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(de) FdA/IFA: Gai Dao #83 - Repressionen in Weißrussland gegen russischen Anarchisten Pjotr Rjabow Von: E.K.

Date Sat, 11 Nov 2017 11:38:12 +0200


Am 9. Oktober verhinderte die weißrussische Miliz (Polizei) die Vortragsveranstaltung des Moskauer Anarchisten Pjotr Rjabow in Grodno. Die Spezialeinheit OMON stürmte die Veranstaltungsräume, nahm vorläufig ca. 20 Personen fest und beschlagnahmte zahlreiche Literatur mit der Begründung, es bestünde Verdacht auf Verbreitung extremistischer Materialien. Rjabow wurde nach der Kontrolle der Personalien und erkennungsdienstlicher Behandlung freigelassen und reiste nach Baranawitschy (Baranowitschi), wo er am nächsten Tag zwar eine weitere Veranstaltung durchführen durfte, doch bei dem Einstieg in den Zug zurück nach Russland nahmen die weißrussischen Behörden ihn wieder fest. Am 11. Oktober verurteilte das Gericht von Baranawitschy Rjabow wegen "Hooliganismus" zur sechs Tage administrativen Haft - ihm wurde vorgeworfen in der Öffentlichkeit
obszöne Schimpfworte gebraucht zu haben. Daraufhin trat Rjabow in
einen Hungerstreik und weigerte sich an Verhören teilzunehmen. Er
wurde in ungeheizten Räumen gehalten. Am 13. Oktober fand in
Moskau eine Solidaritätskundgebung vor der weißrussischen Botschaft
statt. Nach dem Ablauf seiner Haftzeit wurde Rjabow nach Russland
ausgewiesen. In den nächsten zehn Jahren darf er nach Weißrussland
nicht einreisen, bei der
Zuwiderhandlung drohen drei bis
fünf Jahre Haft. Rjabow selbst
erklärt die Repressionen gegen sich
mit der verstärkten Wachsamkeit der
weißrussischen Behörden gegenüber
Anarchist*innen, bedingt durch
deren aktive Teilnahme an den
Protesten gegen den Präsidenten
Alexander Lukaschenko.
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