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(de) anarcho syndikalismus Polen: ZSP kämpft weiter - Neue Siege und Herausforderungen in 2018

Date Thu, 21 Jun 2018 06:51:43 +0300


Anlässlich des Jahreskongresses der polnischen Basisgewerkschaft ZSP-IAA hat diese einen Rückblick auf die Siege und Herausforderungen der ersten Hälfte von 2018 zusammengestellt: ---- Der Kongress, welcher normalerweise etwas früher im Jahr stattfindet, war aufgrund verschiedener Ursachen verschoben worden, unter anderem aufgrund des Repressionsdrucks gegen ihre Gewerkschaftsaktivitäten. Die ZSP führt weiterhin eine Kampagne zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Supermärkten, vor allem in der Auseinandersetzung mit PoloMarket. Dabei haben erneut Arbeiter*innen mit Beeinträchtigungen eine große Rolle in der Arbeitsplatzkampagne der Organisation gespielt. Sie kämpfen für ihre vom Gesetz zugestandenen Rechte, die ihnen von vielen Arbeitgeber*innen verweigert werden, welche nur Fördermittel abkassieren wollen und dabei glauben, dass diese nicht für ihre Rechte kämpfen würden.

Eine direkte Aktion hat bereits dazu geführt, dass ein*e Arbeiter*in eine gute Entschädigungszahlung erhalten hat. Und eine Reihe von Gerichtsurteilen wurde das Unternehmen wurde zugunsten der Arbeiter*innen entschieden. Um die Arbeitenden zu entmutigen, wurden jedoch von der Supermarktkette auch falsche Anklagen erhoben - ein Fall gegen eine Einzelperson und zwei weitere Anklagen gegen acht Leute.

Trotzdem hat die Gewerkschaft nicht die Ansicht ihre Aktionen aufzugeben. Sie muss jedoch im Angesicht solcher Unterdrückungsmaßnahmen erstmal ihre Strategien zur Organisierung am Arbeitsplatz diskutieren. Für ein solches Vorgehen bekommen die Chefs wird in Polen grundsätzlich grünes Licht und sogar die Unterstützung des Staates. Dies war zum Beispiel der Fall bei der Postbehörde, wo eine Reihe von Entlassungen als Vergeltungsmaßnahme ausgesprochen wurden. In einem Fall hat ein*e Arbeiter*in eine sehr hohe Abfindung erstreiten können, möchte aber nicht mehr länger dort arbeiten, wegen der miesen Arbeitsbedingungen und der hohen Wahrscheinlichkeit für Bestrafungen und Diskriminierung bei weiteren Arbeitseinsätzen.

Die Postbehörde hatte sich wegen der anhaltenden Kampagne unserer Genoss*innen gezwungen gesehen, die Löhne zu erhöhen. Dies ist definitiv ein Sieg, aber nur ein Teilerfolg. Denn die von den Arbeiter*innen unabhängig von den angepassten Gewerkschaften aufgestellten Forderungen, wurden bisher nicht erfüllt. Die Post wehrt sich außerdem gegen die Anerkennung der Gewerkschaft, sogar gegen Gruppen von Arbeiter*innen, die sich entschlossen haben sich anzumelden. Dies ist jedoch nur eine förmliche Anerkennung, aber davon hängt nicht ab, ob die Arbeiter*innen Stärke haben (oder nicht), sondern ausschlaggebend dafür ist ihr eigener Aktivismus (oder dessen Fehlen).

Diese langwierigen Kampagnen benötigen alle Aufmerksamkeit, da dass die ZSP im lezten Jahr weniger Aktionen in Bezug auf Themen wie Lohnraub organisiert hatte. Doch gibt ein paar Erfolge auf diesem Gebiet, wie das Erkämpfen ausstehender Löhne bei einer Schuhgeschäft-Kette in Warschau. Auch gab es siegreiche Aktionen gegen die Vorenthaltung von Krankentagen bei Unternehmen wie Amazon und einigen kleineren Firmen. Und mit indischen Arbeiter*innen wurden Gespräche begonnen, die begonnen haben sich für ihre Arbeitsrechte einzusetzen.

Schließlich hat die Gewerkschaft auch ihre Aktivitäten auf anderen Gebieten fortgesetzt, was zu sehr konkreten Siegen geführt hat, darunter Entschlüsse zur Re-Provatisierung und städtischen Wiederübernahme einiger Wohngebäude.

Quelle:
http://www.iwa-ait.org/content/zsp-keeps-fighting-2018-new-victories-and-challenges
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