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(de) FdA/IFA: Gai Dao, N°79 ­- Zwischen Karoshi und Surplus -- Zukunft der Arbeit und Nichtarbeit -- Von: capulcu -> capulcu.blackblogs.org

Date Tue, 18 Jul 2017 10:04:33 +0300


Das Londoner Wirtschaftsberatungsunternehmen Deloitte versucht jeden Zweifel zu zerstreuen: "Frage eine*n Ökonomen*in oder Technik-Experten*in und sie werden Dir freudig mitteilen, dass Jahrzehnte verlässlicher Daten zeigen, dass Automatisierung mehr Jobs erzeugt als vernichtet." Alle Prognosen über ein nahendes Ende der Erwerbsarbeit waren bislang immer falsch. Dennoch scheinen die Beschwichtigungen in Bezug auf die tiefgreifendste Veränderung der Arbeitswelt durch die aktuelle technologische Innovationsoffensive wenig überzeugend, wenn selbst reaktionäre Ökonomen*innen wie Thomas Straubhaar (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) zur vorsorglichen Befriedung nach einem "bedingungslosen" Grundeinkommen rufen, weil zukünftig immer weniger Menschen von ihrer Erwerbsarbeit werden leben können. Der Anteil der "Überflüssigen" (Surplus) die ganz ohne Arbeit ihr (Über-)Leben organisieren müssen, wird drastisch steigen. Ob und wenn ja, welche Arbeit knapp wird, erörtern wir im letzten Teil.

Zunächst wollen wir die Bedingungen untersuchen, die zu massiver
Entwertung von Arbeit und massenhafter Selbstunterwerfung der noch
bzw. schon nicht mehr Arbeitenden führen.

Zeitlose Ausbeutung als Basis für eine smarte neue Welt
An den Folgen der Arbeit sterben jährlich mehr Menschen als in allen
aktuellen Kriegen zusammen. Ein Studie der Arbeitsorganisation ILO
aus dem Jahr 2015 spricht von 2,3 Mio Menschen, die bei direkten
Arbeitsunfällen ums Leben kommen. Die meisten davon im
sogenannten globalen Süden. Bergleute, die in den Minen
eingeschlossen bleiben, Bauarbeiter*innen, die in Qatar von den
Gerüsten der Fußballstadien-Baustellen stürzen oder Näher*innen, die
in Bangladesch von Trümmern der einstürzenden Fabrikhallen
erschlagen werden.

All jene, die an den Spätfolgen ihrer Arbeit sterben sind in den 2,3 Mio
nicht eingerechnet. Die Menschen, die mit giftigen Farbstoffen der
Kleidung großer europäischer Modelabels in Kontakt kommen, die mit
Säuren arbeiten müssen, um die seltenen Erden für unsere
Mobiltelefone, Laptops und die Akkus der "sauberen" Elektroautos zu
gewinnen. Oder die Menschen, die auf den Soja-Monokulturen im
brasilianischen Regenwald Pestizide und Düngemittel einatmen
müssen, für Soja, das in Europa und Nordamerika bei der industriellen
Fleischproduktion verfüttert wird.

Foxconn ist der weltweit größte Auftragsfertiger für Elektronik mit 1,4
Mio Beschäftigten weltweit. Bekannt wurde der Zulieferer (u.a. für
Apple) durch eine Selbstmordserie im Hahr 2010 aufgrund
unerträglicher Arbeitsbedingungen. Doch es hat sich wenig geändert.
100 Überstunden im Monat gehörten vor den Suiziden zur gängigen
Praxis, jetzt sind es immer noch 80. Foxconn lässt jedoch jede
Mitarbeiter*in unterzeichnen, dass sie*er diese freiwillig leistet. Es
herrscht eine Kultur restriktiver Verhaltensnormierung - sowohl im
Betrieb als auch in den Wohnheimen, die wie Gefangenenlager
organisiert sind. Bei Regelmissachtung gibt einen klaren
Bestrafungskatalog: Beschimpfung, Strammstehen, Aufsagen von
Zitaten des*der Firmenchefs*in, öffentliche Selbstkritik. Das strenge
Fabriksystem funktioniert wie ein Knast. Ein Arbeiter betrat
unvorsichtigerweise den Rasen, gleich kamen zwei Mitarbeiter des
Werkschutz, verpassten ihm einen Elektroschock und traten auf ihn ein.
Die Volkspolizei hat keinen Zutritt zum Gelände. Ihre Rolle übernimmt
der Werkschutz. Im Japanischen gibt es mit den Begriff "Tod durch
Überarbeiten" (Karoshi) eine eigene Bezeichnung für einen plötzlichen,
arbeitsbedingten Tod - meist durch Herzinfarkt oder Schlaganfall
ausgelöst. Doch auch außerhalb Japans lassen Stress und Überarbeitung
die Menschen immer häufiger ausbrennen. Die gesundheitlichen Folgen
der Überarbeitung reichen von Schlafstörungen über Rückenprobleme
bis zum Herzinfarkt.

