319 52 22 € E-Mail: rbh@inode.at € http://www.inode.at/rbh
Treffen: Jeden Di, 20.00 Uhr. Anarchistische Buchhandlung; Hahng. 15, A-1090 Wien.

Mit diesem Internetdienst versenden wir sowohl aktuelle Informationen, Terminankuendigungen,
als auch theoretische Texte etc. Grundsätzlich verstehen wir ihn als offenes Medium, daß
heißt, daß wir auch Zusendungen anderer linker Gruppen/Personen weiterverbreiten.
Zusendungen, die wir über RBH-Online weiterverbreiten sollen, bitte entsprechend
kennzeichnen. Wir verschicken die Nachrichten grundsätzlich an alle, von denen wir glauben,
daß sie sich vielleicht dafür interessieren könnten. Wenn ihr sie nicht mehr bekommen wollt,
reicht eine kurze Nachricht an uns.


Die Schwarze Distel
Juli/August 1998 € S 5,‹

Glotzen und Kotzen!
Eine Theorie der Medienbulimie


Ein Editorial
»Eines der originellsten Plakate dieser Tage«, nennt es der»Oesterreichische 
Journalist« in seiner juengsten Ausgabe: Unser Sujet »Einfach ehrlich - einfach 
Rosenstingl«. Einige wenige Restexemplare waeren noch abzugeben.
Am 13. Juni 1998 haben wir gemeinsam mit den Infoladen Wels eine 
Veranstaltung zum Thema »Anarchistische Utopien heute« gemacht. Im 
Vorfeld hat eine beispiellose Medienhetze stattgefunden, die seitens des rechts-
rechten Rands in offenen Verbotsforderungen gegipfelt ist. 
Die Veranstaltung hat trotzdem stattgefunden und war (auch von der 
Beteiligung her) ein grosser Erfolg. »Anarchistische Utopien heute« (Teil II) 
ist deswegen in Vorbereitung und wird aller Voraussicht im Herbst stattfinden. 
Auch das erste der Radio-Features, dass wir machen werden, wird 
voraussichtlich diesen Titel haben. Mitwirkung ist ausdruecklich erwuenscht. 
Denn: Es braucht eine ganz andere Welt.
Leider gibt es die jetzige noch. Ueberhaupt nicht so stehen lassen, koennen wir 
eine  Kolumne, die die Wiener Vorsitzende des VSStOe, Tanja Dobart, in der 
OeH-Postillie  »Unique« verbrochen hat. Ein offener Brief auf Seite 23.
Thema dieser Ausgabe: Eine Theorie der Medienbulimie, Glotzen und Kotzen 
- einige Auskunft darueber, was Zeitungen, Radio und Fernsehen so anrichten 
und warum ihr Einfluss so verheerend ist. Ab Seite 4. »100.000 Schilling fuer 
den Moerder meines Hundes«, in seiner ganzen grenzgenialen 
Doppeldeutigkeit, war uebrigens ein Aufmacher von - na, wer erraets - 
»Taeglich alles«. Natuerlich. 
Was uns freut ist, dass so viele Bedienstete gewisser einschlaegiger Behoerden 
diese Zeitung von amtswegen lesen muessen: Das Impressum waere dann auf 
Seite 5. Bitte sehr.
Und sonst? Auch diesmal sind viele Artikel von Leuten, die sich nicht zum 
RBH im weitesten Sinne zaehlen. Das soll ruhig so sein. Das Konzept einer 
offenen Zeitung, also dass jeder und jede schreiben darf und soll, hat sich 
bewaehrt. Die meisten Texte haben trotzdem oder gerade deswegen Hand und 
Fuss. Wir glauben naemlich nicht, dass Offenheit ein Freibrief 
fuerBeliebigkeit ist; im Gegenteil: Sie ist eine Voraussetzung, dass 
Diskussionen ueberhaupt erst zustande kommen. Und die zu befoerdern, 
betrachten wir durchaus als eine unserer Aufgaben. Was schlussendlich als 
Aufforderung zu verstehen ist: An Euch, die Leserinnen und Leser. Schreibt!
Um Umverteilung und warum die Reichen noch reicher werden, geht es: Ab 
Seite 7. 
Ueber Personalberatungsbueros, die Gen-Tests anbieten, schreibt der Genosse 
Anthofer auf Seite 10.
Ebenfalls von Hans Anthofer: Ein Kommentar zur Asylpolitik auf Seite 21.
Vier Seiten Buecher, Buecher, Buecher, gibt es wieder ab Seite 11. 
Einige Buchbesprechungen ab Seite 22.
Saemtlichre Titel sind in der Anarchistischen Buchhandlung erhaeltlich.
Warum die NATO an sich vors Haager Kriegsgericht gehoert, darueber 
schreibt die Gegeninformationsinitiative: Auf Seite 15.
Ein weitere ihrer Texte findet sich ab  Seite 16. Er handelt von Sardinien, 
Gladio,  Nuklear- und Polizeiterror. 
Viel ueber Krieg und Frieden: Ueber die OSZE und ihre neue Rolle ab Seite 
20.
Schlussendlich geht es ab Seite 17 um Veganer, Loewen, Wissenschaftler und 
andere Tiere. Der vielversprechende Titel des Textes: Schlicht »QWERTZ«. 
Was wir dieser Tage neugestaltet haben, sind unsere Internet-Seiten. Wir 
hoffen, dass sie jetzt nicht nur bunter, sondern vor allem informativer und 
uebersichtlicher sind. Die Adresse: Immer noch http://www.inode.at/ rbh 
Weiterhin gibt es uebrigens die Moeglichkeit unsere Publikationen ueber E-
Mail zu beziehen. Gratis und kostenlos. 
Unsere E-Mail-Adresse: rbh@inode.at
In der Marktwirtschaft wird alles vermarktet. Selbst die Jahreszeiten. Sogar 
der Sommer. Als Urlaubszeit. Sommer, Sonne, Sand und Meer. Urlaubsliebe. 
Und dann wieder heim, ab in die Tretmuehle, den Chef reicher machen. 
Arbeiten. Kleines Glueck, um das grosse Unglueck wieder auszuhalten. Den 
Beruf. 
Eins, zwei, drei, vier, fuenf, sechs, sieben, waert ihr doch zu Haus geblieben. 
Sind wir. 
Nicht bloss genuegend von uns, um diese Zeitung zu machen, auch die 
Anarchistische Buchhandlung hat ganz normal geoeffnet (Montag und Dienstag 
10.00 bis 14.00 Uhr, Montag bis Freitag 15.30 bis 19.30 Uhr) und unsere 
regulaeren Treffen finden wie immer gehabt statt: Jeden Dienstag, 20.00 Uhr,  
in der Anarchistischen Buchhandlung, Hahngasse 15, 1090 Wien. 

Leserbriefe
Hallo,
teilt ihr eigentlich den Ansatz, dass moderne Informations- und 
Kommunikationssysteme und gewisse Technologien i. a. (mit Ausnahme von 
umweltgefaehrdenden und/ oder prinzipiell bedenklichen Technologien wie 
Atomkraft oder Gentechnologie) die Organisation einer wie auch immer 
konzipierten Gesellschaft jenseits von Profit und Markt vereinfachen koennen? 
Ich bin naemlich der Ansicht, dass z. B.  Automatisierung nicht von 
vornherein etwas schlechtes/ablehnenswertes ist. Der gesellschaftliche 
Gesamtkontext/die Einbettung in die kapitalistische Reproduktion und ihre 
Funktionsweise bei der Rationalisierung, die eine massive Zunahme der 
»industriellen Reservearmee« zur Folge hat, macht sie dazu. Es gibt Gewinner 
(profitabschoepfende KapitalistInnen) und Verlierer dieser Automatisierung. 
Ist es aber nicht auch vorstellbar, dass Automatisierung, Computer, I&K-
Systeme emanzipatorisch genutzt werden? Z. B. hinsichtlich einer Entlastung 
der durch Menschen zu leistenden gesellschaftlich notwendigen Arbeit 
(hiervon nehme ich soziale Taetigkeiten aus)? Nicht »Hoch die Arbeit« und 
»Recht auf Arbeit«, sondern die Reduzierung der menschlichen Arbeit und ein 
prinzipielles »Recht auf Faulheit« - wobei ich Faulheit nicht als einfach nichts 
tun, sondern als  mehr Freizeit verstehe - sollten in Betracht gezogen werden. 
In der kapitalistischen Oekonomie ist dies aufgrund des Profitprinzipes und 
der immanenten Schaffung von sozialen Ungerechtigkeiten nicht moeglich. Ist 
es jedoch in einer alternativen Gesellschaftsform denkbar?  Ist es denkbar, dass 
neue Informations- und Kommunikationssysteme bei der Organisierung der 
Strukturationsprozesse in einer basisdemokratischen Gesellschaft helfen? 
Technikfeindlichkeit bringt meiner Meinung nach niemanden vorwaerts, ein 
Zurueck zur »Urgesellschaft« wird es meiner Ansicht nach nicht geben. 
Moderne Technologien sind eine nichtwegzudenkende gesellschaftliche  
Tatsache, warum sie nicht emanzipatorisch nutzen. (Hoffentlich klinge ich jetzt 
nicht wie Chorherr?) 
Ich halte derartige Ansaetze fuer durchwegs diskutierenswert und 
weiterentwickelbar und eure Meinung dazu interessiert mich. Wisst ihr, ob es 
anarchistische TheoretikerInnen gibt, die derartige Ansaetze verfolgen?
C. F., Internet
***
Nein, Du klingst nicht wie Chorherr, hast im Gegenteil voellig recht. Eine 
klassen- und herrschaftslose Gesellschaft wird die jeweils modernsten 
Technologien nutzen, um  einerseits »Arbeit« auf ein Minimum zu reduzieren 
- nur wenn die Menge der gesellschaftlich notwendigen Arbeit wirklich gering 
ist, laesst sich das Prinzip der Freiwilligkeit, das wir fuer unumgaenglich 
halten, aufrechterhalten. Die ganze bekannte Menschheitsgeschichte handelt 
davon, Zwang auszuueben, damit eine kleine Schicht nicht arbeiten muss, sich 
der Musse hingeben kann. Die scheinbare Notwendigkeit, Fronarbeit, die 
keiner machen wollte, durchzusetzen, ist eines der konstituierendsten Elemente 
fuer Herrschaftssysteme. 
Die zweite Ebene ist die der moeglichst umfassendsten gesellschaftlichen 
Partizipation, d. h. der Mitbestimmung des Einzelnen in allen 
Lebensbereichen. Und auch hier sind moderne technische 
Kommunikationssysteme eine fast unumgaengliche Voraussetzung fuer eine 
egalitaerere Gesellschaft. Einerseits koennten sie dem Einzelnen - und zwar 
wirklich allen - und nicht nur einer privilegierten Schicht, den Zugang zu 
wirklich allen fuer eine Frage relevanten Informationen bieten und zum 
Zweiten waeren auch durch moderne Technologien unterstuetzte Diskussions- 
und Entscheidungsprozesse sehr wohl denkbar. Die parlamentarische 
Vertretungsdemokratie wurzelt ja in einer gesellschaftlichen Epoche, wo eben 
nicht »alle mit allen« diskutieren konnten, das ganz einfach praktisch 
unmoeglich war. Auch nicht alle alles entscheiden konnten (ausser bei sehr 
genau  umrissenenen Fragestellungen, Beispiel Volksabstimmungen, die aber 
nur ein »Ja« oder »Nein« zugelassen haben, und nicht die vielen »Wenn« und 
»Abers«, die es bei so ziemlich jeder Frage nunmal gibt). Es waeren heute 
erstmals Entscheidungsprozesse moeglich, die alle Betroffenen einbeziehen, 
sowohl oekonomisch (weil die Basis, die Reichtumsproduktion, da waere), als 
auch ganz praktisch (weil es die Kommunikationsmittel gibt). Die 
Herrschenden sperren sich trotzdem dagegen, was schon auch wieder ganz 
logisch ist, wenn man bedenkt, dass Macht sich immer auch selbst der beste 
Grund war. Abschliessend: Computer, das Internet, neue 
Produktionsmaschinen sind fuer sich weder gut noch schlecht. Sie koennen zu 
neuen, unvorstellbaren Formen der gesellschaftlichen Kontrolle und des 
Polizeistaats fuehren, zu Arbeitslosigkeit usw. oder dem Menschen die Arbeit 
erleichtern, Kommunikation vereinfachen, letztlich den Menschen von sehr 
vielen Zwaengen befreien. Es kommt darauf an, wofuer sie von wem 
verwendet werden, wer die Macht in der Gesellschaft hat - oder besser noch, 
wer sie nicht hat. Das heisst aber nicht - damit wir nicht missverstanden 
werden - dass ein sozialistisches Atomkraftwerk dann auf einmal ein gutes 
Atomkraftwerk ist. Es gibt sehr wohl auch Technologien, die (wie du eh 
schreibst) beim augenblicklichen Erkenntnisstand ganz einfach unausgereift 
oder so oder so eine Bedrohung sind (da fallen ganz sicher auch die 
Gentechnologie von heute und einiges mehr darunter).  Anarchistische 
TheoretikerInnen, die derartige Ansaetze verfolgen, gibts unseres Wissens 
keine (wir selbst haben das bis jetzt auch nur ganz roh angedacht). Ein 
bisschen was steht dazu in Kultur zwischendurch 91a  und in der Schwarzen 
Distel vom September 1995 (kannst Du Dir von unserer Internet-Seite 
[http://www.inode.at/rbh] herunterladen).
***
Hallo!
[Š] Ach, was die Schwarze Distel betrifft: Den Leserbrief von der Rosa 
Antifa findŒich recht gut, vor allem was sie ueber den »Oh suesses Verzehren - 
zur Liebe«-Text geschrieben haben, empfand ich ebenso. Anfangs dachte ich 
nur, ich sei einfach zu bloed, um den Sinn des Textes zu verstehen, doch jetzt 
fuehle ich mich bestaetigt. Und was das »Splitting« angeht, wie¹s die Antifas 
nennen, findŒich¹s auch ein bisserl mies von euch, dass ihr grundsaetzlich 
Menschen weiblichen Geschlechts ausklammert. Ich selbst halte zwar auch 
nicht viel davon statt beispielsweise »Antifaschisten« wie gewoehnlich 
»AntifaschisInnen« zu sagen/ schreiben, sondern so, wie¹s richtig waere, 
»Antifaschisten und Antifaschistinnen«, wenn ihr versteht, was ich meine.
[Š]
Apropos Kommunisten: Ich habe schon vor laengerer Zeit, als ich mal in Wien 
war ein Geruecht gehoert, dass der RBH frueher eine kommunistische Gruppe 
war, ist das wahr? Und wenn ja, seit wann und warum seid ihr jetzt 
AnarchistInnen?
Ach, noch eine ganz wichtige Frage: Inwiefern haengt euer Anarchismus mit 
Tierrechten und Erdbefreiung zusammen? Und habt ihr dazu schon mal was in 
der Kuzwi oder anderswo geschrieben?
Okay, Leute, das soll¹s fuer heute gewesen sein, hoffe bald von euch [Š] zu 
hoeren. 
Bis dann, viel Kraft & Liebe,
C. M., 5020 Salzburg
***
Gruess Gott und Staat!
Was den Menschen von den Tieren unterscheidet, ist dass er ein Hirn hat, das 
er auch gebrauchen kann. Leider tun das nicht alle. Ganz klipp und klar: 
»Unser« Anarchismus haengt mit »Tierrechten« und »Erdbefreiung« 
ueberhaupt nicht zusammen. Wir halten beides fuer eine im Grunde rechts-
rechte, esoterische Ideologie. Einiges dazu haben wir schon in der »Schwarzen 
Distel« vom September 1995 gesagt, vielleicht aber noch einmal genauer: Wir 
lehnen eine Schoepfungslehre, egal in welcher Spielart sie daherkommt, strikt 
ab. Wir glauben nicht, dass Menschen, Tiere und Bruder Baum irgendwie 
vergleichbar sind. Gar der Weltgeist in der Erde und in jedem Stein zu Hause 
ist. 
Dass Dir die Ansichten der Rosa Antifa naeher stehen, als unsere, wundert uns 
nicht: Weil es Dir um Moral geht und nicht um Politik. Also nicht um 
konkrete Verbesserungen oder eine andere Gesellschaft, sondern um ein 
Wahrgenommen werden und Anerkannt sein. 
Was wir wollen, ist banal - und doch immens viel: Dass kein Mensch mehr 
wegen Zwang Leid erfaehrt. 
Und hier wiederum geht es uns um das Fassbare und Greifbare: Arbeitszwang, 
Wohnungsnot, Militaerdienst, Frauenunterdrueckung in all ihren Spielarten 
und Facetten, Psychiatrie, Polizeigewalt und so weiter und so fort. Uns ist es 
kein Problem, dass Richter angeln gehen, sondern dass sie Menschen 
einsperren. 
Zum Schluss: Kommunisten war¹n wir nie, aber diese duemmliche 
Geruechtekocherei ist relativ typisch fuer eine »Szene«, die die Befreiung von 
Arbeit & Ausbeutung und die Utopie einer klassenlosen Gesellschaft mit der 
modisch-bizarren Variante eines Tierschutzvereins verwechselt.
Und Tschuess!
***
Liebe Leute!
Wie schon letztes Mal erwaehnt, haengt fuer mich die Befreiung des Menschen 
genauso mit der Befreiung aller Tiere (zu denen der Mensch ja zweifelsohne 
gehoert) und der Erde zusammen. 
Wenn das von eurer Seite als »... eine im Grunde rechts-rechte, esoterische 
Ideologie« bezeichnet wird, dann hat das zwar ein kleines Fuenkchen Wahrheit 
an sich [Š] Naja, zumindest gruendet mein Empfinden anderen Tieren und der 
Erde gegenueber nicht auf irgendeiner von euch herbeizitierten 
»Schoepfungslehre«, da ich gaenzlich unreligioes und auch nicht spirituell oder 
sonst so ein Bloedsinn bin. Ich bin lediglich der Meinung - was auch 
wissenschaftlich erwiesen ist - dass Tiere (also nicht menschliche Tiere) 
leidensfaehige Lebewesen sind und Emotionen, wie Freude etc. empfinden 
koennen. Daraus folgere ich, dass Tiere unabhaengige Lebewesen sind, die 
genauso wie wir Menschen ein Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit 
haben Da durch Konsum von tierlichen Produkten all diese Rechte verletzt 
werden, konsumiere ich sie nicht. [Š]
Und dass ihr uns »sektenaehnliche Manier« andichtet, finde ich ziemlich 
unverschaemt, dafuer haette ich gerne eine Begruendung. Waere interessant, 
eure Meinung dazu zu hoeren, falls ihr ueberhaupt Lust habt euch mit einem 
»autonomen Spiesser« wie mir auseinanderzusetzen [Š],
C. M., 5020 Salzburg
***
Wenn der Mensch tatsaechlich zu den Tieren gehoeren wuerde, blieben uns 
derart bloedsinnige Auseinandersetzungen zweifelsfrei erspart.
»Hunderttausend Schilling fuer den Moerder meines Hundes!«

Ueber Zwei- und Doppeldeutigkeiten, Zeitschriften und das Fernsehen, 
Glotzen und Kotzen - eine Theorie der Medienbulimie.

