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(de) Wiener ArbeiterInnen-Syndikat: FZ-SOLI -- Frauen-Zentrum weiterhin bedroht

Date Mon, 5 Oct 2020 09:10:01 +0300


In Feminismus, Kommentar, Repression, Solidarity on September 30, 2020 at 1:08 pm ---- Seit Anfang des Jahres berichten wir über die Bedrohung der Unabahängigkeit des FrauenLesbenMigrantinnen-Zentrums in Wien durch einen Mietvertrag des WUK-Vereins mit der Stadt Wien. Nachdem das WUK tatsächlich den Mietvertrag auch über den Bereich des FZs unterschrieben hat, möchte die Stadt Wien nun über die Räumlichkeiten, konkret über das Stiegenhaus, des FZ, verfügen. Das WAS ist weiterhin solidarisch mit dem FZ und hat für die heutige Pressekonferenz des FZ im Innenhof der Währingerstr. 59 folgende Stellungnahme verfaßt. ---- Stellungnahme zum Verhalten der Stadt Wien und des WUK-Vereins bezüglich des Mietvertrags

Wir sind das Wiener ArbeiterInnen-Syndikat, eine anarchistische Gewerkschaft für alle Berufe und sonstige Ausgebeutete. Seit dem Kampf des FrauenLesbenMädchenZentrums (FZ) gegen den Mietvertrag der Stadt Wien und des Vereins Werkstätten- und Kulturhaus (WUK), haben wir uns mit dem FZ solidarisch erklärt und unterstützen diesen Kampf.

Das FZ, also die komplette Stiege 6, war seit der Besetzung - seit vier Dekaden - ein unabhängiges Projekt das mit dem WUK nie etwas zu tun gehabt hat, und sich nur zufällig im selben Gebäude befindet.

Solche unabhängigen Räume für Frauen sind für den Kampf von Frauen für Gleichheit und Freiheit unerlässlich. Es gibt in Wien (und überhaupt) kaum Räume, die nur für Frauen sind. Die Selbstorganisierung von Frauen, um gemeinsam kämpfen zu können, ist ohne Räume um einiges schwieriger. Das FZ wurde erkämpft und ist für die Frauenbewegung in Wien ein wichtiger Bestandteil. Die weltweite Frauenbewegung hätte ohne Frauenräume nicht das erreicht, was sie erreicht hat.

Nun soll auch dieser einzige und kleine Frauenraum zerstört werden.

Auch die Stadt Wien folgt kapitalistischen Interessen - nicht den Interessen der meisten Menschen in dieser Stadt. Die Stadt Wien möchte Räume, wo es geht, gemäß der Profitlogik bewirtschaften. Emanzipatorische und nicht-kommerzielle Räume wie das FZ haben in der Logik der Stadt Wien, die kapitalistisch, patriarchal und rassistisch geprägt ist, keinen Platz.

Und das WUK, ... Es hat einfach einen Mietvertrag für fremde Räumlichkeiten - das FZ - unterschrieben, mit denen es gar nichts zu tun hat! Das ist so, wie wenn ich jetzt für meine Nachbarin einfach einen Mietvertrag unterschreibe, der besagt, daß ihre Wohnung zu meiner gehört. Dann ziehe ich in ihre Wohnung ein, tausch das Schloss, baue um, haue sie raus und weise den Mietvertrag als Legitimation dafür vor. Verfügung über fremden Besitz. Die Stadt Wien und das WUK handeln, wie das, was gemeinhin unter kriminell verstanden wird. Sie agieren schlimmer als Räuber und Diebe, sie haben jegliche Achtung vor den Räumen anderer Menschen verloren. Sie haben, im Geheimen, einen Mitvertrag für Räume ausgemauschelt mit denen sie nichts zu tun haben, Räume die seit 39 Jahren andere Besitzerinnen haben! Das WUK, ein besetztes Haus, das Menschen Raum bieten sollte für freie Entfaltung, ist verkommen zu einer kommerziellen Firma ohne Gewissen, ohne Scham, ohne Sinn für Gerechtigkeit.

Die Stadt Wien spielt das altbekannte "teile-und-herrsche-Spiel". Sie spaltet die Leute im besetzen Haus und spielt den WUK-Vorstand gegen das FZ aus. Dieser erledigt, in der Hoffnung Vorteile daraus zu ziehen, bereitwillig die Arbeit, ab nun gegen das FZ vorzugehen. Die Stadtregierung lacht sich ins Fäustchen, denn wenn die "Alternativprojekte" sich miteinander beschäftigen müssen, läßt es sich leichter herrschen. Der WUK-Vorstand ist entweder intellektuell nicht in der Lage, zu erfassen wie Politik funktioniert, und was er anrichtet indem er bei dabei mitspielt, oder er ist in vollem Bewußtsein Teil dieses miesen Spiels. Wir nennen das jedenfalls ein korruptes Vorgehen des WUK-Vorstandes.

Wenn wir eine Stadt möchten, in der Menschen vor Profit stehen und der Kampf von Frauen um Gleichheit und Freiheit nicht noch mehr eingeschränkt werden soll, muß das FZ bestehen bleiben.

Die Stadt Wien muß verstehen und hinnehmen, daß das WUK den Mietvertrag illegaler Weise für die Stiege 6 unterschrieben hat und die Räumlichkeiten des FZ mit dem Mietvertrag des WUK und den Vereinbarungen darin nichts zu tun haben.

Frauen haben nicht viel Raum und das bisschen Raum, das sie haben, das FZ, werden wir verteidigen!

Veröffentlicht am 30.09.2020 auf dem WAS-Blog. Kopieren mit Quellenverweis möglich.

Mehr zum Thema:

Stellungnahme des FZ vom 26.9.20 (PDF)

weitere WAS-Artikel zum Thema:

Korruption im WUK
Protestbrief des WAS‘ an das WUK
Frauenstadträtin lässt Frauen aus dem Rathaus räumen

https://wiensyndikat.wordpress.com/2020/09/30/frauenlesbenmaedchenmigrantinnen-zentrum-weiterhin-bedroht/
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