Shareconomy hat mit Teilen nichts zu tun

In der "smarten" Welt wird alles Plattform bzw App und alle werden zu
Usern . Die Digitalisierung aller Lebensbereiche legt das "smarte" Teilen
von Auto, Ferienwohnung, Büroraum sowie die "selbstorganisierte"
Vermittlung sozialer Verbindungen und Dienstleistungen nahe. Das
Internet ermöglicht eine direkte und nahezu kostenfreie Verbindung
unter den Nutzer*innen in einem "Sharing"-Netzwerk und sorgt für
einen Bedeutungsverlust klassischer Institutionen als ehemalige
Vermittlungsinstanz. "Hierarchische Ordnungsprinzipien könnten
durch nicht-hierarchische Plattformen mit direktem "von Ende-zu-
Ende"- Austausch ersetzt werden." Einige Linke sahen darin gar die
Chance auf einen emanzipatorischen Paradigmenwechsel, bei dem die
kapitalistische Marktordnung früher oder später durch eine auf
Kooperation basierende Gemeinwesen-Ökonomie ersetzt werde. Doch
die Plattform-Werdung brachte keinen Postkapitalismus sondern die
ultra-kapitalistische Erschließung von
bislang gar nicht oder nur schlecht
verwertbaren Bereichen des sozialen Lebens.
Nun ist auch die Nachbarschaftshilfe via App
zum kommerziellen Dienst geworden.

Der offene Teilen-Gedanke pervertiert sich
wenn ein Netzwerk erfolgreich wächst und
der Netzwerk-Effekt zuschlägt: Der Nutzen
eines Netzwerks für seine Mitglieder wächst
quadratisch mit deren Anzahl - gemäß der
direkten Verbindungsmöglichkeiten
innerhalb des Netzes. Ein
Konzentrationsprozess von vielen kleinen,
spezifischen Foren und Netzwerken hin zu z.B. einem facebook, "bei
dem alle sind", ist die Folge. Mit dem Ergebnis, dass die tatsächlich
infrage gestellte alte administrative Ordnung (z.B. der Kommunikation)
durch eine neue ersetzt wird. Neue Player wie facebook, Apple, Airbnb
und Uber bestimmen nun über ihr Plattform-"Angebot" die
Bedingungen der Verbindung zwischen den Nutzer*innen und
entziehen sich mit der einseitigen Festsetzung der Regeln per AGB
sogar jedem politischen Aushandlungsprozess. Die Plattform als
ursprünglich dezentrales Organisationsprinzip entpuppt sich als ultra-
kapitalistisches Instrument der Inwertsetzung mit dem (weit mehr als)
Neben-Effekt der Erfassung und Lenkungsmöglichkeit von sozialer
Konnektivität. Wir ziehen es daher vor, von On-Demand-Ökonomie zu
sprechen, in der Dienste auf Aufforderung geleistet werden. Mit einem
kooperativen Teilen hat die gut klingende und absichtlich
missverständliche Shareconomy in den meisten Fällen nichts zu tun.
Wir entwickeln uns viel mehr "zurück" zu einer digital vermittelten
Dienstbotengesellschaft in der soziale Ungleichheit wieder stark
zunimmt. Unternehmen wie Deliveroo, Airbnb und Uber sind
Großkonzerne, letzterer mit einem Wert von 70 Mrd. US-Dollar.

