A - I n f o s

ein mehrsprachiger Informationsdienst von, fr und ber Anarchisten **
Nachrichten in allen Sprachen
Die letzten 40 Artikel (Homepage) Artikel der letzten 2 Wochen Unsere Archive der alten Artikel

Die letzten 100 Artikel, entsprechend der Sprache
Castellano_ Català_ Deutsch_ Nederlands_ English_ Français_ Italiano_ Português_ Russkyi_ Suomi_ Svenska_ Türkçe_ The.Supplement

Die ersten paar Zeilen der letzten 100 Artikel auf:
Greek_ 中文 Chinese_ Castellano_ Català_ Deutsch_ Nederlands_ English_ Français_ Italiano_ Polski_ Português_ Russkyi_ Suomi_ Svenska_ Türkçe
Die ersten paar Zeilen aller Artikel der letzten 24 Stunden

Links zu den Listen der ersten paar Zeilen aller Artikel der letzen 30 Tage | von 2002 | von 2003
| von 2004 | of 2005 | of 2006 | of 2007 | of 2008 | of 2009

(de) Ein Infoblatt Ãber die Wahlen in Russland, der Protest und die Nationalisten Aktionen durch eine anarcho-sindicalist Gruppe aus Deutschland (en)

Date Sun, 04 Mar 2012 12:45:23 +0200


ASJ jetzt auch in Bremen ---- Keine Wahl der Nation â Zu den Wahlprotesten in Russland
3. MÃrz 2012 in Soziale KÃmpfe, AntiFa und Osteuropa Am morÂgiÂgen SonnÂtag, dem 04. MÃrz, finÂdet die Wahl des rusÂsiÂschen StaatsÂprÃÂsiÂdenÂten statt. NachÂdem es bei der ParÂlaÂmentsÂwahl im DeÂzember zu erÂhebÂliÂchen WahlÂfÃlÂschunÂgen kam, beÂgann eine Welle des ProÂtesÂtes neuen AusÂmaÂÃes. VieÂlerÂorts wird der âAufÂstand des rusÂsiÂschen Volkesâ abÂgeÂfeiÂert. BeÂkenÂnenÂden NaÂtioÂnaÂlisÂten wie AlekÂsej NaÂvalny wird dabei die MeÂdienÂbÃhÂne ohne EinÂschrÃnÂkung geÂwÃhrt und Ãber die BeÂteiÂliÂgung ulÂtra-â naÂtioÂnaÂlisÂtiÂscher GrupÂpieÂrunÂgen hinÂweg geÂseÂhen. Dass die rechtsÂpoÂpuÂlisÂtiÂsche AgiÂtaÂtiÂon und der anÂtiÂmusÂliÂmiÂsche, rasÂsisÂtiÂsche wie anÂtiÂseÂmiÂtiÂsche GeÂhalt eines groÂÃen Teils der ProÂtesÂtieÂrenÂden und ihrer FÃhÂrer*innen nicht weiÂter proÂbleÂmaÂtiÂsiert wird, ist ja mittÂlerÂweiÂle GeÂwohnÂheit.

TrotzÂdem steckt in den ProÂtesÂten auch das PoÂtenÂziÂals eines Bruchs mit den herrÂschenÂden VerÂhÃltÂnisÂsen und eine poÂliÂtiÂsche TheÂmaÂtiÂsieÂrung der soÂziaÂlen MissÂstÃnÂde in RussÂland. Leute fanÂgen an auf die StraÂÃen zu gehen, zu proÂtesÂtieÂren, sie schlieÂÃen sich zu anÂtiÂfaÂschisÂtiÂschen â anÂtiÂauÂtoÂriÂtÃÂren BlÃÂcken zuÂsamÂmen. DieÂsen LeuÂten gilt unÂseÂre SoÂliÂdaÂriÂtÃt zum AusÂdruck brinÂgen und nicht irÂgendÂeiÂnem scheià Volk.
Um den unÂreÂflekÂtierÂten MainÂstreamÂmeÂdiÂen etwas entÂgeÂgenÂzuÂsetÂzen und einen liÂberÂtÃÂren EinÂblick in die ProÂtesÂte in RussÂland zu bieÂten haben wir den Text âKeine Wahl â der NaÂtiÂonâ geÂschrieÂben. Ihr finÂdet unser FlugÂblatt in den GÃtÂtinÂger KneiÂpen und LÃden eures anÂtiÂfaÂschisÂtiÂschen VerÂtrauÂens sowie hier zum downÂloaÂden .
Oder ihr lest einÂfach diÂrekt weiÂter
Der BeÂginn eines UmÂbruchs
Die akÂtuÂelÂle poÂliÂtiÂsche SiÂtuaÂtiÂon in RussÂland fassÂte der VorÂsitÂzenÂde der liÂbeÂraÂlen âJaÂbloÂkoâ ParÂtei, SerÂgej MitÂroÂchÂin, beÂreits weÂniÂge Tage nach den ersÂten GroÃÂproÂtesÂten zuÂsamÂmen als : âeinen MoÂment des UmÂbruchsâ. Die WahÂlen zum ParÂlaÂment âDumaâ sind erÂneut mit einem Sieg fÃr die ReÂgieÂrungsÂparÂtei âEdiÂnaÂja RosÂsiÂjaâ1 ausÂgeÂganÂgen â dieÂses Jahr jeÂdoch mit nicht verÂschweigÂbaÂren FÃlÂschunÂgen und trotzÂdem mit imÂmenÂsen StimÂmenÂeinÂbrÃÂchen. SeiÂtens inÂterÂnaÂtioÂnaÂler WahlÂbeÂobÂachÂter*innen wurÂden Ãber 7.â000 VerÂstÃÂÃe gegen das WahlÂproÂzeÂdeÂre geÂmelÂdet. WÃhÂrend in den GeÂbieÂten masÂsiÂver staatÂliÂcher PrÃÂsenz, wie dem KauÂkaÂsus oder TscheÂtscheÂniÂen, StimÂmÂerÂgebÂnisÂse von bis zu 99% erÂzielt wurÂden, brach insÂbeÂsonÂdeÂre in den grÃÂÃeÂren StÃdÂten der RusÂsiÂschen FÃÂdeÂraÂtiÂon die ZuÂstimÂmung fÃr âEdiÂnaÂja RosÂsiÂjaâein. Trotz verÂsuchÂter EinÂflussÂnahÂme auf die WahÂlen. DiÂrekt nach BeÂkanntÂgaÂbe der ErÂgebÂnisÂse zog es zahlÂreiÂche MenÂschen auf die StraÂÃe, um ihren Unmut Ãber das erÂneuÂte ErÂrinÂgen einer parÂlaÂmenÂtaÂriÂschen MehrÂheit fÃr E.R. Luft zu maÂchen. Denn nachÂdem der jetÂziÂge StaatsÂprÃÂsiÂdent DiÂmitÂri MedÂwedÂjew Ende SepÂtemÂber beÂkannt gab, dass er den Weg frei macht fÃr eine erÂneuÂte PrÃÂsiÂdent-âschaftsÂkanÂdiÂdaÂtur WlaÂdiÂmir PuÂtins, ist der AusÂgang der DuÂmaÂwahl eine einÂdeuÂtiÂge ProÂgnoÂse, wie die PrÃÂsiÂdentÂschaftsÂwahÂlen im MÃrz 2012 verÂlauÂfen werÂden. Seine ParÂteiÂtagsÂreÂde beÂschloss MedÂwedÂjew mit den WorÂten: âDas ist eine tief durchÂdachÂte EntÂscheiÂdung, die wir seit dem BeÂginn unÂseÂrer KaÂmeÂradÂschaft beÂsproÂchen haben. Dass wir das nicht frÃÂher beÂkanntÂgeÂben haben, ist eine Frage der poÂliÂtiÂschen ZweckÂmÃÂÃigÂkeit.