Die Freiheit, die sie meinen 
Der Witz an der Sache mit der »Freiheit« der buergerlichen Gesellschaft im 
Allgemeinen und der Medien im Besonderen, ist, dass sich ihr 
Wirkungsbereich prinzipiell auf das Totale beziehen soll, den Anspruch auf 
Universalitaet erhebt, und doch im jeweilig Besonderen, nichts anderes als ein 
»schnoedes Geschaeft« ist. Und diese, durchaus  »lustige«, Konstruktion 
bedingt, die Relativierung der Universalitaet zu Gunsten der Profitabsicht.
Also: es gibt die Freiheit der »Guten«, das sind »wir«, mit denen sich ein 
Geschaeft machen laesst, und die Unterdrueckung der »anderen«, die von der 
Konsumation der Produkte dieser Freiheit - der Waren der Kultur- und 
Medienindustrie - politisch ausgeschlossen werden. 
Dass nun, nach dem Zusammenbruch des »Reiches des Boesen«, eigentlich de 
facto die gesamte Welt mit der Freiheit der buergerlichen Gesellschaft 
beglueckt ist - die wenigen Ausnahmen werden schon noch folgen, auch Dank 
der Macht der Medienindustrie ­, aendert natuerlich nichts an der Sache, ob 
sich die Leute ueberhaupt diese Beglueckungen leisten koennen, oder auch 
wirklich brauchen. Aber, »im grossen Zusammenhang« spielt das ja keine 
Rolle.
Denn das, was die Medienindustrie wirklich tut, ist die Rekurrierung von 
Profit durch den Klassenkampf auf erweiterter Ebene. Und auch, wer sich auf 
die Ideale der buergerlichen Demokratie positiv bezieht, wird in unkritisch-
kritischer Art den Missbrauch der »Freiheit« konstatieren. Und hier trifft sich 
das »halbaufgeklaerte Abiturientenbuergertum« mit den Wertkonservativen. 
Sie alle beklagen  Auswuechse. Das Prinzip wollen sie belas- sen und 
uebersehen, dass - egal, ob wissentlich oder unwissentlich - diese »Aus- 
wuechse« der eigentliche Sinn des Prinzips  sind.

Information, Manipulation - Ware 
Die Medienindustrie - eine Industrie eben - produziert genauso wie jegliche 
andere Industrie im Kapitalismus. Es werden Waren hergestellt, deren 
einzigen Grund fuer die Produktion der Verkauf ist. Und um diesen Verkauf 
realisieren zu koennen, werden die Produkte so gestaltet, dass dies am besten 
moeglich ist.
Den Inhaber eines Medienbetriebs interessiert, falls er nicht gerade durch 
moralische oder ideologische Beschraenkungen seine Funktion schlecht 
erfuellt, alleinig der Tauschwert der produzierten Waren. Um aber diesen 
auch wirklich umsetzen zu koennen, muss das Produkt irgend einen 
»positiven« Zweck fuer den Kaeufer erfuellen.
Die Beduerfnisse, die die Waren der Medienindustrie erfuellen, sind keine 
basalen, keine »lebenswichtigen«. Hier geht es zumeist um Unterhaltung, 
manchmal auch um Information - oder allgemein: kulturelle Beduerfnisse.
Spiele 
Und gerade in den entwickelten kapitalistischen Staaten, in denen jeder so 
halbwegs genug zum Fressen etc. hat, ist das grosse Geschaeft mit anderen 
Beduerfnissen zu machen. Auch wenn, frei nach Brecht »vor der Moral das 
Fressen kommt«, heisst das noch lange nicht, dass nach dem Fressen die Moral 
folgen muss. Denn die Umstaende, unter denen im Kapitalismus das Fressen, 
wahrsten Sinne des Wortes, erschuftet werden muss, taugen aeussert schlecht 
zur »moralischen Erbauung«.
Aber zur »Erbauung« braucht¹s was: Denn von »Wasser und Brot« allein, lebt 
es sich schlecht. Und dort, wo die Schufterei eben entwickelter ist, wo 
komplizierte Maschinen bedient werden muessen, wo eine gewisse Qualitaet 
der Produkte verlangt wird, muessen die Leute »bei Laune« gehalten werden. 
Und da erstens die Zeit der Potentaten, die »das Volk« durch selbstfinanzierte 
Spiele einlullen, vorbei ist, und zweitens sich auf diese Methode schlecht ein 
Geschaeft machen laesst, gibt es Industriezweige, die sich dieser »edlen« 
Aufgabe angenommen haben.
Die Unbill des Tages vergessen, sich etwas ablenken, einfach ein paar schoene 
Stunden verbringen, sich entspannen: das ist, was die Leute in ihrer Freizeit - 
als Gegenteil der Zeit, wo sie nicht »frei« sind - tun wollen. Das wollen sie 
nicht, weil sie einfach »dumme Kulturbanausen« sind, oder »einfach 
gestrickt«, sondern, weil ihnen die Auszehrungen des Tages keine andere Wahl 
lassen.
Und das Angebot, das diese Beduerfnisse erfuellen soll, ist vielfaeltig: fuer 
jeden Geschmack ist etwas dabei. Waehrend sich die einen vor den Fernseher 
pflanzen und sich den Musikantenstadel reinziehen, suchen andere ihre 
Unterhaltung in Buechern, der Oper etc. (Genau bis hierher erstreckt sich der 
Unterschied zwischen Kultur und Trash - es werden einfach verschiedene 
Ausformungen des gleichen Beduerfnises erfuellt.)

Vermittlung 
Da aber jede Ware mehr ist als nur  Ware - stoffliches Produkt, Idee, 
Beziehung - hat sie Eigenschaften ausserhalb ihres Tauschwertes. Manche sind 
notwendig, um den Gebrauchswert erfuellen zu koennen, andere sind mehr 
oder minder gewuenschte »Nebenwirkungen«.
Und die »Nebenwirkungen« der Medienprodukte sind vielfaeltig. Und es weiss 
auch jeder davon: Fernsehen, Zeitungen, Film etc. sind nicht die Wirklichkeit, 
gemeinhin: sie luegen. Trotzdem, oder besser, deswegen, wird ihnen geglaubt.
Medien, egal welcher Art, koennen niemals die Wirklichkeit sein oder 
darstellen. Sie sind immer eine Vermittlung der Welt - so auch ihr Name. Sie 
muessen auswaehlen, sortieren, bearbeiten. Was sie produzieren ist nicht ein 
Abbild der Wirklichkeit, sie produzieren eine neue Wirklichkeit, eine neue 
Welt, die aus ihren Bildern besteht.
Und da muss noch nicht einmal eine boese Absicht dahinter stehen. Es ist dies 
einfach ihre Funktionsweise. Und da sie nunmal genau so funktionieren, kann 
diese Weise wunderbar zur Manipulation gebraucht werden. Und sie werden 
so gebraucht - sie muessen so gebraucht werden.
Jede Konstruktion der Wirklichkeit ist ein ideologischer Akt. Und jeder 
Konstrukteur verfolgt seine Sicht der Wirklichkeit. Und dennoch ist allen 
Medien, egal wie sehr sie sich technologisch und inhaltlich unterscheiden 
moegen, eines gemeinsam. Sie loeschen die Wirklichkeit, zugunsten ihrer 
kuenstlichen Welt der Bilder, aus.
Und wer heute durch die Stadt spaziert, sieht mehr von der Welt der Bilder als 
er von der wirklichen wahrnehmen kann. Plakate pflastern die Wege. Musik 
dudelt aus allen Lautsprechern und die Menschen, die einem entgegenkommen, 
scheinen eher einem Hochglanzmagazin entsprungen zu sein, als dass sie als 
Wesen aus Fleisch und Blut wirken wuerden.
Und es bedarf einen Akt grosser Anstrengung hinter all den Schablonen und 
Masken etwas wie Leben erahnen zu koennen. Die gesamte Umwelt ist ein 
einziges Kunstprodukt. All die Dinge und Wesen, die einem begegnen, 
scheinen mit irgendeiner magischen Bedeutung besetzt zu sein. Die 
bloedsinnigen Phrasen der Werbung - mega, super, hip - laufen hier wirklich 
rum. Und obwohl es sich zu bewegen scheint, sind all diese Objekte nichts als 
Untote.
Und wiederum bemaechtigen sich die Medien dieser von ihnen geschaffenen 
Welt und drehen sie nochmals durch die Mangel - das Fernsehen berichtet bei 
einem Ereignis ueber nichts lieber, als dass das Fernsehen aus der ganzen Welt 
darueber berichtet. Und darueber, dass das Fernsehen ueber das Fernsehen 
berichtet hat, berichtet am naechsten Tag die Zeitung - und immer weiter so.
Das Medieninteresse an der Wirklichkeit geht eben nur so weit, als sich deren 
Transformation zur Erheischung von Profit eignet - sprich Einschaltquoten, 
Auflagensteigerung - und produziert den Rest eben so, wie es benoetigt wird. 
Und da es die wirkliche Wirklichkeit eigentlich nicht braucht dafuer, wird die 
produzierte benuetzt.

Die Wirklichkeit der Luege 
Das Leben, das die Medien produziert, wird wirklich gelebt. Keine Luege ist 
frech oder bloed genug, als dass sie nicht geglaubt und gelebt wird. Und wenn 
die Luege nicht gelebt werden kann, weil sie zu teuer oder einfach unsinnig ist, 
loest diese Unmoeglichkeit reales Leid bei den Menschen aus:
Es wird geglaubt, dass in gefaerbte Kugeln gepresste Soda-, Seifen-, 
Tensidgemische ergo Megaperls die Tristesse eines Hausfrauendaseins durch 
Anerkennung in der Familie aufhebt.
Leute, die am Existenzminimum herumgrundeln, sollen sich ihre unsicheren 
Mindestrenten durch Aktienspekulationen aufbessern. Und angesehene 
Wirtschaftsfachblaetter wie »Taeglich Alles« veroeffentlichen Aktienkurse - 
weil¹s die Leute lesen wollen, weil¹s ihnen »eingeredet« wird.
Aller Kriminalstatistik zum Trotze erschaudert das Volk vor »Rumaenen-
Banden und Russen-Mafia«. Rasterfahndung und Lauschangriff sind dann die 
logische Folge.
Sexuelle Attraktivitaet erlangt man, je nach Geschlecht, durch Diaetmargarine, 
Kleidung, Autos, Kosmetika etc.
Und es ist nicht - nur - die Werbung. Die gesamte Propaganda der 
Warengesellschaft zielt darauf ab. Sozialwissenschafter leugnen 
gesamtgesellschaftliche Grundlagen der Malaise und propagieren irgendwelche 
»Lebensabschnitts-Konstrukte«, die sich die Leute irgendwie aussuchen, 
Biologen finden Gene fuer alles und jedes, Trends, Musts und sonstiger In-
Ramsch durchzieht einfach alles, und der letzte Bauernfunktionaer irgendeiner 
Kammer schwingt sich, neonbunt bekleidet, auf ein halsbrecherisches 
Sportgeraet.
Das Ideal: Individualismus. Der Weg: Identitaet am Markt erkaufen. Die 
Vermittlung: Bilderwelt.
In einer Welt, in der es nichts gibt, als das Gleiche, die Ware, ist genau das 
Gegenteil das Ideal. Es gibt auch nichts zu berichten in einer Welt, in der es 
immer nur Eines gibt. Also wird das Andere produziert. Und dies Andere ist, 
da es aus dem Einen und durch das Eine kommt, auch nur das Eine. Wo aber 
alles gleich ist, wird der Unterschied produziert und bewertet. Und da 
niemand sich selbst gehoert, ist Subjektivitaet nicht moeglich, Identitaet wird 
aus den Versatzstuecken der Objektwelt zusammengekittet. Und die Objekte 
werden eben dieser Bilderwelt entnommen, die sich in selbstrekursiven 
Enteignungen produziert.
In dieser Endlosschleife des toten Lebens entsteht nichts Neues. Sie permutiert 
das Gehabte - siehe nur die ewig-zyklische Wiederkehr irgendwelcher »neuen 
Trends«  in der Modebranche - oder aber ent- eignet.

Fressen, Fressen, Fressen
Ware, Markt und Kapital sind alles andere als innovativ. Sie existieren nicht 
auf Grund dessen, was sie produzieren, sondern dessen, was sie enteignen. Und 
ihr ideologischer Ueberbau, die Bilderwelt, erfindet nur, was sie vorfindet. 
Und nichts darf ausser ihr existieren, da sonst ihre Existenz, als Schein 
offensichtlich, obsolet waere. Und darum wird alles, was anders ist, vernichtet.
Die Totalitaet, postuliert sich selbst und produziert sich durch Einverleibung 
und Ausloeschung. Und da sie alles umfasst und so zur Bewegung unfaehig, 
kann sie nur schlucken, was sie selbst nicht anerkennt.
Und die Methode ist einfach: Das letzte Voelkchen im letzten Urwald wird 
erfasst. Mit den »Errungenschaften« moderner Zivilisation ueberschuettet. 
Nachdem man, frei nach einem Sprichwort, »dem nackerten Neger« eine 
Adidas-Hose verpasst hat, wird seine Freude darueber, moralisch einwandfrei 
und kindergerecht, mit Fernsehkameras fuer die naechste Universum-Sendung 
festgehalten. Und zumindest eine leere Cola-Dose laesst man dann, als Dank 
fuer die Gastfreundschaft, zurueck.
Und da aber, schoen langsam aber sicher, auch schon der letzte Winkel des 
Planetens erfasst ist - und sich allenfalls willige Ausserirdische zieren, 
aufzutauchen - ist die geographische Expansion ziemlich eingeschraenkt.
Als weiteres Eroberungsgebiet hat sich das sogenannte »Innere« der Menschen 
erwiesen: ihre Empfindlichkeit. Allerhand (Pseudo-) Psychologisches schwebt 
durch den bunten Warenbrei. Und in »gewissen Kreisen« ist die Konsumation 
irgendeiner Therapie erst der Schluessel zum Dazugehoeren. Das in dieser 
Welt wirklich produzierte Elend ist dabei genauso unwichtig, als die sowieso 
gleiche Waschwirkung aller Waschmittel, die ehŒalle aus den gleichen zwei 
Fabriken kommen, in der Werbung.
Ein bisher unbeackertes Feld wurde in Besitz genommen. Und egal, ob 
wirkliches Leid oder exaltiertes Plaissierchen, fuer jeden Fall wird sich schon 
ein passendes Mittelchen finden lassen - Aroma-, Farbtherapie, 
Baeumeumarmen - und irgendeine Hochglanzpostille wird schon mit den »500 
besten Therapien« helfen, die »richtige Auswahl« zu treffen.
Und da, allen Unbillen zum Trotze, Menschen doch immer wieder was Neues 
einfaellt, ist die Bilderwelt erpicht darauf, dies Neue sofort - die Konkurrenz 
wartet schon - in der jeweilig eigenen Produktionsstaette praesentieren zu 
koennen. Und es bedarf schon einiges an inquisitorischem Spuersinn, den 
richtigen Verstoss gegen das Primat der Konsumation zu finden, um ihn 
alsbaldigst als neuesten Trend verkaufen zu koennen. Und wenn das nichts 
hilft, gibt¹s immer noch den Nischen-Markt der Subkulturen, die sich, im 
Anderssein waehnend, ihre eigene, oft auch noch restriktivere, Bilderwelt 
schaffend ergehen. Und trotzdem ist der »Independant-Label« nichts anderes 
als die Grosskonzerne, von den Bilanzzahlen mal abgesehen. Erweist sich dort 
was als erfolgreich, sozusagen ganz risikolos, ist der Agent schon zur Stelle.