Click- und Crowd-Working im Plattform-Kapitalismus

Beim "Crowdsourcing", einer Mischung aus "Crowd" und
"Outsourcing" werden Aufgaben nicht mehr Mitarbeiter*innen eine
Unternehmens übertragen, sondern an ein Heer von digitalen
Arbeitsnomaden ausgelagert. Die Crowdworking-Plattform Mechanical
Turk von Amazon ist eine von vielen um Kleinstaufträge zu vergeben.
Hier warten 500.000 Menschen in 190 Ländern auf Aufträge wie
Websites korrigieren und Korrekturlesen, Produktbeschreibungen oder
Tonaufnahmen transkribieren. Den Startschuss zur Nutzung des
Schwarms von "Clickworkern" gab Amazon im Jahr 2006, als das
Unternehmen mit dem Vertrieb von CDs begann. Hunderttausende von
CD-Covern mussten auf sexuelle Inhalte überprüft werden, bevor sie in
die digitale Verkaufsplattform eingestellt
werden konnten. Eine Arbeit, die aufgrund
uneindeutig zu formulierender Kriterien
wenig geeignet war, von einem Computer
gelöst zu werden. Amazon erfand
daraufhin in Anlehnung an dezentral
verteilte Rechner in der Cloud die
sogenannte Crowd - eine Art "massiv
parallelen", menschlichen Rechner. In
Umkehrung der traditionellen Mensch-
Maschine-Relation fordert der Computer
den Menschen auf, ihn bei der Arbeit zu
unterstützen. Auf einer digitalen Plattform
konnte sich jeder anmelden, um für ein
paar Dollar die Stunde CD-Cover durchzusehen. Über diese Aufgabe
hinaus baute Amazon die Job-Plattform aus. Amazon stellt nun
beliebigen "Arbeitgeber*innen" für die Vermittlung ihrer Tätigkeit 10%
des Betrags in Rechnung, der für Erledigung des Mikro-Jobs bezahlt
wird. Was gezahlt wird, bleibt der Arbeitgeber*in selbst überlassen.

Der Status der Mikroarbeiter*in, die einen solchen Job annimmt,
entspricht dem moderner Tagelöhner*innen: Arbeit gibt es nur, wenn
welche eingestellt wird. Die Frage nach Arbeitsvertrag und sozialer
Absicherung erübrigt sich. Hier regiert die einseitig änderbare AGB der
Vermittlungsplattform in Willkür des Arbeitgebers. Isabella Mader
brachte die Praxis des systematischen Lohnbetrugs auf den Punkt:
"Lohndiebstahl ist ein Merkmal, kein Fehler" . Gezahlt wird oft mit
erheblicher Verzögerung - manchmal aber auch gar nicht. Wie die
Kräfteverhältnisse aussehen, verdeutlicht Amazon auf seiner Webseite:
"Falls die Arbeitsleistung nicht Ihren Standards entspricht, lehnen Sie
die Arbeit einfach ab und bezahlen den Arbeiter nicht."

Auch in Deutschland wächst die Zahl der Crowdworking-Plattformen
wie z.B der Berliner Firma CrowdGuru oder der Clickworker GmbH
aus Essen und es ist keine Sättigung in Sicht. Sobald sich eine Aufgabe
halbwegs präzise umreißen und modularisieren lässt, kann sie an
"Nicht-Mitarbeiter*innen" aus der Crowd ausgelagert werden. Für die
meisten Jobs wird ein Mikro-Honorar festgelegt - vielfach per
Ausschreibung im Wettbewerb. Hier wird nur diejenige bezahlt, die den
Zuschlag erhält - alle anderen gehen leer aus. Diejenigen
Arbeitsplattformen, die stundenweise bezahlen, bieten eine App zum
Download. Mit der muss sich der*die Crowdworker*in jedes mal
einloggen, wenn er*sie an dem abzurechnenden Auftrag arbeitet. Damit
wird jedoch nicht nur die Arbeitszeit ermittelt. Es werden in
unregelmäßigen Abständen (sechs mal pro Stunde) Aufnahmen des
Bildschirms gemacht und minütlich Tastaturklicks und
Mausbewegungen registriert. "Wir kontrollieren nicht, sondern stellen
Rahmenbedingungen zum Schutz und Vertrauensaufbau zur
Verfügung" , so ein Plattformbetreiber. "Vertrauen" soll zudem über
einsehbare Bewertungen ähnlich wie bei Internetversandhändlern
erzeugt werden. Unternehmer*innen bewerten die Arbeit ihrer Digital-
Nomad*innen für alle weiteren potentiellen Arbeitgeber*innen
einsehbar. Zur vermeintlichen Gleichberechtigung dürfen auch
umgekehrt die Mikrojobber*innen ihre Arbeitgeber*innen bewerten -
freilich ohne Konsequenzen.

Auch wenn eine kleine digitale Bohème meint, ihre eigenes Leben "in
the name of enhanced autonomy" (Burawoy) als Freelancer flexibler
und autonomer gestalten und die Durchmischung von Arbeit und
Freizeit in maximaler Ortsungebundenheit noch weiter vorantreiben zu
können: die aus dem Boden sprießenden digitalen Sweatshops dienen
unweigerlich als Lohndrücker - und das branchenübergreifend. Verdi
konstatiert zu Recht eine "Kannibalisierung des Arbeitsmarktes": Freie
Arbeitskräfte verrichten dieselbe Arbeit zu schlechteren Konditionen.
Der DGB sieht das als "Moderne Form der Sklaverei", in der sich alle
weltweit gegenseitig unterbieten um den Zuschlag zu erhalten. Im
Krankheitsfall und im Alter sieht es schlecht aus für die
Crowdarbeiter*innen. Es gibt (derzeit) kein Sozialversicherungssystem
und keine Arbeitsschutzregelung, die diese Form vollständig
entrechteter Lohnarbeit berücksichtigen. Uber und Deliveroo sprechen
bei ihren Fahrer*innen nicht von Angestellten sondern von
Selbstunternehmer*innen um jeden Anspruch zurückzuweisen.
Welcome to a smart new world of slaves.