â. Die trotz FÃlÂschunÂgen unÂÃberÂsehÂbaÂren, masÂsiÂven StimÂmenÂverÂlusÂte zeiÂgen einen enorÂmen EinÂbruch der ZuÂstimÂmung zur herrÂschenÂden PoÂliÂtik. Diese SiÂtuaÂtiÂon kÃnnÂte nun fÃr VerÂÃnÂdeÂrunÂgen geÂnutzt werÂden, denÂken viele. Doch steht RussÂland tatÂsÃchÂlich vor einem UmÂbruch, wie MitÂroÂchÂin es beÂreits in den ersÂten Tagen der ProÂtesÂte festÂstellt?
Die PaÂroÂle:âZuÂsamÂmen!â â Aber fÃr â was eiÂgentÂlich?
GeÂraÂde inÂnerÂhalb eines derÂart auÂtoÂriÂtÃÂren und reÂpresÂsiÂven SysÂtems, wie dem rusÂsiÂschen Staat, ist es groÃÂarÂtig tauÂsenÂde MenÂschen auf den StraÂÃe zu sehen. Nicht nur in den beiÂden MeÂtroÂpoÂlen MosÂkau und Sankt PeÂtersÂburg, sonÂdern in allen grÃÂÃeÂren StÃdÂten RussÂlands, von EuÂroÂpa bis Asien. Am 10. DeÂzember kamen in der MosÂkauÂer InÂnenÂstadt bis zu 100.â000 DeÂmonsÂtrant*innen zuÂsamÂmen. PoÂliÂtiÂsche VerÂsammÂlunÂgen dÃrÂfen in RussÂland erst nach langÂwieÂriÂgen bÃÂroÂkraÂtiÂschen ProÂzeÂdeÂre durchÂgeÂfÃhrt werÂden und sind an strenÂge AufÂlaÂgen geÂbunÂden. So muss bspw. der komÂpletÂte KundÂgeÂbungsÂplatz durch die PoÂliÂzei geÂschlosÂsen abÂgeÂzÃunt sein. BeÂwegÂliÂche DeÂmonsÂtraÂtioÂnen gibt es in den selÂtensÂten FÃlÂlen. Gegen die Masse an ProÂtesÂtieÂrenÂden hatte die PoÂliÂzei aber kaum eine ChanÂce ordÂnend einÂzuÂgreiÂfen. GeÂraÂde desÂhalb wird verÂsucht, nun den Druck auf die ProÂtesÂtieÂrenÂden zu erÂhÃÂhen. WÃhÂrend Putin die USA als StripÂpenÂzieÂher der ProÂtesÂte darÂstellt und von beÂzahlÂten DeÂmons-âtrant*innen spricht, verÂsuÂchen die ReÂpresÂsiÂonsÂbeÂhÃrÂden die ProÂtesÂte durch FestÂnahÂmen und SchnellÂverÂfahÂren zu unÂterÂbinÂden. Doch der WiÂderÂstand reiÃt nicht ab, es gibt fast tÃgÂlich KundÂgeÂbunÂgen und die KriÂtik bleibt prÃÂsent.
AlÂlerÂorts wird von einem AufÂstand des rusÂsiÂschen Volkes gegen das PuÂtinÂreÂgime geÂsproÂchen. Die poÂliÂtiÂschen KomÂmenÂtaÂtoÂren, insÂbeÂsonÂdeÂre aus den nordÂatÂlanÂtiÂschen StaaÂten, verÂgleiÂchen die ProÂtesÂte mit jenen in der EndÂphaÂse der SoÂwjetÂuniÂon und eiÂniÂge spreÂchen beÂreits von einer wahlÂweiÂse âwinÂterâ-, âweiÂÃen-ââ oder âslaÂwiÂschen ReÂvoÂluÂtiÂonâ. Die eiÂgentÂliÂche geÂsellÂschaftÂliÂche SiÂtuaÂtiÂon bleibt dafÃr vÃlÂlig unÂreÂflekÂtiert. AnÂstatt sich mit den soÂziaÂlen VerÂhÃltÂnisÂsen in RussÂland zu beÂschÃfÂtiÂgen, greiÂfen die hieÂsiÂgen MeÂdiÂen lieÂber zum reÂgelÂrechÂten FeaÂtures fÃr soÂgeÂnannÂte FÃhÂrungsÂkÃpÂfe der ProÂtesÂte. So hat der vorÂnehmÂlich im InÂterÂnet akÂtiÂve ReÂgimeÂkriÂtiÂker AlekÂsej NaÂvalny in der ReÂdakÂtiÂon der TAZ scheinÂbar einen richÂtiÂgen FanÂclub geÂfunÂden. Jeder ArÂtiÂkel zur SiÂtuaÂtiÂon in RussÂland gibt auch kurz wieÂder, wie es NaÂvalny geÂraÂde so geht. Dass selÂbiÂger aber gute KonÂtakÂte zu naÂtioÂnaÂlisÂtiÂschen GrupÂpieÂrunÂgen pflegt und am 04.âNovember, dem Tag der naÂtioÂnaÂlen EinÂheit, mit dem geÂsamÂten rusÂsisch-â naÂtioÂnaÂlisÂtiÂschen SpekÂtrum mitÂmarÂschierÂte wird vÃlÂlig ignoÂrierÂt2. NaÂvalny merkt sehr genau, dass die moÂmenÂtaÂne SiÂtuaÂtiÂon seine groÃe StunÂde sein kÃnnÂte. Denn sein Blog hat zahlÂreiÂche Leser*innen und er ist moÂmenÂtan mit AbÂstand der poÂpuÂlÃrsÂte OpÂpoÂsiÂtioÂnelÂle. Von den OpÂpoÂsiÂtiÂonsÂparÂteiÂen wird NaÂvalny geÂraÂde masÂsiv anÂgeÂworÂben, da diese in ihm jenen chaÂrisÂmaÂtiÂschen HerÂausÂforÂdeÂrer PuÂtins sehen, der moÂmenÂtan fehlt. Auch NaÂvalny scheint der Idee in eine ParÂtei ein-âzuÂtreÂten nicht abÂgeÂneigt zu sein und verÂsucht sich alle TÃren offen zu halÂten.
