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(de) Gai Dao #84 - Bericht zum FdA-Treffen in Frankfurt a.M. im Oktober 2017 Von: LILA[F]

Date Mon, 18 Dec 2017 08:37:41 +0200


Diesen Herbst haben wir von LILA[F]in Frankfurt am Main das regelmäßige FdA-Treffen ausgerichtet. Nun erstmal ein paar Worte zu uns und zu den Räumen, die wir nutzen. ---- Unsere Gruppe LILA[F]existiert seit gut einem Jahr und ist seit etwa einem halben Jahr Teil der FdA. Die Arbeit der Gruppe bestand in letzter Zeit aus der Organisation verschiedener Veranstaltung, wie den monatlich stattfindenden "Br(A)nch", ein offener Mitbringbrunch mit Programm. Aufgrund der Drogenfreiheit und Zeit der Veranstaltungen können auch Eltern mit ihren Kindern teilnehmen, die sonst eher von linksradikalen Räumen (unbeabsichtigt) ausgeschlossen werden. ---- Darüber hinaus haben wir innerhalb der Sommermonate intensiv an der FdA-Kampagne "Solidarische Perspektiven entwickeln - jenseits von Wahlen und Populismus" gearbeitet und einen Workshop zur Kampagne entwickelt. Diesen haben wir bisher 11 Mal in unterschiedlichen Städten gehalten.

Das FdA-Treffen
fand im Café
ExZess statt, einem
ehemaligen Kino
und Waschsalon,
der nun als
unkommerzielles
Zentrum und
Theater genutzt
wird. Es ist einer
der wenigen Orte
in Frankfurt der Platz für unkommerzielle Kulturveranstaltungen und
politische Organisation bietet. Mit dem Café ExZess in Frankfurt am
Main, in dem wir auch unseren regelmäßigen veganen Brunch
veranstalten stand uns ein bekannter Ort zur Verfügung, der eine
gute Infrastruktur für das Treffen mitbrachte.

Im Rahmen der europaweiten Forderungen nach der Räumung und
Schließung autonomer linker Zentren anlässlich der G20-Proteste ist
auch das "ExZess", sowie die seit 34 Jahren besetzte "AU" in
Rödelheim und das ehemalige Polizeigefängnis und nun autonome
Zentrum "Klapperfeld" wieder in den Fokus der Öffentlichkeit
geraten. In Zeitungsartikeln und Diskussionen im Stadtparlament
und Ortsbeiräten werden Rufe nach Räumungen &
Vertragskündigungen laut. In Frankfurt gibt es daher verschiedene
Solidaritätserklärungen von Gruppen und Nachbarschaften, die die
wichtige soziale Funktion der Zentren nutzen und für ihre Arbeit
benötigen. Denn gerade in Frankfurt ist die Suche nach nutzbarem,
bezahlbaren/kostenlosen Raum wegen der immens hohen Mieten und
der fortschreitenden Gentrifizierung schwierig. Und das, obwohl
unheimlich viel leer steht. Auch in der Woche vor dem Treffen gab es
einige Aktionen, die auf den Bedarf nach Raum aufmerksam
machten. So wurde am Freitag im Frankfurter Westend die so
getaufte "Villa Metropolis" kurzzeitig besetzt, um einen Film zu
zeigen und so verschiedene Möglichkeiten der Leerstandnutzung
aufzuzeigen.

Als Rahmenprogramm des Treffens hatten wir, neben der
Filmvorführung, eine Führung im ehemaligen Polizeigefängnis
angestrebt. Außerdem gab es ein "linksradikales Kneipen-Quiz" und
einen Spieleabend. Schon einige Zeit vor dem Treffen hat die Küfa-
Gruppe EssKAlation aus Karlsruhe sich angeboten, auf dem Treffen
für uns zu kochen. Das war ein super Angebot und hat unsere Arbeit
als organisierende Gruppe enorm erleichtert. Vielen Dank nochmal
für die leckere Versorgung!

Für viele Menschen aus der Gruppe war dieses Treffen das erste als
FdA-Gruppe. Für uns war es sehr spannend, die Diskussionsprozesse
und Umgangsformen mal im realen Leben mitzuerleben. Die
Debatten waren hochinteressant und wir haben viel gelernt.
Insbesondere die Tatsache, dass es mehrere AGs mit eindeutig
feministischer Ausrichtung gab, hat uns große Hoffnungen auf die
Zukunft der Föderation gegeben. Die offenen Strategiedebatten
waren ebenfalls sehr hilfreich, um Erfahrungen für unsere Arbeit
auszutauschen und von den Erlebnissen anderer Gruppen zu lernen.
Insgesamt waren die Debatten sehr fruchtbar und motivierend.
Allerdings war es auch anstrengend, in so kurzer Zeit so viele
inhaltliche Dinge zu besprechen. Doch das war es wert. Wir freuen
uns auf das nächste FdA-Treffen!
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