Kein Ende? 
Nein, ein Ende davon ist nicht abzusehen. Und es wird in dieser Welt keine 
Loesung geben. Rassistische Volksverhetzung wird genauso weiterhin das 
Hauptziel der Boulevardblaetter sein, wie Fernsehen die ganze Welt ihrer 
Technik unterwerfen wird. Und auch die »Neuen Medien« à la Internet 
werden die Sache nicht »verbessern«. Die angebliche Freiheit ist noch immer 
davon abhaengig, in dieser Warenwelt erfolgreich zu sein, um sich 
Telephonanschluss, Computer ets. Š leisten zu koennen.
Die Bedeutung der »Kommunikationsfreiheit« aeussert sich in der 
Allgegenwart von Handys. Und schlimmer geht¹s diesbezueglich sicher immer. 
Die Meinungsfreiheit wird sich dadurch ausdruecken, dass die groessten 
Tageszeitungen auch Radio- und Fernsehsender betreiben werden. Die Vielfalt 
fuehrt dazu, dass auch noch der letzte Exzentriker bedient werden kann.
Gebetsmuehlenartige Wiederholungen der Parole »Zerschlagt die Mediaprint« 
muessen aehnliche Erfolge aufweisen als die Parole der ¹68 »Enteignet 
Springer«. Korrekturen, Reglementierungen, »Schwarze Schafe verfolgen« 
werden letztendlich die Dynamik der Enteignung der Welt durch die Bilder 
eine andere Richtung geben. Im Grunde nichts dagegen einzuwenden, einem 
rassistischen Massenblatt, den Prozess wegen Volksverhetzung zu machen. Nur 
wird sich die Konkurrenz dessen schon annehmen.
Solange die Ware das einzig herrschende Prinzip ist, die Realitaet der 
Ausbeutung und der Verwertung, wird auch die Vermittlung des 
Warenprinzips die ideologische Konstruktion der Welt beherrschen. Das 
Prinzip der Ware basiert auf die Erzwingung des Warencharakters des 
menschlichen Lebens. Solange es Arbeit gibt, wird der Mensch in der Arbeit 
und durch die Arbeit zur Ware. Die Abschaffung aller Verhaeltnisse, in denen 
der Mensch ein verachtetes und geknechtetes  Wesen ist (Marx), aller 
Bevormundung und Vor-Bestimmung, ist die Voraussetzung dafuer, sich die 
Welt, eine neue Welt zu erobern.
Die Ware laesst sich nicht dadurch bezwingen, indem man ihr einen neuen 
Namen gibt. Jegliche »Neuerfindung« durch spezielle Gimmicks und sonstige 
Spielereien verlaengert den Lebenszyklus der Ware.
Die Warenwelt laesst keinen Ausstieg zu. Weder als Schafbauer im 
Waldviertel, noch in Form autonomer Kulturveranstalter. Die einen muessen 
ihre Wolle verkaufen, die anderen Konzertbesucher herbeilocken. Und in der 
aktuellen Stadtzeitung kann der Erfolg ebenso abgelesen werden, als auch 
Inserate zur Geschaeftsfoerderung aufgegeben werden.
Und letztendlich bleibt das »Unmoegliche«: Dagegen sein. Und das zwar 
wirklich und ganz! Nicht besser machen, nicht meinen, die weniger schlimmen 
unterstuetzen zu muessen.
Ein »Tatbestand« bleibt: Entfremdung, Ausbeutung, Herrschaft. Und es »gibt 
kein Gutes im Schlechten« (frei nach Adorno). Weg muss alles! Dafuer 
braucht es Leute, die dies wollen und letztendlich auch tun.
In einer Realitaet, die produziert ist, ist die gerechte Selbstproduktion des 
Dagegenseins der erste Schritt, sich selbst dem Prinzip der Ware zu 
unterwerfen. Keine Umsicht schuetzt der Rekuperation vor. Es gibt darum 
keine politische Erloesung, sondern nur die selbstproduzierte Wirklichkeit. 
Verhaeltnisse schaffen, in denen die Beduerfnisse, Interessen und Faehigkeiten 
der Menschen das einzige Kriterium der Organisation sind!
Eine Neukonstruktion der Welt bedarf des aktiven Wollens und der aktiven 
Teilhabe der Leute. Das Wollen ist die Voraussetzung fuer die Teilhabe und 
letztendlich fuer das Gelingen. Alles andere ist nur die Wiederholung des 
Gegebenen.
Unser Ziel ist der Sturz dieser Verhaeltnisse! Unser Leben kann mehr sein, als 
das Immergleiche. Weder die neuesten In-Listen, noch die aeltesten 
Funktionaere werden ein Hindernis sein, uns selbst als Subjekt zu setzen. Es 
braucht nur genuegend Leute, die dies so wollen.
Dafuer muss gesorgt werden.
Unversoehnlicher Klassenhass! 	      l


Die Reichen muessen noch reicher werden!
Gedanken ueber die Umverteilung von unten nach oben  im Windschatten der 
Globalisierung.
Von Gerald Grueneklee (BRD)

Dieser Artikel wurde inspiriert durch die Proteste gegen Kuerzungen im 
Bildungsbereich in der BRD Ende 1997. Nach vielen aufsehenerregenden 
Aktionen scheint nun wieder Ruhe eingekehrt zu sein, vorerst jedenfalls. Die 
Frage »Was bleibt?« liegt auf der Hand. Zunaechst einmal ist festzustellen, dass 
sich die Proteste stark auf Fragen der finanziellen Ausstattung, 
Studiengebuehren etc. beschraenkten. Da waren vielfach von SchuelerInnen 
und StudentInnen ueberraschend artige Stimmen zu hoeren, etwa: »Wir 
koennen doch ohnehin nicht viel erreichen, es ist ja kein Geld da«. Es scheint, 
dass die Drohung mit der Globalisierung (fuer Soziales ist kein Geld da, wir 
haben wichtigeres zu tun und brauchen unser (Geld fuer den internationalen 
Wettbewerb usw.) bei vielen auf fruchtbaren Boden gefallen ist und so zu 
einer viel zu grossen Bescheidenheit bei den Forderungen und schliesslich auch 
bei den Aktionen (ihren Formen, der Beteiligung an ihnen usw.) gefuehrt hat. 
Der folgende Beitrag soll diesbezueglich die Augen oeffnen: Es ist durchaus 
Geld da - die Frage ist nur, wer es hat und warum es wofuer ausgegeben wird. 
Insofern ist auch Armut nicht einfach ein schicksalhaft hinzunehmender 
Zustand, sondern - darauf kann nicht nachdruecklich genug hingewiesen 
werden - eine von den Herrschenden im Rahmen von Kontroll-, Spaltungs- 
und Disziplinierungstechniken gewolltes und eskalierte Erscheinung.

Es geht voran - bei Gewinnen  und Arbeitslosenzahlen
Deutsche Konzerne machen die groessten Gewinne aller Zeiten«, wusste 
dankenswert offen selbst die Hannoversche Allgemeine zu berichten (im Maerz 
¹96) - um in sicher ungewolltem Zynismus unter diesem Aufmacher die 
Meldung »Industrie pocht auf Steuersenkungen« zu praesentieren. Beispiele? 
Am besten verdient¹s sich in der Chemie, einer unter oekologischen 
Gesichtspunkten also vielfach eher fragwuerdigen Branche. Hoechst etwa 
verzeichnete 1995 einen Gewinn von 4,1 Milliarden Mark - 85,2% mehr als 
im Vorjahr, Tendenz fuer 1996 ungebrochen. Im gleichen Geschaeftsjahr 
entliess Hoechst 16.000 Menschen. Dass das wirtschaftsliberale Credo, es 
muesse den Konzernen gut gehen, dann seien auch Arbeitsplatze und 
Lebensstandard sicher, bei derartigen Zahlen nicht in sich zusammensackt, ist 
wohl nur der beachtlichen Duldsamkeit vieler Menschen in diesem Land zu 
»verdanken«. Und Hoechst ist kein Einzelfall: BASF steigerte seinen Gewinn 
um 92% und entliess zugleich 1800 Beschaeftigte, Thyssen steigerte den 
Gewinn gar um 700% (sicher sehen nur boeswillige Menschen einen 
Zusammenhang mit den ueber 5000 Entlassungen im selben Jahr), Bayer legte 
20% beim Gewinn zu und wies 3300 Beschaeftigten die Tuer. Die Banken, 
traditionell nicht am Hungertuch, halten mit: +24% (beim Gewinn), ­3200 (bei 
den Beschaeftigtenzahlen) wies die Bilanz der Deutschen Bank aus. Auch 
Commerzbank und Dresdner Bank (derzeit wegen Steuerhinterziehungen 
mehrerer Vorstaende in den Medien) stehen sich nicht schlecht. Der 
Elektrokonzern Siemens, der 12 Milliarden DM in der »Kriegskasse« hat 
(Eigenzitat, dreimal duerfen wir raten, gegen wen der Krieg sich richtet), 
brachte den Gewinn um 26% in die Hoehe und »trennte« sich (ach, so 
schweren Herzens gewiss!) von 7000 Beschaeftigten. Da sich bei diesen tollen 
Zahlen kein ernstzunehmender Widerstand regt, wittern die Chefetagen 
Morgenluft und greifen dreist zu Massnahmen, die den Tatbestand 
raeuberischer Erpressung erfuellen - wenn sie nicht von Schlips- & 
Kragentraegern begangen wuerden. Wie um 1920 schon der Schriftsteller B. 
Traven wusste: »Die kleinen Verbrecher sitzen in Sing-Sing (Knast); die 
grossen  Verbrecher haben ihre Bueros in der Wall  Street« (New Yorks 
Finanzmeile. So rang Ford den ArbeiterInnen einen weitgehenden 
Lohnverzicht ab und sparte damit nochmal den in diesen Kreisen eher an  
»Peanuts« erinnernden Betrag von 200 Millionen DM. Im Gegenzug gab¹s die 
grossherzige Versicherung, »zunaechst« den Standort Deutschland zu erhalten. 
Eine Beschaeftigungsgarantie, bei Mercedes-Benz (insgesamt 87.000 
Entlassungen 1990 bis 1996, allein 3,7 Milliarden DM Gewinn im Jahr 1997) 
in einer aehnlichen Vereinbarung festgeschrieben, unterblieb. Ohnehin gibt¹s 
solche Vereinbarungen auch bei Mercedes nicht ueberall - als im April 1997 
Betriebsraete der Elchtest-Firma ihre brasilianischen KollegInnen besuchten, 
waren sie  einigermassen schockiert ob deren finsterer Arbeitsbedingungen 
(und konnten gleich sehen, wohin die Reise im Zeitalter globalen 
Sozialdumpings auch hier gehen soll, wenn dem kein Widerstand 
entgegengesetzt wird). Steuern muss Mercedes ohnehin nicht zahlen: Aufgrund 
von ausgewiesenen 13 Milliarden DM Verlust aufgrund von Aufkaeufen der 
Firmen AEG und Fokker ist der Konzern freundlicherweise davon befreit. An 
einer kleinen Erpressung versuchte sich auch der hannoversche 
Reifenhersteller Continental, der - mit einem Gewinn von 192,5 Millionen DM 
1996 und sogar 280 Millionen DM 1997 gepolstert - drohte, sein Werk zu 
schliessen, wenn die Stadt auf dem alten Werksgelaende kein Einkaufszentrum 
zulasse. Im uebrigen wolle man, so ein Firmensprecher, »zu neuen Rendite-
Ufern« aufbrechen, dafuer wurde dann als erstes eine zehnprozentige 
Lohnkuerzung angekuendigt. Schliesslich ist die Rendite der Aktienbesitzer der 
zentrale Wert im Kapitalismus, und das zeigt auch, welchen Sinn 
grossangelegte Aktionaerswerbekampagnen (wie zuletzt beim Gang der 
Telekom an die Boerse) machen: Welche diese Denkweise verinnerlichen, weil 
sie per Aktienbesitz Firmen-MiteigentuemerInnen sind, werden den weltweiten 
Umstrukturierungen zum Segen der Rendite wenig Widerstand entgegensetzen 
- oder gar keinen, denn wenn Arbeitsplatz und Aktienbesitz gar identisch sind 
(bei Firmen mit breit gestreutem Aktienbesitz oder »Mitarbeiter-
Vorzugsaktien«, z. B. VW) ist der Zwiespalt kaum ueberwindbar. Die 
AktionaerInnen sind korrumpierbar und wissen, was ihnen lieb ist: beim 
Haushaltsgeraetekonzern Electrolux schnellte der Aktienkurs binnen zwei 
Tagen um 24% nach oben, nachdem die Entlassung von 12.000 
Mitarbeiterinnen angekuendigt wurde. 
So haben wir es mit einem scheinbaren Paradoxon zu tun: Noch nie war so viel 
Geld im Umlauf, und doch sind die Etats angeblich erschoepft, jedenfalls wenn 
es um das geht, was einstmals »Gemeinwesen« genannt wurde - ein weiteres 
Anzeichen fuer eine voranschreitende, nur noch am Profit orientierte 
kapitalistisch verfasste Gesellschaft.

Habense mal ¹ne Mark,  Frau Quandt?
Von wegen »kein Geld da«: Im Zuge  einer auf den Zinskonten der 
Besitzenden gewissermassen minuetlich voranschreitenden Umverteilung ist 
das Geld naemlich nur  etwas ungleich verteilt, eine Tendenz, die sich sowohl 
weltweit wie auch binnengesellschaftlich stetig verschaerft. So haben die 
fuenf(!) reichsten Menschen der BRD ein Privatvermoegen von rund 50 
Milliarden DM und zahlen wir die folgenden 10 Milliardaere hinzu, kommen 
wir auf insgesamt 90 Mrd DM. Wuerde diesen Personen nur die Haelfte ihres 
Vermoegens genommen, liesse sich damit das Arbeitslosengeld (oder die 
EmpfaengerInnenzahl) fast verdoppeln. Die 50 Reichsten der Republik 
schliesslich verfuegen ueber satte 200 Milliarden DMs. Den gescholtenen 
»kollektiven Freizeitpark« (so der Herr Kanzler in einer Schmaehrede an die 
angeblichen »Sozialschmarotzer«) gibt¹s naemlich wirklich, nur in einem 
anderen als dem von ihm gemeinten Sinn: Ueber 200.000 KapitaleignerInnen 
koennen sich dem Muessiggang hingeben, ohne sich durch Sorgen um¹s 
taegliche Brot das Leben zu erschweren - sie leben nur von den Zinsen  eines 
Vermoegens, dass sie durch die Ausbeutung der Ware Arbeitskraft anhaeufen 
konnten (die Folgen, z. B. fuer Berufskrankheiten und Betriebsunfaelle zahlen 
dann wieder ganz elegant »wir«, d. h. die Arbeitenden, da die Besitzenden sich 
schon ihren Wohnsitz steuersparend umgelegt oder das Geld auf 
Auslandskonten transferiert haben werden). Frau Quandt beispielsweise, reich 
geworden u. a. durch BMW, kommt auf eine Zinssumme von 650.000 DM - 
nein, nicht pro Jahr. Pro Tag. Und die exakt 358 reichsten Menschen der Erde 
bringen soviel Vermoegen auf die Waage wie auf der anderen Seite der 
sozialen Schere die aermsten 3 Milliarden - wurde von den Vereinten Nationen 
im Juni 1996 errechnet. »Die oberen 10.000 gibt es nur, weil die unteren 60 
Millionen mit ihrer Rolle einverstanden sind«, textete die deutschsprachige 
Politrock-Band »Floh de Cologne« in den 70er Jahren. Unterstuetzt durch eine 
Politik der reichhaltigen Steuergeschenke an Unternehmen und 
Gutverdienende (wer z. B. ueber 300.000 DM steuerpflichtiges 
Jahreseinkommen verfuegt, wird von 1999 an im Jahr bis zu 30.000 sparen - 
das haben manche als Jahreseinkommen) hat sich die Steuerlastquote in den 
letzten Jahren drastisch gesenkt, was nicht zuletzt durch spuerbare 
Einsparungen im Sozialbereich ermoeglicht wurde. Als »unrentabel« ist das 
Sozialwesen schlicht abgeschrieben. Da ist es wenig nuetzlich, an die Moral der 
Besitzenden zu appellieren. Alle weniger privilegierten Menschen jedoch 
sollten alarmiert sein: mehr als 7 Millionen Menschen in Deutschland leben in 
Armut, darunter rund 1,5 Millionen Kinder. 455.000 Jugendliche unter 25 
Jahren sind arbeitslos, mindestens 50.000 Jugendliche Schaetzungen zufolge 
obdachlos, in Ulm z. B. sind ungefaehr ein Drittel aller Sozialhilfeempfaenger 
unter 15 Jahre alt. Zukunft? Jeder siebente junge Mensch zwischen 15 und 25 
Jahren stirbt nicht infolge von Krankheiten oder Unfaellen, sondern durch 
Selbstmord. Junge Menschen sind wieder einmal die Hauptleidtragenden 
sozialer Erosionen und sie sind weitgehend ohne Lobby. »Mutter ersticht ihre 
Tochter, um ihr Leben in Armut zu ersparen«, »Kind fuer 1.000 Dollar 
verkauft, um Miete zu bezahlen«, das sind zwei Schlagzeilen nur eines Tages  
(31. 1. 1998, im »Goettinger Tageblatt«). Dass angesichts dieser Lage sozial 
verantwortliches Handeln ein Luxus ist, der wenig mit der konkreten 
Lebenssituation zu tun hat und entsprechend weltfremd anmutet, liegt auf der 
Hand. Wir duerfen vermuten, das derartige Zuspitzungen kalkuliert sind: ohne 
den sozialen Bodensatz keine autoritaeren Gesetze im Namen der »Sicherheit«, 
keine industrielle Reservearmee zur Lohndrueckerei und fuer (z. T. 
vermeintlich »gemeinnuetzige«) Zwangs-arbeitsverpflichtungen. Passt also 
alles prima in die konservative Wende der letzten 15 Jahre in der BRD. Das 
zeigt auch ein Blick auf den Bildungsbereich: Die Bildung soll ja nicht einfach 
mit dem Rasenmaeher gekappt werden, sondern vor allem inhaltlich auf die 
Vermittlung von jenen Spezialinteressen verengt werden, die dann von den 
Unternehmen angewandt und ausgeschlachtet werden koennen. Wozu dann 
noch soziale Kompetenzen? Zurueck zu Religiositaet, Fleiss und Ordnung, in 
ungefaehr diesem Sinne aeusserte sich auch Bundespraesident Herzog in seiner 
bildungspolitischen Grundsatzrede.

