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(de) [FAU Berlin] Die FAU Berlin ruft zum Workers Memorial Day auf
Date
Tue, 20 Apr 2010 14:39:06 +0200
Liebe Kolleginnen und Kollegen, anbei schicken wir Ihnen
Veranstaltungstermine der FAU Berlin zum weltweiten Workers Memorial
Day am 28.4.Unter dem Motto "Remember the Dead - Fight for the
Living!" wird auf die große Zahl von Arbeitsunfällen und
arbeitsbedingten Krankheiten aufmerksam gemacht. Es finden zwei
Veranstaltungen sowie ein informativer Stadtrundgang zu auserwählten
Orten statt.
Stadtrundgang:
Mittwoch, 28. April 2010
15.30 Uhr, vor der BZA, Friedrichstr. 200 (Start)
Infoveranstaltungen:
"Arbeit ist Krieg"
am Freitag, 23. April 2010, um 19.30 Uhr
FAU-Lokal, Straßburger Str. 38
+
am Dienstag, 27. April 2010, um 19.00 Uhr
BAIZ, Christinenstr. 1
*
"Remember the Dead -- Fight for the Living!"*
Aufruf zum Workers Memorial Day in Berlin am 28. April
Tode -- Verstümmelungen -- Krankheiten -- Vergiftungen -- Burnouts --
Psychosen -- Suizide... Kapitalismus tötet und zerrüttet jährlich die
Existenz von Dutzenden Millionen Menschen. Durch Lohnarbeit werden
mehr Menschen getötet und verletzt als in Kriegen.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Alle 15 Sekunden stirbt
ein Mensch durch einen Arbeitsunfall (über zwei Millionen im Jahr);
über 250 Millionen Menschen erleiden Verletzungen bei der Arbeit; über
150 Millionen entwickeln Berufskrankheiten, fast eine halbe Million
wird tödlich vergiftet; die Fälle von Burnout, psychischen Krankheiten
und Suiziden aufgrund von Lohnarbeit schießen in die Höhe. Allein in
Deutschland sterben drei bis vier Menschen täglich, auf der Arbeit,
auf dem Weg dorthin oder an den Spätfolgen von ihr. Täglich ereignen
sich hierzulande tausende Arbeitsunfälle.
Während global durch nachholende Industrialisierungsprozesse und durch
zunehmende Proletarisierung dieser blutige Trend verschärft wird, ist
die Zahl der Arbeitsunfälle in Deutschland zuletzt zurückgegangen.
Einfach deshalb, weil durch Krise und Kurzarbeit weniger gearbeitet
wurde. Dafür nimmt im Klima des wachsenden Leistungsdrucks die Zahl
von lohnarbeitsbedingten Burnouts und Psychosen drastisch zu.
Die Knochenmühle der besonderen Art stellt in Deutschland die
Leiharbeit dar. Das Risiko für LeiharbeiterInnen, einem Arbeitsunfall
zum Opfer zu fallen, ist drei Mal so hoch, wie das für
Stammbelegschaften, bedingt durch hohe Fluktuationen, erhöhten
Profitabilitätsdruck und schlechte Materialausstattung. Auch die
psychische Belastung ist für die prekären und gehetzten
LeiharbeiterInnen besonders hoch.
Gegen all diese Missstände richtet sich der Workers Memorial Day.
Alljährlich wird er am 28. April auf der ganzen Welt begangen. An ihm
gedenken Menschen der Opfer des kapitalistischen Alltags und kämpfen
für sichere Arbeitsbedingungen. Die FAU Berlin schließt sich den
globalen Aktivitäten an und ruft zur Beteiligung auf. In einem
Stadtrundgang mit Redebeiträgen werden am 28. April in Berlin die drei
großen Leiharbeitsverbände sowie die Arbeits- und
Wirtschaftsministerien besucht, um auf den brutalen kapitalistischen
Alltag aufmerksam zu machen.
Los geht's vor dem Bundesverband Zeitarbeit, in der Friedrichstr. 200
(nahe U6 Stadtmitte), um 15.30 Uhr.
***
Weitere Informationen finden Sie bei:
www.leiharbeit-abschaffen.de
Artikel zum Thema in der Zeitung "Direkte Aktion" (www.direkteaktion.org):
"Alltag ist Krieg" (DA Nr. 194) | "Tödliche Arbeitsunfälle" (DA Nr.
196) | "Vier Kreuze pro Minute" (DA Nr. 198) |
Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an:
faub-presse@fau.org
FAU Berlin
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