A - I n f o s

ein mehrsprachiger Informationsdienst von, fr und ber Anarchisten **
Nachrichten in allen Sprachen
Die letzten 40 Artikel (Homepage) Artikel der letzten 2 Wochen Unsere Archive der alten Artikel

Die letzten 100 Artikel, entsprechend der Sprache
Castellano_ Català_ Deutsch_ Nederlands_ English_ Français_ Italiano_ Português_ Russkyi_ Suomi_ Svenska_ Türkçe_ The.Supplement

Die ersten paar Zeilen der letzten 100 Artikel auf:
Greek_ 中文 Chinese_ Castellano_ Català_ Deutsch_ Nederlands_ English_ Français_ Italiano_ Polski_ Português_ Russkyi_ Suomi_ Svenska_ Türkçe
Die ersten paar Zeilen aller Artikel der letzten 24 Stunden

Links zu den Listen der ersten paar Zeilen aller Artikel der letzen 30 Tage | von 2002 | von 2003
| von 2004 | of 2005 | of 2006 | of 2007 | of 2008 | of 2009

(de) Solidarität mit den streikenden Fluglotsen!

Date Mon, 13 Dec 2010 14:00:37 +0100


Wilder Streik in Spanien durch Militärgewalt gebrochen! ---- Am
Freitagabend 3. Dezember 2010 trat ein Grossteil der spanischen
Fluglotsen in einen unange kündigten Streik. Die Streikbeteiligung lag
zwischen 70 und 90 Prozent. Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen
brachte, war die abrupte Ankündigung der Privatisierung des
staatlichen Flugsicherheitsunternehmen AENA, was zu einer
Verschlechterung der Löhne führen würde. Zudem haben die Fluglotsen
bereits jetzt anfangs Dezember ihr jährliches Soll an Arbeitszeit
erfüllt.
Infolge des wilden Streiks wurde der gesamte Luftverkehr über Spanien
lahmgelegt. Doch die sozialdemokratische Regierung unter Zapatero
(PSOE) rief umgehend den „Alarmzustand“ aus, um mit voller Wucht
zurückzuschlagen und den spontanen Aufstand zu unterdrücken. Der
Alarmzustand ist die letzte Stufe vor dem „Ausnahmezustand“. Bereits
am Samstagmorgen besetzte das Militär sämtliche Flughäfen Spaniens und
zwang die Streikenden unter Androhung von bis zu 12 Jahren Zuchthaus
zur Wiederaufnahme der Arbeit. Bis Samstagmittag folgte ein Grossteil
der Streikenden dieser Aufforderung.

Die festsitzenden Fluggäste protestierten lautstark gegen die
Streikenden. Die mangelnde Solidarität zeugt entweder von einem
fehlenden Klassenbewusstsein oder davon, welcher Teil der Gesellschaft
sich überhaupt Flüge und Ferien leisten kann. Doch natürlich wussten
rechtslastige Schundblätter wie der deutsche „Focus“ bereits, dass der
mangelnde Rückhalt des Streiks in der Bevölkerung aus den „überhöhten
Löhne“ der Fluglotsen zu erklären ist. Laut Focus verdienen die
nämlich durchschnittlich 300 000 Euro jährlich.
Aus klassenkämpferischer Sicht interessiert es uns nicht, zu werten,
welche Gehälter gerechtfertigt sind – verurteilt werden muss das
System der Lohnarbeit überhaupt!
Unser Augenmerk gilt viel mehr der Art und Weise, in welcher die
Regierung den Streik niedergeschlagen hat:
Ausrufen des Alarmzustandes, was zum ersten Mal seit dem Ende der
Franco-Diktatur geschehen ist.
Aufbieten des Militärs
Ahndung des Streiks als „militärische Dienstverweigerung“
Öffentliche Diskreditierung der Streikenden durch die Regierung
Einleitung juristischer Verfahren vor Militärgerichten.
Der Klassenstaat zeigt hier wieder einmal exemplarisch seine Fratze!
In Zeiten der Krise werden autonome ArbeiterInnenaufstände nicht
hingenommen, sondern zerschlagen, und zwar mit durchaus
rechtsstaatlichen Mitteln. Streiks werden nur dann anerkannt, wenn sie
angekündigt werden, das heisst, wenn sie kalkulier- und verwaltbar
sind. Erhebt sich das Proletariat jedoch selbständig und ohne
Vermittlung durch eine Gewerkschaft, so regiert der Staat mit eiserner
Faust. Gerade jetzt, wo die kapitalistische Herrschaft mit diversen
Problemen zu ringen hat und sich nur noch mit Mühe legitimieren kann,
wird auch die spalterische Hetze gegen alles Aufständische geschürt.
Die Herrschenden sprechen von „Erpressung des spanischen Volkes“.
Mittlerweile erheben die Streikenden Anspruch auf Verhandlungen, was
von der spanischen Regierung mit dem Satz quittiert wurde: „Im
Ausnahmezustand verhandelt man nicht.“
Der Streik hat den kapitalistischen Verwertungskreislauf empfindlich
getroffen. So beklagt der spanische Tourismusverband geschätzte
Einbussen von 250 Millionen Euro! Angesichts solcher Verluste sieht
sich die spanische Regierung „naturgemäss“ gezwungen alle Register zu
ziehen.
Dieses Vorgehen des Staates wird je länger je mehr (wieder) Schule
machen. Deshalb braucht es manifesten Widerstand gegen diese
Militarisierung der Arbeit und gegen die Unterdrückung autonomer
ArbeiterInnenaufstände!
Solidarität mit den streikenden Fluglotsen!
Wider alle Regierungen!
Hasta la Huelga general!

Libertäre Aktion Winterthur, 5. Dezember 2010
http://www.law.ch.vu/
_________________________________________
A - I n f o s Informationsdienst
Von, Fr, und Ber Anarchisten
Send news reports to A-infos-de mailing list
A-infos-de@ainfos.ca
Subscribe/Unsubscribe http://ainfos.ca/cgi-bin/mailman/listinfo/a-infos-de
Archive: http://www.ainfos.ca/de