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(de) Speech in the Carl von Ossietzky Medal Award by AAtW* activist

Date Mon, 14 Dec 2009 19:33:17 +0100



Hallo an alle ---- Heute Morgen gaben wir (die ich als Anarchisten) Rede
bei der Preisverleihung Medaille namens Carl von Ossietzky, die wir im
vergangenen Jahr gewonnen. Moktar gewann in diesem Jahr Baha (Aktivist
schwarz Antigzani Osten Deutschland) und Kapitän Stefan Schmidt (Kapitän
gerettet Flüchtlinge Mittelmeer-Grabbing Strafverfahren in Italien) .
Die Rede war kurz und schnell, erwähnt der Besetzung des Gaza-Streifens,
gab Bassem Abu Rahma und den Kampf gegen die Ausweisung von
Flüchtlingen. Issa, der Bruder von Mohammed Khatib, eine Rede genannt
Dorf. --- B.
Liebes Publikum, Liebe Medallienempfangende, es ist ein Jahr vergangen,
seit wir die Ehre hatten, die Karl-von-Ossieztky-Medaillen verliehen zu
bekommen. Leider hat dieses vergangene Jahr für unser Land nicht viel
Hoffnung gebracht. Wenige Tage nach der Medaillenverleihung hat der
Staat Israel einen der mörderischsten und grausamsten Angriff seiner
Geschichte lanciert. Nach drei Wochen lag der aus der Luft, am Boden und
vom Meer aus bombadierte Gaza-Streifen in Trümmern. Mehr als 1400
Menschen waren ermordet worden - darunter hunderte Kinder. Tausende
wurden verletzt. Die dreijährige Belagerung des Gaza-Striefens hält
weiterhin an und verunmöglicht jeglichen Wiederaufbau und ein normales
Leben für die Bewohner. Zugleich ersticken im Westjordanland die
separaten Rechtssysteme für Juden und Araber, die getrennten Straßen,
die wachsenden Siedlungen, die Checkpoints und die Annexionsmauer jede
Möglichkeit einer besseren Zukunft. Die rechtsextreme Regierung, die
dieses Jahr gewählt wurde, lässt mehr den je die Hoffnung auf eine
Änderung dieser Situation in weite Ferne rücken.

Trotzdem kämpfen wir weiter. Trotz hunderter Festnahmen, Dutzender neuer
Gerichtsverfahren, der gewalttätigen Repression der zivilen
Demonstrationen und des Mordes an Bassem Abu-Rahma geht der gemeinsame
palästinenesisch-israelische und internationale Widerstand weiter.
Bassem Abu-Rahma, einer der Aktivsten in Bil'in, kam jede Woche zu den
Demonstrationen und versuchte die Soldaten anzusprechen und ihnen auf
eine schlichte und gewaltfreie Art und Weise die Gründe für den
Widerstand und die katastrophalen Folgen der illegalen Mauer für das
Leben im Dorf zu erklären. Im Herrschaftsbereich des israelischen
Staates, der von sich beansprucht, die einzige Demokratie im Nahen Osten
zu sein, kostete Bassem Abu-Rahme sein würdevoller und gewaltfreier
Protest das Leben. Obwohl es dutzende Beweise gibt, u.a auch einen Film,
der den Mord während der Demo dokumentierte, drückt sich der Staat
Israel vor der Verantwortung für seinen Tod, genau so wie er sich vor
der Verantwortung für das Leiden von Millionen Palästinenser_innen
drückt, die unter der Kontrolle Israels im Gaza Streifen und im
Westjordanland leben, oder sich in den israelischen Verhör- und
Folterzellen und in den Knästen befinden. Der Kampf dafür, diese
Realität bloßzustellen, in Israel und weltweit, ist ein langer, schwerer
und komlizierter Kampf - doch wir weigern uns, ihn aufzugeben.

