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(sup) (de) squat kommt an der Welt in Belgrad

From Worker <a-infos-de@ainfos.ca>
Date Mon, 11 Aug 2003 16:03:30 +0200 (CEST)


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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
http://www.ainfos.ca/
http://ainfos.ca/index24.html
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> From: "Rebel Mouse" <rebelmouse-A-bastardi.net>
Hallo,
Ich möchte euch die Info schicken, dass es jetzt in Belgrad einen Squat
gibt: Rebel House. Ich habe als erster ein altes, großes Haus in Zentrum
der Stadt besetzt und ich bin bereits seit einen Monat drinnen. Der
Besitzer lebt in Paris und er ist sehr reich. Ein alter Mann kümmert sich
um das Haus. Irgendwie, weiß er dass ich im Haus bin, aber niemand hat bis
jetzt die Polizei geschickt. Er hofft vielleicht, dass wir das Haus
aufräumen und reparieren werden und wird später die Polizei schicken. Wer
weiß...Es wird in diesen Tagen ein Interview in einer Zeitung über den
Squat erscheinen, so dass ich danach bald die Polizei erwarte. Aber
darüber später, wenn es geschieht.
Andere Anarchisten und Punks kommen auch hier her, um das Haus zu räumen
und zu reparieren. Einer hat schon gesagt, dass er einen Computer hergeben
wird sobald wird Strom haben. In jeden fall, der Squat wird nicht nur der
Platz für den Schlaf sein, sondern auch für anti-autoritäre Aktivitäten.
So, das Ganze war anfangs als ein Dach über meinen armen Kopf gedacht,
aber mit der Zeit wird das ein Squat mit anti-autoritären Aktivitäten
werden. So, wir planen hier viele Sachen: eine Bibliothek, die Belgrader
Indymedia, Vorlesungen, Diskussionen, Projektionen, vielleicht ein
Webradio, usw. Ich hoffe, dass wir darin Erfolg haben, und alle diese
Pläne erfüllen werden.
Ich möchte auch sagen, dass wenn jemand durch Belgrad reist, diese Person
freilich hier schlaffen kann. Sie soll sich nur einige Tage vor die
Ankunft bei uns melden. Wir werden dann darüber sorgen. Die Kontaktadresse
ist unten.
Natürlich der Squat ist jetzt erst in seiner Geburtstunde, so dass wir
irgendeine Hilfe brauchen. Die Leute im Ausland haben schon mehr
Erfahrungen damit, so dass sie schon wissen was wir brauchen. Schickt uns
irgendwelche Infos über eure Aktionen, Kollektive, Gemeindschaften, dort;
Bücher, Zeitungen, CDs, Filme über Demos, Broschüren über Anarchismus,
usw.
Das ist für uns hier erste mal, dass wir ein Squat machen, so dass wir
keine Erfahrungen im squatting haben. Nur einige Leute haben sind Ausland
gereist und sie haben dort squats besucht, aber es ist immer die Frage ob
das so hier funktionieren kann? Wir werden das schon bald erfahren. Wir
müssen aus unseren Fehlern lernen.
Tschüss
Rebel Mouse

Kontakt:

Rebel House

Petersen Sascha

Dobracina 15

11000 Belgrad

Serbien und Montenegro

E-mail: rebelmouse (at) bastardi.net

oder

rebelmouse (at) anarcho.zzn.com

Wir warten um besondere e-mail und web hosting fuer squat zu bekommen:
rebelhouse (at) mutualaid.org So wir werden darueber Info spaeter
schicken.
Hier ist auch ein Interview, aus der serbischen anarchistischen Website
Kontrapunkt (www.kontra-punkt.info). Sie können das vielleicht auch
veröffentlichen:
Belgrad 4. August '03.
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Rebel Maus in dem Rebel Haus

In diesen Tagen befindet sich in der Dobrièina 15, neben den üblichen
Mausbewohnern auch einer, nicht so kleiner, vielmehr, eine rebellische
maus, der fest dazu entschlossen ist, die anarchistische Theorie in die
Praxis umzusetzen, und zwar durch „das durchbrechen des Privateigentums,
der Einstellung der Isolation des Einzelnen und durch Kooperation und
Solidarität, die Entstehung von Opposition/Alterative zum bestehenden
politischen System.
Belgrad hat ein Squat. Und Rebel Mause ist seine „Hausmaus“. Darüber, was
die gründe für die Entstehung dieses Squats sind, ob er in seinen Plänen
allein ist und wie die weiteren Pläne ausschauen, können sie im folgenden
Interview mit Rebel Mouse für Kontrapunkt erfahren.
Rebel Mouse in dem Rebel House