Wo sind die Milliarden geblieben,  ja wo laufen sie nur hin?
Beliebt ist das Bild einer Schere, um die steigenden Einkommensgegensaetze 
bildhaft darzustellen. Die Sache hat nur einen Haken: Bei einer Schere naehern 
sich mit einem Schnitt die Extreme auch wieder recht fix an. Je weiter aber die 
gegenwaertige Umverteilung anhaelt, um so nachdruecklicher werden auf 
Jahrzehnte hinweg irreperable Fakten geschaffen, die nicht einfach dadurch zu 
aendern sind, dass wir bei der naechsten Wahl woanders unser Kreuz machen. 
Denn abgesehen davon, dass ich im parteipolitischen Spektrum keine 
Gruppierung sehe, die den »Neoliberalismus« (im Grunde ein Euphemismus 
fuer den unkontrollierten Super-Turbokapitalismus) wirklich entschieden und 
grundsaetzlich ablehnte, sind die oekonomischen und oekologischen 
Ressourcen dann irgendwann wirklich vergeigt. Wenn z. B. in Bremen die 
Zahl der Sozialhilfe-EmpfaengerInnen allein zwischen 1989 und 1992 um fast 
20% zugenommen hat (Armut ist uebrigens immer noch vorrangig weiblich), 
waehrend andererseits ueber 400 Menschen in der BRD ein Vermoegen von 
mindestens jeweils 200 Millionen DM ihr eigen nennen koennen, ist klar, dass 
diese Superreichen nicht so bloed sein werden wie wir und sich eines Tages 
umstandslos ihr Geld wieder aus der Tasche ziehen lassen werden. Zumal Geld 
eben auch Macht bedeutet - je mehr wir ihnen schenken, desto besser koennen 
SIE UNS in die Tasche stecken. Waehrend auf der anderen Seite der »Schere« 
(mir faellt jetzt gerade auch kein besseres Bild ein) die Armut sich zu bislang 
in der BRD  unbekannten Verelendungs-Dimensionen auswaechst, zu 
Benachteiligungen und Ghettoisierungen, deren Folgen unueberschaubar sind, 
sich aber nicht so schnell wieder »abschaffen« oder aufheben lassen werden, 
wie heute die Steuergeschenke verteilt werden. Als eine Folge sinkender 
Bildungsetats und der Folgeentwicklungen wie zunehmender Klassengroessen 
ist der Anteil der Studierenden aus Familien mit niedrigem Einkommen 
zwischen 1982 und 1994 von 23% auf 14% gesunken. Wo nicht gespart wird - 
fuer fragwuerdige Milliardenprojekte wie den Transrapid, den Eurofighter 
(mind. 32 Milliarden DM) oder den repraesentativen Umzug nach Berlin 
(mindestens 50 Milliarden DM) ist dagegen offensichtlich noch immer Geld 
genug da.
Der Neoliberalismus - und die Perspektiven jenseits davon
Dass sich gegen diese unverschaemte und unverantwortliche Politik kein 
Widerstand regt, haengt auch damit zusammen, dass nach dem Fall des 
autoritaeren Sozialismus schnell das »Ende der Geschichte« verkuendet und im 
Windschatten dieses angeblichen »Endes« ebenso rasch und nachdruecklich, 
einer Kirche gleich, das Dogma der »Globalisierung« verkuendet wurde. Die 
Ideologie der Globalisierung konnte so erfolgreich verankert werden, dass sie 
heute, nach wenigen Jahren, kaum von jemanden ernsthaft in Frage gestellt 
wird. Die neoliberale Hegemonie der Gedanken erscheint wasserdicht, 
Kritikfaehigkeit und Klarsicht wurden vernebelt. Dabei ist sehr zweifelhaft, ob 
es diese als geradezu zwanghaft und vermeintlich unabaenderlich verkuendete 
Globalisierung wirklich gibt. Im Grunde ist sie wohl vor allem eine Vision 
multinationaler Konzerne, um ihre Gewinnmargen zu erhoehen. Dabei soll 
nicht unterschlagen werden, dass es z. B. aufgrund der Verbesserung der 
Kommunikationstechnologien durchaus Chancen einer »Globalisierung von 
unten«, d. h.  einer verstaerkten, vernetzten Zusammenarbeit von 
Basisinitiativen gaebe, fuer eine weitreichende Kooperation im 
Umweltbereich, fuer den Aus-(statt Ab-)bau sozialer Standards usw. Nur 
werden diese Potentiale durch die massiv vorangetriebe Richtung der 
gegenwaertigen Entwicklung vielfach wieder plattgewalzt. Denn die 
Vorhandenheit einer Globalisierung wuerde fuer sich ja keineswegs die derzeit 
dominierenden Ablaufe erklaeren. Da, wo die Herrschenden es wollen, klappt 
die Globalisierung schon jetzt recht gut (z. B. Polizei- und 
Militaerkooperationen), es ist also keinesfalls logisch, Forderungen nach 
vernuenftigen internationalen Sozial- und Umweltstandards mit dem Verweis 
»das es doch eh unterlaufen wird« zu kippen. Vielmehr laeuft die 
Globalisierung nur dann auf eine »Deregulierung« des Marktes hinaus, wenn 
gesetzliche Regelungen von vornherein als Hemmnis fuer den »freien Handel« 
interpretiert werden; und Globalisierung ist nur dann ein weltweites 
Sozialdumping, wenn die innen- wie aussenpolitische Aufteilung der Welt in 
Schutzzonen, ja neue »Festungsstaedte« fuer Reiche, Absatzmaerkte, 
Billiglohnreservoire und Muellkippen (dass es untadelig sei, Giftmuell dort zu 
entsorgen, wo es am billigsten sei, aeusserte vor ein paar Jahren der Weltbank-
Vize) auch gewuenscht und als nuetzlich im Herrschaftsinteresse der nationalen 
Cliquen erkannt wird. Wir muessen erkennen, dass die zunehmenden 
nationalen wie internationalen soziooekonomischen Ungleichheiten bestimmten 
Interessen folgen - nicht zuletzt war soziale Spaltung und Individualisierung 
schon immer eine wesentliche Strategie von Herrschaftssystemen. 
Offensichtlich sehen die Herrschenden in dem Phaenomen Globalisierung den 
Hebel, gewollte Entwicklungen forciert durchzusetzen. Dass in Folge dieser 
Entwicklungen immer mehr Staaten an die Peripherie gedraengt und finanziell 
von IWF- und Weltbank-Geldern abhaengig werden (die wiederum an jene 
Vergabekriterien gekoppelt sind, die den Neoliberalismus kennzeichnen, z. B. 
Kuerzungen im Sozialetat) erleichtert die Chanchen international angelegter, 
opponierender Basisbewegungen nicht gerade. International aber muessen 
solche Bewegungen schon sein, um dem global agierenden Kapital wirksam 
entgegenzutreten. Ansatzweise wurde diese Erkenntnis auch verschiedentlich 
schon umgesetzt, etwa im Euromarsch gegen Arbeitslosigkeit und Sozialabbau, 
in internationalen Aktionen der Internationalen Transportarbeiterfoederation, 
in Kampagnen gegen die Sportartikelfirma Nike oder den suedkoreanischen 
Autohersteller  Daewoo oder bei einem Streik von Renault-ArbeiterInnen 
verschiedener Laender aufgrund der beabsichtigten Schliessung  eines Werkes 
in Belgien. Klar, das ist bislang zu wenig, aber ein Anfang in die richtige 
Richtung ist getan. Auch wenn darauf zu warten natuerlich grob fahrlaessig 
waere - es braucht keine Katastrophentheorie, um das Ende der neoliberalen 
Krake vorherzusehen: zum  einen kann ein System, das nur noch den Wert des 
Geldes als einzigen Wert anerkennt, die Wuensche, Sehnsuechte und sozialen 
Beduerfnisse der Menschheit immer weniger erfuellen; in materieller Hinsicht 
profitieren immer weniger Menschen von den Stunde fuer Stunde, Tag fuer 
Tag angehaeuften Reichtuemern; Lateinamerika ist ein Beispiel dafuer, dass 
die Versprechungen des Neoliberalismus an den glitzernden Fassaden der 
Konsumtempel zerschellen: Wer immer von den praesentierten Verheissungen 
ausgeschlossen ist, wird sich andere Wege der Beduerfnisbefriedigung suchen. 
Dass diese Ueberlebensstrategien nicht unbedingt der oeffentlichen Sicherheit 
dienen, Massenarbeit und sozialer Friede also nicht vereinbar sind, liegt auf 
der Hand: Auch zeigen sich immer deutlicher die Risse im System. Wie »frei« 
ist ein angeblich freier Markt, bei dem die 200 groessten Unternehmen der 
Erde schon jetzt 31,2% der weltweit getaetigten Unternehmensumsaetze 
einfahren? Die Tendenz ist steigend, das System frisst sich selbst, allerdings, so 
ist zu befuerchten, nicht ohne zuvor noch verheerende oekologische und 
soziale Schaeden angerichtet zu haben; schliesslich geht der Gesellschaft 
aufgrund der zunehmenden Automation (auch im Dienstleistungsbereich, der 
immer noch weithin als Arbeitsplatzchance gilt!) die Arbeit aus und damit der 
zentrale Pfeiler  eines Systems, in dem sich bislang der Wert des Menschen an 
seiner Arbeitskraft bemessen hat. Es gibt also sehr wohl Ansatzpunkte fuer 
Bewegungen, denen an einer anderen, gerechteren, menschlicheren 
Gesellschaft gelegen ist. Es kommt nur darauf an, sie zu erkennen; und darauf, 
die Zusammenhaenge und Verbindungen zu sehen, z. B. zwischen 
Einsparungen im Bildungsbereich und der Globalisierung. Dazu muessen 
zunaechst einmal einige umhergeisternde Mythen freigelegt werden, so wie ich 
das hier mit der Frage des »vorhandenen Geldes« versucht habe. Dank auch an 
alle, die sich mit mir durch die vielen Zahlen bis zum Ende durchgekaempft 
haben. 

Schizophren oder  einfach zynisch brutal
Von Hans Anthofer
Vor einigen Jahren konnte Joerg Haider zurecht sagen: Unser Minister in der 
Regierung. Gemeint war der Minister Loeschnak, der genau das machte, was 
der Baerentaler verlangte, Auslaender einsperren und abschieben. Den 
Loeschnak gibt es als Minister nicht mehr, aber sein Nachfolger, der Minister 
Schloegl, nimmt immer mehr die Konturen seines Vorgaengers an und so wird 
der Baerentaler bald wieder sagen koennen: Unser Minister im Kabinett 
Klima.
Ein Hoelzl ist Herrn Schloegl kuerzlich von der FPlerin Partik-Pable (ein 
doppeltes Lottchen, mal samtpfotig, mal bissig bis brutal) zugeworfen worden 
und der hat offensichtlich auf dieses gewartet: Die im Hungerstreik 
befindlichen Schubhaeftlinge, die mit ihrem Hungerstreik in die Freiheit 
kommen wollen, sollen zwangsernaehrt werden. So hat dies die Partik-Pable 
gefordert und ergaenzend gesagt, es sind eh alle nur Kriminelle. Der Herr 
Innenminister vermeidet zur besseren Optik das Wort Zwangsernaehrung, er 
spricht von kuenstlicher Ernaehrung.
Gewiss nicht alle Fluechtlinge, die zu uns kommen sind politische Fluechtlinge, 
viele, vor allem aus der dritten Welt, sind auf der Suche nach einem Stueck 
Brot, weil es zu Haus die grosse Not und Armut gibt. Dass es in der dritten 
Welt die grosse Armut gibt, ist im hohem Masse den reichen Laendern - dazu 
gehoert auch Oesterreich - zuzuschreiben, denn die druecken die 
Rohstoffpreise, sie importieren Billigbananen, Billigprodukte aller Art. Wenn 
nun die Armut der Laender der dritten Welt, an unser Tuer klopft, wird die 
Sperrkette eingehaengt. Und fuer die vor unseren Tueren herumirrenden 
armen Teufel gibt es die Festnahme mit Schubhaft. Versuchen nun die armen 
Teufel mit Hungerstreik ihrem Schicksal zu entrinnen, soll nun die 
Brachialgewalt eingesetzt werden, Zwangsernaehrung und Abschub. Es geht zu 
wie in Karl Kraus, »Letzte Tage der Menschheit«: Als ein Minderjaehriger als 
Widerstandskaempfer gehaengt werden sollte und ein Beisitzer des 
Militaergerichtes meinte, das ginge nach der Rechtslage nicht, der Taeter sei ja 
minderjaehrig, da sagte der Auditor, Rumsti, des werden wir gleich haben, ein 
anderes Geburtsdatum eintragen und schon kann gehaengt werden. So etwa 
schaut die Sache mit der Zwangsernaehrung aus, Rumsti, das werden wir 
gleich haben und abgeschoben.
Es hat sich also seit den Militaergerichten des 1. Weltkrieges (die 
Mordmaschine des zweiten Weltkrieges, die Nazijustiz, kann nicht als 
Vergleich herangezogen werden) bis in unsere Tage nicht viel geaendert. 
Humanitaet, Naechstenliebe, soziale Gesinnung scheinen in der Praxis von 
diesen  Postulaten so weit entfernt zu sein, wie die Sonne von der Erde. Die 
Worte von Herrn Schloegl hoerten sich wunderbar an, wie das aus seiner 
Rede, die er voriges Jahr bei der Befreiungsfeier auf dem Appellplatz des 
ehemaligen KZ-Lagers hielt, zu hoeren war. Da toente es von humanistischer 
Gesinnung und menschlichen Idealen aller Art. Gewalt und Zwang gegenueber 
Menschen, deren Verbrechen darin besteht, arm zu sein, zeigen ein anderes 
Gesicht des sozialistischen Innenministers. 
Und wie gesagt, Joerg Haider wird so gewiss bald von seinem Minister in der 
Regierung reden koennen. Mit dem Bundeskanzler Klima gibt es halt eine 
politische Klimaveraenderung im sozialen Bereich in Richtung Kaelte. 