Vor allem die nach rechts.
GeÂnauÂso geht im MeÂdiÂenÂrumÂmel aber auch unter, welÂche SpraÂche die ProÂtesÂte spreÂchen. So beÂgrÃÂÃensÂwert eine KriÂtik an Putin auch ist â der doÂmiÂnieÂrenÂde VorÂwurf, dass das rusÂsiÂsche Volk von einer âParÂtei der Diebe und GauÂnerâ4 anÂgeÂfÃhrt wird, stellt nicht mehr als bÃrÂgerÂliÂchen Unmut dar. Somit wird nicht einÂfach nur KriÂtik geÃbt, sonÂdern immer auch das KonÂstrukt eines geÂschÃÂdigÂten rusÂsiÂschen Volkes mitÂtransÂporÂtiert. MoÂtiÂvaÂtiÂon fÃr die ProÂtesÂte hat also das Wohl des Volkes zu sein. So stimÂmen auch die um die Macht geÂbrachÂten ParÂteiÂen mit ein und nutÂzen die SiÂtuaÂtiÂon, um sich als RetÂteÂrinÂnen des rusÂsiÂschen Volkes anÂzuÂbieÂten. Auch wenn verÂsucht wird den akÂtuÂelÂlen ProÂtesÂten ein VerÂÃnÂdeÂrungsÂpoÂtenÂziÂal zuÂzuÂschreiÂben, welÂches dem der ProÂtesÂte AnÂfang der 90er gleichÂkommt, so ist doch klar, dass auch eine AbÂwahl des PuÂtinÂreÂgimes nur zu marÂgiÂnaÂlen KursÂÃnÂdeÂrunÂgen fÃhÂren wÃrde.
Auf die KriÂtik an den korÂrupÂtiÂonsÂfÃrÂdernÂden MachtÂhaÂbern wird aber geÂraÂde aus dem AusÂland zuÂgeÂstimmt, da die staatÂliÂche LenÂkung und verÂbreiÂteÂte KorÂrupÂtiÂon den MarktÂzuÂgriff von auÃen stark erÂschwert. RussÂland stellt geÂraÂde in KriÂsenÂzeiÂten einen wichÂtiÂgen Markt da, insÂbeÂsonÂdeÂre als LieÂfeÂrant von RohÂstofÂfen oder KreÂditÂgeÂber. Die hohe BeÂdeuÂtung der BeÂzieÂhunÂgen zwiÂschen der EU und RussÂland zeiÂgen immer wieÂder auch PerÂsoÂnen, wie die des eheÂmaÂliÂgen deutÂschen BunÂdesÂkanzÂlers GerÂhard SchrÃÂder (SPD), desÂsen KomÂmenÂtar Ãber Putin als âluÂpenÂreiÂner DeÂmoÂkratâ noch immer in aller Munde ist. Die UnÂterÂstÃtÂzung opÂpoÂsiÂtioÂnelÂler GrupÂpen kÃnnÂte sich fÃr die nordÂatÂlanÂtiÂschen StaaÂten im NachÂhinÂein als InÂvesÂtiÂtiÂon in zuÂkÃnfÂtiÂge GeÂschÃfÂte ausÂzahÂlen. Doch eine einÂdeuÂtiÂge PoÂsiÂtioÂnieÂrung erÂfolgt nicht. Auch wenn die KonÂtakÂte zu evenÂtuÂelÂlen neuen MachtÂhaÂber*innen aufÂgeÂbaut werÂden, finÂdet keine DisÂtanÂzieÂrung von Putin statt. Ganz im GeÂgenÂteil, im VorÂfeld des EU â RussÂland GipÂfels AnÂfang DeÂzember erÂklÃrÂten PoÂliÂtiÂker*innen verÂschieÂdeÂner deutÂscher ParÂteiÂen, dass es nun ja an Putin lÃge, zu zeiÂgen welÂche KlasÂse von StaatsÂmann er sei. So werÂden also alle TÃren offen geÂhalÂten, um auch ja nicht durch eine ÃberÂschwÃngÂliÂche UnÂterÂstÃtÂzung von DeÂmoÂkraÂtieÂbeÂweÂgunÂgen GeÂschÃfÂte aufs Spiel zu setÂzen. AmÃÂsant ist dabei, dass vor weÂniÂgen WoÂchen der rusÂsiÂsche WTO BeiÂtritt stattÂgeÂfunÂden hat und das lang erÂsehnÂte ZwangsÂmitÂtel der ÃkoÂnoÂmiÂschen ÃffÂnung RussÂlands nun durchÂgeÂsetzt wird. Den hieÂsiÂgen MeÂdiÂen als Fans der rusÂsiÂschen GeÂsellÂschaft war dies im besÂten Fall nur eine AgenÂturÂmelÂdung wert.
EmanÂziÂpaÂtoÂriÂsche PerÂspekÂtiÂven?