Permanente Bewertung durch digitale Erfassung

Alle digital vermittelten On-Demand-
Dienstleister*innen teilen
ein gemeinsames Schicksal: Ihr
Arbeitsverhalten wird kontinuierlich
bemessen und bewertet.

Unterschiedlichste, dem Arbeitgeber per
digitaler Erfassung frei Haus gelieferte
Leistungskennzahlen erlauben eine
algorithmische Berechnung des
individuellen Arbeitsengagements des
auf Abruf Arbeitenden. Dadurch wird
ein gewaltiger Druck zur
Verhaltensanpassung erzeugt, der über
Konkurrenzmechanismen ein enormes
Reservoir an Selbstoptimierung und
Selbstrationalisierung erschließt. Die
Verfügbarkeit, Anfahrtsschnelligkeit und
Freundlichkeit von Uber-Fahrer*innen
wird bei jeder Fahrt bewertet. Wer angebotene Fahrten zu häufig auf
der Smartphone-App nicht annimmt, erhält einen schlechteren Score.
Wer im Stau steht und von der ungeduldigen Kund*in per Klick ersetzt
wird, verliert nicht nur die Tour, sondern riskiert seinen hohen Score.
Diese Punktzahl entscheidet, welche Fahrer*in bevorzugt mit Aufträgen
versorgt wird und damit über das Auskommen der fast ausnahmslos
prekären Fahrer*innen. Immerhin liegt der Uber-Fahrpreis rund 25%
unter dem eines normalen Taxis. Und von diesem Dumpingpreis gehen
nochmals 20% an Uber für die Vermittlung der Fahrt. Das von außen
Computer-spielerisch anmutende Hecheln nach einem
überdurchschnittlichen Score wird so zur unweigerlich verinnerlichten
Lebensgrundlage.

Betriebe wie Foxconn und Amazon schaffen auch "offline" durch
konsequenten Einsatz von Hightech-Überwachungsapparatur ein quasi
lückenlose Erfassung aller Arbeitsabläufe. Die Bewertung der
Mitarbeiter*innen an einigen Amazon-Standorten ist noch einen Schritt
perfider (siehe dazu auch das Unterkapitel Effizienz-Dressur des
Menschen zur Maschine ). Wegen eines besonders hohen
Krankenstandes von bis zu 20% führte der Online-Einzelhandelsgigant
eine Anwesenheitsprämie ein. Und dies nicht nur für jede
Mitarbeiter*in einzeln sondern in Teambewertung. Besonders robuste
Abteilungen, die in der Summe weniger Krankheitstage auf dem
Negativkonto haben, erhalten einen Bonus von 70-150 Euro je
Mitarbeiter*in monatlich. Das ist nicht nur Gift für das Arbeitsklima. Es
negiert auch Krankheit als normalen Bestandteil des Lebens und
insbesondere in Folge einer monotonen und einseitigen
Arbeitsbelastung. Mit der als Industrie
4.0 bezeichneten Smartifizierung aller
Arbeitsabläufe werden zukünftig auch
die Jobs, die sich bisher einer
optimierenden Bewertung entzogen
hatten kleinstteilig zerlegt und
vermessen, um sie via künstlicher
Intelligenz einer (selbstlernenden)
Reorganisation durch den Arbeitgeber
zu unterziehen.