Projekt Peacemaker 
Ein Text der Gruppe BtG OSZE.
Nach der militaerischen Zerschlagung des Hitlerfaschismus und seiner 
Verbuendeten wurde anhand der militaerischen Kraefteverhaeltnisse Europa in 
ideologische und oekonomische Einflusssphaeren zwischen den USA und der 
UdSSR aufgeteilt und militaerisch besetzt. Insofern ist die Grenz- und 
Blockbildung in Europa nach 1945 das Ergebnis des Kraefteverhaeltnisses 
zwischen real existierendem Sozialismus und dem Kapital, wie sie auf der 
Aufteilungskonferenz in Jalta 1944 abgehandelt wurde.
Im Jahre 1975 unterzeichneten 35 Staaten aus Europa inkl. USA und Kanada 
die sogenannte Schlussakte der Konferenz fuer Sicherheit und Zusammenarbeit 
in Europa (KSZE). - Sie sollte eine Transformation der militaerischen 
Auseinandersetzung (kalter Krieg) zwischen den beiden Systemen in eine 
institutionalisierte  Form (Konferenz) ermoeglichen. Unter den Bedingungen 
des »Ost-Westkonfliktes« beriefen sich »oppositionelle« Gruppen in den 
realsozialistisch regierten Staaten insbesondere auf die Bestimmungen der 
Schlussakte, in denen wie es hiess die »Zusammenarbeit in humanitaeren ... 
Bereichen« geregelt war.
Das, was die Staaten als »menschliche« Erleichterung untereinander vereinbart 
hatten (Reisemoeglichkeiten, ...) wurde, von vom Westen unterstuetzten 
Gruppen in den Staaten des Warschauer Paktes, auch auf diese KSZE-
Folgekonferenzen getragen. So konnten die KSZE-TeilnehmerInnen auf ihrer 
zweiten Gipfelkonferenz befriedigt feststellen: »Die KSZE hat bei diesen 
’positivenŒ Veraenderung eine Schluesselrolle gespielt.« Mit dieser »positiven 
Veraenderung« ist  die Marktoeffnung in der UdSSR und den restlichen 
Osteuropaeischen Staaten im Jahre 1992 (als Ergebnis der seit 1945 
andauernden ideologischen, oekonomischen und auch militaerischen 
Auseinandersetzung zwischen der USA, ihren westeuropaeischen Handlangern 
und auf der anderen Seite den Laender des Warschauer Paktsystems) gemeint. 
Die KSZE hat in dieser Auseinandersetzung das Feld der wirtschaftlichen 
Versprechungen und Vertraege, das die NATO als rein militaerische 
Organisation, die dazu keinen politischen Auftrag besitzt, beackert. 
Dies allein waere aber noch kein Grund gewesen, sie unter »voellig 
veraenderten« politischen Verhaeltnissen beizubehalten und sie zudem auf die 
Nachfolgestaaten der zerschlagenen Union der Sozialistischen 
Sowjetrepubliken und der Sozialistischen Foederativen Republik Jugoslawien 
auf 53 Mitglieder auszudehnen. Diese haben schon vorher auf ihrer 
Gipfelkonferenz  in Helsinki festgestellt, dass die KSZE vor einer schwierigen 
»Herausforderung des Wandels« stehe und diese durch neue Instrumente, 
Regeln und Verfahren annehmen werde. Es ist nur ein Schritt auf diesem Weg, 
dass sich die Teilnehmerstaaten der KSZE auf ihrer Gipfelkonferenz in 
Budapest im Dezember 1994 zu einer politischen Organisation fuer Sicherheit 
und Zusammenarbeit in Europa (OSZE = OSCE in Englisch) umbenannten. 
Vieles was vor der Marktoeffnung der  UdSSR »blockiert« war, wurde nach 
1989 moeglich. Erstmals konnten sich alle Teilnehmerstaaten in mehreren 
Dokumenten darauf einigen, nach welchen Grundsaetzen in den Staaten regiert 
werden sollte (Kopenhagener Dokument ueber die Menschliche Dimension der 
KSZE vom Juni 1990; Charta von Paris fuer ein neues Europa 1990). Die 
KSZE-Teilnehmerstaaten legten sehr detailliert fest, was zu einer »lebendigen 
Demokratie« gehoert und welche Institutionen und Verfahren in einem 
Rechtsstaat unverzichtbar sind. Hintergrund dieser Bestimmungen ist die 
Einsicht, das es fuer den Frieden und die Stabilitaet in der Metropole nicht nur 
wichtig ist, wie die Konflikte zwischen den nationalen Bourgeoisien 
kontrolliert  und begrenzt werden koennen, sondern, dass auch die 
kapitalistische Ausbeutungsmaschinerie innerhalb der Mitgliedstaaten ohne 
groessere Opposition wiederlaufen kann. Erwartet wird ein Bekenntnis zur 
freien Marktwirtschaft und tatsaechlich: »Die KSZE Staaten bekennen sich zu 
Marktwirtschaft und Privateigentum«, zum »... freien Kapital und 
Gewinntransfer...«, und zu »... Freiheit fuer Auslandsunternehmen ...« (Der 
Standard 4. 10. 1990).
Die buergerlichen KritikerInnen dieser Organisation verweisen insbesondere 
auf den Krieg in der ehemaligen Sozialistischen Foederativen Republik 
Jugoslawien. Dabei werden der OSZE vor allem zwei »Schwachstellen« 
angelastet. 
Sie beruhe nicht auf einem voelkerrechtlichen Vertrag wie z. B. die UNO.
Auch die NATO hat keinen voelkerrechtlichen Vertrag, mit dem die Einsaetze 
ausserhalb der NATO-Staaten geregelt werden. Das ist aber keine 
Behinderung, sondern eine Voraussetzung fuer die effektiven »Out of Area«-
Einsaetze dieses Vereins. Dieser Zustand verschafft ihnen erst diesen 
Handlungsspielraum, den sie brauchen um ihre aggressive Aussenpolitik zu 
fuehren. Anzumerken waere zu diesem Punkt nur die alte Weisheit, dass die 
Macht nach wie vor aus den Gewehrlaeufen kommt und die dabei 
angeschlossenen Vertraege und juristischen Vereinbarungen, doch nur zur 
Verschleierung der tatsaechlichen Machtverhaeltnisse dienen.
Die OSZE verfuege ueber keine eigenen Machtmittel, um einen 
Teilnehmerstaat, der gegen vereinbarte Verhaltensregeln verstoesst, notfalls 
auch mit Gewalt zur Rechenschaft zu ziehen.
Dieser Punkt ist voellig unrichtig, wie das Beispiel Jugoslawien zeigt, wo selbst 
die buergerliche Presse meint: »Angesichts der dort anwesenden geballten 
friedenserhaltenden und friedenserzwingenden Kraft von 60.000 Mann 
koennte dies ein einmalig guenstiges Testfeld werden, auf dem die OSZE den 
Wert ihres Kodex und den Nutzen ihres Fruehwarn- und 
Konfliktverhuetungsverfahrens unter Beweis stellen koennte.«
»Der Umstand, dass die NATO gleichzeitig Friedenserhaltungs- und 
Friedenserzwingungsoperationen durchfuehrt, eroeffnet unter guenstigen 
Bedingungen eine groessere Erfolgschance, als es sonst der Fall waere.« 
(Aussenpolitik III/96)
Bemerkenswert ist schliesslich noch die innerhalb der NATO entwickelte 
Vorstellung einer Kooperation zwischen NATO und OSZE. Waehrend die 54 
gleichzeitig der OSZE und der UNO angehoerigen Staaten an der UNO 
vorbeikooperieren wollen, wollen hier die 16 gleichzeitig der NATO und der 
OSZE angehoerenden Staaten in die OSZE hineinkooperieren. Gemaess dem 
NATO-Ministerrat, bereits im Juni 1992 in Oslo gefassten Beschluss, sind sie 
bereit »... von Fall zu Fall friedenssichernde Aktionen, unter der 
Verantwortlichkeit der OSZE, zu unterstuetzen«.
Das heisst, dass sich die NATO zu einer Art Sicherheitsrat innerhalb der 
OSZE entwickelt. Denn die NATO Staaten werden ihr Engagement innerhalb 
der OSZE natuerlich immer nur innerhalb der NATO und dort nach ihrer 
einzelnen und gemeinsamen Beurteilung und Interessenlage entscheiden. 
In diesem Zusammenhang sind auch die von des OSZE betriebenen 
»demokratischen« Wahlen in Bosnien/Herzegowina zu sehen. Die Bosnienwahl 
der OSZE ist die scheindemokratische Legitimierung der militaerischen 
Zerschlagung, Neuaufteilung und ethnischen Saeuberung in Jugoslawien, die 
durch von der EU und USA unterstuetzten Moerderbanden ausgefuehrt 
wurden.
Die OSZE ist eine Organisation von Staaten der Metropole mit dem Ziel, 
»konventionelle« Kriege zu fuehren, zu kontrollieren und zu begrenzen und 
die bestehenden Herrschaftsverhaeltnisse und Ausbeutungsverhaeltnisse 
aufrechtzuerhalten. Das ist aber auch keine »neue« Dimension, sondern war 
schon Konzept der NATO Anfang der 80er Jahre. 
Darum ist die OSZE nur fuer das Kapital eine Ergaenzung und Alternative zu 
NATO und UNO und diese Alternative wird auch ausgetestet, wie wir alle an 
Tschetschenien, Albanien, Jugoslawien und vielen anderen Laendern sehen 
koennen. Warum diese scheindemokratischen Wahlen fuer Bosnien/ 
Herzegowina allerdings gerade in Wien abgehalten werden, kann eigentlich 
einerseits nur damit erklaert werden, dass dieses Kaff schon immer die 
Garantie fuer ein ruhiges Hinterland war, was unter anderem auch auf die 
Uneinigkeit in Fragen der Organisierung des Widerstands zurueckzufuehren 
ist und die nur durch die Bekaempfung eines prinzipienlosen Opportunismus, 
der sich innerhalb der fortschrittlichen Kraefte breitgemacht hat, aufgeloest 
werden kann. Andererseits kommt auch noch die fuehrende Rolle Oesterreichs 
bei der Zerschlagung der Sozialistischen Foederativen Republik  Jugoslawien 
ins Spiel, die Anerkennung der verschiedenen nationalistischen Spaltungen, um 
sich im Kapitalismus am Anfang des 21 Jahrhunderts auch noch einen Platz bei 
der imperialistischen Neuaufteilung Europas zu sichern. Dazu waere noch 
anzumerken, dass die Eigenarten des Oesterreichischen Imperialismus, 
naemlich die ueberproportionale Beteiligung von Banken hier voll zum tragen 
kommt. So steigerte sich der Export nach Suedosteuropa 1994 um  23,9% 
gegenueber 1993 und vor allem die Lieferungen nach Kroatien stiegen im 
Jahre 1994 um 47.7% gegenueber 1993 (WIFO Monatsberichte 4/95). Der 
Schwerpunkt der Expansion des oesterreichischen Kapitals liegt auf 
Suedosteuropa. Der oesterreichische Imperialismus ist dabei, sich - auch in 
einer Art EU-internen Arbeitsteilung - in einigen kleineren Staaten, die zum 
traditionellen Einflussbereich gehoeren, eine dominante Position zu sichern. 
Dabei handelt es sich vor allem um Slowenien und Kroatien. Deshalb ist es 
immens wichtig, die Frage der OSZE, der Wahlen in der militaerisch 
zerschlagenen Sozialistischen Foederativen Republik Jugoslawien und die Rolle 
Oesterreichs in dieser imperialistischen Neuaufteilung oeffentlich zu machen. 
Denn nur der antikapitalistische Klassenkampf hier, so wie  ueberall in der 
Metropole, kann die Greueltaten und die hunderttausenden Toten in Europa, 
die das imperialistische Erwachen mit sich bringt, beenden. Krisen, Kriegen, 
Katastrophen aller Art, stellt uns wohl die Entwicklung der naechsten 
Jahrzehnte in Aussicht, wenn es nicht gelingt den Imperialisten hier und 
ueberall die Waffen aus den Haenden zu schlagen und die ganze Scheisse, die 
da Kapitalismus heisst, endlich auf den Misthaufen der Geschichte zu 
entsorgen, wo sie schon laengst hingehoert. Venceremos!
Fuer eine Organisierung von Unten!
Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!
Nein zu NATO, WEU und OSZE! 

NATO vors Haager Kriegsgericht!
Ein Text der Gegeninformationsinitiative
Wie in der von sieben Organisationen bestrittenen Dokumentation des Anti-
NATO-Kongresses, sowie in der vom Revolutionsbraeuhof herausgegebenen 
Broschuere »Nieder mit der NATO«, aber auch in AKIN und im Grazer 
Friedolin dokumentiert, hat die NATO von der norditalienischen US-Basis 
Aviano aus im Jahr 1995 einen regelrechten Nuklearkrieg gegen die 
Bevoelkerung Bosniens gefuehrt. Vor dieser Tatsache verschliesst sich die 
oesterreichische Oeffentlichkeit und will das Ungeheuerliche der Fakten nicht 
wahrhaben. Es sind bei diesen Luftangriffen 152 Zivilpersonen ums Leben 
gekommen und weitere 273 verletzt worden. Es wurden auch zivile Objekte 
beschossen. Die Geschosse bestanden aus abgereichertem Uran, einem 
nuklearen Abfallprodukt, und koennen dicke Stahlplatten durchschlagen.
Ein einseitiges oesterreichisches Regierungsmanoever lenkt die 
Aufmerksamkeit auf einen neuen Feind, die Slowakei und deren 
Nuklearindustrie, aber eine Konstante der oesterreichischen Innen- 
Aussenpolitik ist es, sich einerseits als Richter der unmuendigen Regierungen 
im Osten aufzuspielen, gleichzeitig aber die antinuklearen Bewegungen, sowie 
die grossen militaerischen und nuklearen »Skandale« der grossen NATO-
Staaten, insbesondere auch Italiens, voellig ausser acht zu lassen. Das geht von 
der Nicht-Rezeption, also Zensur der grossen antinuklearen Volksabstimmung 
in Italien im Jahre 1987, mit der die Schliessung saemtlicher Atomkraftwerke 
und die Kappung der wirtschaftlichen Verbindungen zur franzoesischen 
Nuklearwirtschaft (im besonderen der EdF) erzwungen wurde, bis zur 
Verschweigung des NATO-Widerstands in Italien heute. Die Presse agiert ganz 
im Sinn dieser Innen-Aussenpolitik. 
Der Vorwurf des einseitigen Engagements betrifft auch die NGOs: von Global 
2000 haette man sich gerne vorgestellt, dass es ebensoviel Augenmerk auf die 
groesste NATO- Basis Europas, Aviano, und deren nukleare Mission, oder auf 
das durch nuklear angetriebene US-Unterseeboote verseuchte Meer bei 
Sardinien legen moege, wie auf das durchsichtige Staatsmanoever Mochovce.
Aber Oesterreich scheint nur im Norden und Nordosten Nachbarlaender zu 
haben!
Mit Muehe sickerten in dieser oesterreichischen Oeffentlichkeit Nachrichten 
ueber die nukleare Kontaminierung riesiger Gebiete des Irak durch; ueber die 
vor vier Jahren erfolgte Verseuchung grosser Teile Bosniens (die Halbwertzeit 
des Isotop 238 betraegt 4,5 Milliarden Jahre - das Gebiet ist also fuer immer 
ruiniert) gibt es nur blankes Staatsschweigen.
Aber auch Schweigen der Linken oder wie man dieses Missgebilde bezeichnen 
moechte. Angesichts der Tatsache, dass, durch spektakulaere Medienmanoever 
in den Hintergrund gedraengt, das NATO-Truppenstatut ohne Konsultierung 
der Oeffentlichkeit, ja ohne Eroerterung in der Oeffentlichkeit, 
durchgepeitscht wurde, angesichts der Tatsache, dass derzeit ein Spitzentreffen 
der kuenftigen militaerischen Weltdiktatur zeitgleich mit dem Besuch des 
Fuehrers der katholischen Weltdiktatur stattfindet, angesichts der Tatsache, 
dass demnaechst wahrscheinlich ein NATO-Manoever im »neutralen« 
Oesterreich stattfinden wird, und last but not least angesichts der Aussicht, dass 
Allensteig alle Voraussetzungen erfuellt, langfristig zu einem zweiten, 
oesterreichischen, Aviano zu werden, erhaelt das Schweigen nicht nur der 
buergerlichen Oeffentlichkeit, sondern der Linken die Funktion eines 
Brechmittels.
Was solche Stuetzpunkte verursachen, kommt immer mehr ans Tageslicht. In 
der Republika Srpska, so berichtet die Tanjug am 27. Mai dieses Jahres, 
werden immer mehr Faelle von Menschen bekannt, die an den Folgen der 
nuklearen Angriffe erst jetzt zu leiden beginnen, ja die daran sterben, 
massenweise sind Tiere verendet, es sind zahlreiche Missgeburten zur Welt 
gekommen und in der Pflanzenwelt sind drastische Veraenderungen zu 
beobachten.
In Jugoslawien hat kuerzlich eine Reihe von Sachverstaendigen darauf 
hingewiesen, dass die Bombardierung ziviler Objekte und die Verwendung von 
abgereichertem Uran waehrend der NATO-Luftangriffe gegen die Republika 
Srpska im Widerspruch zu zahlreichen internationalen gesetzlichen Regelungen 
stehe. Die Statuten des Haager Kriegstribunals legen fest, dass alle Personen, 
die seit 1991 auf dem Gebiet des frueheren Jugoslawien Kriegsverbrechen 
begangen haben, zur Verantwortung zu ziehen seien. Nach Meinung der 
Experten seien davon Buerger anderer Staaten nicht ausgenommen; fuer 
Mitglieder der NATO, der IFOR, der SFOR, sowie sonstiger internationaler 
Kraefte oder Organisationen koenne keine Ausnahme gelten.
Die Experten woertlich: »Wir meinen, dass die Verletzungen dieser 
internationalen Vereinbarungen, die auch von den NATO-Mitgliedsstaaten 
unterzeichnet wurden, deren Luftstreitkraefte die Republika Srpska ohne einen 
Beschluss des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen bombardiert haben, fuer 
den Belgrader Verband der Serben aus Bosnien und Herzegowina einwandfrei 
eine rechtliche Grundlage dafuer bieten, um gegen die Verantwortlichen der 
16 NATO-Staaten beim Haager Kriegsverbrechertribunal Klage erheben zu 
koennen.
Eine der wichtigsten internationalen Vereinbarungen, die Erklaerung von 
Petersburg zum Verbot des Einsatzes von bestimmten Flugkoerpern sei von 
den meisten der damaligen Unterzeichner und jetzigen an der Operation 
Resolute Response teilnehmenden NATO-Mitgliedern verletzt worden. Beim 
Einsatz einer derartigen Munition gegen gepanzerte Fahrzeuge und Bunker 
koenne die allgemeine radioaktive Auswirkung nicht  ignoriert werden. Sie 
wurde bei Messungen an Geschosstruemmern, die nach dem Bombenangriff 
aufgefunden wurden, festgestellt. Radioaktivitaet mache keinen Unterschied 
zwischen Zivilbevoelkerung und Soldaten, zwischen Freunden und Feinden, 
und allein darin sei bereits eine Verletzung des Voelkerrechts zu sehen.
Im besonderen sei aber noch eine weitere Vereinbarung verletzt worden. Es 
handelt sich um die Haager Richtlinien von 1992. Artikel 24 dieser Richtlinien 
besagt unmissverstaendlich: »Bombardierungen aus der Luft sind nur dann 
legal, wenn sie gegen militaerische Anlagen gerichtet sind, deren partielle oder 
vollstaendige Zerstoerung der kriegsfuehrenden Seite einen militaerischen 
Vorteil verschafft.«
Bei den NATO-Bombardements in der Republika Srpska wurden jedoch auch 
Haeuser, Strassen, Apotheken, Schweinefarmen, Bruecken und Daemme 
beschossen. Solche Faelle werden in den genannten Richtlinien genau 
beschrieben: »Sind militaerische Anlagen so gelegen, dass die Bombardierung 
nicht erfolgen koennte, ohne dass die Zivilbevoelkerung in Mitleidenschaft 
gezogen wird, dann haben die Luftstreitkraefte von einer Bombardierung 
Abstand zu nehmen.« Als Beispiel wird die Bombardierung der Technischen 
Wartungszentrale in Hadzici durch A-10-Bomber der US-Streitkraefte 
genannt. Diese Wartungszentrale ist von zivilen Anlagen umgeben.
Die zentrale Frage, die der Verwendung von Geschossen aus abgereichertem 
Uran, wird von Peter Clark, dem Sprecher der IFOR auf eine masslos 
zynische Weise heruntergespielt. Es handle sich hier gar nicht um »nukleare 
Munition«, sondern um Munition, die wie alle anderen Munitionstypen eben 
»ein Minimum gesundheitlicher Gefaehrdung« mit sich bringe.
Auch die Vereinten Nationen halten sich bis jetzt bedeckt. Der Sprecher des 
Verbindungsbueros der Vereinten Nationen in Belgrad, Jay Carter, sagte am 3. 
Juni, es gebe bis jetzt seitens der Vereinten Nationen keine Stellungnahme 
dazu, ob das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag eine Untersuchung ueber 
die Verwendung radioaktiver Munition in der Republika Srpska einleiten solle. 
Auf einer Pressekonferenz sagte Carter, ein entsprechender Antrag muesse auf 
offiziellem Wege an die Vereinten Nationen gestellt werden.
Prost Mahlzeit Weltregierung!
Nieder mit der NATO! 