Das GeÂreÂde vom sich wehÂrenÂden rusÂsiÂschen Volk wirft die Frage auf, inÂwieÂweit die ProÂtesÂte fÃr ordÂnungsÂgeÂmÃÂÃe ParÂlaÂmentsÂwahÂlen ÃberÂhaupt ein Weg geÂsellÂschaftÂliÂcher EmanÂziÂpaÂtiÂon sein kÃnnÂten. GeÂraÂde die in den VorÂderÂgrund geÂschoÂbeÂnen WortÂfÃhÂrer der OpÂpoÂsiÂtiÂon verÂsuÂchen die UnÂzuÂfrieÂdenÂheit zu einem VolksÂbeÂwusstÂsein fÃr GeÂrechÂtigÂkeit zu kaÂnaÂliÂsieÂren. Den GroÃÂteil der DeÂmonsÂtrieÂrenÂden stelÂlen nicht jahÂreÂlang unÂterÂdrÃckÂte ReÂgimeÂkriÂtiÂker*innen dar, sonÂdern von ausÂbleiÂbenÂden poÂliÂtiÂschen InÂnoÂvaÂtioÂnen entÂtÃuschÂte MitÂtelÂschichtÂler*innen. Der GroÃÂteil hatte HoffÂnunÂgen in MedÂwedÂjew geÂsetzt, die nun endÂgÃlÂtig entÂtÃuscht wurÂden. DemÂentÂspreÂchend sind ForÂdeÂrunÂgen nach tiefÂgreiÂfenÂden geÂsellÂschaftÂliÂchen VerÂÃnÂdeÂrunÂgen auch kaum zu verÂnehÂmen. Klar ist, dass es nicht so weiÂterÂgeÂhen soll wie bisÂher. Was sich alÂlerÂdings verÂÃnÂdern kÃnnÂte, wird den selbstÂerÂnannÂten WortÂfÃhÂrern ÃberÂlasÂsen. Denn auch wenn EdiÂnaÂja RosÂsiÂja den RÃckÂhalt verÂloÂren hat, wurde sich nicht fÃr einen einÂdeuÂtiÂgen neuen Weg entÂschieÂden. Der StimÂmenÂzuÂwachs fÃr die KomÂmuÂnisÂtiÂsche ParÂtei bspw. ist eher AusÂdruck eines ProÂtestÂwahlÂverÂhalÂtens, denn einer ÃberÂzeugÂten StimÂmenÂabÂgaÂbe. Denn die KP stand beÂkannÂterÂmaÂÃen noch nie fÃr groÃÂarÂtig fortÂschrittÂliÂche Ideen und tritt in RussÂland eher wie eine hieÂsiÂge VolksÂparÂtei auf. Zudem hatte die KP die letzÂten Jahre auch den DuÂmaÂvorÂsitz inne. Sie ist also keiÂnesÂwegs eine groÃe AlÂterÂnaÂtiÂve zum BeÂsteÂhenÂden.
Dass es damit also nur um MachtÂverÂschieÂbunÂgen geht, wird am UmÂgang mit dem ReÂpresÂsiÂonsÂapÂpaÂrat deutÂlich. ObÂwohl ein rieÂsiÂges AufÂgeÂbot an PoÂliÂzei-â und ArÂmeeÂkrÃfÂten des InÂneÂren aufÂgeÂzoÂgen wird und staatÂliÂcherÂseits sogar priÂvaÂte SiÂcherÂheitsÂfirÂmen anÂgeÂheuÂert werÂden, apÂpelÂliert die ProÂtestÂfÃhÂrung stets, dass die PoÂliÂzei ein Teil des Volkes sei und man fÃr die selÂben Ideen kÃmpÂfe. Dass dies in keiÂner Weise der ReaÂliÂtÃt entÂspricht, zeigÂten die MasÂsenÂfestÂnahÂmen seit dem BeÂginn der ProÂtesÂte. In St. PeÂtersÂburg wurde eine groÃe GrupÂpe von DeÂmonsÂtrant*innen im SchnellÂverÂfahÂren zu 15 Tagen Haft verÂurÂteilt. Der ebenÂfalls inÂhafÂtierÂte AnÂarÂchist FiÂlipp KosÂtenÂko beÂfand sich seit der FestÂnahÂme in einem mehrÂwÃÂchiÂgen HunÂgerÂstreik gegen die poÂliÂtiÂsche ReÂpresÂsiÂon. Nach der FreiÂlasÂsung der mit ihm VerÂhafÂteÂten wurde KosÂtenÂko in einem weiÂteÂren VerÂfahÂren zu erÂneuÂten zwei WoÂchen Haft verÂurÂteilt. Der deutÂlich kÃrÂperÂlich anÂgeÂschlaÂgeÂne war nicht in der Lage sich vor GeÂricht zu verÂteiÂdiÂgen und konnÂte wÃhÂrend seiÂnes PlÃÂdoyÂer kaum noch steÂhen. Es hÃtte ihm jeÂdoch wohl auch wenig geÂbracht, denn die RichÂteÂrin brachÂte unÂmissÂverÂstÃndÂlich ihren Hass zum AusÂdruck und der VerÂhandÂlungsÂraum war volÂler Agent*innen des âZenÂtrums fÃr ExÂtreÂmisÂmus-â beÂkÃmpÂfungâ. Grund der VerÂurÂteiÂlung war ÃbÂriÂgens ein VorÂwurf des HooÂliÂgaÂnisÂmus vom OkÂtoÂber.
Die vielÂfach ziÂtierÂte proÂgresÂsiv anÂmuÂtenÂde ForÂdeÂrung nach âFreiÂheit fÃr alle poÂliÂtiÂschen GeÂfanÂgeÂnenâ, die auf den ProÂtesÂten kund getan wird, ist somit nicht viel mehr als ein FeiÂgenÂblatt. Denn statt konÂseÂquent soÂliÂdaÂriÂschen VerÂhalÂtens mit den BeÂtrofÂfeÂnen von ReÂpresÂsiÂon wird UnÂterÂstÃtÂzung von den ReÂpresÂsiÂons-â orÂgaÂnen geÂwÃnscht. So werÂden PerÂspekÂtiÂven, die jene ProÂtesÂte bieÂten kÃnnÂten, verÂspielt. Dies zeigt sich auch durch TransÂpaÂrenÂte wie âKeine ReÂvoÂluÂtiÂon. Nur faire WahÂlen!â. Eine âreÂvoÂluÂtioÂnÃÂre SiÂtuaÂtiÂonâ ist nur herÂbeiÂgeÂreÂdet von jenen, die den Unmut inÂstruÂmenÂtaÂliÂsieÂren wolÂlen. Dies erÂinÂnert in eiÂniÂgen PunkÂten stark an die âOranÂgeÂne ReÂvoÂluÂtiÂonâ 2004/05 bei der jede Rede von einem ApÂpell âruhig bleiÂbenâ beÂgleiÂtet war.
