A - I n f o s

ein mehrsprachiger Informationsdienst von, fr und ber Anarchisten **
Nachrichten in allen Sprachen
Die letzten 40 Artikel (Homepage) Artikel der letzten 2 Wochen Unsere Archive der alten Artikel

Die letzten 100 Artikel, entsprechend der Sprache
Castellano_ Català_ Deutsch_ Nederlands_ English_ Français_ Italiano_ Português_ Russkyi_ Suomi_ Svenska_ Türkçe_ The.Supplement

Die ersten paar Zeilen der letzten 100 Artikel auf:
Greek_ 中文 Chinese_ Castellano_ Català_ Deutsch_ Nederlands_ English_ Français_ Italiano_ Polski_ Português_ Russkyi_ Suomi_ Svenska_ Türkçe
Die ersten paar Zeilen aller Artikel der letzten 24 Stunden

Links zu den Listen der ersten paar Zeilen aller Artikel der letzen 30 Tage | von 2002 | von 2003
| von 2004 | of 2005 | of 2006 | of 2007 | of 2008 | of 2009 | of 2010 | of 2011 | of 2012 | of 2013 | of 2014 | of 2015 | of 2016 | of 2017 | of 2018

(de) fda-ifa: Gai Dao #96 - A­BIB BRAUCHT RAUM! -- Anarchistische Bibliothek | Archiv | Institut für Anarchismusforschung | Wien Von: A-BIB

Date Sun, 30 Dec 2018 10:55:20 +0200


Die Anarchistische Bibliothek | Archiv | Institut für Anarchismusforschung Wien gibt es seit 1. Mai 2010. Bisher sind wir in der Lerchenfelderstraße 124-126 untergebracht. Mit Ende März 2019 läuft allerdings unser Mietvertrag aus und es gibt keine Option auf Verlängerung. Das Haus wird generalsaniert und an die Stelle der Bibliothek kommen Garagen. Deshalb sind wir auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten. ---- Da wir nicht den rasant steigenden Mietpreisen und der Immobilienspekulation in Wien ausgeliefert sein wollen und ein nachhaltiges und langfristiges Projekt anstreben, haben wir uns entschieden, Räumlichkeiten für Bibliothek und Archiv zu kaufen. Dazu benötigen wir Unterstützung. ---- Wofür brauchen wir Raum?

Mehr denn je braucht unsere Gesellschaft Räume, in
denen kritisches und freies Denken Platz finden. Wir
sind die einzige anarchistischen Bibliothek sowie das
zugehörige Archiv in Österreich und stellen dabei
einen solchen Ort dar, an dem gedankliche Freiheit
auch ihren nötigen Raum zur Verfügung hat. Auch in
Zukunft wollen wir an folgenden Projekten weiterar-
beiten und diese für alle Menschen begehbar und er-
lebbar machen:

Bibliotheks- und Archivbestand: Die Bibliothek
verfügt über einen österreichweit einzigartigen
Bestand an Zeitschriften (ca. 850 Zeitschriftenti-
tel) und Büchern (über 2500 Bände) über die be-
wegte libertäre Geschichte und die Theorie der
libertären Bewegungen. Auch europaweit gehört
sie zu den gut aufgestellten anarchistischen Fach-
bibliotheken.

Digitalisierungsprojekt: Historische Zeitschrif-
ten, Broschüren und Bücher werden elektronisch
aufbereitet. Die dafür notwendige Infrastruktur
steht in der Bibliothek zur Verfügung. Die Digita-
lisate werden auf Anfrage kostenfrei übermittelt
bzw. können auch im Internet abgerufen werden.

Forschung: Das Institut für Anarchismusfor-
schung be- und erforscht die Geschichte(n) der
anarchistischen Bewegungen und beschäftigt sich
mit den Theorien des Anarchismus wie auch mit
allgemeinen Fragen aus anarchistischer Perspekti-
ve. Es geht darum, verschiedene anarchistische
Strömungen, markante Ereignisse und Biogra-
phien einzelner Personen sichtbar zu machen.
Nicht nur, um die anarchistische Geschichte dem
Vergessen zu entreißen, sondern auch, um unse-
ren Blick auf die Gegenwart zu schärfen.

Ausstellungen: In den Räumlichkeiten werden
temporäre Ausstellungen organisiert, die öffent-
lich und kostenfrei zugänglich sind. Es gab bereits
zwei Ausstellungen zum Spanischen Bürgerkrieg
(1936-39), eine Ausstellung zu den Mujeres Libres
und eine zu B. Traven.

Digitaler Stadtplan: Es wird an einem anarchis-
tischen Stadtplan für Wien und Graz gearbeitet,
der wichtige Stationen der libertären Geschichte
und somit auch einen wichtigen Teil der Ge-
schichte Wiens und Graz‘ erinnerbar und erlebbar
machen soll.