Flexkräfte - moderne On-Demand-Tagelöhner auch offline

Die durch die Digitalisierung
zugespitzte Abhängigkeit in der
Arbeitswelt, sorgt auch außerhalb der
ultrakapitalistischen Plattformen der
On-Demand-Ökonomie für einen
Dammbruch der "Flexibilisierung"
von Arbeitskraft. Durch diese
Normalisierung völlig entgarantierter "Zuverdienst"-Jobs lässt
sich auch in klassischen Offline-Jobbranchen eine
skandalöse Erosion von rechtlichen Standards
durchsetzen. Der Umbruch treibt neue
Beschäftigungsformen voran. Immer mehr
Menschen arbeiten als "Flexkräfte" auf
Abruf. Zunehmend auch in Deutschland -
schätzungsweise 1,5 Mio "Beschäftigte"
sind es bereits. Dem Arbeitsverhältnis, das
bei H&M mittlerweile "normal" ist, liegt
kein normaler Arbeitsvertrag zugrunde. Das
Unternehmen nennt sie "Flexkräfte", wir nennen
sie moderne Tagelöhner. Zehn Stunden pro Woche
sind ihnen bei H&M zugesichert. Der Rest läuft flexibel
unter Mehrarbeit. In manchen Monaten arbeiten sie nur zehn Stunden
pro Woche, also 40 im Monat, in anderen sind es 150. Waren vor 15
Jahren noch 48% der Beschäftigten bei H&M Vollzeit angestellt - und
lediglich 22 % auf Abruf gemäß Firmen-Angaben, hat sich nun das
Verhältnis umgekehrt: Nur noch 26% der Verkäufer*innen arbeiteten
regulär in Vollzeit, 42% als Flexkräfte.

Die neuen Tagelöhner finden sich nicht nur im Handel, sondern auch in
der Gastronomie, in der Pflege, unter Kurierfahrer*innen, bei Medien
und sogar bei Wohlfahrtsverbänden. Viele beschreiben, dass sie einen
Arbeitsalltag in Dauerbereitschaft erleben. Laut Gesetz müssen
Unternehmen vier Tage im Voraus ankündigen, wenn sie die
Mitarbeiter*in einsetzen wollen. Eine Schutzklausel, die aber häufig
ignoriert wird. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat
in einer Umfrage herausgefunden, dass nur 27 Prozent aller
Arbeitnehmer auf Abruf in Deutschland tatsächlich vier Tage vor
Einsatz Bescheid wissen. Da scheint es fast konsequent, dass die
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) in
einem Strategiepapier die Politik auffordert, die Vier-Tage-Frist in
bestimmten Fällen zu kippen und die "Arbeitszeitflexibilität weiter
auszubauen". Die Post beschäftigt ebenfalls etwa 5000 Mitarbeiter*innen
auf Abruf. Deren Arbeitseinsätze sind in Rahmenvereinbarungen
geregelt - für jeden Arbeitseinsatz gibt es dann einen neuen,
unabhängigen Arbeitsvertrag. Einige haben mehrere Hundert solcher
Einzelverträge. Oft erhalten die Mitarbeiter*innen erst am Vorabend
Bescheid, dass ein solcher Einsatz gefragt ist. Arbeit auf Abruf sei laut
Bundesarbeitsministerium rechtlich zulässig. Sie trage "dem Aspekt
Rechnung, dass eine dynamische Wirtschaft in einem gewissen Umfang
auch flexible Jobs braucht". Wie immer ist die Annahme eines solchen
Vertrages "freiwillig" und damit angeblich unproblematisch. Ein Muster,
das in unseren Artikeln immer wiederkehrt. Das Phänomen der
Freiheit, die Fesseln trägt, nennen wir partizipative Zurichtung . Wir
machen zwangsweise freiwillig mit. So soll die Transformation zur
Dienstbotengesellschaft "reibungsfrei" gelingen.

Effizienz-Dressur des Menschen zur Maschine

Amazon-Mitarbeiter*innen arbeiten unter enormem
Stress. Entgegen ihrer Arbeitsverträge leisten die
meisten viele Überstunden und Samstagsarbeit.
Streng hierarchisch geben sogenannte Leader
den Arbeitsdruck über Fehlerpunkte an die
Picker und Packer ihres Teams weiter. Picker
"picken" die bestellte Ware aus den Regalen
und legen dabei täglich bis zu 20km zurück
- der Tracker misst die Laufleistung über das
sekundengenaue Protokoll des
Aufenthaltsortes, der Handscanner erfasst alle
Arbeitsschritte und gibt den nächsten vor. Kommt
ein Picker in Verzug, löst das System Alarm aus: sein
Leader erhält automatisch eine Nachricht auf seinen Bildschirm. Dann
kommt es zum sogenannten Feedback-Gespräch . Alles
selbstverständlich "ausschließlich zur Prozessoptimierung". Auch
Packer haben eine klare Mindest-Quote: Jede Stunde 200
Einzelpäckchen bzw 100 Multi-Pakete packen. Doch die permanente
Bewertung der Mitarbeiter*innen ist alles andere als konsequenzlos:
eine grüne Karte heißt Lob, eine gelbe Karte kommt einer Abmahnung
gleich. Bei drei gelben Karten droht die Entlassung.