BeÂteiÂliÂgung liÂberÂtÃÂrer GrupÂpen
ObÂwohl es sich um ProÂtesÂte fÃr geÂrechÂte ParÂlaÂmentsÂwahÂlen hanÂdelt, nehÂmen auch zahlÂreiÂche liÂberÂtÃÂre ZuÂsamÂmenÂhÃnÂge an den DeÂmonsÂtraÂtioÂnen teil. FÃr AnÂarÂchist*innen in RussÂland sind die WahÂlen schon vor dem BeÂkanntÂwerÂden der MaÂniÂpuÂlaÂtiÂon ein groÂÃes Thema geÂweÂsen. Mit der KamÂpaÂgne âUnser KanÂdiÂdat â SelbstÂorÂgaÂniÂsieÂrungâ hat das anÂarÂchisÂtiÂsche NetzÂwerk âAuÂtoÂnoÂme AkÂtiÂonâ die ParÂlaÂmentsÂwahÂlen als AnÂlass geÂnomÂmen, um zu zeiÂgen, dass WahÂlen nichts brinÂgen und nur die eiÂgentÂliÂchen MÃgÂlichÂkeiÂten einer geÂsellÂschaftÂliÂchen OrÂgaÂniÂsieÂrung von unten verÂschleiÂern. Neben einer InÂforÂmaÂtiÂonsÂkamÂpaÂgne gab es im VorÂfeld der Wahl in ganz RussÂland zahlÂreiÂche diÂrekÂte AkÂtioÂnen. ZielÂscheiÂbe waren dabei vor allem EinÂrichÂtunÂgen von EdiÂnaÂja RosÂsiÂja aber auch BÃros von âGazÂpromâ sowie InÂfraÂstrukÂtur der PoÂliÂzei. AbÂgeÂbrannÂte WahlÂkampfÂbÃÂros erÂschwerÂten die ArÂbeit der PutÂinÂtreuÂen vieÂlerÂorts.
In den ProÂtesÂten sehen viele AnÂarÂchist*innen ein ersÂtes AufÂbeÂgehÂren gegen den Staat ohne sich jeÂdoch falÂsche HoffÂnunÂgen zu maÂchen. Die verÂkÃrzÂte KriÂtik, der VerÂsuch einer LenÂkung der ProÂtesÂte sowie der naÂtioÂnaÂlisÂtiÂsche Kurs, den die selbstÂerÂnannÂten WortÂfÃhÂrer*innen einÂnehÂmen wird offen kriÂtiÂsiert. Trotz der zahlÂreiÂchen KriÂtikÂpunkÂte an âder BeÂweÂgungâ zieÂhen sich die AnÂarÂchist*innen nicht zuÂrÃck, sonÂdern verÂsuÂchen aktiv zu inÂterÂveÂnieÂren. Denn ob eine VerÂeinÂnahÂmung der ProÂtesÂte erÂfolgt, hÃngt von den ProÂtesÂtieÂrenÂden selbst ab. GeÂraÂde die raÂdiÂkaÂle Linke ist sich der anÂgeÂspannÂten soÂziaÂlen VerÂhÃltÂnisÂse beÂwusst und spÃÂtesÂtens seit AnÂfang 2000 auch verÂmehrt in soÂziaÂle KÃmpÂfe inÂvolÂviert. So sind die WahlÂproÂtesÂte fÃr viele liÂberÂtÃÂre ZuÂsamÂmenÂhÃnÂge auÂÃerÂhalb der (BeÂweÂgungs- â)MeÂtroÂpoÂlen MosÂkau und St. PeÂtersÂburg eine MÃgÂlichÂkeit von den bisÂheÂriÂgen parÂtiÂkuÂlaÂriÂsierÂten KÃmpÂfen aus nun offen auf die StraÂÃe zu gehen und liÂberÂtÃÂre PoÂsiÂtioÂnen in die GeÂsamtÂgeÂsellÂschaft zu arÂtiÂkuÂlieÂren.
Der naÂtioÂnaÂlisÂtiÂschen VerÂeinÂnahÂmung der ProÂtesÂtieÂrenÂden setÂzen AnÂarÂchist*innen eiÂgeÂne anÂtiÂnaÂtioÂnaÂle und anÂarÂchisÂtiÂsche BlÃÂcke bei den DeÂmonsÂtraÂtioÂnen entÂgeÂgen. Durch die TeilÂnahÂme an den ProÂtesÂten zeiÂgen sie sich soÂliÂdaÂrisch mit den AnÂlieÂgen der Leute. So waren es bspw. AnÂarÂchist*innen, die wÃhÂrend der GroÃÂdeÂmonsÂtraÂtiÂon am 24.â12.â11 in MosÂkau durch MeÂgaÂfoÂne den ProÂtesÂtieÂrenÂden die MÃgÂlichÂkeit gaben, sich selbst frei zu arÂtiÂkuÂlieÂren. Ihre AkÂtiÂon âFreie BÃhneâ entÂzog dem von oben geÂlenkÂten ProÂtest den Boden und gab der ForÂdeÂrung nach SelbstÂbeÂstimÂmung einen prakÂtiÂschen ChaÂrakÂter. WÃhÂrend der AbÂschlussÂkundÂgeÂbung zogen AnÂarÂchist*innen, FeÂmiÂnist*innen, LGBT AkÂtiÂvist*innen und BaÂsis-âgeÂwerkÂschaftÂler*innen geÂmeinÂsam vor die HauptÂbÃhÂne, um sich dort dem ProÂtestÂmainÂstream entÂgeÂgenÂzuÂsetÂzen. Den AufÂtritt des OligÂarÂchen und PrÃÂdiÂdentÂschaftsÂkanÂdiÂdats Michail ProÂchoÂrov bloÂckierÂten sie, bis die SeÂcuÂriÂty aufÂzog. Somit wird deutÂlich, dass die raÂdiÂkaÂle Linke trotz BeÂteiÂliÂgung an WahlÂproÂtesÂten die eiÂgeÂnen ÃberÂzeuÂgunÂgen nicht aus den Augen verÂliert. Mit zahlÂreiÂchen AkÂtioÂnen traÂgen die rusÂsiÂschen AnÂarÂchist*innen Ideen einer beÂfreiÂten GeÂsellÂschaft in die neue geÂsellÂschaftÂliÂche BeÂweÂgung hinÂein. Und dies trifft auf viele InÂterÂesÂsierÂte â und zuÂgleich auch auf FeinÂde. WÃhÂrend der AbÂschlussÂkundÂgeÂbung rief der, spÃÂtesÂtens seit den ProÂtesÂten im Wald von ChimÂki, sehr beÂkannÂte AnÂarÂchist AlekÂsej GasÂkaÂrow auf, keine falÂschen AlÂliÂanÂzen einÂzuÂgeÂhen und diÂrekÂte DeÂmoÂkraÂtie aufÂzuÂbauÂen. Eine ZuÂsamÂmenÂarÂbeit mit ReÂpresÂsiÂonsÂorÂgaÂnen wie PoÂliÂzei und Armee oder mit NaÂtioÂnaÂlist*innen , wie sie von zahlÂreiÂchen RedÂner*innen proÂpaÂgiert wird, dÃrfe es nicht geben, denn diese seien die FeinÂde jedes deÂmoÂkraÂtiÂschen ProÂzesÂses. WÃhÂrend seiÂner Rede verÂsuchÂten rechÂte DeÂmoÂteilÂnehÂmer*innen GasÂkaÂrow anÂzuÂgreiÂfen. Am liÂberÂtÃÂren Block war jeÂdoch EndÂstaÂtiÂon. DafÃr gab es nach dem Ende der KundÂgeÂbung jeÂdoch Rache, indem beÂkannÂte UlÂtra-âNaÂtioÂnaÂlist*innen geÂmein-âsam mit der PoÂliÂzei eine GrupÂpe auf die Metro warÂtenÂder AnÂarÂchist*innen anÂgriff.
