A - I n f o s
a multi-lingual news service by, for, and about anarchists **

News in all languages
Last 40 posts (Homepage) Last two weeks' posts

The last 100 posts, according to language
Greek_ 中文 Chinese_ Castellano_ Català_ Deutsch_ Nederlands_ English_ Français_ Italiano_ Polski_ Português_ Russkyi_ Suomi_ Svenska_ Türkçe_ The.Supplement

The First Few Lines of The Last 10 posts in:
Greek_ 中文 Chinese_ Castellano_ Català_ Deutsch_ Nederlands_ English_ Français_ Italiano_ Polski_ Português_ Russkyi_ Suomi_ Svenska_ Türkçe
First few lines of all posts of last 24 hours || of past 30 days | of 2002 | of 2003 | of 2004 | of 2005 | of 2006 | of 2007 | of 2008 | of 2009 | of 2010 | of 2011 | of 2012 | of 2013 | of 2015 | of 2016 | of 2017 | of 2018 | of 2019 | of 2020 | of 2021

Syndication Of A-Infos - including RDF | How to Syndicate A-Infos
Subscribe to the a-infos newsgroups
{Info on A-Infos}

(de) Newsletter des ASN Köln, Nr. 14 - Armut, Rassismus und Wirtschaftskrise in der Corona-Pandemie

Date Wed, 10 Feb 2021 09:17:48 +0200


Ein Brief des Anarchosyndikalisten Sarthak Tomar von Muktivadi Ekta Morcha (MEM) aus Bhopal "über die verheerenden wirtschaftlichen und politischen Folgen der Corona-Krise in Indien, das neben den USA und Brasilien zu den Ländern gehört, die von der Pandemie am härtesten betroffen wurden". ---- Tomar berichtet, dass die Mehrheit der erwerbsfähigen Inder*innen arbeitslos gemacht wurden. Sie seien "hoffnungslos und innerlich gebrochen", da sie die Aussicht auf eine Erwerbsarbeit aufgegeben hätten. Die kapitalistische Wirtschaft auf dem indischen Subkontinent voraussichtlich weiter schrumpfen und die Arbeiter*innen in Armut und Elend stürzen. Zu Beginn des Lockdown wurden rund 10 Millionen Wanderarbeiter*innen arbeitslos, konnten ihre Mieten in den Städten nicht mehr bezahlen und machten sich zu Fuß auf wochenlange Märsche in ihre Heimatdörfer.

Gleichzeitig ist bekannt, dass die besitzende Klasse fast
80% des gesamten Reichtums im Land besitzen, während
viele Millionen Menschen sich keine medizinische
Versorgung in dem kaputtgesparten und privatisierten
Gesundheitssystem leisten können - Hunderttausende
sind bereits an Covid-19 gestorben oder haben aus
Verzweiflung Selbstmord begangen. Doch die hindunationalistische Regierung Modi (Bharatiya Janata Party)
gibt das Geld lieber für hohe Rustungsausgaben aus, um
einen rassistischen Klassenkrieg gegen Muslime und
Ausländer*innen zu führen. Wer keine staatlichen
Ausweispapiere besitzt, dem droht sogar Haft im
Internierungslager. Brutale Mobs von Hindu-Männern
terrorisieren und ermorden ihre Gegner*innen auf offener
Straße, was von der Polizei meist geduldet oder sogar
unterstützt wird.
Die Proteste gegen das anti-muslimische Gesetz zur
Staatsbürger*schaft (Citizenship Amendment Act) wurden
von stattlicher Repression angegriffen und letztlich durch
den Pandemie-Lockdown beendet. Ende 2020 wurden
mehrere Landwirtschaftsgesetze und Arbeitsrechtsverordnungen im Parlament durchgedrückt, welche eine
kapitalfreundliche Politik zugunsten der Großunternehmen
absichern. Die Gewerkschaften der Landarbeiter*innen
und Bäuer*innen protestieren dagegen auch mit direkten
Aktionen, wie Besetzungen und Blockaden von
Eisenbahnstrecken, Einkaufszentren und Fabriken der
Großindustrie.
Auch die kleine Basisgewerkschaft "Muktivadi Ekta
Morcha" (MEM-IAA), berichtet Sarthak Tomar weiter, hat
mit lokaler Untersützung ein Netzwerk für Gegenseitige
Hilfe in der Stadt Bhopal gegründet, um verarmte
Tagelöhner*innen mit dem Nötigsten zu versorgen. Auch
in der Nähe von Kalkutta wurde ein ähnliches Projekt
gestartet. Finanzielle Unterstützung leistete die
Internationale Arbeiter*innen-Assoziation (IAA), der sich
die MEM angeschlossen hat. Dadurch konnte zahlreiche
Erwerbslosen unterstützt werden, die ihren Job als
Essens-Lieferant*innen verloren hatten, da Restaurants
geschlossen wurden. Auch eine Nachbarschaftsbibliothek
hat die Basisgewerkschaft gegründet, gemeinsam mit
Kindern, die jetzt nicht mehr zur Schule gehen können.
Am Ende des Briefes aus Bhopal macht Sarthak Tomar
deutlich: "Hoffnung auf ein Überleben und eine bessere
Zukunft kann es nur geben, wenn all Diejenigen, die auf
den Straßen sind und protestieren - die Muslime, die
[indigenen]Dalits, die Bauern und Bäuerinnen, die
digitalen Plattformarbeiter*innen -, zusammen mit den
jungen Klimaaktivist*innen ihre Kampagnen erfolgreich
fortführen und ausweiten."
Quelle: espero - libertäre Zeitschrift, Nr. 2 (Special: "Die
CoronaKrise und die Anarchie"), Januar 2021, S.195 ff. (PDF, 6 MB)
https://edition-espero.de/archiv/espero_NF_002_2021-01.pdf

https://asnkoeln.files.wordpress.com/2021/01/anarchosyndikalismus-international-nr14-winter-2020-21.pdf
_________________________________________
A - I n f o s Informationsdienst
Von, Fr, und Ber Anarchisten
Send news reports to A-infos-de mailing list
A-infos-de@ainfos.ca
Subscribe/Unsubscribe http://ainfos.ca/mailman/listinfo/a-infos-de
Archive: http://www.ainfos.ca/de
A-Infos Information Center