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(de) Swiss, Saint-Imier 1872-2012 Internationales anarchistisches Treffen vom 9. bis 12. August 2012
Date
Wed, 22 Jun 2011 12:44:30 +0300
Vom 9. bis 12. August 2012 wird in St-Imier (Berner Jura, Schweiz) ein internationales
Treffen von Libertären aller Strömungen sowie von allen Personen, die die verschiedenen
anarchistischen Bewegungen (besser) kennenlernen wollen, stattfinden. ---- Dieses
„Welttreffen des Anarchismus“ ist eigentlich ein Jubiläum der ersten anti-autoritären
Internationalen, die 1872 als Antwort auf die Internationale von Marx gegründet wurde.
Seither hat sich die Welt ziemlich verändert, zumindest unter gewissen Gesichtspunkten,
doch die libertären Strömungen konnten sich den Zeiten anpassen, wovon das Treffen zeugen
wird. Eine Sache bleibt gewiss: Die Zeit hat in keiner Weise die Unterdrückung der
Schwächsten durch die Mächtigen gemildert. Das Treffen wird diverse Wege des Widerstands
in ihren verschiedenen Formen aufzeigen. ---- Die Fédération Jurassienne: ----
Die Internationale Arbeiterassoziation (IAA) wurde 1864 gegründet. In La Chaux-de-Fonds,
Le Locle, St-Imier und im Rest des Schweizer Juras gab es sehr schnell Sektionen. Viele
ihrer Mitglieder waren noch immer Heimarbeiterinnen und -arbeiter. Sie waten belesen und
strebten nach Unabhängigkeit. Als 1869 Bakunin in die Region kam, blieben seine
Begegnungen nicht folgenlos. Die übereinstimmenden Ideen, die die Arbeiterinnen und
Arbeiter entdeckten, machten aus der Fédération Jurassienne den libertären Pol der IAA,
der sich der marxistischen Tendenz widersetzte. Durch diese Opposition auf die Palme
gebracht, unternahm Marx alles, um diese Strömung zu beseitigen. 1872 meinte er, dieses
Ziel erreicht zu haben. Am Haager Kongress gelang es ihm, ein Maximum seiner AnhängerInnen
zu versammeln, von denen einige Sektionen vertreten haben sollen, die inexistent gewesen
sind. Dank dieser künstlichen Mehrheit liess er für den Ausschluss von Bakunin und James
Guillaume stimmen, und es fehlten ihm nur einige Stimmen, um dasselbe mit Adhémar
Schwitzguébel zu tun. Sie alle waren Delegierte des Juras. Schockiert darüber
organisierten die antiautoritären Sektionen der IAA, insbesondere solche von Spanien,
Italien, Frankreich, Belgien und den USA einen Kongress in St-Imier, an dem klar libertäre
Beschlüsse verabschiedet wurden. Die antiautoritäre IAA überlebte die marxistische bis zum
Ende des Jahrhunderts.
140 Jahre nach dem Kongress von St-Imier ist die Ausbeutung und Entfremdung der
Arbeiterinnen und Arbeiter noch ebenso brutal. Die marxistische Illusion ist angesichts
der kommunistischen Diktaturen dahingeschmolzen. Der Kapitalismus lebt von Krise zu Krise,
gesellschaftliche Krise, politische Krise, zu denen heute noch die ökologische Krise
hinzukommt.
Und die anarchistische Bewegung?
Das internationale Treffen im August 2012 wird die Möglichkeit bieten, eine Bilanz aus der
Geschichte der anarchistischen Bewegung zu ziehen – aus ihren Ideen, ihren
Verwirklichungen, ihren Hoffnungen, ihren Niederlagen; was heute von ihr bleibt; ihren
Kämpfen und diejenigen, die sie mit anderen teilt: Antimilitarismus, Antirassismus,
Antisexismus, Selbstverwaltung, décroissace („Wachstumsrücknahme“), Bildung, Feminismus,
Internationalismus, Gewaltlosigkeit etc.
Einige Workshops und Kundgebungen sind bereits geplant: Historische Veranstaltungen,
thematische Veranstaltungen, Theater, Konzerte, Ausstellungen, Filmvorführungen, eine
Buchmesse, ein Radio, ein libertäres Camping, ein selbstverwalteter Markt mit
Bioprodukten, praktische Workshops, Verpflegungsmöglichkeiten etc.
Das Treffen wird öffentlich sein und soll für die gesamte internationale anarchistische
Bewegung offenstehen, aber genauso für die ganze Bevölkerung – ohne Diskriminierung.
Gratisbereiche und freie Preise werden bevorzugt, um allen die Teilnahme zu ermöglichen.
Das Organisationskomitee behält sich das Recht vor, einE TeilnehmerIn aufzunehmen.
Entscheidungen werden entsprechend unseren eigenen Ideen und Praktiken gefällt, die auch
diejenigen der Antiautoritären Internationalen waren. Rassismus, Sexismus, Xenophobie,
Homophobie und jede Form von Gewalt und Diskriminierung werden nicht toleriert.
Auf besagter Basis können alle Personen, Strukturen oder Organisationen mithelfen und
Ausstellungsorte, Debatten, Konferenzen, Schauspiele, TeilnehmerInnen, Workshops etc.
vorschlagen. Wir sind auch auf der Suche nach freiwilligen HelferInnen (
flm.osl@espacenoir.ch)!
Das Organisationskomitee des internationalen anarchistischen Treffens in St-Imier 2012
Die Details zum Programm werden in Kürze veröffentlicht
www.anarchisme2012.ch
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