Doch auch das poÂliÂtiÂsche EnÂgaÂgeÂment auÂÃerÂhalb der ofÂfiÂziÂelÂlen ProÂtesÂte trifft auf viel ZuÂstimÂmung.
Im GeÂgenÂsatz zu den LipÂpenÂbeÂkenntÂnisÂses von SoÂliÂdaÂriÂtÃt mit GeÂfanÂgeÂnen, sind es liÂberÂtÃÂre ZuÂsamÂmenÂhÃnÂge, die SoÂliÂdaÂriÂtÃt prakÂtisch maÂchen. Mit einer guten BeÂrichtÂerÂstatÂtung Ãber die SiÂtuaÂtiÂon poÂliÂtiÂscher GeÂfanÂgeÂner wie FiÂlipp KosÂtenÂko und ÃfÂfentÂliÂchen SoÂliÂakÂtioÂnen wird der breiÂte KonÂtext staatÂliÂcher ReÂpresÂsiÂon aufÂgeÂzeigt. PoÂliÂtiÂscher ProÂtest wird so in unÂterÂschiedÂliÂchen ForÂmen immer wieÂder in TaÂgesÂgeÂscheÂhen einÂgeÂbracht. Das in einer Zeit, in der viele MenÂschen alÂlein schon aus perÂsÃnÂliÂcher BeÂtrofÂfenÂheit, viel empÂfÃngÂliÂcher fÃr poÂliÂtiÂsche KriÂtik sind.
Viele der DeÂmonsÂtrant*innen sind das erste Mal bei einer nicht staatÂlich geÂdulÂdeÂten poÂliÂtiÂschen AkÂtiÂon und komÂmen das erste Mal mit ReÂpresÂsiÂon in KonÂtakt. Das linke PrinÂzip der diÂrekÂten SoÂliÂdaÂriÂtÃt zeigt ihnen, dass kolÂlekÂtiÂve HandÂlungsÂfÃÂhigÂkeit entÂsteÂhen kann, wenn man nicht auf das der PoÂliÂzei gute ZuÂreÂden von irÂgendÂwelÂchen ParÂteiÂchefs warÂtet, sonÂdern selÂber aktiv wird.
Damit die ProÂtesÂte weiÂterÂgeÂhen, hat âAuÂtoÂnoÂme AkÂtiÂonâ die KamÂpaÂgne âUnÂseÂre Wahl â SelbstÂbeÂstimÂmungâ geÂstarÂtet. Bei den weiÂteÂren ProÂtesÂten wird weiÂterÂhin konÂseÂquent auf anÂarÂchisÂtisch-âanÂtiÂfaÂschisÂtiÂschen BlÃÂcke und TheÂmenÂsetÂzung geÂbaut. Unter dem SloÂgan âWir sind die 146 %â werÂden WahlÂbeÂtrug wie auch die inÂterÂnaÂtioÂnaÂle OcÂcuÂpy BeÂweÂgung scherzÂhaft ziÂtiert und zu einer poÂliÂtiÂschen BeÂweÂgung aufÂgeÂruÂfen, die Staat und NaÂtiÂon in Frage stellt.
Die anÂgeÂspannÂte soÂziaÂle Lage und der WahlÂbeÂtrug haben zu ersÂten RisÂsen im auÂtoÂriÂtÃÂren rusÂsiÂschen StaatsÂsysÂtem geÂfÃhrt. Ob aus dieÂsen RisÂsen eine BeÂdroÂhung fÃr den Staat wird, ist unÂgeÂwiss. Die kreaÂtiÂve und akÂtiÂvisÂtiÂsche anÂarÂchisÂtiÂsche Szene in RussÂland ist aber geÂwillt eiÂniÂges dafÃr zu tun.
Ein Text der AnÂarÂcho-âSynÂdiÂkaÂlisÂtiÂschen JuÂgend GÃtÂtinÂgen / SÃdÂnieÂderÂsachÂsen
BeÂdacht auf eine stÃrÂkeÂre VerÂnetÂzung soÂziaÂler KÃmpÂfe ist die UnÂterÂstÃtÂzung von AkÂtiÂvist*innen in OstÂeuÂroÂpa / Ex-âUdSSR ein wichÂtiÂges Thema fÃr uns. DemÂnÃchst erÂscheint der erste Band unÂseÂrer PuÂbliÂkaÂtiÂonsÂreiÂhe âEmanÂziÂpaÂtoÂriÂsche PoÂliÂtik in OstÂeuÂroÂpaâ mit SchwerÂpunkt auf liÂberÂtÃÂrer PoÂliÂtik in RussÂland und der UkraiÂne.
FuÃÂnoÂten
1Die ParÂtei âVerÂeiÂnigÂtes RussÂlandâ hatte bisÂher die abÂsoÂluÂte MehrÂheit im rusÂsiÂschen ParÂlaÂment âDumaâ. Auch der seÂpaÂrat geÂwÃhlÂte PrÃÂsiÂdent der RusÂsiÂschen FÃÂdeÂraÂtiÂon DiÂmitÂri MedÂwedÂjew ist MitÂglied der ParÂtei. ParÂteiÂvorÂsitÂzeÂner ist Ex-âStaatsÂprÃÂsiÂdent und bisÂheÂriÂger MiÂnisÂterÂprÃÂsiÂdent WlaÂdiÂmir Putin, der jeÂdoch in keiÂner eiÂniÂziÂgen rusÂsiÂschen ParÂtei MitÂglied ist.
