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(de) Wiener ArbeiterInnen-Syndikat: Wir werden lauter - Bericht über die dritte Protestkundgebung vor der IT-Firma Seamox

Date Thu, 1 Apr 2021 09:21:55 +0300


Bei schönem frühlingshaftem Sonnenschein sind wir am Donnerstag, den 18.3., nun zum dritten Mal vor der IT-Firma Seamox im 22. Wiener Gemeindebezirk gestanden, da der Firmenchef unserem spanischen Genossen noch immer nicht sein Gehalt von November und Dezember 2019 gezahlt hat. ---- Daß dem Seamox-Chef, unsere Kungebungen gar nicht behagen, hat er uns auch dieses Mal wieder offenbart: ---- Beginnend mit einem Anruf seinerseits am Vormittag vor der Kundgebung beim WAS hat er gemeint, er werde dem Genossen "ein Angebot machen", aber nur wenn wir die heutige Kundgebung absagen. - Wir haben ihm mitteilen müssen, daß sich die heutige Kundgebung so kurzfristig nicht absagen lässt, wir uns aber über seine jetzige Gesprächsbereitschaft freuen und selbstverständlich keine weitere Aktionen durchführen, sobald der Genosse sein Geld erhalten hat.

Dann, am Kundgebungsort angekommen, eine weitere spannende Information dazu: Die Polizei vor Ort teilte uns zu Beginn mit, daß der Seamox-Chef bei ihnen zuvor versucht habe, unsere Kundgebung rechtlich untersagen zu lassen - mit dem Argument, es würde sich bei dem Platz vor Firmenadresse um Privatgrund handeln. Zusätzlich hat er die Polizei angelogen und behauptet, wir hätten ihn bei der letzten Kundgebung den Weg ins Haus versperrt, was natürlich beides nicht stimmt. Sogar der Polizeioffizier hat sich mit den Worten "sowas kann ich ma gar ned vorstellen von euch" zunehmend genervt vom Seamox-Chef gezeigt. Da es sich um eine öffentliche Straße vor der Firmenadresse handelt, dürfen hier Kundgebungen laut Versammlungsrecht stattfinden und sein Wunsch nach Untersagung der Versammlung musste von der Polizei erneut zurückgewiesen werden.

Tja, lieber Herr K., jetzt hat auch Ihr dritter Versuch, gegen uns rechtlich vorzugehen, nicht funktioniert. Wie wär's, wenn Sie jetzt einfach einmal Ihre Energie in die rechtmäßige Zahlung der Sozialversicherung und des Gehalts stecken?

Aber nein, der Seamox-Chef hat bei der Kundgebung dann wieder nichts Besseres zu tun, als die KungebungsteilnehmerInnen abzufotografieren bzw. abzufilmen (wobei aber alle eine Maske getragen haben). Nicht gerade einen vertrauensbildende Maßnahme, ...

Wir haben uns davon nicht provozieren oder von der Kundgebung abhalten lassen. Mit Redebeiträgen und Flugzetteln sind die Kaisermühlner NachbarInnen über den Lohnraub der Firma Seamox informiert worden. Einige zeigten sich sichtlich interessiert und empört - "Sind wir in einer Bananenrepublik ...?" oder "Ich werde mich direkt an die Firma wenden" waren beispielsweise manche Reaktionen.

Redebeträge des WAS zum Fall Seamox sowie zu prekären Arbeitverhältnissen im Allgemeinen wurden von WAS-Mitglieder vorgetragen. Gastbeiträge hat es von einem Arbeiter des Notquatiers Gudrunstraße (für obdachlose Menschen), dessen Belegschaft am 17.3. wild gestreikt hat, mit einem Streik-Bericht gegeben, sowie von einem Mitglied der Antifaschistischen Aktion.

Zwischendrin immer wieder Parolenrufe und Nachrichten mit Straßenmalkreide am Weg, die die Kundgebung überdauern.

Sehr gefreut haben wir uns dieses Mal auch über die lautstarke Unterstützung durch die politische Samba-Trommelgruppe Rhythms Of Resistance!

Eine erstmalige Kungebungsteilnehmerin äußerte nach der Kundgebung, sie sei sehr beeindruckt von dieser gewesen; denn welche andere Institution in Österreich setze sich schon in so einem Fall für einen ein? Vom ÖGB oder der Arbeiterkammer sei ja so eine Unterstützung nicht zu erwarten.

Einen schönen Abschluß in der Dämmerung haben wir mit dem gemeinsamen Singen des von einem WAS-Mitglied selbst gedichteten Protest-Lieds gegen Seamox und der "Resolution der Kommunarden" zum 150 jährigen Jubiläum der Pariser Kommune gefunden.

Veröffentlicht auf dem WAS-Blog am 23.3.2021, kopieren mit Quellenverweis möglich.

Vergangene WAS-Artikel zum Arbeitskonflikt mit Seamox
https://wiensyndikat.wordpress.com/tag/seamox/

https://wiensyndikat.wordpress.
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