Sardinien: Gladio,  Nuklear- und Polizeiterror
Ein Text der Gegeninformationsinitiative
In Sardinien befand sich oder befindet sich die wichtigste, vom Land aus 
unzugaengliche Gladiozentrale, in der Staatsterroristen unter anderem fuer 
Sprengstoffanschlaege trainiert wurden. Ihre Mission war oder ist es, entweder 
direkte Angriffe gegen die ausserparlamentarische Linke zu starten, oder 
durch ziellosen Terror in der Oeffentlichkeit ein Klima der allgemeinen 
Destabilisierung zu schaffen - die sogenannte Strategie der 
Gesamtgesellschaftlichen Eskalation, strategia della tensione, auch undeutlicher 
mit »Strategie der Spannung« uebersetzt. Die Gladio ist in allen 
westeuropaeischen Laendern aktiv (gewesen), in Norwegen arbeitete das 
Pendant der italienischen Gladio (dort bloss Stay-Behind genannt, was an sich 
die Bezeichnung von kuenftigen klandestinen Widerstandsstrukturen im 
potentiell durch die Sowjetunion besetzten Territorium bedeutet) eng mit der 
dortigen Sozialdemokratie (Arbeiderparti) zwecks Bekaempfung der linken 
landesinternen Opposition zusammen, in Belgien wurden in Supermaerkten in 
Zusammenarbeit zwischen Glaive (franzoesische Entsprechung von Gladio), 
belgischer Gendarmerie und Faschisten in den 80-er Jahren zahlreiche 
unbeteiligte Menschen ermordet: denen die noch lebten oder verwundet waren, 
verweigerte die erst langsam herankommende Polizei in zahlreichen Faellen 
die Hilfe. Diese Terrorserie, tueries de Brabant genannt, hatte, in der 
Interpretation linker analysts, das Ziel, das zentrale NATO-Land Belgien 
mittels  einer politischen »Botschaft« fuer eine neue NATO-Remilitarisierung, 
besonders im Kontext der Cruise Missiles, gefuegig zu machen. So wird durch 
namenloses Chaos uebernationaler Druck auf nationale Politik ausgeuebt.
Italien aber ist das Land, das die Gladio-Aufstandsbekaempfung am 
konsequentesten durchgezogen hat, am konsequentesten ist dort aber auch die 
Aufklaerung und Gegeninformation: das reicht von progressiven Ermittlern 
wie dem Richter Casson aus Venedig, ueber buergerlich-liberale 
Tageszeitungen wie Repubblica, ueber linke Wochenzeitschriften wie 
Avvenimenti bis zum manifesto und einer Studie aus dem Bereich der 
ausserparlamentarischen Opposition. Anlaesslich des Kongresses der 
Autonomia Operaia vor 7 Jahren in Venedig wurde das Buch La Notte dei 
Gladiatori vorgestellt, ein kollektives Produkt eines kommunistischen Teils der 
Bewegung.
Auf einer Reihe von US-Stuetzpunkten konnte man eine Zusammenarbeit 
zwischen NATO, US-Militaer und italienischen Faschisten dokumentieren, so 
auf der US-Basis Camp Darby in der Toscana und auch in Aviano. Die Gladio 
entstand auf der Grundlage von Geheimvertraegen zwischen CIA und 
nationalen Geheimdiensten und hat seit Beginn in allen Laendern Faschisten 
bzw. Nazis rekrutiert. Einige italienische Richter und Richterinnen bezeugen 
noch in letzter Zeit, dass Gladiokerne im Polizei- und Militaerapparat 
weiterexistieren, und sie haben Verbindungen zu saemtlichen rechtsextremen 
Kraeften. Die beiden Lager der extremen Rechten, die Leghisten und die 
Neofaschisten sind voneinander nicht strikt zu trennen, zahlreiche Leghisten 
waren frueher Faschisten, es gibt eine Fluktuation in beide Richtungen. 
Sinnfaelligstes Beispiel Franco Rocchetta, Gruender der Liga Veneta (Liga ist 
in der Sprache des Veneto die Entsprechung von Lega), der fanatischen 
Mutterorganisation der sich auf ihren Impuls hin entwickelnden leghe (Ligen), 
war frueher bei einer der wichtigsten faschistischen Organisationen der 
Nachkriegszeit, dem Ordine Nuovo - derjenigen Organisation, die in 
Zusammenarbeit mit Polizei und Geheimdiensten unter anderem fuer den 
Sprengstoffanschlag in der Schalterhalle der Banca dellŒAgricoltura 
(Landwirtschaftsbank) in Mailand verantwortlich war, in dessen Folge die 
italienischen Anarchisten - stellvertretend fuer die Gesamtlinke - in einer 
masslosen landesweiten Hetzkampagne als Verantwortliche fuer den 
faschistischen und staatlichen Gladioterror hochgelogen wurden. Der 
Anarchist Pinelli wurde damals im Polizeipraesidium zu Tode getrieben, er 
endete nach einem mehrstoeckigen Sturz auf der Strasse, starb sofort. 
Calabresi und Guida, die beiden unmittelbar verantwortlichen Polizisten wurde 
damals von der ausserparlamentarischen Linken als die Moerder bezeichnet.
Ein herbeigeeilter Journalist wurde, aehnlich wie der recherchierende und die 
schlampigen Spurensicherungen kritisierende Purtscheller nach dem Nazimord 
in Oberwart, bloss auf Grund seiner Gegenwart am Tatort - gemaess dem 
pattern, die Linken zu Rechten umzuluegen - der Komplizenschaft 
verdaechtigt, der Polizeikommissar Calabresi - uebrigens Verbindungsmann 
der italienischen Polizei mit den Rechtsradikalen um Barry Goldwater, daher 
von der Zeitung Lotta Continua »il commissario amerikano« genannt (mit dem 
sarkastischen k, das die Italiener immer anstatt eines ansonsten ueblichen c fuer 
besonders unappetitliche Worte verwenden) wurde unter bis heute 
ungeklaerten Umstaenden ermordet, dem damaligen Lotta-Continua-Fuehrer 
Sofri wurde zwei Jahrzehnte spaeter der Mord in die Schuhe geschoben. Als 
Instrumente dafuer diente ein verkommener Polizeikronzeuge namens Marini, 
der sich nicht nur in zahlreiche laecherliche Widersprueche verheddert hat, 
sondern auch auf eine Reihe von professionell durchgefuehrten 
Raubueberfaellen zurueckblicken kann, unter anderem gar auf die italienische 
Fernsehanstalt. Die mit der unorthodoxen Gladio-Kriegsfuehrung verbundene 
psychologische Kriegsfuehrung hetzt(e) also Linke zu Tode und hat als spaeten 
Effekt eine nach Jahrzehnten einsetzende Kriminalisierungsattacke.
Fuer all dies steht die geheime Ausbildungszentrale in Sardinien. Ganz analog 
zum Staatsmord an Pinelli wird heute Polizei- und Bandenterror im Val di 
Susa (im westlichen, an Frankreich grenzenden Landesteil) im Zusammenhang 
mit Anschlaegen gegen Strommaste wiederum Anarchisten in die Schuhe 
geschoben.
Die Hetze mit Stellvertretungscharakter gegen den Revolutionsbraeuhof hat 
zahlreiche Charakteristika mit den italienischen Kampagnen gemein, und es ist 
recht  augenscheinlich, dass sie aus der Giftkueche der Geheimdienste kommt.
Vor 6 Jahren fand vor der Gladiozentrale in Capo Marrargu eine erste 
landesweite Kundgebung, damals noch unter der Aegide des mit der 
Autonomia verbundenen Coordinamento Nazionale Antinucleare e 
Antiimperialista statt. Das letzte grosse politische, auch international bestueckte 
Lager in Sardinien. In der Naehe der US-Basis Santo Stefano beschossen 
italienische Polizisten in Zivil die Demonstranten, einer musste ins Spital 
gebracht werden, eine Schlauchbootdemonstration zur Basis wurde von 
Militaers ueberfallen, und eine lokale oertliche Faschistengruppe versuchte 
ueberdies einen ins Camp zurueckkehrenden Autokonvoi zu ueberfallen - sie 
wurden allerdings von den autonomi in die Flucht geschlagen. Damit 
konzertiert gab es eine wochenlange Hetze in der Tageszeitung La Nuova 
Sardegna gegen die Aktivisten, angefuehrt von einem PC-Journalisten.
Nach Ueberfall, Hetze und Beschuss wurden die zahlreichen Camp-
TeilnehmerInnen mit einem riesigen Militaer- und Polizeikonvoi zum Hafen 
zwangseskortiert.
Das Meer im Norden Sardiniens ist durch die atomangetriebenen U-Boote der 
US-Basis verseucht, das hat Greenpeace recherchiert. Wenig bekannt ist, dass 
auf Sardinien sogar eine deutsche Militaerbasis existiert. Der Partisan und 
Rechtsanwalt Gracci, mit der Waffe in der Hand an der Befreiung von Florenz 
beteiligt, in den 70er Jahren Aktivist des Soccorso Rosso, der Roten Hilfe, die 
sich um gefangenen Kaempfer kuemmerte (seine damalige Organisation, die 
Marxistisch-Leninistische Partei Italiens wurde in einer geheimdienstlichen 
Hetzzeitung namens Specchio [vergleichbar einer heutigen Anti-Antifa oder 
dem dahingeschwundenen Nachrichtenorgan des Herrn Pretterebner] neben 
den Anarchisten als wichtigstes Ziel der unmittelbar fuer nach den Anschlag 
auf die Banca dellŒAgricoltura geplanten Hausdurchsuchungen vorsorglich 
angefuehrt) hat kuerzlich die Todesdaten zahlreicher Einwohner der Insel mit 
Daten des Gesundheitsamtes verglichen und eine ueberdurchschnittliche hohe 
Anzahl von Krebstoten konstatiert. NATO verursacht also auch ein ziviles 
Massensterben. Dokumentiert sind auch, und darueber berichtet Gracci, dessen 
derzeitige Organisation La Resistenza Continua zur landesweiten gegen die 
Militaerbasen kaempfenden Koordination Gettiamo le Basi (»Machen wir einen 
Anfang«) gehoert, eine Reihe von Vergewaltigungen von sardischer Frauen 
(auch Ehefrauen, was dort besonders schwerwiegend ist) durch Soldaten der 
US-Stuetzpunkte. Wie Gracci berichtet, haben die Carabinieri alles getan, um 
die Vorfaelle zu vertuschen.
Ansonsten gibt es einen hervorragenden Wein dort, und es gilt als sehr 
unhoeflich, einen angebotenen Wein abzulehnen.
Nieder mit der NATO! 	             l

Weitergehende Literatur ueber Gladio und Sardinien: Akin, ZAM, Anna, 
Gruwi Fakblatt, AK, Covert Action Quarterly