Die Vorgabe: Jeder soll über dem Leistungsdurchschnitt liegen. Was
mathematisch unmöglich ist, stellt das dynamische Prinzip
kontinuierlicher Arbeitsverdichtung in Konkurrenz innerhalb der
Belegschaft dar. Die Folge: ein allgegenwärtiger Zwang zur
Selbstoptimierung. Selbst wenn Mitarbeiter*innen Arbeitsaufträge
sinnvoll zusammenfassen, um sich unnötige Wege zu ersparen, hagelt es
Strafpunkte. Jede Abweichung von der algorithmischen Vorgabe wird
sanktioniert - zum Zweck der Standardisierung. Jegliche Individualität
bedeutet Kontrollverlust - Verlust von Austauschbarkeit. Bei Amazon
soll jede Mitarbeiter*in jederzeit durch eine Kolleg*in ersetzbar sein -
ohne Effizienzeinbußen bei der Übergabe. Eine Informantin aus der
Verwaltung berichtet: "Meine Arbeitsanweisungen schreiben mir die
exakte Position von Tastatur und Maus auf meinem Schreibtisch vor.
Und wo mein Papierkorb unter dem Schreibtisch zu stehen hat, das ist
absurd und beklemmend".

Dequalifizierung durch digitale Fließbänder

Was das Fließband nur rudimentär geschafft hat, macht eine
Algorithmisierung des Arbeitsprozesses bis zur Perfektion: die
vollständige Quantifizierung, Standardisierung und damit Enteignung
und Entwertung von Arbeit - früher nur in der Produktion, jetzt auch
in Verwaltung und Entwicklung. In mehr und mehr Bürojobs wird nun
ebenfalls der individuelle Arbeitsdruck über Ticket-Systeme mess- und
steuerbar gemacht. Was mit exakt definierten Leistungsvorgaben im
Service-Bereich und bei typischen Call-Center-Jobs längst üblich ist,
wird nun auf freier selbst-organisierbare Bürotätigkeiten ausgedehnt.
Der Büromensch arbeitet künftig wie am Fließband. Firmen versuchen
das nötige Kreative auf wenige gut bezahlte Mitarbeiter*innen zu
verdichten. Das Ergebnis: Einige wenige Jobs in den
Entwicklungsabteilungen, bei denen der Mensch dem Computer sagt,
was er tun soll. Und immer mehr herabgestufte Jobs, bei denen der
Computer dem Menschen sagt was er tun soll. Die Abtrennung der
auch auf lange Sicht weiterhin den Menschen vorbehaltenen kreativen
Jobanteile ist eine notwendige Vorbedingung für eine (zukünftige)
Roboterisierung der so entwerteten anderen Aufgaben. Amazons Picker
z.B. wird es am modernsten Standort im niedersächsischen Winsen bei
Hamburg nicht mehr geben. Hier werden ab Ende 2017 Roboter die
benötigten Regal-Segmente zum Packer fahren, der das benötigte
Produkt entnimmt und verpackt.

Industrie 4.0 - die Welt als Konzern

Industrie 4.0 bezeichnet die Vernetzung der gesamten Produktion. Ein
neues Produktionsregime, das mit Hilfe digitaler Infrastruktur alle
globalen Stoff- und Geldströme aber auch die Arbeitskraft steuerbar
machen will. Es wird von einer "vierten industriellen Revolution"
gesprochen, nach der Mechanisierung im 18. Jahrhundert, der
Elektrifizierung im 19. Jahrhundert und der Automatisierung im 20.
Jahrhundert. Die Propagandisten der Industrie 4.0 entwerfen ein
Szenario in dem Mensch, Maschine und intelligente Systeme in eine
integrated digital-human workforce transformiert werden und so zu
beliebig einsetzbaren Bestandteilen eines globalen, hocheffizienten, sich
selbst-steuernden Produktionsprozesses werden. Gebraucht werde dazu
eine "Architektur und das Regelwerk eines aus Millionen von vernetzten
Instanzen bestehenden weltweiten Wertschöpfungsnetzwerkes[...], das
sicher, robust und hochverfügbar ist." Der mit Nachdruck lancierte,
quasi nötigende Hype um die Notwendigkeit der Vernetzung von allem
mit allen zieht bereits breite Spuren. Compass , ein deutsches Start-Up
im Silicon Valley analysiert
Unternehmensabläufe, um Arbeitsprozesse
vernetzt zu automatisieren. Künstlich-
intelligente Steuerungssysteme sollen eine
möglichste nahtlose Integration von
Robotern in den Arbeitsablauf sicherstellen.

