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(de) (de, a) WIEN: FrauenMädchenLesben - DEMOAUFRUF für den 25.11.09

Date Wed, 18 Nov 2009 19:08:00 +0100



FrauenMädchenLesben- DEMO am 25.11.2009 ---- Dem Internationalen Tag
gegen Gewalt an Frauen ---- Treffpunkt: 17.00 Praterstern (hinten beim
Würstel-Prater) ---- Demobeginn: 18.00 Uhr
Anschließend: Fest in der FZ Bar (Währingerstraße Ecke Prechtlgasse)

GEMEINSAM KÄMPFEN WIR FÜR EIN SELBSTBESTIMMTES LEBEN!

- Weil Frauen noch immer unzumutbaren Mehrbelastungen ausgesetzt sind
und ihre Arbeit unsichtbar bleibt!
- Weil Frauen für dieselbe Arbeit ein Drittel weniger verdienen und die
Einkommensschere in Krisenzeiten noch größer wird!
- Weil Frauen durch wirkungsvolle Männerseilschaften Mitbestimmung
verwehrt wird!
- Weil Frauen ihr Leben lang mit sexistischen Verbalattacken und Witzen
konfrontiert sind, und diese Nötigungen dauernd heruntergespielt werden!
- Weil Frauen von sexualisierten Übergriffen betroffen sind!
- Weil Frauen besonders schwerwiegend von anderen gesellschaftlichen
Ungleichheiten betroffen sind (etwa wenn sie Migrantinnen sind)!
- Weil Frauen gesagt wird, wen sie lieben dürfen und wen nicht!
- Weil Frauen das Recht auf Abtreibung in Frage gestellt wird!
- Weil Frauen vorgeschrieben wird wie sie sein dürfen!
- Weil Frauen von Männern verprügelt, vergewaltigt und
ermordet werden!

Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter.
Wir sind widerständig und setzen uns mit all unserer Wut dagegen zur Wehr.
Kommt hin und solidarisiert euch: Gemeinsam sind wir viele!

Treffpunkt Praterstern

Als Treffpunkt für die diesjährige Demonstration am 25. November - dem
internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen - wurde der Praterstern
gewählt. In dieser Gegend kommt es besonders häufig zu sexualisierten
Übergriffen und Vergewaltigungen.

Wir treffen uns dort, um gemeinsam Widerstand gegen Gewalt an Frauen zu
demonstrieren. Gemeinsam wollen wir durch die Präsenz von vielen starken
Frauen einen Raum zurückerobern, der uns genommen wurde. Die Wahl des
Ortes ist symbolisch. Denn eigentlich müssten wir dazu in die Wohn- und
Schlafzimmer gehen, denn Vergewaltigungen passieren nur zu einem
geringen Teil im Park oder am Rande eines dunklen Weges. In den meisten
Fällen kennen die Betroffenen die Täter. Es ist nur leider unmöglich,
eine Demo durch tausende Wohnungen zu machen...

Stündlich wird in Österreich eine Frau vergewaltigt
2/3 aller vergewaltigten Frauen kennen die Täter
60% der Vergewaltigungen finden in ihrer oder seiner Wohnung statt
82% der Vergewaltigungen wurden von den Tätern geplant
30-40 Frauen werden jährlich in Österreich ermordet, die Täter sind
mehrheitlich (Ex) Lebenspartner

Vergewaltigung und Mord sind kein vereinzelter ?Schicksalsschlag?,
sondern tief verwurzelt in der gesellschaftlich patriachalen Ordnung. In
den Rollen, in die Frauen gezwungen werden, steckt bereits Gewalt, der
Frauen alltäglich und allnächtlich ausgesetzt sind.

Sexualisierte Gewalt beginnt dort, wo die Grenzen einer Frau/Lesbe
überschritten werden, sei es von Unbekannten auf der Straße, in Lokalen
oder in Beziehungen und Freundschaften.

Sexismus ist die Normierung von Frauen und Frauenkörper durch soziale,
medizinische und wissenschaftliche Festschreibungen von (patriarchaler)
Weiblichkeit. Mit Verhaltens- und Schönheitsnormen, Diäten,
?Schönheits?- operationen, Geschlechtsoperationen und
Reproduktionstechnologien wird die patriarchale Vorstellung von
Weiblichkeit hergestellt.

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen
Millionen von Frauen weltweit erfahren mindestens einmal in ihrem Leben
physische, psychische oder sexualisierte Gewalt durch Männer. Obwohl es
in den meisten Gewaltverhältnissen eine ganz konkret betroffene Frau
gibt, richtet sich diese Gewalt nicht gegen sie alleine. Vielmehr dient
Gewalt gegen Frauen zur Aufrechterhaltung und Absicherung der
patriachalen Herrschaft. In dieser sind Frauen täglich struktureller
Gewalt ausgesetzt. Auf dem Rücken der Frauen soll der gesellschaftliche
Reichtum vermehrt werden. Dazu dienen Strukturen, in denen Frauen gratis
oder unterbezahlt arbeiten.
Außerdem sind Frauen von spezifischen Gewaltverhältnissen in ihrer
alltäglichen Lebensrealität betroffen zum Beispiel:
Migrantinnen und Illegalisierte, denen das Asylrecht erschwert und ein
vom Mann unabhängiges Bleiberecht verwehrt wird.
Sexarbeiterinnen, die als sittenwidrig entrechtet und kriminalisiert
werden und oft den Frauenhaß als ?Abschaum der Frauen? zu spüren bekommen.
Alleinerzieherinnen, die die alleinige Verantwortung für die Kinder
tragen müssen und in Armut gedrängt werden. Gleichzeitig versucht die
VäterRECHTSbewegung (im Namen des ?Kindeswohl?) Frauen (wieder) mit
rechtlichen Mitteln zu kontrollieren und an einen (Ehe-)Mann zu binden.
Das Leben und die Liebe von Lesben wird im ?normalen Alltag?
ausgeschlossen und diskriminiert. Gleichzeitig werden
Frauen-liebende-Frauen als ?männerhassende Feindbilder? oder für
sexuelle Männerphantasien benützt.


Gemeinsam sind wir stark
Widerstand gegen Gewalt und Unterdrückung leisten alle Frauen, die sich
mit der momentanen Situation nicht abfinden. Tagtäglich bringen wir die
Kraft und den Mut auf, uns gegen die herrschenden Verhältnisse zur Wehr
zu setzen. Einige von uns kämpfen alleine, andere organisieren sich mit
ihren Freundinnen oder Mitstreiterinnen. Letztendlich ist es ein
gemeinsamer Kampf mit vielen Facetten für ein freies und wildes Leben.
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