QWERTZ
Von Veganern, Loewen, Wissenschaftlern und anderen Tieren
Interessant, nun haben also findige Wissenschaftler herausgefunden, dass Tiere 
Gefuehle besitzen! Einmal davon abgesehen, dass ein »echter« 
Naturwissenschaftler Gefuehle eher als biochemische Prozesse bezeichnet und 
mit dieser naturwissenschaftlicher Auffassung, kann man so gut wie jeden 
Lebewesen Gefuehle andichten. Aber ich frage mich doch, wie man so etwas 
feststellen kann? Was eine Katze empfindet, kann doch nur eine andere Katze 
nachempfinden. Schon Ludwig Wittgenstein sagte: »Wenn ein Loewe sprechen 
koennte, koennten wir ihm nicht verstehen!«1 Schon die Tatsache, dass eine 
Katze (oder auch ein Loewe) seine Umwelt komplett anders wahrnimmt 
(Akkustische Wahrnehmung liegt in einem hoeheren Frequenzbereich, die 
optische Wahrnehmung ist groesstenteils auf Bewegung abgestimmt, die 
Sichtweite betraegt nur ein paar dutzend Meter, besserer Geruchssinn, usw.) 
macht wohl die Kommunikationsaufnahme zu einen sehr schwierigen, wenn 
nicht unloesbaren Problem. Selbst unter Menschen ist das ein Problem, wie oft 
diskutierte man mit jemanden und ist nach einer Weile dahinter gekommen, 
dass man der selben Meinung war, nur anders formuliert? Aber auch unter 
Mathematikern, angeblich ist Mathematik ja die Universalsprache, gibt es 
unterschiedliche Vorstellungen, unterschiedliche Betrachtungsweisen eines 
Wuerfels, der eine hat eine raeumliche Vorstellung, der andere eine 
arithmetische Vorstellung. Wenn selbst unter Menschen, in einem Bereich wie 
den der Mathematik, die logisch und einfach ist im Vergleich zur einer 
»natuerlichen« Sprache, es Differenzen gibt, wie unermaesslich groesser 
muessen die Differenzen zwischen Mensch und Tier sein? Und menschliche 
Eigenschaften auf Tiere zu reproduzieren ist eine sehr heikle Angelegenheit 
(diebische Elster, hinterhaeltiges Frettchen, usw.).2
Technikglaeubigkeit ist eine Sache, absolute Wissenschaftsglaeubigkeit eine 
andere. »Eine Generation, die den Mut hatte, sich von Gott loszusagen, Staat 
und Kirche zu zerschmettern, Gesellschaft und Moral umzustuerzen, fiel vor 
der Wissenschaft immer noch auf die Knie. Und in der Wissenschaft, in der 
Freiheit herrschen sollte, hiess die Parole: Glaube an Autoritaeten oder Kopf 
ab.«3 Wissenschaft so darzustellen, als waere sie ein Allheilmittel gegen alle 
Probleme grenzt an Naivitaet, wo ist denn dann der so grosse Unterschied zur 
Religion? Tot der Religion, es lebe die Wissenschaft? Die Theory of 
everything, TOE, also die Theorie, mit der man alles erklaeren kann, durch 
eine Anzahl von »richtigen, wahren« mathematischen, physikalischen Formeln, 
wird heute nur mehr von den fanatischsten Wissenschaftlern fuer moeglich 
gehalten. Wie unterscheidet sich denn diese grosse Wissenschaft von den 
Religionen, sie verwenden die selben Methoden um Gegner zu diffamieren; in 
der Methode Beweise, zu fuehren gibt es auch nur wenige Unterschiede, zum 
Beispiel gilt das beruehmte Hexenbuch »Malleus Maleficarum« aus dem 
Mittelalter heute als wissenschaftlich.4 Es  geht sogar weiter als die meisten 
Lehrbuecher heutzutage, es setzt sich mit den Argumenten der Gegner 
auseinander und benutzt in ihren Argumenten das bestmoegliche Wissen seiner 
Zeit. Von soviel Aufgeschlossenheit in den heutigen
Lehrbuechern kann man nur traeumen. Ideologien bestimmen die Wissenschaft 
- Wissenschaft dein Reich komme, dein Wille geschehe; in einem Fall ist der 
liebe Gott fuer alles zustaendig, im anderen Fall eine diffuse, geheimnisvolle 
Macht, genannt Wahrheit. Keine Frage, dass Wissenschaft auch viele  
Errungenschaften vollbracht hat, aber ist das ein Grund voellig blind auf das 
zu vertrauen, was einem ein Wissenschaftler vorsetzt,  jeden Scheiss zu 
schlucken, nichts daran zu kritisieren?
Ein weiteres Beispiel, Astrologie, Schwachsinn? Voelliger Unsinn? Zur ersten 
Frage ein kraeftiges »Ja«, zur zweiten Frage nur ein bedingtes »Ja«. Ich bin 
voellig der Meinung, dass man mit diesen esoterischen Mist nie und nimmer 
Zukunft und dergleichen vorhersagen kann, aber es ist astronomisch (nicht 
astrologisch!), also wissenschaftlich bewiesen, dass es zwischen den Planeten 
und der Sonne planetarische Plasmen gibt (manche von ihnen sind einige 
Millionen Kilometer lang) die Auswirkungen auf die Sonnenaktivitaet 
besitzen.5 Bestimmte Stellungen der Planeten verstaerken diese oder 
schwaechen sie ab. Da die Erde, astronomisch, also wissenschaftlich gesehen, 
sich noch in der aeussersten Atmosphaerenschicht der Sonne befindet, hat die 
Sonnenaktivitaet direkte Auswirkungen auf das elektromagnetische Feld um 
uns herum. Und diese geringfuegigen Aenderungen dieses Feldes kann der 
Mensch, nachweislich, indirekt feststellen (Wetterfuehligkeit!). Nur, meine 
lieben Freunde der Esoterik, freut euch nicht zu frueh, verpruegelt zu werden 
oder Sex, haben noch immer mehr Einfluss auf das Wohlbefinden! 
Auch hat die Wissenschaft keine Vorherrschaft; weder denken die Menschen 
wissenschaftlich, noch handeln sie wissenschaftlich. Die Religionen haben, 
leider, noch immer mehr Einfluss als die Wissenschaft. Die einzige 
Vorherrschaft, die die Wissenschaft fuer sich beanspruchen kann, ist die der 
Produktion von Kriegsinstrumenten. Aus diesen Grund haben sich auch die 
juengeren Generationen von Chinesen und Japanern der Wissenschaft 
gewidmet. Die westlichen Maechte, das sahen sie, waren ihren eigenen 
Laendern ueberlegen und besassen bessere Waffen, wegen ihrer Wissenschaft. 
Wenn man sich die Sponsoren der Universitaeten (vor allem die der 
Eliteuniversitaeten) ansieht, muss man sich schon Gedanken darueber machen, 
so zum Beispiel das MIT, »Massasuchets Institut of Technologie«. Dieses 
Institut wird vom Pentagon gesponsort und ist massgeblich an der 
Entscheidung beteiligt, in welcher Richtung geforscht werden soll.
Diese angefuehrten Beispiele sollte nur begreiflich machen, dass man alles 
beweisen kann, wenn man nur will und wenn man dabei Tatsachen, 
Experimente verbiegen und verdrehen muss. Es gibt eine Wahrheit der Luege 
und eine Luege der Wahrheit. So sind einige Wissenschaftler der Ansicht, dass 
Aussenseiter die Wissenschaft auf keine wie auch immer geartete Weise 
beurteilen koennen (Michael Polanyi) - science knows best. Nur weiss heute 
jeder »Aussenseiter«, dass es fuer jedes wichtige Problem, das ihn betrifft, 
unter Experten unterschiedliche Auffassungen gibt. Wissenschaftler bilden 
manchmal eine Front gegen die Vernunft, teils aus politischen Gruenden, teils 
aus Angst um ihren Job (Universitaetsprofessoren) oder nur deswegen, weil sie 
recht behalten wollen. Und was weiss schon ein Wissenschaftler ueber die 
wahren Probleme der Menschen, zum Beispiel von der Mutter in einem 
Elendsgebiet, die nicht weiss, wie sie ihre Kinder ernaehren soll? Aufgrund 
ihrer, zum Teil beschraenkten Sicht, fehlt ihnen die Perspektive und sie 
glauben, dass was ihnen wichtig erscheint, muss auch fuer alle anderen wichtig 
sein. Und wuerden sich Wissenschaftler mit voellig unterschiedlichen 
Ansichten gegenseitig mit Beweisen ueberhaeufen, wenn sie eine Ahnung 
haetten, was die »Wahrheit« ist?6
Nicht, dass man mich falsch versteht, ich sehe die Wissenschaft als die beste 
aller Moeglichkeiten die Welt zu erklaeren, nur schlucke ich nicht jeden Muell, 
der mir vorgesetzt wird. Auch richtet sich meine Kritik nicht an die 
Wissenschaft an sich, sondern an die Wissenschaftler, die »die« Wahrheit 
predigen (Popper).
Fuer einen Anarchisten ist (sollte) es natuerlich sein, Theorien zu hinterfragen, 
zu ueberpruefen (nicht nur fuer Anarchisten sondern auch fuer jeden anderen 
Menschen sollte es so sein). Aber die Wissenschaft behandelt jeder wie eine 
heilige Kuh.
Na, mein lieber Lesebriefschreiber C. M. aus Salzburg, meinst Du noch immer 
nicht, glaeubig zu sein? Du bist halt kein Katholik, kein Moslem, kein Buddhist 
und du glaubst auch nicht an den spirituellen Mist oder sonst so einen 
Bloedsinn, aber glaeubig bist du allemal. In diesen Fall sind die 
Wissenschaftler die Pfaffen, Von kleinen Pfaffen, bis zu den Paepsten 
(Hawking, Dirac, Einstein, Popper), die wissenschaftliche Methode ist das 
Evangelium und die Wahrheit ist der liebe Gott, beides gibt es nicht.
Es gibt zwei wesentliche Richtungen der Philosophie: Popper¹s Behauptung, 
dass das, was in der Logik wahr ist, auch ueberall sonst wahr ist und 
Feyerabend¹s Behauptung, Wissenschaft benoetigt einen heiteren Anarchismus, 
ein staendiges Durchbrechen von Regeln und Gesetzen.7 
Auf die Frage, an Feyerabend, wem sollte man mehr glauben, dieser: 
»Keinem! Ein intelligenter Mensch ueberlegt sich die Sache selber und laeuft 
nicht wie ein herrenloser Hund hinter Autoritaeten her.« Tatsache ist, 
Wissenschaft wird von den Maechtigen gelenkt, teilweise von ihnen gemacht 
und genauso wie es eine  Veraenderung der politischen Verhaeltnisse bedarf, 
so bedarf es auch einer Veraenderung der Wissenschaft, des wissenschaftlichen 
Denkens. Zum Beispiel kann man Hypothesen verwenden, die gut bestaetigten 
Theorien oder Experimenten widersprechen. Man kann die Wissenschaft 
foerdern, in dem man sie kritisiert und sich immer neue Argumente gegen sie 
einfallen laesst. Dies ist aber nicht nur in der Wissenschaft so. Argumente des 
Gegners verwenden, die Theorie so neu ueberdenken und um anschliessend 
eine verbesserte Theorie zu haben (Gleichzeitig kann man auch so den Unsinn 
oder den Sinn der »gegnerischen« Theorien feststellen).
Aber vorbei mit dieser kleinen Abschweifung und zurueck zum angefangenen 
Thema, ueber Gefuehle bei Tieren. Ich will diesen Vegetarismus und dieses 
Veganertum hinterfragen. Auf Argumente wie: »Warum duerfen die Tiere 
Fleisch fressen  und Menschen nicht?« Kommt meistens das Gegenargument: 
»Weil der Mensch sich fuer das eine oder andere bewusst entscheiden kann!« 
Also gibt es doch einen Unterschied zwischen Mensch und Tier, sind wir doch 
nicht so gleich? Und auf die Ebene von manchen Personen, die behaupten, 
Tierfabriken sind das gleiche wie KZ¹s, lasse ich mich gar nicht ein, sonst 
muss ich kotzen! Im Science, den wohl anerkanntesten Wissenschaftsmagazin, 
Ausgabe, 2/87 haben Biologen nachgewiesen, dass Pflanzen Empfindungen 
haben, die man als Schmerz, Freude, usw. interpretieren kann. Jetzt stehen wir 
natuerlich vor  einem Problem, erleiden Pflanzen Schmerzen, Traurigkeit, 
wenn man sie isst? Bloedsinn? Ganz meiner Meinung! Nur, wer A sagt muss 
auch B sagen, wenn man Tieren »menschliche« Gefuehle zuspricht, warum 
nicht auch Pflanzen? 
Nur weil diese nicht schreien, keine grossen Kulleraugen haben? Also bitte, 
wir wollen doch wissenschaftlich bleiben und nicht die Dinge aus unserer 
subjektiven Sicht sehen. 
Also esst keine tierischen Produkte und pflanzliche Produkte bitte auch nicht! 
1 Ludwig Wittgenstein: Tractatus logico philosophicus - Suhrkamp
2 Humberto R. Maturana: Zur Biologie der Kognition - Suhrkamp
3 B. Shaw: Back to Metuselah
4 Paul Feyerabend: Thesen zum Anarchismus - Kramer
5 Eben dieser, eben dort
6 Paul Watzlawick: Wie wirklich ist die Wirklichkeit - Piper
7 Paul Feyerabend: Wider den Methodenzwang - Suhrkamp

Hundsfoetter1
Von Hans Anthofer
He, Ihr Leute - besser, Freunde, Kampfgefaehrten, Genossen von der 
Schwarzen Distel und Revolutionsbraeuhof, ich schicke Euch einen Artikel, 
der wohl das Non-plus-ultra (wenn man von Auschwitz absieht) 
kapitalistischen Verbrechertums zeigt. George Orwells 1984 ist laengst ein 
alter Hut. Der glaeserne Mensch ist in, aber noch zu wenig. Blut muss her. 
Woll¹n ma sehn, wie¹s mit den Genen der Hackler (Proleten der unteren und 
oberen Etage) ausschaut. Sind sie flexibel, belastbar genug um Maximalprofit 
zu erzielen und wie weit kann die Schraube angedreht werden? Hoppla, 
ausquetschen ja, aber nicht zerquetschen. Ein toter Hackler ist kein guter 
Hackler, Mehrwert, Profit ade. Bei der Indianerausmordung in Amerika war 
es anders. Im Angesicht des Blue Hill meinte General Buster: »Nur ein toter 
Indianer ist ein guter Indianer«.
Lieber, guter George Orwell, Du hast gemeint alle Menschen sind gleich, 
manche sind aber gleicher. Oh je, auch schon ein alter Hut, laengst ueberholt 
von der kapitalistischen Evolution. Deregulierung, Globalisierung, 
Liberalisierung, Shareholdervalue: alles Formeln zur Profitmaximierung, 
wobei der Hackler bis zum Weissbluten zu hackeln hat, also den 
Kuponabschneidern (legale Diebe, Betrueger, Raeuber) am ungleichsten wird.
Zurueck zum Gentest und anderen Instrumenten kapitalistischer Ausbeutung. 
Heute genuegt nicht mehr ein Striptease der Hackler vor dem Unternehmer, 
ein handgeschriebener Lebenslauf, den ein Graphologe zu deuten weiss. Ist der 
Schreiber belastbar? Ein Untertanengeist? Flexibel? Dazu die obligaten Fotos. 
Ist der Hackler fotogen, erhoehen sich seine Chancen, seine Ware Arbeitskraft 
an den Unternehmer zu bringen. Zu allem gibts noch den Fragebogen: 
Krankheiten, Vorstrafen, eigene Wohnung, Schulden, Familienstand, bald 
kommen Sexgewohnheiten dazu. Stimmt da etwas im Sinne der 
Unternehmerintention nicht, gibt es keinen Job. Draussen vor der Tuer warten 
andere, die um Einlass bitten. Also die Auswahl ist gross. So gross wie die 
Menschenverachtung. Wie schoen heisst es in der Charta der Menschenrechte: 
»Alle Menschen sind frei und gleich an Wuerde und Rechten geboren«. 
Freilich, die Worte hoerŒich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Denn in den 
langen Jahren meines Hacklerlebens (Bauarbeiter, Metallarbeiter) habe ich eine 
andere Wirklichkeit kennengelernt, naemlich das Gegenteil von Wuerde und 
Rechte. Der Satz, Wuerde und Rechte klingt wie ein Hohn auf die 
Hacklerwuerde. Die Wuerde des Hacklers wird vom Ausbeuter mit der Waage 
des Warenwertes gemessen. Je billiger die Ware Arbeitskraft zu haben ist, um 
so besser fuers Konto des Arbeitgebers (richtiger Arbeitnehmer, denn der 
Ausbeuter nimmt - stiehlt sich die Ware Arbeit). Die Moral aus dieser 
G¹schicht? Glaubt den Raeubern nicht!
Allerdings, die Sache ist komplex. So ganz allein koennten die Besitzer die 
Produktionsmittel (eh wieder gestohlen) Menschen nicht ausbeuten (bestehlen), 
da gibt es die Helfer, den Staatsapparat, Justiz, Militaer (uebt sich schon im 
Kampf gegen demonstrierende Arbeiter in Fort Brack, USA). Polizei, die an 
der Seite keinen Strohhalm oder einen Rosenkranz haengen haben, sondern 
eine Clock. Die Macht kommt halt aus den Gewehren, hat schon der alte Mao 
gesagt. Und es gibt noch viele andere Zuhaelter des Kapitals, die selber gut 
mitschneiden: Hundsfoetter2, Philosophen, Wirtschaftsexperten,  die Gangster 
im Talar, faschistoide Wegelagerer in Kutte, kurz die Stuetzen der Gesellschaft 
mit ihrer Philosophie (eine Gutbezahlte)! Herr und Knecht, so ist¹s recht. 
Reimt sich gut, besonders fuer die Herren.
Schlussfolgerung: Sollen Wuerde des Menschen, Gerechtigkeit, Freiheit, 
Gleichheit, Bruederlichkeit, ueberhaupt alle Ideale und Grundwerte des 
Menschen Wirklichkeit werden, muss den Ausbeutern das Handwerk gelegt 
werden. Meinetwegen sollen sie wo der Pfeffer waechst, ihren Freiraum 
haben. 
1 + 2 Hundsfoetter, Terminus nach Fridericus Rex II.