Mit der Konkurrenz des Roboters findet eine
rasante Entwertung menschlicher
Arbeitskraft statt. Foxconn will einige seiner
Fabriken in China künftig komplett
automatisieren und alle menschlichen
Mitarbeiter*innen durch Roboter ersetzen.

In Kunshan, China hat Foxconn im Jahr 2016 u.a. für die iPhone7-
Fertigung 60.000 der einst 110.000 Mitarbeiter entlassen und ihre
Arbeitsplätze durch Roboter ersetzt. Laut South China Morning Post
sollen über 600 Firmen in Kunshan ihre Fertigungslinien mit Robotern
ergänzen und so eine Welle der Massenentlassungen einläuten. Verlierer
dieser "Revolution" werden aber nicht nur Arbeiter*innen sein, die
wiederkehrende manuelle Tätigkeiten verrichten, sondern im großen
Stil auch z.B. Versicherer und Finanzdienstleister sein. Goldman Sachs
hatte bis vor kurzem noch 600 Aktienhändler auf dem Börsenparkett.
Jetzt sind es nur noch zwei. Algorithmen ersetzen die anderen 598.
Allein in der britischen Finanzindustrie drohen in den nächsten Jahren
eine halbe Million Mitarbeiter*innen durch Software ersetzt zu werden,
so eine Studie der Beratungsfirma Deloitte.

Surplus im Überfluss

Es gibt nicht nur reichlich Überflüssige im digitalisierten Überfluss, es
werden immer mehr. Wie sieht der Arbeitsmarkt der letzten Jahre z.B.
in Deutschland aus? Trotz Steigerung der Anzahl der Erwerbstätigen
sinkt die Anzahl der insgesamt geleisteten Arbeitsstunden. Erklärbar
nur über immer mehr geringfügige Arbeit. Dieser Trend gilt für die
meisten westlichen Länder. So verwundert es nicht, dass 2016 eine
Studie des International Labour Office (ILO) ergab, dass für 40% der
Crowdworker*innen die Crowdwork die Haupteinnahmequelle ist.
Obwohl die politische Propaganda in Europa rechts wie "links" gerne
Vollbeschäftigung verspricht, wird die Arbeit langfristig (global
gemittelt) knapp: Das world economic forum in Davoz hat bereits 2016
den Wegfall von Millionen Jobs im Rahmen der Industrie 4.0 diskutiert.
Eine Studie der Deutschen Bank kündigt eine Beschäftigungskrise von
nie dagewesenem Ausmaß an. Zum ersten Mal in der Geschichte
würden deutlich mehr Jobs wegfallen als neu geschaffen werden. Das
Institute for Public Policy Research (IPPR) sieht in England innerhalb
der nächsten 20 Jahre ein Drittel aller Jobs durch die vernetzte
Automatisierung bedroht. Die bislang mehr als 800-fach zitierte Oxford
Studie von Carl Benedikt Frey und Michael
Osborne sagt voraus, dass knapp die Hälfte
aller Jobs in den USA bis 2030 überflüssig
sein könnten. In der Sicht von Frey und
Osborne (und auch bei Brynjolfsson und
McAfee 2014) ändert sich das bisherige
Muster technologiegetriebener
Arbeitsmarktentwicklung. Das sowohl in
den USA als auch in Europa beobachtete
Muster der Polarisierung auf dem
Arbeitsmarkt würde nicht weiter gelten,
sondern mittlere und einfache Tätigkeiten
würden in einem Maß wegfallen, das bisher durch
Automatisierungsschranken begrenzt war. Am stärksten bedroht seien
Menschen, die Telefonwerbung machen, Recherche- Gehilfen und
Schneider. Den sichersten Job haben Physiotherapeuten, gefolgt von
Vorarbeitern, Einsatzleitern in Katastrophenfällen und Sozialarbeitern.
Insgesamt 47 Prozent aller Arbeitsplätze in den USA seien bedroht,
schreiben Frey und Osborne. Carsten Brzeski, der Chef-Ökonom der
ING-DiBa, schätzte auf Basis der Oxford-Studie, in Deutschland seien
sogar 18 von 31 Millionen Arbeitsplätzen bedroht, das wären 59 Prozent.
Nicht nur händische, bzw. mechanische Arbeit, also körperliche Arbeit
oder das Führen von Maschinen - sondern insbesondere auch
Verwaltungstätigkeit in der Datenverarbeitung - auch sogenannte
"Kopfarbeiter"-Jobs. Dass es sich hierbei nicht allein um Panikmache
handelt, kann mensch vielleicht daran ablesen, dass selbst konservative
Ökonomen über ein Grundeinkommen zur zukünftigen sozialen
Befriedung diskutieren. Um auch denen ein minimales "Auskommen"
zu ermöglichen, die von der Lohnarbeit dauerhaft abgeschnitten sein
werden. Auch wenn sich niemand der Illusion hingeben sollte, es werde
ein "bedingungsloses" Grundeinkommen geben - die zu geringe Höhe
wird Bedingung genug sein - werden immer mehr Menschen keine
Arbeit haben.