K: Ich vermute, dass die Idee eines Squats bereits einige Zeit gebrodelt
hatte. Wie kam es zur Konkretisierung und, wieso wurde gerade jener Raum
gewählt, in dem du dich jetzt befindest?
RM: Die Idee eines Squats gibt es in meinem Kopf bereits sehr lange. Ich
schätze, der Grund liegt in der Punk Musik und meinen Freundschaften mit
Punks.Zur Konkretisierung kam es, weil ich nach zwei Monaten täglichen Stoppens
von Velika Plana bis Belgrad die Schnauze voll hatte, so dass ich in
Belgrad ein Dach über dem Kopf finden musste. So hatte ich keine Zeit
davor mit anderen darüber zu sprechen, und ich hatte auch keine Zeit zu
warten und zu schauen ob andere auch so ein Bedürfnis haben. Natürlich,
war ich der Ansicht, dass mein Eintritt dort erst der Anfang ist, die
erste Bewegung des Rads, und dass später auch andere Leute dieses Rad
drehen werden, d.h. dass diese sich anschließen werden, damit wir
gemeinsam Aktivitäten in diesem Raum schaffen.Ich wusste nur von diesem Raum,
aber wenn andere Leute entscheiden würden,
dass ein anderer Raum der Squat sein soll, würde ich ohne weitere
Überlegungen dorthin übersiedeln. Jedoch, so wie ich das jetzt sehe,
werden wir hier bleiben, weil es im Stadtzentrum keine weiteren so großen
Räume gibt.D.h. alles begann als wohnen und wird sich in politisches squatten
verwandeln (Durchbrechen des Privateigentums, Einstellung des Isolation
des Einzelnen, Schaffung von Kooperation und Solidarität, von
Opposition/Alternative zur bestehenden politischen Ordnung), parallel mit
dem Anschluss anderer Leute.
K: Bzgl. Der diversen Reaktionen auf deine Besetzung des Raumes als Squat,
von Seiten der anarchistischen “Gemeinde”, sag mir doch, was hast du
erwartet, und was erwartest du weiterhin und haben sich diese Erwartungen
und in welchem Ausmaß als richtig erwiesen in dieser Anfangsphase?
RM: Ich kann sagen, dass ich erwartet habe, dass Menschen ein Bedürfnis
nach einem Squat haben, in erster Linie damit man sich durch die
Entstehung einer anarchistischen Gemeinde (d.h. nicht nur eines
Kollektivs, das sich von Zeit zu Zeit trifft, sondern einer Gemeinde, die
im Alltag anarchistische Prinzipien anwenden wird und Probleme auf eine
anarcho-Weise lösen wird) von bestehenden in unseren Köpfen loslösen kann
(weil wir jahrelang in dem bestehenden System erzogen wurden und
aufgewachsen sind). D.h ich bin der Meinung, dass viele den Anarchismus
verbreiten möchten, bemerken jedoch nicht, wie sehr sie bestimmte Sachen
tun, die nichts mit dem Anarchismus zu tun haben, oder besseres zu tun
haben als Anarchoaktivismus zu betreiben, weil sie ihr Leben im
bestehenden System aufbauen. Ich werde mich stets bemühen, Leute darauf
hinzuweisen. Ich finde, dass durch das Leben in einer Anarchokommune mit
der Zeit Menschen wirklich beginnen würden jenes wovon sie reden viel mehr
in die Tat umzusetzen. Mein geistiges und materielles Interesse ist die
Erfüllung der Anarchismus, aber dass kann erst dann passieren, wenn sich
andere Menschen auch mit beteiligen. Aus diesem Grund nervt es mich
manchmal, dass Leute mit sich selbst nicht ins Reine kommen und begreifen,
was sie im Leben wollen und dies sagen, statt dass sie sich ab und zu mit
dem Anarchismus auseinandersetzen. Ich denke, das sich diese Erwartung an
Menschen noch lange nicht erfüllen wird, wobei gerade ein Squat und die
Zusammenarbeit in ihm ein Schritt in Richtung der Erfüllung des A ist.
Neben der Entstehung der Kommune, dachte ich und denke nach wie vor, dass
dieser Squat aktiv und nicht passiv sein muss. D.h in ihm muss man
diverser organisieren, was antiautoritären Charakter hat (Vorträge,
Ausstellungen Präsentationen, Projektionen, Panel Diskussionen, etc.) und
man muss falls möglich Elemente schaffen zur Ideendistribuierung
(anarcho-Bibliothek, -Radio, .Magazin, Webradio, etc).Natürlich ist es
ganz normal, dass ein Squat auch jemanden bloß als
kostenlose Unterkunft dienen. Ob dass der Fall sein wird, werden wir
sehen, wenn die Situation sich bereinigt hat. Das sind meine Erwartungen
und Einstellungen.
Über die Richtigkeit meiner Erwartungen können andere urteilen und ich
würde sie gerne hören. Was die Erfüllung der Erwartungen betrifft, kann
ich sagen dass, das Rad sich dreht, langsam aber doch. D.h. es entsteht
ein Squat, welcher antiautoritär eingestellten Menschen nutzen wird, damit
sie leichter ihre Aktivitäten durchführen. Ich muss sagen, dass ich mir
noch nicht darüber im klaren bin, wie meine Idee des S ausschaut, und dass
es mir leid tut, dass es nicht das Bewusstsein gibt dass man eine