Aus diesem Grund, sind wir sehr froh, dieses Jahr an der
Medallienverleihung teilnehmen zu dürfen; denn die Auszeichnung geht an
eine Person, deren mutiger Kampf für die Aufdeckung der Wahrheit in
vieler Hinsichten unserem Kampf gleicht. Muctar Bah, hat sich aktiv
gegen das systematische Verschweigen und das Vertuschen gestellt, das
die deutsche Polizei betrieb, und gegen die Drohungen seitens der
Neoonazis von der NPD. Er riskierte viel dabei und brachte große Opfer.
Auch im Deutschland des 21sten Jahrhunderts ist Rassismus nach wie vor
eine Realität. Der Tod von Oury Jalloh in Polizeigewahrsam in Dessau,
ist ein schmerzliches und ungeheuerliches Zeugnis dieses aktuellen
Rassismus. Wie in vielen anderen Fällen legitimierte es die Tatsache,
dass das Opfer ein rechtloser Migrant war, für die Behörden, den Fall
nicht ernsthaft zu untersuchen und ihn einfach als Selbstmord abzutun,
obwohl alle Beweise dagegen sprachen. Muctar Bah zeigt uns, wie die
Weigerung einer Person zu schweigen, und der Mut, sich gegen das Wort
der Behörden zu stellen, die Aufdeckung der Wahrheit und die
Gerechtigkeit fördern können.

Diese Weigerung zu schweigen, führte Bah zur Mitgründung der „Oury
Jalloh Intiative“, nur einigen Wochen nach dem ungeklärten Tod seines
Freundes. Zusammen mit anderen, ging er auf die Strassen und forderte
Gerechtigkeit, sammelte Geld für eine zweite Obdukation und war jeden
Verhandlungstag im Verfahren gegen die zwei Polizisten, die Oury Jalloh
in den Stunden seines Todes beschützen sollten, anwesend.

Die politischen Aktivitäten einer „Nicht-Deutschen“ und einer
„Nicht-Weissen“ Person sind immer noch ein Dorn im Auge für sehr viele
Menschen in diesem Land, Nicht nur für die Nazis der NPD die gegen Bah
auf ihren Internet-Seite gehetzt haben. Die Behörden in Dessau haben
anscheind zufälligerweise, nachdem sich Bah politisch engagiert hat,
sein Internet-Cafe zur Schliessung gezwungen. Das Ordnungsamt entzog ihm
seine Gewerbelizenz, mit der Begründung: Es habe mehrfach polizeiliche
Ermittlungen gegen ihn gegeben, die auf 'große charakterliche Mängel'
schließen ließen.“.

Was die rassistischen Behörden als charakterliche Mängel bezeichneten,
ist genau der Grund warum an Herrn Bah heute die
Carl-von-Ossiezky-Medallien verliehen wird: Seine Weigerung zu Schweigen
und seine Weigerung sich zum Schweigen bringen zu lassen, und dies
angesichts charakterlichen Mängal deutscher Rassisten, die sich immer
noch weigern Migrant_innen, Flüchtling, Nicht-Weißen und Menschen mit
migrantischen Hintergrund als gleich anzuerkennen.


Auch in Israel, wie in vielen anderen Ländern, werden Migrant_innen und
Flüchtling auf die gleiche rassistische Art und Weise behandelt. Letztes
Jahr wurde eine neue Migrationspolizei gegründet, die Migrant_innen und
Flüchtlinge in den Straßen jagt, um sie abzuschieben, was in vielen
Fällen bedeutet, sie in Lebensgefahr und Armut abzuschieben. Überlebende
des Genozids in Darfur oder Flüchtlinge aus verschiedenen
Bürgerkriegsregionen in Afrika, die über die ägyptische Grenze nach
Israel flüchten, werden am besten Fall festgenommen und auf unbestimmte
Zeit in den Knast gesteckt. Im schlimmsten Fall werden sie der
ägyptischen Armee übergeben, die sie in ihre Herkunftsländer abschiebt,
oder sie erschießt.

Einige unabhängige Organisationen und Gruppen in Israel kämpfen in den
letzten Jahren gegen diese Politik. Viele von uns, den AAtW*, nehmen an
diesem Kampf teil, weil wir die Verbindung zwischen den verschiedenen
rassistischen Unterdrückungsmechanismen sehen, die der israelische Staat
einsetzt. Der Kampf gegen die Abschiebungspolitik in Israel steckt aber
bisher noch in den Kinderschuhen. Für uns ist das, was einzelne Menschen
oder Gruppen in diesem Zusammenhang tun, eine wichtige
Inspirationsquelle. Deswegen freuen wir uns sehr, heute hier mit euch zu
sein, um zusammen Muctar Bah und Stephan Schmidt zu ehren und mit ihnen
zusammen ein Zeichnen gegen rassistische Repression zu setzen - in
Deutschland, in der Festung Europa, in Israel und überall auf der Welt.
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* Israeli Anarchists Against the Wall
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