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(de) Swiss, LAW-BroschÃre zu den AufstÃnden in Nordafrika und dem Nahen Osten

Date Wed, 22 Jun 2011 14:02:03 +0300


LibertÃre Aktion Winterthur (Hg.) Die AufstÃnde in Nordafrika und dem Nahen Osten - Eine Textsammlung. Winterthur, April 2011. ---- >> Download BroschÃre als pdf http://www.arachnia.ch/etomite/Joomla/media/pdf/Die-Aufstaende-in-Nordafrika.pdf â Inhalt
â Vorwort..2 â Chronologie der AufstÃnde..4 â Zu den Protesten in Nordafrika..8 â Tunesien: Die Revolution ist noch nicht zu Ende..11 â Die arabische Welt brennt: GesprÃch mit einem syrischen Anarchisten..13 â Die Revolution in Ãgypten: Das Ende der neuen Pharaonen?..17 â Interview mit einem Ãgyptischen Anarcho-Kommunisten..31 â Erste Gedanken zu Ãgypten..36 â Die arabische Revolution: Vom Aufstand zur Macht des Volkes ..42 ---- â Vorwort ---- Hat der StrassenhÃndler Mohamed Bouazizi geahnt, dass er nicht nur sich selbst, sondern eine ganze Region entflammen wird, als er sich aus Protest gegen die Beschlagnahmung seiner Waren vergangenen Dezember im zentraltunesischen Sidi Bouzid selbst angezÃndet hatte?

Er machte damit aber nicht nur den Auftakt zu den Revolten, die inzwischen fast jedes Land in Nordafrika und dem Nahen Osten erfasst haben, sondern hatte mit seinem Protest auch schon ihre wesentlichen Punkte vorweggenommen: Sie sind sowohl ein Aufbegehren gegen die Ãkonomische und soziale Ungleichheit als auch gegen die politische (und mitunter ethnische und religiÃse) UnterdrÃckung eines grossen Teils der BÃrgerinnen und BÃrger. Dieser schillernde Charakter liess es zu, dass sich der Wille zum Aufstand so einfach von Land zu Land, aber auch in vielen Schichten der jeweiligen BevÃlkerung ausbreiten konnte.

Daher erstaunt es aber auch wenig, dass sich alsbald Risse und WidersprÃche unter den Demonstrierenden auftaten, besonders in Tunesien und Ãgypten, wo sie in Bezug auf ihre politischen Forderungen erfolgreich waren. Dies genÃgte zwar der beteiligten Bourgeoisie und der Mehrheit der linken und religiÃsen Parteien, die sich sofort daran machten, ihre neu gewonnene Macht zu konsolidieren. Doch war dies kaum ausreichend fÃr die armen Massen, die sich um die MÃglichkeit ihrer sozialen und Ãkonomischen Besserstellung geprellt sahen. Dieses Muster ist leider nur allzu bekannt, und bildete bisher mit Ausnahme von wenigen kurzlebigen und lokal begrenzten Revolutionen die Regel: Siehe die FranzÃsische Revolution von 1789, siehe die Russische Revolution von 1917.

Weshalb also machen wir uns die MÃhe, eigens eine BroschÃre zu diesem Thema zu verÃffentlichen? DafÃr sprechen verschiedene GrÃnde: Erstens scheint es uns als Anarchistinnen und Anarchisten wichtig, Ãberall dort genauer hinzugucken, wo sich Menschen gegen ihre Ãkonomische oder soziale Situation aufbegehren, sei dies nun in meist kleinerem Rahmen in der Schweiz oder eben in grÃsserem Massstab in Nordafrika und im Nahen Osten. Dies hat aber nichts mit medialem Voyeurismus zu tun, sondern ist fÃr uns ein Aspekt gelebter SolidaritÃt und mit der Hoffnung verbunden, dass wir aus solchen KÃmpfen immer irgendetwas lernen kÃnnen (und sei es auch nur zu erfahren, wo Gefahren lauern kÃnnen). In diesem Zusammenhang halten wir es zweitens mit dem Prinzip der ârevolutionÃren Gymnastikâ: Diese bezeichnet nicht etwa eine neue Form dieser Art KÃrperertÃchtigung, sondern ist an die Ãberlegung angelehnt, dass jeder kollektive Versuch des Protestes und des Aufstandes sowohl eine wichtige Erfahrung fÃr die revolutionÃre Bewegung als auch ein deutliches Zeichen gegen die herrschende Klasse ist - und uns damit einen Schritt weiter im Prozess der radikalen gesellschaftlichen Umgestaltung bringt. Die wichtigste Erkenntnis in den hier besprochenen Revolten scheint uns schliesslich die unglaubliche Geschwindigkeit zu sein, wie Menschen fÃhig sind, sich unabhÃngig von Staat und Bossen basisdemokratisch zu organisieren. Die Volkskomitees in Tunesien und die RÃte der Demonstrierenden in Ãgypten sind ein genuiner Ausdruck libertÃrer Praxis, und verdienen â trotz MÃngel, zweifelsohne â unser spezielles Augenmerk und UnterstÃtzung.

Dank weltweit ausgerichteten libertÃren Medienplattformen wie Anarkismo (www.anarkismo.net) war es mÃglich, in dieser BroschÃre Texte aus verschiedenen Kontinenten zu verÃffentlichen. Wir finden es spannend, wie sich je nach Land die Sichtweise auf die besprochenen Ereignisse verschiebt und andere Erkenntnisse aus ihnen gezogen werden. Die Auswahl fiel uns angesichts der FÃlle interessanter Analysen nicht leicht. Da diese BroschÃre nicht nur in den kommenden Monaten eine spannende LektÃre bieten soll, war es uns ein Anliegen, insbesondere Texte aufzunehmen, die nicht nur die jeweils aktuellen Geschehnisse zusammenfassen, sondern darÃber hinaus auch eine Interpretation derselben versuchen. Interpretationen, die sich unserer Meinung nach in ihrer GÃltigkeit auch auf andere Weltgegenden Ãbertragen lassen und so tendenziell auch uns in Westeuropa ein Leitfaden sein kÃnnen. Denn ob in Sidi Bouzid oder in Winterthur â die Revolution muss noch immer erst gemacht werden! Wir bleiben dran.

LibertÃre Aktion Winterthur, April 2011
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