anarchistische Kommune braucht. Aber, da ich sehe, dass wir uns bzgl.
Vieler anderer Dinge einig sind, bin ich zufrieden, dass sich vieles davon
im S abspielen wird, obwohl es keine Anarchokommune geben wird. Man kann
nicht gleich aller Ideen realisieren. Es gibt noch zeit genug.
K: Man hört Stimmen die so typisch sind für die radikalen Kreise hier, und
eine davon sagt, dass die DS dieses Haus der anarchistischen Gruppierung
Rebel Mause bereitgestellt hat. Gibt es darin einen Kern Wahrheit oder
laufen lange Zungen wieder frei herum?
RM: Sie laufen herum. Es verwundert mich, dass jemand nicht anderes zu tun
hat, statt sich mit solchen Dingen zu beschäftigen, und es verwundert mich
auch, wenn Anarchisten das glauben ohne es überprüft zu haben (falls es
solche gibt). Alles kann gefragt und in Erfahrung gebracht werden, falls
jemand gesunde Verhältnisse schaffen will. Konkret, eine Frau schickte mir
ein Mail, welches ein cedo@blablabla... An eine gewisse Politeia Mailing
Liste geschickt hatte. Ich weiß nicht wer der betreffende Cedo ist, aber
das ganze sagt mir, dass es Menschen gibt, die gegen den s sind.
K: Sag mir doch etwas mehr über das Haus selbst. Was ist die Adresse, wie
groß ist es, wie schaut es mit den Installationen aus? Ist es im
benutzbarem Zustand?RM: Das Haus befindet sich in der Strasse Dobraèina 15, 200m entfernt vom
Platz der Republik in Belgrad. Es ist groß, hat einen Keller, Erdgeschoss
und einen Stock. Auf jeder Ebene kann man 4 große Räume verwenden (circa
6x6m) und zumindest 2-3 kleine Räume (5x2m). Im Keller war ich noch
nicht. Sie Stromkabel gibt es nicht aber der Strommesser geht, so dass man
nur ein Kabel kaufen und die den Strom einführen muss. Die Wasserleitung
ist wahrscheinlich als und kaputt, aber das wird jemand anschauen der was
davon versteht, das Wasserventil habe ich noch nicht gefunden, weil ein
Teil des Gartens mit hohen Pflanzen bedeckt ist, die ich nicht abschneiden
wollte, bevor ich sehe ob andere Leute wollen das dieses haus ein s wird.
Jetzt sind sich alle einige und in den nächsten Tagen gehen wir an die
arbeit, so das alles bald funktionieren wird.
K: Ist der bis jetzt noch namenlose Squat nur dein Refugium oder
versammeln sich dich mehrere Leute?
RM: Der Name ist noch nicht formell aber viele sind begeistert von Namen
Rebel House. Mein Vorschlag war anarchistischen Kulturzentrum aber viele
fanden das nicht gut. Da im Squat nicht nur Anarchisten sein werden oder
weil sie Klassifikationen nicht mögen, finde ich dass man etwas
allgemeineres wählen kann und ich will nicht allein entscheiden.
Letztendlich sind die Aktivitäten wichtig und nicht die Termine.
Bis jetzt war der Squat der ort wo ich geschlafen habe und gelebt habe,
aber jetzt beginnt es, so dass Leute kommen und helfen beim Möbel tragen,
einige haben Computerausrüstung angeboten, etc. D.h. wenn man die anderen
Räume geputzt hat, wird das ein Raum für anarchistische Aktivitäten sein,
aber auch eine Unterkunft für jene, die hier leben wollen. Jeder soll für
sich entscheiden, aber gemeinsam sind wir stärker.
K: Falls es sich herausstellt, dass die ganze Sache nachhaltig möglich
ist, was sollte dieser Raum der lokalen Gemeinschaft, der Stadt, der
Öffentlichkeit im Allgemeinen geben? Und, ist das ganze so konzipiert,
oder wird es eine Art 'low profile' Sache, welche keine hohen Wellen
schlagen wird, damit es die Polizei und den Besitzer nicht herausfordert?
RM: Wir planen, dass dieser Raum der Öffentlichkeit Infos über die
antiautoritäre Bewegung/Idee bietet, was durch die erwähnten Aktivitäten
Ideerealisationselemente realisiert werden wird.
Über die Polizei und den Besitzer haben wir uns noch nicht unterhalten,
aber ich denke, wir werden es versuchen, den Squat auf eine friedliche
Weise zu behalten, und falls sich das als unmöglich erweist, wird es Ärger
geben. Ich persönlich bin der Meinung, dass man kein grundloses Theater
draus machen soll, aber falls sich das als notwendig erweist, wird es
sein. Natürlich, wir kitzeln den Staat so dass er wahrscheinlich dasselbe
mit uns tun wird. Aber was kann man tun, so ist es überall. Ich möchte
noch hinzufügen, dass der Squat in diesen Tagen wahrscheinlich ein eigenes
Webhosting und eine eigene Email Adresse bekommen wird, so dass man die
Leute benachrichtigen kann.
K: Viel Glück und Danke.

RM: Ebenfalls, Kontrapunkt ist eines der sehr bedeutenden Anarchomedien.
Ich hoffe, uns wird es immer mehr geben.
Tschüs.

Rebel Mouse


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