Was werden die Konsequenzen dieses prognostizierten Einbruchs an Beschäftigung sein?

Sicher ist, es wird eine massive Zunahme an Ungleichheit geben. Im
selbst ernannten Prototyp einer smarten Stadt, San Francisco, die über
die HighTech-Industrie im benachbarten Silicon Valley so extremen
Reichtum produziert, dass eine 3-Zimmer Wohnung durchaus 8000
Dollar Monatsmiete kostet, selbst hier nimmt die Armut stark zu: 20%
der Bevölkerung von San Francisco lebt von weniger als einem Dollar
pro Tag. Die Zahl der Obdachlosen ist innerhalb von zwei Jahren um
25% gestiegen. Zwangsräumungen sind an der Tagesordnung.

Wenn immer mehr Menschen nicht arbeiten, der Zwang zur
Erwerbsarbeit als normierende Ordnung nur noch sehr eingeschränkt
greift, reicht die Lohn-Disziplinierung nicht mehr aus, um die (Self-
)Governance aufrecht zu erhalten. Der
Ausweg für die herrschende Klasse ist
bereits jetzt erkennbar. Die zukünftige
Ordnung basiert nicht mehr nur auf
einer Bewertung von Arbeit, sondern
auf dem Bewerten und Inwertsetzen
jeglicher individueller Handlungen und
Lebensäußerungen. Das Selbst-
Unternehmertum dehnt sich auf alle
Bereiche des Lebens aus. Der Mensch ist
auch ökonomisch schon lange nicht mehr nur Träger seiner Arbeitskraft.
Seine Eigenschaften in Gesamtheit sind so eng mit ihm verbunden, dass
er selbst in Wert gesetzt wird. Wir verkaufen uns selbst, nicht mehr nur
unser Arbeitskraft. Der soziale Wert, ermittelt über das Rating und
Scoring von Netzwerken wie Facebook, steigt zum realen,
ökonomischen (Selbst-)Wert auf. Eingepreist wird das Bemühen um
Selbstoptimierung. Eine Studie der OECD definiert als Humankapital
die Gesamtheit der Kenntnisse, Qualifikationen, Kompetenzen, und
individuellen Charakteristika eines jeden Menschen. Für den derzeit am
weitesten fortgeschrittenen Scoring-Ansatz zur Bemessung und
Steigerung dieses Humankapitals in Selbstoptimierung verweisen wir
auf das SESAME-Projekt in China.

Wie damit umgehen?

Einige Anhänger*innen der orthodox-marxistischen Glaubensrichtung
denken, dass die Befreiung der Gesellschaft umso wahrscheinlicher
wird, je höher das (technologische) Niveau der Produktivität entwickelt
ist. Das bedeutet: abwarten und sich freuen, dass mit jedem Schub
technologischer Innovation die Revolution nahen könnte. Für
Sozialrevolutionäre ein fragwürdiger Blick aus der Makro-Perspektive
mit noch fragwürdigeren Vorstellungen hinsichtlich einer Revolution,
die lediglich die fehlgeleitete, kapitalistische Nutzung von einer an sich
begrüßenswerten, vermeintlich neutralen Technologie abzustreifen
braucht. Als bliebe der Mensch unbeeindruckt von der Veränderung
seiner Lebensgrundlage - vollständig robust gegenüber den
Lenkungsansätzen einer allgegenwärtigen Verhaltensökonomie.

Auch ohne jede Projektion in eine nahe Zukunft bröckelt die Basis für
eine fundamentale Kritik, als alte Schwester der Revolutionär*in,
maßgeblich mit zunehmender Fremdbestimmung und wachsender
Abhängigkeit. Daher streiten wir gegen wachsende Ungleichheit und
für die Wiedererlangung eines Mindestmaßes an Autonomie über den
Kampf gegen den technologischen Angriff. Das betrifft nicht nur die
stark zunehmende Entgarantierung und Entrechtung der Arbeit sondern
umfasst viel weitergehend die höchst invasive Form der technologie-
getriebenen Fremdbestimmung unserer Informationsbeschaffung,
unserer Kommunikation, unseres Denkens.

Wir müssen die Inwertsetzung und
partizipativen Zurichtung unserer Selbst
durch permanente (Selbst-)Bemessung
als Grundlage für (Fremd-)Steuerung
angreifen.
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