Internationale Zusammenarbeit: Die Bibliothek ist
Teil des Internationalen Verbands libertärer For-
schungs- und Dokumentationszentren (FICEDL).
Nicht nur deshalb gibt es zahlreiche Kooperatio-
nen mit Bibliotheken, Archiven und Vortragenden
aus verschiedensten Ländern.

Neben Büchern und Zeitschriften speziell anar-
chistischer Ausrichtung findet man auch zahlrei-
che Titel zu anderen emanzipatorischen
Bewegungen , seien es Feminismus, Ökologie so-
wie progressive Kunst.

Die Anarchistische Bibliothek | Archiv | Institut
für Anarchismusforschung ist ein Treffpunkt für
alle, die über den ideologischen Tellerrand hin-
ausschauen und Interesse an libertären und alter-
nativen Lebensentwürfen in ihrer Vielfalt haben.

Neben der Bibliothek gibt es zahlreiche Infoma-
terialien zu emanzipatorischen Veranstaltungen
und Projekten.

Die Anarchistische Bibliothek | Archiv | Institut
für Anarchismusforschung ist ein unabhängiger
Veranstaltungsort , der weder profitorientiert
noch instrumentalisiert ist. Dies gibt die nötige
Unabhängigkeit für Veranstaltungen mit ‚unbe-
quemen‘ Inhalten und für Diskussionen, in denen
man kein Blatt vor den Mund nehmen muss.

Solidarische Lebensweisen sind nicht nur Inhalt
der Bücher, sondern auch gelebte Praxis in der Bi-
bliothek. So gibt es bei Veranstaltungen Volxkü-
chen und Getränke auf Basis freiwilliger Spenden.
Die Menschen, die die Bibliothek und das Archiv
besuchen, bilden gleichzeitig ein Netzwerk, in
welchem man einander hilft und unterstützt.
Es gibt keinen Chef und keine Angestellten. Die
Bibliothek wird auf freiwilliger Basis betrieben,
Entscheidungen werden basisdemokratisch ge-
fällt. Die Bibliothek ist somit auch ein Beispiel da-
für, wie Strukturen ohne Hierarchien und
ökonomische Anreize organisiert werden können.

Was für einen Raum stellen wir uns vor?

Wir suchen zur Zeit intensiv nach geeigneten Räum-
lichkeiten. Es ist uns wichtig, das Projekt so zu struk-
turieren, dass es gegen
missbräuchliche Verwendung
abgesichert ist, d.h. nicht priva-
tisiert werden kann. Bibliothek
und Archiv sollen für immer ein
öffentlich zugänglicher Raum
sein, ein Raum, der dem Ge-
meinwohl dient und allen In-
teressierten zur Verfügung steht.
Betrieben wird die Bibliothek
von einem Kollektiv auf Basis
freiwilliger Arbeit. Alle Ent-
scheidungen werden gemeinsam
getroffen. Mitmachen kann da-
bei jede und jeder, solange man
dem Grundgedanken offen ge-
genübersteht, die libertäre
Theorie und Praxis der Vergan-
genheit im kollektiven Ge-
dächtnis zu bewahren, um für
die Zukunft an libertären Uto-
pien für eine bessere Welt zu
arbeiten.

Struktur: Auf der Basis eines bereits bestehenden
gemeinnützigen Vereins soll die Gemeineigen-
tumsstruktur abgesichert werden. Das Hauptau-
genmerk liegt auf der Absicherung gegen eine
(Re-)Privatisierung von Bestand und Räumlich-
keiten.
Größe: Die Anarchistische Bibliothek ist in den
letzten Jahren stark gewachsen - sowohl was den
Bestand an Büchern und Zeitschriften als auch
was die Anzahl der Nutzer*innen betrifft. Des-
halb braucht es ca. 140 m2 Grundfläche.

Lage: Die Räumlichkeiten sollen v. a. mit öffentli-
chen Verkehrsmitteln gut erreichbar sein, um ein
breites Publikum anzusprechen.
Feuchtigkeit: Die Räumlichkeiten müssen selbst-
verständlich trocken sein.
Ausstattung: Die Möbel und Innenausstattung
der jetzigen Räumlichkeiten wurden alle selbst
gebaut bzw. angeschafft. Wir können sie also in
die neuen Räumlichkeiten mitnehmen, womit ein
Großteil der Kosten für die Raumausstattung
wegfällt.
Um die Kosten nicht weiter zu heben, sollen et-
waige Umbauarbeiten so weit wie möglich in Ei-
genregie geleistet werden.

Wie wollen wir den Raum finanzieren?

