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(de) April-ila 2012 zu "Anarchismus in Lateinamerika"

Date Fri, 13 Apr 2012 23:09:54 +0300


Am Freitag, den 13. April, erscheint die neue ila mit dem Schwerpunkt "Anarchismus in Lateinamerika". Anders als in den Ländern Mitteleuropas waren die anarchistischen GewerkschafterInnen (AnarchosyndikalistInnen) zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Teilen Lateinamerikas sowie in Spanien und Italien die wichtigste Strömung in der ArbeiterInnenbewegung. Ihr Selbstverständnis und ihre Aktionsformen haben die Widerstandskultur in Ländern wie Argentinien, Brasilien, Bolivien, Cuba oder Uruguay maßgeblich geprägt. ---- Spätestens ab den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts ging ihr Einfluss dann rapide zurück, und nationalistische bzw. sozialistisch/kommunistische Organisationen übernahmen die Führungsrolle in der Gewerkschaftsbewegung.--Offensichtlich hat sich die Einschätzung des Charakters von Staaten grundsätzlich gewandelt. Sahen die AnarchistInnen in der Zerschlagung und Abschaffung der Staaten eine Vorraussetzung für die Herstellung sozialer Verhältnisse, wiesen die nationalistischen und sozialistischen Organisationen den Staaten eine zentrale Rolle in der sozialen Umgestaltung der Gesellschaften zu.
In den letzten beiden Jahrzehnten erlebt libertäres Denken in
Lateinamerika eine Renaissance. Das zeigt sich zum einen in der Wieder-
bzw. Neugründung anarchistischer bzw. anarchosyndikalistischer
Organisationen, vor allem aber in den sozialen Bewegungen. Die betonen und
– das ist viel wichtiger – praktizieren vielerorts Selbstorganisation und
verteidigen ihre Autonomie gegenüber staatlichen Strukturen. Bekanntestes
Beispiel für diese Abkehr von staatszentrierten Emanzipationsentwürfen
sind die ZapatistInnen in Chiapas.

In ihrer April-Ausgabe gibt die ila erstmalig in deutscher Sprache eine
breitere Darstellung der Geschichte und Gegenwart der anarchistischen
Bewegungen in Lateinamerika. Dabei interessiert uns vor allem die Frage,
was die Erfahrungen der anarchistischen GenossInnen und ihre
gesellschaftlichen Entwürfe für uns heute bedeuten und was wir davon für
unsere politische Praxis lernen können. Schließlich haben sich die
AnarchistInnen schon vor mehr als 100 Jahren von der Tradition der
Erlösungsreligionen (irgendwann kommt der Messias, das Paradies, der
Kommunismus) verabschiedet und gehen vielmehr davon aus, dass wir Menschen
uns unser solidarisches Zusammenleben selbst organisieren und die
Konditionen dafür stets neu demokratisch aushandeln müssen.

Der Schwerpunkt "Anarchismus in Lateinamerika" der ila 354 hat einen
Umfang von 42 Seiten (das gesamte Heft 64 Seiten) und kann zum Preis von
5,00 Euro bei der ila (Heerstraße 205, 53111 Bonn, Tel. 0228-658613, Fax
0228-631226, E-Mail: vertrieb@ila-bonn.de <mailto:vertrieb@ila-bonn.de>,
Internet: www.ila-web.de <http://www.ila-web.de>,) bestellt werden.

Inhaltsverzeichnis und das Editorial anbei. Leseproben finden sich ab
Mitte nächste Woche auf www.ila-web.de. <http://www.ila-web.de.Wen>

Wen dieser ila-Schwerpunkt besonders interessiert, bestelle die Ausgabe
bitte und empfehle sie anderen potentiell Interessierten weiter! Um als
unabhängiges Medienprojekt überleben zu können, brauchen wir schließlich
Ihre/Eure Abos und Bestellungen - Ein Probeabo (3 Ausgaben) kostet
übrigens nur 8,50, ermäßigt für Einkommensschwache sogar nur 7,- Euro.
Wie würden uns freuen, wenn Ihr/Sie auch diese Mail an alle weiterleitet/n
, die sich dafür interessieren könnten. Danke!
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A m Freitag, den 13. April, erscheint die neue ila mit dem Schwerpunkt "Anarchismus in Lateinamerika". Anders als in den Ländern Mitteleuropas waren die anarchistischen GewerkschafterInnen (AnarchosyndikalistInnen) zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Teilen Lateinamerikas sowie in Spanien und Italien die wichtigste Strömung in der ArbeiterInnenbewegung. Ihr Selbstverständnis und ihre Aktionsformen haben die Widerstandskultur in Ländern wie Argentinien, Brasilien, Bolivien, Cuba oder Uruguay maßgeblich geprägt.

Spätestens ab den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts ging ihr Einfluss dann rapide zurück, und nationalistische bzw. sozialistisch/kommunistische Organisationen übernahmen die Führungsrolle in der Gewerkschaftsbewegung. Offensichtlich hat sich die Einschätzung des Charakters von Staaten grundsätzlich gewandelt. Sahen die AnarchistInnen in der Zerschlagung und Abschaffung der Staaten eine Vorraussetzung für die Herstellung sozialer Verhältnisse, wiesen die nationalistischen und sozialistischen Organisationen den Staaten eine zentrale Rolle in der sozialen Umgestaltung der Gesellschaften zu.
In den letzten beiden Jahrzehnten erlebt libertäres Denken in Lateinamerika eine Renaissance. Das zeigt sich zum einen in der Wieder- bzw. Neugründung anarchistischer bzw. anarchosyndikalistischer Organisationen, vor allem aber in den sozialen Bewegungen. Die betonen und – das ist viel wichtiger – praktizieren vielerorts Selbstorganisation und verteidigen ihre Autonomie gegenüber staatlichen Strukturen. Bekanntestes Beispiel für diese Abkehr von staatszentrierten Emanzipationsentwürfen sind die ZapatistInnen in Chiapas.

In ihrer April-Ausgabe gibt die ila erstmalig in deutscher Sprache eine breitere Darstellung der Geschichte und Gegenwart der anarchistischen Bewegungen in Lateinamerika. Dabei interessiert uns vor allem die Frage, was die Erfahrungen der anarchistischen GenossInnen und ihre gesellschaftlichen Entwürfe für uns heute bedeuten und was wir davon für unsere politische Praxis lernen können. Schließlich haben sich die AnarchistInnen schon vor mehr als 100 Jahren von der Tradition der Erlösungsreligionen (irgendwann kommt der Messias, das Paradies, der Kommunismus) verabschiedet und gehen vielmehr davon aus, dass wir Menschen uns unser solidarisches Zusammenleben selbst organisieren und die Konditionen dafür stets neu demokratisch aushandeln müssen.

Der Schwerpunkt "Anarchismus in Lateinamerika" der ila 354 hat einen Umfang von 42 Seiten (das gesamte Heft 64 Seiten) und kann zum Preis von 5,00 Euro bei der ila (Heerstraße 205, 53111 Bonn, Tel. 0228-658613, Fax 0228-631226, E-Mail: vertrieb@ila-bonn.de , Internet: www.ila-web.de ,) bestellt werden.

Inhaltsverzeichnis und das Editorial anbei. Leseproben finden sich ab Mitte nächste Woche auf www.ila-web.de.

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