2Der âRusÂsiÂsche Marschâ ist eine AkÂtiÂon der rusÂsisch-ânaÂtioÂnaÂlen und ulÂtra-â rechÂten GrupÂpieÂrunÂgen RussÂland. Die MosÂkauÂer DeÂmonsÂtraÂtiÂon âRusÂsiÂscher Marschâ wurde ÃbÂriÂgens von einem âRussÂland den RusÂsenâ TransÂpaÂrent anÂgeÂfÃhrt. FÃr weiÂteÂre InÂforÂmaÂtioÂnen zum RusÂsiÂschen Marsch, lest bitte unÂseÂren ArÂtiÂkel in der âGai Daoâ FeÂbruÂar AusÂgaÂbe
3DieÂsen SloÂgan prÃgÂte NaÂvalny auf seiÂnem Blog

http://asjgoe.blogsport.de/selbstverstaendnis/

SelbstverstÃndnis

AnÂarÂcho-âSynÂdiÂkaÂlisÂtiÂsche JuÂgend GÃtÂtinÂgen / SÃdÂnieÂderÂsachÂsen

So wie wir und die VerÂhÃltÂnisÂse in denen wir leben â in stÃnÂdiÂger VerÂÃnÂdeÂrung
SelbstÂverÂwalÂtung in allen LeÂbensÂbeÂreiÂchen
Wir sind eine loÂkaÂlisÂtiÂsche und anÂarÂcho-âsynÂdiÂkaÂlisÂtiÂsche GrupÂpe und Teil eines NetzÂwerÂkes aus anÂarÂcho-âsynÂdiÂkaÂlisÂtiÂschen und/oder daran oriÂenÂtierÂten liÂberÂtÃÂren JuÂgendÂgrupÂpen.
AnÂarÂchisÂtiÂschen und synÂdiÂkaÂlisÂtiÂschen Ideen verÂbunÂden, streÂben wir eine herrÂschaftsÂfreie und selbstÂverÂwalÂteÂte GeÂsellÂschaft an.
Als JuÂgendÂnetzÂwerk liegt unser SchwerÂpunkt bei der OrÂgaÂniÂsieÂrung von SchÃÂler*innen, StuÂdent*innen, PrakÂtiÂkant*innen und JuÂgendÂliÂchen inÂnerÂhalb oder auÂÃerÂhalb von LohnarÂbeitsÂverÂhÃltÂnisÂsen.
Warum JuÂgendÂliÂche?
Wir nenÂnen uns nicht wegen unÂseÂrer GrupÂpenÂstrukÂtur anÂarÂcho-âsynÂdiÂkaÂlisÂtiÂsche JuÂgend sonÂdern wegen unÂseÂres poÂliÂtiÂschen AnÂsatÂzes. Dass es ÃberÂhaupt eine TrenÂnung zwiÂschen âErÂwachÂseÂnenâ und âJuÂgendÂliÂchen / KinÂdernâ gibt, bringt beÂreits jene HerrÂschaftsÂverÂhÃltÂnisÂse zum AusÂdruck, die wir abÂlehÂnen. Nicht erÂwachÂsen zu sein beÂdeuÂtet, als unÂerÂfahÂren, unÂmÃnÂdig und unÂreif anÂgeÂseÂhen zu werÂden und damit kein vollÂwerÂtiÂges MitÂglied der kaÂpiÂtaÂlisÂtiÂschen GeÂsellÂschaft zu sein. Um Teil dieÂser GeÂsellÂschaft zu werÂden, muss Mensch zum einen seine ArÂbeitsÂkraft verÂedeln, das heiÃt also das (Aus)BilÂdungsÂsysÂtem zu ÃberÂsteÂhen und einen staatÂliÂchen AbÂschluss zu erÂwerÂben. Zum anÂdeÂren aber muss sich mensch der kaÂpiÂtaÂlisÂtiÂschen WeltÂanÂschauÂung unÂterÂordÂnen, was da heiÃt eine geÂsellÂschaftÂliÂche HierÂarÂchie als naÂturÂgeÂgeÂben anÂzuÂerÂkenÂnen und desÂhalb um den hÃchsÂten Rang in der LeisÂtungsÂgeÂsellÂschaft zu konÂkurÂrieÂren. DieÂses WerÂteÂkonÂstrukt wird einem beÂsonÂders inÂtenÂsiv als junÂger Mensch durch elÂterÂliÂche ErÂzieÂhung, SchuÂle und MeÂdiÂen einÂgeÂtrichÂtert.
Zum richÂtiÂgen VerÂhalÂten als UnÂterÂtan*in werÂden wir von allen SeiÂten her beÂlehrt: HerrÂschaft soll so als gut, richÂtig und norÂmal anÂerÂkannt werÂden, die UnÂterÂwerÂfung unter die ZwÃnÂge des SysÂtem soll als BeÂdÃrfÂnis geÂseÂhen werÂden. Somit gibt es nicht mehr einÂfach nur UnÂterÂdrÃÂcker*innen und ihre Sklav*innen, wir sind alle RÃdÂchen im SysÂtem und reÂproÂduÂzieÂren es stÃnÂdig.
Die SiÂtuaÂtiÂon, in die JuÂgendÂliÂche geÂzwunÂgen werÂden, zeigt wie MenÂschen in den Knast der kaÂpiÂtaÂlisÂtiÂschen GeÂsellÂschaft geÂsperrt werÂden und wie dieÂses GeÂfÃngÂnis verÂinÂnerÂlicht wird. Eben desÂhalb sind wir eine anÂarÂcho-â synÂdiÂkaÂlisÂtiÂsche JuÂgendÂgrupÂpe, weil genau hier, als JuÂgendÂliÂche, gegen das EntÂsteÂhen von HerrÂschaft geÂkÃmpft werÂden muss. Und weil wir alle als JuÂgendÂliÂche verÂsteÂhen, die nicht geÂhorÂchen wolÂlen und die nicht erÂwachÂsen werÂden wolÂlen, weil sie nieÂmanÂden Ãber sich und nieÂmanÂden unter sich akÂzepÂtieÂren.

Worin unÂterÂscheiÂden wir uns von zenÂtraÂlisÂtiÂschen JuÂgendÂorÂgaÂniÂsaÂtioÂnen?
OriÂenÂtiert an unÂseÂren inÂdiÂviÂduÂelÂlen BeÂdinÂgunÂgen und BeÂdÃrfÂnisÂsen stelÂlen wir uns auf konÂkreÂte SiÂtuaÂtioÂnen ein â unÂseÂre OrÂgaÂniÂsaÂtiÂon sind wir selbst. SoÂliÂdaÂriÂtÃt und SelbstÂbeÂstimÂmung sind fÃr uns keine leeÂren Worte, sonÂdern IdeaÂle, die wir ofÂfenÂsiv verÂtreÂten und mit InÂhalt fÃlÂlen. DesÂhalb unÂterÂstÃtÂzen wir uns geÂgenÂseiÂtig, egal ob in der SchuÂle, bei der LohnarÂbeit oder auf dem Amt.
