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(de) FAU, ggb.hannover - Sozialarbeiterische Standards in Flüchtlingsunterkünften: GGB fordert gleichen Lohn für gleiche Arbeit

Date Sat, 19 Aug 2017 08:37:39 +0300


Veröffentlicht am 15. August 2017 - Kategorien: GGB Pressemitteilung Soziale Arbeit ---- In einer Anhörung der Stadt Hannover zu den Arbeitsbedingungen in den Flüchtlingsunterkünften machte sich die Gewerkschaft Gesundheits- und Soziale Berufe Hannover (GGB) für die volle Angleichung der Gehälter an den Tarif des öffentlichen Dienstes stark. Außerdem forderte sie die Einrichtung unabhängiger Beschwerdestellen für Bewohnerinnen und Bewohner sowie für die Beschäftigten. ---- Bild: Gewerkschaft in Aktion. - Foto: Jens Kammradt ---- Nach Auffassung der GGB muss der im Vergleich zum Tarifvertrag TVöD hohe Lohnabstand aufgehoben werden. Das forderte die Basisgewerkschaft am Mittwoch, den 16. August 2017 in einer gemeinsamen Anhörung von Bauausschuss, Gleichstellungsausschuss, Sozialausschuss und Internationalem Ausschuss zum Thema "Sozialarbeiterische Standards in Flüchtlingsunterkünften". Um Fachkräfte für die Flüchtlingsarbeit zu gewinnen und zu halten, müssten die im Tarifvertrag geltende Regelungen, wie die automatische Berücksichtigung von Erfahrungsstufen, auch bei den privaten und wohlfahrtsverbandlichen Unternehmen Anwendung finden. "Ansonsten müssen sich die Betreiber auch nicht wundern, keine qualifizierten Fachkräfte in ausreichender Zahl zu finden. Schließlich wird für Fachkräfte in der Sozialen Arbeit auch ein abgeschlossenes Hochschulstudium gefordert. Das muss auch entsprechend vergütet werden", so der GGB-Vertreter.

Zugleich kritisierte die Gewerkschaft GGB den Auf- und Ausbau sogenannter Springerteams Sozial Arbeitender, um eklatante Personalengpässe zu stopfen. Die nötige professionelle Beziehungsarbeit ließe sich auf der Grundlage ständig wechselnder Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner nicht bewerkstelligen. Der Einsatz von Zeitarbeitsfirmen verbiete sich aus Sicht der Basisgewerkschaft von selbst. Stattdessen sollten die festen Teams an den Standorten ausgebaut werden, Springerteams nur noch im Rahmen eines Ausfallmanagements zum Einsatz kommen.

Um die Missstände schnell zu erkennen und beheben zu können, forderten AKS und GGB die Einrichtung von Heimbeiräten durch die Flüchtlinge in den Unterkünften. Der Vertreter der GGB wies in diesem Zusammenhang auf die guten, mittlerweile fast vierzigjährigen Erfahrungen mit unabhängigen Beschwerdestellen in einem Sektor des Gesundheitswesens hin: Den Psychiatrieausschuss und die Besuchskommissionen. Auch die Stadt könne so ein unabhängiges Gremium schaffen, das mit Vollmachten zur Kontrolle der Einhaltung fachlicher Standards in den Unterkünften ausgestattet wird. Als erste Orientierung empfahlen AKS und GGB den vom sächsischen Ausländerbeauftragten herausgegebenen sogenannten "Heim-TÜV" für die Beurteilung von Gemeinschaftsunterkünften für Asylsuchende.

Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Hannover (AKS) hatte sich die GGB im März mit einem offenen Brief an die Ratsfraktionen von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke gewandt, um auf die Missstände in der Flüchtlingsunterbringung hinzuweisen. Neben der untertariflichen Bezahlung und der Unbeständigkeit der Teams kritisierten AKS und GGB weitere Punkte. "Die Betreiber erwarten die Übernahme fachfremder Aufgaben durch Sozial Arbeitende. Beispielsweise sollen die Fachkräfte Anwesenheits- und Zimmerkontrollen durchführen. Doch das geht zu Lasten der sozialen Arbeit mit den zum Teil hochtraumatisierten Flüchtlingen," so der Vertreter der GGB. AKS und GGB regten an, dass künftig in Ausschreibungen und Betreiberverträgen genauere Vorgaben zur Einhaltung sozialer Standards für die Bewerber bzw. Betreiber von Flüchtlingsunterkünften einfließen müssten.

Anmerkungen

Das Handout der GGB zur Ausschusssitzung findet ihr hier.

https://ggb.hannover.fau.org/2017/08/15/sozialarbeiterische-standards-in-fluechtlingsunterkuenften-ggb-fordert-gleichen-lohn-fuer-gleiche-arbeit/
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