Einen geeigneten Raum zu kaufen, ist ein ziemlich
großes, aber auch einzigartiges Projekt - nicht nur ös-
terreichweit. Der Vorteil dabei
wäre, dass damit ein Raum ge-
schaffen wird, welcher auch
für zukünftige Anarchist*innen
als Ort der Bildung und Ver-
netzung gesichert ist. Die Her-
ausforderung ist die einmalige
Aufbringung einer ziemlich
hohen Summe: Wir brauchen
150.000 €. Einen Teil davon
haben wir schon zusammenge-
spart ( rund 40.000 €). Für den
Rest brauchen wir noch Unter-
stützer*innen.

Da wir den Raum innerhalb ei-
nes Jahres kaufen wollen, freu-
en wir uns auch, wenn uns
jemand einen Direktkredit gibt,
den wir in Raten zurückzahlen
werden. Dies gibt uns Zeit für
eine längere Kampagne.

Nach dem Ankauf soll sich die
Bibliothek weitgehend selbst tragen bzw. sollen die
laufenden Betriebskosten durch Mitgliedsbeiträge fi-
nanziert werden. Das Projekt soll nachhaltig und nicht
abhängig von Einzelpersonen oder staatlichen oder
privaten Organisationen sein.
Wir sind überzeugt, dass wir dieses Projekt umsetzen
können, wenn Menschen, welche dieses Projekt wich-
tig finden, einen für sich entbehrlichen Teil dafür her-
geben. Noch ist es eine Utopie. Aber zusammen
können wir den Raum für die Anarchistische Biblio-
thek | Archiv | Institut für Anarchismusforschung Wi-
en Wirklichkeit werden lassen.

???
Kleine Auswahl aus dem Bestand des Archivs:
Originale vor 1945:
Autonomie (London, Einzelstücke)
Revolution (Wien, Einzelstücke)
Erkenntnis und Befreiung (einige Jahrgänge)
Die Freie Generation (Einzelstück)
CNT
CNT-Marine
Der Sozialist (Berlin/Zürich, Gustav Landauer)
Der Syndikalist (Berlin)
Neues Leben (Berlin 1897-1903)
Der freie Arbeiter (1904-1933)

Originale nach 1945:
Ca. 900 Zeitschriftentitel aus allen Kontinenten:
u.a. aus Frankreich: Le monde Libertaire (fast
durchgängig), aus Deutschland: Graswurzelrevo-
lution (komplett). Viele Zeitschrifttitel sind in
dem vorhandenen Ausmaß einzigartig in Öster-
reich.

Digitalisate:
Eines unserer Projekte ist das Digitalisieren von anar-
chistischen Zeitschriften mit dem Schwerpunkt Öster-
reich. Wir haben digitalisiert:

Die Zukunft (Wien, 1879-1884; 1884 verboten),
die vermutlich erste anarchistische Zeitschrift
überhaupt, die man sonst in keiner andern Biblio-
thek in Europa findet.

Die Autonomie (in London erschienen, dann ein-
geschmuggelt, 1886-1893, komplett), die in keiner
österreichischen Bibliothek vorhanden ist. Einer
der Herausgeber war der aus Böhmen stammende
Josef Peukert.
Die anarchistische Bewegung von 1892-1918
(Staatspolizei-Berichte, komplett als einzige Bi-
bliothek in Wien)
Die Zukunft (Wien, 1893-1896, komplett), von
manchen als erste anarchistische Zeitschrift aus
Wien bezeichnet.
Ohne Staat (Budapest 1897-1899)
Die Freie Generation (1906-1908, komplett, durch-
suchbar), herausgegeben u. a. von Pierre Ramus.
Wohlstand für Alle (1908-1914, komplett, durch-
suchbar), herausgegeben von Pierre Ramus.
Die Revolution (Wien 1919, komplett), herausge-
geben von Karl F. Kocmata.
Ver! (Wien 1917-1921, komplett), herausgegeben
von Karl F. Kocmata (komplett auch als einzige

Bibliothek in Wien).
Der Anarchist (Wien 1919), herausgegeben von
Heinrich Holz-Reyter.
Erkenntnis und Befreiung (Wien und Graz,
1918-1933, teilweise)
Besinnung und Aufbruch (Berlin 1929-1932, teil-
weise)
Die soziale Revolution (Barcelona 1936-1937,
komplett)
Weitere 180.000 Seiten verschiedenster Zeitschriften
und Broschüren, und auch Plakate und Fotos warten
auf ihre Aufarbeitung!
_________________________________________
A - I n f o s Informationsdienst
Von, Fr, und Ber Anarchisten
Send news reports to A-infos-de mailing list
A-infos-de@ainfos.ca
Subscribe/Unsubscribe http://ainfos.ca/mailman/listinfo/a-infos-de
Archive: http://www.ainfos.ca/de