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(de) die plattform: In Solidarität mit dem kämpfenden Volk in Kolumbien - Gemeinsame internationalistische Erklärung

Date Sat, 15 May 2021 09:55:45 +0300


Unten findet ihr den spanischen Originaltext, hier folgt nun unsere deutsche Übersetzung. ---- Vorwort: ---- Die folgende Erklärung der Solidarität mit den derzeitigen Massenprotesten in Kolumbien wurde kürzlich von vielen unserer verbündeten und befreundeten Organisationen veröffentlicht. Auch wir unterstützen die Botschaft der Erklärung, auch wir stehen solidarisch an der Seite der kämpfenden Menschen in Kolumbien! Damit auch im deutschen Sprachraum mehr Informationen über die Kämpfe an der Westküste Südamerikas in Umlauf kommen, haben wir die Erklärung für euch übersetzt. ---- Dabei haben wir uns eng am ursprünglichen Wortlaut orientiert. Wir möchten dazu noch anmerken, dass der Begriff «Volk» - als Übersetzung von «pueblo» (im Spanischen) oder «povo» (im Portugiesischen) - im lateinamerikanischen Anarchismus eine andere Bedeutung hat, als wir es im deutschsprachigen Raum gewohnt sind. Der organisierte lateinamerikanische Anarchismus begreift und verwendet «Volk» als Sammelbegriff für alle Unterdrückten der Gesellschaft, für alle, die ein objektives Interesse an der Überwindung der herrschenden Verhältnisse haben und nicht als nationalistischer und rassistischer Ausgrenzungsmechanismus. Mit dieser Anmerkung im Bewusstsein sollte der Text gelesen werden.
Viel Spaß bei der Lektüre!

Erklärung:

Die Welt blickt heute auf Kolumbien; seine Straßen und Autobahnen waren die Bühne, auf der das Volk seine würdevolle Wut in einem ungestümen Schrei entlud, der widerhallt und nicht unbemerkt bleiben kann. Der soziale Protest, der seit dem 28. April ununterbrochen andauert, ist die Antwort auf die sich verschlimmernde Armut und die Prekarität des Lebens (unvermeidliche Folgen des neoliberalen Modells), die sich inmitten der Gesundheits-, Wirtschafts- und Sozialkrise niederschlägt in 1,7 Millionen kolumbianischen Haushalten, welche nur zweimal am Tag etwas zu essen haben, in einer Arbeitslosenquote von 14,2% und in einer Armutsquote, die mit 42,4% fast die Hälfte der Bevölkerung umfasst.

Ähnliche Situationen erleben die Menschen in verschiedenen Regionen der Welt. In Lateinamerika zum Beispiel erreichte die Armutsquote Ende letzten Jahres 33,7 %, die Arbeitslosenquote lag bei 10,7 % und 78 Millionen Menschen lebten in extremer Armut (8 Millionen mehr als 2019). Die Antwort der amtierenden Regierungen auf diese soziale Krise waren die Versuche der wirtschaftlichen Anpassung, d.h. die Erhöhung und Diversifizierung der Besteuerung für die Arbeiter*innenklasse, die sich im kolumbianischen Fall im dritten Versuch der Steuerreform der ultrarechten Regierung Iván Duque manifestierte. Diejenigen, die für die Krise bezahlen, sind nicht deren Hauptverursachende, sondern die verarmten und ausgebeuteten Menschen.

In diesem Zusammenhang haben sich in Kolumbien Tausende von Menschen mobilisiert, vor allem die Jugend der armen Bevälkerungsteile. In den Stadtvierteln, auf den Straßen und Autobahnen leisten sie Widerstand und halten den Protest mit Barrikaden, Töpfen und Versammlungen aufrecht. Der gerechte Kampf, den das kolumbianische Volk heute führt, nährt die Welle der Proteste und Revolten, die sich seit 2019 in Lateinamerika als störende Momente entwickelt haben und welche die Basisorganisationen des Volkes reaktivieren.

Der kolumbianische Staat seinerseits hat, wie es alle Staaten tun, wenn sie ihre Interessen bedroht sehen, mit Repression und unverhältnismäßiger Gewalt geantwortet. Die Zahlen sind erschreckend und sprechen für sich: Bis zum 8. Mai wurden 47 Menschen getötet (39 durch Polizeigewalt), 451 verwundet (32 mit Augenverletzungen und 32 durch Schusswaffen), 12 Menschen wurden Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt, 548 verschwanden und 963 Menschen wurden festgenommen (Daten entnommen von der Campaña Defender la Libertad: Asunto de todas, ONG Temblores und Defensoría del Pueblo Colombia).

Angesichts der brutalen Repression der Regierung von Ivan Duque gegen die Kämpfenden in Kolumbien rufen wir zu aktiver Solidarität auf, um in allen Gebieten Protesttage zu organisieren und mit allen möglichen Mitteln das anzuprangern, was das kolumbianische Volk heute heimsucht. Internationalistische Solidarität ist der Schutz der Kämpfe, die wir schmieden, deshalb unterstützen wir heute die Forderungen des nationalen Streiks: Stoppt die staatliche Gewalt, nehmt die Gesundheitsreform zurück und garantiert ein universelles Grundeinkommen!

Solidarität mit den Völkern, die kämpfen!

Es lebe der Nationalstreik!

Im Angesicht der staatlichen Repression - Selbstverteidigung und Organisierung von unten!

? Grupo Libertario Vía Libre (Kolumbien)
? Coordenação Anarquista Brasileira - CAB (Brasilien)
? Federación Anarquista Uruguaya - FAU (Uruguay)
? Anarchistische Föderation von Rosario - FAR (Argentinien)
? Anarchistische Organisation von Cordoba - OAC (Argentinien)
? Organización Anarquista de Tucumán - OAT (Argentinien)
? Roja y Negra - Organización Política Anarquista (Buenos Aires, Argentinien)
? Federación Anarquista Santiago - FAS (Chile)
? Union Communiste Libertaire (Frankreich & Belgien)
? Embat - Organització Llibertària de Catalunya (Katalonien)
? Alternativa Libertaria - AL/fdca (Italien)
? Devrimci Anarsist Federasyon - DAF (Türkei)
? Organisation Socialiste Libertaire - OSL (Schweiz)
? Workers Solidarity Movement - WSM (Irland)
? Anarchistische Föderation (Griechenland)
? Melbourne Anarchist Communist Group - MACG (Australien)
? Aotearoa Workers Solidarity Movement - AWSM (Aotearoa / Neuseeland)
? Zabalaza Anarchist Commu

https://www.dieplattform.org/2021/05/12/in-solidaritaet-mit-dem-kaempfenden-volk-in-kolumbien-gemeinsame-internationalistische-erklaerung/
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