Buecher
Die Rechte  in Frankreich
Im ersten Teil seines kuerzlich erschienen Buches »Die Rechte in Frankreich« 
verfolgt Bernhard Schmid die Urspruenge der extremen Rechten dort weit 
zurueck. Katholischer Fundamentalismus und militanter Biologismus - beide in 
Abwehr der Franzoesischen Revolution im 19. Jahrhundert entstanden - 
fuehren zu einem »modernen« Rassismus und neuem Antisemitismus. Sie 
praegen die faschistische Bewegung der 30er Jahre, das deutschfreundliche 
Vichy-Regime im zweiten Weltkrieg ebenso wie die heutige extremen Rechten 
in Frankreich.
Dieser Rueckblick dient weniger  historischen Reminiszenzen, sondern macht 
deutlich, dass franzoesische Vordenker von Beginn an einen entscheidenden 
Einfluss auf die Entstehung der Rechten bis hin zu Faschismus und 
Nationalsozialismus in ganz Europa hatten, und er gewinnt seine aktuelle 
Bedeutung dadurch, dass die Neue Rechte staendig auf die Doktrinen und 
Erfahrungen dieser Bewegungen zurueckgreift. Das Buch zeichnet sich durch 
eine grosse Dichte an Informationen aus, die hier nur angedeutet werden 
koennen.
Im zweiten Teil seines Buches beschreibt Schmid dann die Entwicklung des 
Front National (FN) zu einer »modernen« faschistischen Partei. Der FN wurde 
1972 nach  eigener Darstellung als »nationale, soziale und dem kleinen Volk 
verpflichtete Rechte« gegruendet. Aber erst 1981 gelang es ihm eine ernsthafte 
Rolle in der politischen Landschaft Frankreichs zu uebernehmen. 
Der Front National ist gleichzeitig breite rechte Sammlungsbewegung wie auch 
Fuehrerpartei. Le Pen vereint in ihm so unterschiedliche Stroemungen wie die 
intellektuellen Neuen Rechten, Vichy-Anhaenger, Monarchisten, katholische 
Fundamentalisten neuen Heiden und Neonazis. Diese verschiedenen politischen 
»Familien« geben dem Parteifuehrer Le Pen die Moeglichkeit als 
»Schiedsrichter«, auch in personellen Fragen aufzutreten.
Eine Mitgliederpartei war und ist der FN nicht, er kann wohl eher als 
Kaderpartei bezeichnet werden. Wichtiger als die Zahl der Mitglieder, sind 
fuer den FN die ihn umgebenden Satellitenorganisationen. Diese sind darauf 
ausgerichtet, in alle gesellschaftlichen Bereiche einzudringen um dort das 
Gedankengut des FN einsickern zu lassen. Ausserdem bieten sie die 
Moeglichkeit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen unterschiedliche, 
zuweilen widerspruechliche, Versprechungen zu machen.
Im Laufe seiner Entwicklung hat der FN durchaus gravierende Schwenks 
vollzogen, ohne dass diese ihm dauerhaft geschadet haetten. So war seine 
Politik waehrend der 80er Jahre stramm atlantisch, das heisst voll auf US und 
NATO-Linie. Ronald Reagan galt als ein ausgemachter Freund von Le Pen. 
Experten der US-amerikanischen Republikanischen Partei hatten in in dieser 
Zeit den Front National beraten, seine Strukturen analysiert und ihm ein 
gesellschaftliches Potential von 40 Prozent fuer seine Themen zugesprochen, 
wenn es ihm gelaenge, jede potentiell ansprechbare Klientel mit seiner 
Botschaft zu erreichen.
Zu jener Zeit ist Le Pen gern gesehener Gast in den USA, von wo er Bilder, 
die ihn Haendeschuettelnd mit dem Praesidenten zeigen mit nach Hause bringt 
und ausgiebig zu Propagandazwecken verwendet. 
Am 10. April 1985 erhaelt Le Pen seinen Segen von Hoechster Stelle: 
Zusammen zusammen mit politischen Freunden wurde er von Papst Johannes 
Paul II in Rom empfangen. Der Chef der Front National erklaerte 
anschliessend gegenueber der franzoesischen Nachrichtenagentur AFP: »... der 
Papst habe ihn und seine politischen Freunde aufgefordert, weiter gegen die 
Gefahr eines Zerfalls der Werte in Europa zu kaempfen und ihm gute 
Wuensche fuer die Arbeit der Abgeordneten mit auf den Weg gegeben. 
Johannes Paul II. habe »unseren Kampf gegen die Abtreibung gesegnet«, teilte 
seinerseits der der Europaabgeordnete und Vorsitzende eines »Komitees 
Christenheit und Solidaritaet«, Bernard Anton, mit.«
Zum Bruch kam es dann im September 1987, als Le Pen in der beliebten 
Fernsehsendung »L¹Heure de Vérité« seinen ersten grob antisemitischen 
oeffentlichen Sager startete. Zu seinen Ansichten ueber die Thesen des 
Auschwitzleugners Robert Faurisson befragt, antwortete der FN-Vorsitzende: 
»Ich kenne diese Thesen nicht. Aber, welche auch immer diese Thesen sein 
moegen, und welche auch immer jene sein moegen, die intellektuell entwickelt 
werden, ich bin Anhaenger der Freiheit des Geistes. Ich denke, dass die 
Wahrheit eine ausserordentliche Kraft hat, welche die Luegen oder 
Verdaechtigungen nicht fuerchtet. Infolgedessen stehe ich allen Formen von 
Verbot oder Reglementierung des Denkens feindlich gegenueber. Alles, was 
wir von der Geschichte der Kriege wissen, lehrt uns, dass eine bestimmte 
Anzahl von Tatsachen umstritten waren und diskutiert wurden. Ich bin 
leidenschaftlich gefesselt von der Geschichte des Zweiten Weltkrieges. Ich 
stelle mir eine Anzahl von Fragen. Ich sage nicht, dass die Gaskammern nicht 
existiert haben. Ich habe selbst keine sehen koennen. Ich habe mich nicht 
besonders gruendlich mit der Frage beschaeftigt. Aber ich glaube, dass es sich 
hier um einen ’point de détailŒ [ein Detail, eine Nebensache] der Geschichte des 
Zweiten Weltkriegs handelt«. Auf die Nachfrage, dass es sich bei sechs 
Millionen toter Juden waehrend des Zweiten Weltkrieges doch wohl nicht um 
eine Nebensache handle, beharrt le Pen auf seiner Aussage: »Doch, das ist ein 
point de détail der Geschichte des Krieges. Wollen Sie mir sagen, dass das 
erwiesene Wahrheit sei, an die jeder glauben muss? Ich sage, dass es Historiker 
gibt, die darueber debatieren.«
Alles in allem ist der Lebensweg von Le Pen der eines klassischen Rechten. 
Jahrgang 1928 beginnt er sein Jusstudium 1947 an der Pariser Sorbonne. Er 
wird Mitglied der »Corpo Droit«, einer rechten Studentenverbindung, 
durchaus unseren Burschenschaften vergleichbar, meldet sich freiwillig zum 
Militaer und ist in Algerien an Folterungen beteiligt, wozu er sich oeffentlich 
bekennt, »weil das notwendig war«.
Ein typischer Vertreter der »Nouvelle  Droite«, der Neuen Rechten, ist der 
heutige zweite Mann des FN, Bruno Mégret,  einer der Kader des Club de 
l¹Horloge  und Absolvent zweier Elitehochschulen (Polytechnique und Ponts et 
Chaussées ) sowie der US-Universitaet Berkley, begann seine parteipolitische 
Karriere als Senkrechtstarter bei der buergerlichen Rechten. Von 1979 bis 
1981 war er Mitglied im Zentralkomitee der gaullistischen RPR. Zugleich 
arbeitet arbeitet er im Ministerialkabinett des  Kooperationsministeriums, 
welches fuer die Beziehungen Frankreichs zu seinem post-kolonialistischen 
afrikanischen »Hinterhof« zustaendig ist. Auch der Mitbegruender des Club de 
l¹Horologe Yvan Blot wird Mitglied im RPR-Zentralkomitee. Jean-Yves Le 
Gallou rueckt in die Fuehrungsspitze der Parti Republicain PR, eine der 
Hauptkomponenten des liberal-konservativen Parteienbuendnisses UDF, auf. 
Die Kader des Club de l¹Horologe wirken als Ghostwriter der Buecher 
mehrerer Minister und Parlamentarier.
Bruno Mégret und Jean-Clode Bardet gruendeten im Januar 1982 - der Front 
National war noch eine Splitterpartei - die Comités d´Action Répulicaine 
(CAR) mit den Ziel, aus der Kriese der in die Opposition verbannten 
Konservativen heraus eine neue »haertere« aufzubauen. Am 14. Dezember 
1985 unterschreibt die CAR ein Buendnisabkommen mit dem FN - der 
mittlerweile fest etabliert scheint ­, und Bruno Mégret findet sich auf der Liste 
des FN zur Parlamentswahl 1986 wieder. Mégret ist heute der von allen 
Beobachtern anerkannte Chefideologe und »Nummer Zwei der des FN, Bardet 
ist Chefredakteur der seit 1989 erscheinenden Theoriezeitschrift der Partei, 
»Identité«.
Wer ist aber nun diese vielzitierte Neue Rechte? 1967/68 schlossen sich 
Studenten aus verschiedenen rechtsextremen Gruppen in der GRACE 
(Groupement de Recherches et  d¹études pour la civilisation europiéen - 
Forschungs- und Studiengruppe fuer europaeische Zivilisation) zusammen. Sie 
suchten die Lehren aus dem Scheitern des Rechtsextremismus waehrend der 
60er Jahre zu ziehen. Von der Notwendigkeit einer voelligen Neubegruendung 
der ideologischen Fundamente der Rechten ausgehend, wollten sie einen - vom 
Ansatz her elitaeren - Denkclub aufbauen, welcher die notwendige Vorarbeit 
leisten soll, um den Kampf fuer die Neugewinnung ideologischen und 
kulturellen Terrains fuehren zu koennen. Den Ideen fuer ein autoritaeres 
Europa der weissen Rasse soll eine wissenschaftliche, kulturelle und 
philosophische Basis geschaffen werden, beispielsweise durch das Anknuepfen 
an US-amerikanische Forschungsdebatten ueber die Vererbarkeit von 
Intelligenz. Als Grundlage fuer ein (nicht-christliches) begruendetes Europa 
mit einer »natuerlichen« Hirarchie werden u. a. wissenschaftliche Arbeiten des 
Religionsforschers Georges Dumézil ueber die Indo-Europaeer herangezogen, 
die zu Vorfahren dieser angestrebten europaeischen Zivilisation erklaert 
werden.
Nach aussen versucht GRACE seine Spuren zu verwischen und seine Taetigkeit 
als voellig unklassifizierbare, in keine ideologische Schublade passende 
Kulturforschung erscheinen zu lassen. Seine Strukturen werden vor der 
Aussenwelt verborgen, die Namen der (meisten) Mitglieder seines 
Fuehrungsgremiums bleiben geheim; im Bedarfsfall werden diese ihre 
Zugehoerigkeit zum GRECE strikt abstreiten. So gelingt es GRACE nicht nur 
mit den unterschiedlichsten eigenen Publikationen die verschiedensten Milieus 
zu erreichen, sondern auch Zugang zu buergerlicher Presse und Parteien zu 
finden..
Zwischen 1967 und 1971 gibt GRACE verschiedene lokale Bulletins heraus, 
die verglichen mit den jeweils anderen voellig gegensaetzlich erscheinen: in 
Lyon erscheint »Sozialisme européen mit Gastbeitraegen sozialistischer 
Politiker; in Marseille ist es »Argad«, das sich als libertaer bezeichnet, sich 
zugleich auf das Keltentum bezieht und vor allem rabiat antichristlich-
blasphemisch auftritt; und in Aix-en-Provence wird ein »politisches und 
universitaeres Dokumentationszentrum« CDPU mitunterstuetzt das sich selbst 
als neofaschistisch bezeichnet und eine wichtige Rolle fuer die Stroemung der 
»revolutionaeren Nationalisten« spielt. In Paris wiederum wird man neun 
Monate lang mit dem »Observateur européen« pro-amerikanische Positionen 
verbreiten - unbeschadet eines radikalen Antiamerikanismus des GRECE.
Zugleich sucht man sich den regierenden Eliten und den grossen konservativen 
Medien als Vordenker anzubieten; eine breite Pressekampagne macht 1979 die 
hervorragende Verankerung des GRECE im Figaro-Magazin, 
Wochenendbeilage der konservativen Tageszeitung »Le Figaro«, sowie der 
Wirtschaftszeitung »Valeurs actuelles« oeffentlich. Mehrere Minister (Michel 
Poniatkowski,  Jaques Médecin) griffen auf Vordenker der Nouvelle Droite 
zurueck.
Wie die Bezugnahme auf Griechenland im Namen GRECE andeutet, sucht man 
an die vor-christlichen »Wurzeln der europaeischen Zivilisation« 
anzuknuepfen, an die nordisch-germanischen und indo-europaeischen 
Urspruenge, an das antike Griechenland. Diese autentische europaeische  
»Identitaet« sei durch das Eindringen des  »judéo-christianisme« verfaelscht 
worden, welch letzterer durch seine falsche Grundidee von der Gleichheit aller 
Menschen vor einem einzigen Gott zur Quelle allerhand schaedlicher 
Erscheinungen wie Demokratie und Egalitarismus geworden sei. Ein 1986 
erschienenes Manifest »Humanisme et surhumanisme« (Menschentum und 
Uebermenschentum) verdammt ausdruecklich die Idee der Abstammung aller 
Menschen aus einer Wurzel und spricht von »drei verschiedenen homo 
sapiens«, deren psychische Eigenschaften vollkommen unterschiedlich seien. 
Mit seinem anwachsenden Keltenkult draengen weite Teile des GRECE immer 
mehr vor originaer politischen in Eck der rechten Esoterik ab.
Im Jahr 1974 wird der »Club de l¹Horloge (Uhrwerksclub) durch Yvan Blot 
und Jean-Yves Le Gallou als Ableger des GRECE gegruendet. Das Ziel des 
Clubs besteht darin, in der hohen Beamtenschaft und unter den Studenten der 
Elitehochschulen zu rekrutieren. Es handelt sich nur um eine unter mehreren 
berichsspezifischen Vorfeldorganisationen des GRECE. Aehnlichen Zwecken 
dienen etwa im militaerischen Milieu das Verbindungskommitee fuer Offiziere 
und Unteroffizier (CLOSOR) mit seiner Zeitschrift »Nation Armée«, die 
1975/76 gegruendet wurden. Der Club de l¹Horologe setzt sich aber auch zum 
Ziel, die Ideen der Nouvelle Droite bezueglich national-europaeischer 
Identitaet und Anti-Egalitarismus innerhalb der grossen Rechtsparteien, also 
im liberalen und konservativen Lager, zu verbreiten und dadurch die 
politische Rechte »wiederzubewaffnen«. Ein Fluegel der Nouvelle Droite, dem 
neben diesen Ritualen die Theoriearbeit zu kurz zu kommen schien und der 
Alain de Benoist einen ueberzogenen »Aesthetizismus« vorwarf, spaltete sich 
1993 - mit der Begruendung: »Unser Kampf ist rein politisch, im 
Wesentlichen  politisch« - vom GRECE ab. Um den Belgier Robert Steuckers 
gruendet er die Gruppe »Nouvelles Synergies Européennes«. Als neuer 
Aufgabe widmet sich Synergies  Européennes der Vernetzung der 
europaeischen Rechten und der Heranbildung rechtsextremer Elite-Kader. So 
wirbt ein Oesterreichableger »SYNERGON-OeSTERREICH« in der 
Moelzerpostille ZUR ZEIT fuer eine »Sommeruniversitaet der Europaeischen 
Synergien« in den Dolomiten.
Schmids Buch »Die Rechte in Frankreich« gibt nicht nur einen Einblick in die 
Entwicklung der Rechten in Frankreich, sondern auch der neurechten 
Bestrebungen in ganz Europa, da sich diese Kreise sehr stark am Vorbild der 
franzoesischen »Nouvelle  Droite« orientieren. So sind nicht zuletzt scheinbar 
originelle Ideen der Haider-FPOe nichts weiter als aufgewaermter Kaffee 
made in france.

Bernhard Schmid, Die Rechte in Frankreich, Elefanten Press
249 Seiten, S 255,‹
ISBN 3-88520-642-0
Erhaeltlich in der anarchistischen Buchhandlung.

Offener Brief an die  verdienstvolle Vorsitzende des VSStOe-Wien, Tanja 
Dobart!

Mit der Befremden lesen wir Deinen Kommentar im Magazin der OeH-Uni 
Wien, Unique 6/98. Dort steht neben anderem: »Der VSStOe stand der 
diesjaehrigen Demonstration vor allem deshalb distanziert gegenueber, weil 
von Seite der VeranstalterInnen der Teilnahme teils obskurer Gruppierungen 
(’RevolutionsbraeuhofŒ, ’Revolutionaer Kommunistische LigaŒ u. a.) nicht 
Einhalt geboten wurde und damit dasselbe Desaster wie im Vorjahr drohte 
(zahlreiche Verhaftungen und Verletzte, u.a. wurde ein LKW mit 
Wurfgeschossen von der Polizei konfisziert).«
Es stellt sich nun die interessante Frage, wie die Vorsitzende des VSStOe-Wien 
es mit Wahrheitsliebe und einer gewissen politischen Genauigkeit, die in einer 
solchen Position wohl unerlaesslich sind, haelt. Es wird uns naemlich hier - in 
voelliger Unkenntnis der Fakten - »Mitschuld« am »Desaster« der Anti-
Kommersdemo ¹96 unterstellt. 
Tatsache ist aber, dass wir an den Zwischenfaellen bei der Anti-Kommersdemo 
in keinster Weise beteiligt waren; vor allem auch deshalb, weil wir eine 
Gruppe sind, die hauptsaechlich propagandistisch arbeitet. Gewaltsausuebung 
ist nicht Teil unseres Repertoires, ganz einfach, weil sie politisch nichts bewegt 
und veraendert. Das wissen auch alle, die uns nur ein bisschen kennen. 
Es stellt sich nun die Frage, warum manche so tun, als ob sie nichts wissen. 
Tatsache ist naemlich weiter, dass durch solche Denunziationen dazu 
beigetragen wird, linke Organisationen zu kriminalisieren und der Polizei, die 
uns aus politischen Gruenden nicht wohlgesonnen ist, in die Haende gespielt 
wird. Ein solches Zusammenspiel zwischen Kronen-Zeitung, Presse und 
Staatsschutzbehoerden hat es bereits gegeben und auch AG-Report und Uni-
Aktuell haben zu besseren Zeiten das ihre geleistet. Es stellt sich abschliessend 
die Frage, ob der VSStOe und seine Vorsitzende in deren Fusssstapfen treten 
will. Oder waechst hier nur zusammen, was zusammen gehoert? 
 


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