Wir lehÂnen jede Form von HerrÂschaft und damit von DisÂkriÂmiÂnieÂrung ab.
DesÂhalb zÃhlt fÃr uns: Keine FÃhÂrung, keine FunkÂtioÂnÃÂre, keine BÃÂroÂkraÂtie, keine HierÂarÂchiÂen, keine aufÂgeÂbunÂdeÂnen InÂhalÂte. Bei uns kann und sollÂte sich jedes MitÂglied aktiv einÂbrinÂgen, EntÂscheiÂdunÂgen werÂden von den GrupÂpenÂmitÂglieÂdern geÂmeinÂsam geÂtrofÂfen. Die auÂtoÂnoÂme und fÃÂdeÂraÂle StrukÂtur und VerÂnetÂzung richÂtet sich gegen MachtÂkonÂzenÂtraÂtiÂon und BeÂvorÂmunÂdung.
Wir setÂzen auf die MoÂbiÂliÂsieÂrung aller GeÂnoss*innen und auf DiÂrekÂte AkÂtioÂnen.
Wir proÂpaÂgieÂren dabei den synÂdiÂkaÂlisÂtiÂschen KlasÂsenÂkampf, welÂchen wir geÂmeinÂsam und soÂliÂdaÂrisch mit anÂdeÂren anÂtiÂnaÂtioÂnaÂlen, anÂtiÂauÂtoÂriÂtÃÂren und emanÂziÂpaÂtoÂriÂschen GrupÂpen sowie OrÂgaÂniÂsaÂtioÂnen fÃhÂren wolÂlen. Wir erÂstreÂben eine wirkÂlich freie GeÂsellÂschaft, die dabei der alÂterÂnaÂtiÂven selbstÂbeÂstimmÂten LeÂbensÂgeÂstalÂtung im Hier und Jetzt und der ÃberÂwinÂdung der herrÂschenÂden OrdÂnung als grundÂleÂgenÂde Idee unÂseÂrer PraÂxis entÂspringt. Was wir nicht beÂkomÂmen, dafÃr wolÂlen wir kÃmpÂfen. UnÂseÂre MitÂtel wÃhÂlen wir selbst!
Wir verÂsuÂchen dabei perÂmaÂnent unser eiÂgeÂnes VerÂhalÂten und unÂseÂre GeÂdanÂkenÂwelt zu reÂflekÂtieÂren. Da rasÂsisÂtiÂsche und paÂtriÂarÂchaÂle StrukÂtuÂren durch geÂsellÂschaftÂliÂche PrÃÂgung in uns allen vorÂhanÂden sind, mÃsÂsen wir uns tÃgÂlich von dieÂsen emanÂziÂpieÂren.
Wir sind nicht Volk, wir sind KlasÂse!
KlasÂsenÂkampf auf der Basis einer soÂziaÂlen ReÂvoÂluÂtiÂon ist inÂter-â und letztÂlich anÂtiÂnaÂtioÂnal. Wir JuÂgendÂliÂchen brauÂchen fÃr unser Leben keine KonÂstrukÂte von NaÂtiÂon und VaÂterÂland, die uns kolÂlekÂtiv entÂmÃnÂdiÂgen und uns geÂfÃÂgig fÃr HerrÂschaft und KaÂpiÂtaÂlisÂmus halÂten solÂlen. Dies baÂsiert auf der erÂzwunÂgeÂnen IdenÂtiÂfiÂkaÂtiÂon mit NaÂtiÂon, zu deren Wohl wir nunÂmehr nur als konÂsuÂmieÂrenÂdes StaubÂkorn in der Masse unÂterÂgeÂhen, um priÂviÂleÂgierÂten MenÂschen ProÂfit durch UnÂterÂordÂnung und LohnsÂklaÂveÂrei zu siÂchern. AufÂgrund von marktÂoriÂenÂtierÂten StandÂortÂinÂterÂesÂsen sorÂgen die kÃnstÂliÂchen GeÂbilÂde von NaÂtioÂnalÂstaaÂten fÃr eine SpalÂtung der ArÂbeiÂter*inÂnenÂklasÂse.

Die GrenÂze verÂlÃuft nicht zwiÂschen den StaaÂten, sonÂdern zwiÂschen oben und unten, desÂweÂgen erÂfÃllt nur ein anÂtiÂnaÂtioÂnaÂler KlasÂsenÂkampf seiÂnen Zweck. LetztÂlich eint uns das, was die NaÂtiÂon uns nicht geben kann: ein selbstÂorÂgaÂniÂsierÂtes Leben in FreiÂheit und geÂgenÂseiÂtiÂge Hilfe auf gleiÂcher AuÂgenÂhÃÂhe.
Auf die BarÂriÂkaÂden!
Als anÂarÂcho-âsynÂdiÂkaÂlisÂtiÂsche JuÂgendÂorÂgaÂniÂsaÂtiÂon fÃhÂlen wir uns der FAU / IAA, sowie anÂdeÂren anÂtiÂnaÂtioÂnaÂlen und anÂtiÂauÂtoÂriÂtÃÂren GrupÂpen und OrÂgaÂniÂsaÂtioÂnen nahe und wolÂlen reÂgelÂmÃÂÃiÂgen AusÂtausch mit dieÂsen pfleÂgen. UnÂseÂre geÂmeinÂsaÂme AufÂgaÂbe ist es, eine anÂdeÂre geÂsellÂschaftÂliÂche PerÂspekÂtiÂve zu schafÂfen. Dies wolÂlen wir nicht alÂlein, sonÂdern es gilt, geÂmeinÂsam unÂseÂre KrÃfÂte fÃr die ÃberÂwinÂdung dieÂser GeÂsellÂschaftsÂverÂhÃltÂnisÂse zu bÃnÂdeln.
ASJ GÃtÂtinÂgen / SÃdÂnieÂderÂsachÂsen im SepÂtemÂber 2010
_________________________________________
A - I n f o s Informationsdienst
Von, Fr, und Ber Anarchisten
Send news reports to A-infos-de mailing list
A-infos-de@ainfos.ca
Subscribe/Unsubscribe http://ainfos.ca/cgi-bin/mailman/listinfo/a-infos-de
Archive: http://www.ainfos.ca/de