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(de) IAA 1. Mai: Gegen Staat und Kapitalismus

Date Fri, 02 May 2008 11:37:38 +0200



Gegen Staat und Kapitalismus ---- In Gedenken an die Haymarket-Märtyrer
---- Wieder einmal ist der Erste Mai gekommen und mit ihm die Zeit des
Erinnerns - im Kampf - an unsere Genoss/innen: ---- Fünf anarchistische
Arbeiter, die in einem Krieg zwischen den Klassen gestorben sind, den
wir auch heute noch führen.[1] Sie wurden vom Staat ermordet, weil sie
es nicht ohne Widerstand ertragen konnten, dass ihre Chefs von ihrer
Arbeit gelebt haben. Weil sie es nicht ertragen wollten, dass Staat und
Kapital eine Macht über ihr Leben haben.

Aber es sind nicht nur diese fünf Anarchisten - erinnern wir uns an die
ungezählten Arbeiter/innen, Gewerk­schaf­ter/innen, Anar­chis­t/innen,
Libertären, stol­zen menschlichen We­sen, die starben, weil sie die
Ausbeutung
der Menschen durch die Menschen nicht ertragen konnten. Sie alle leben
weiter
am Ersten Mai, dem Internationalen Kampftag der Arbeiter/innen.

Mit ihren hohen Idealen in unseren Herzen und mit unseren Gewerkschaften
auf
der Straße müssen wir unsere Rechte und unser Leben verteidigen:

Gegen die wilden Angriffe des neo-liberalen Kapitalismus!
Kämpfen wir für eine freie Welt - heute genauso wie vor hundert Jahren!

In der Europäischen Union müssen die Arbeiter/innen unter dem
Zusammenbruch des
Wohlfahrtsstaates leiden, aber auch unter dem massiven Wachstum
ungesicherter
Arbeitsplätze. Der Verrat der Sozialdemokratie, die Unfähigkeit der
bürokratischen Gewerkschaften und drei rechte Regierungen in Mitteleuropa
werden diese Situation weiterhin verschlechtern.

In Lateinamerika kämpfen die Armen immernoch gegen den Würgegriff der
multinationalen Firmen, die den ganzen Kontinent ausplündern, gegen die
Zerstörung der Umwelt und ein Leben in größtem Elend. Aber auch Afrika
bleibt
immernoch nur ein Spielzeug in den Händen der nach-kolonialen
Imperialist/innen, die die Flammen des Krieges zwischen den Menschen
anfachen.
Sie lassen ganze Bevölkerungen verhungern und an Seuchen sterben, um einen
ganzen Kontinent seiner natürlichen Vorräte zu berauben.

Die Welt wird mit dem Schwert des Imperialismus der USA, Chinas und
Europas neu
geformt. In endlosen Kriegen werden die Armen und die Arbeiter/innen-Klasse
geschlachtet, um die Interessen der militärischen Industrie, der
Privatwirtschaft und der Herrschaft der regierenden Clique an diesen
Ressourcen
zu sichern.

In dieser Situation der wirtschaftlichen Krise, der Kriege und des
wachsenden
Elends ruft die Internationale Arbeiter/innen-Assoziation (IAA) an diesem
Ersten Mai zum Kampf gegen die Ausbeutung der Arbeiter/innen-Klasse. Sie
ruft
auf zu einem Ersten Mai der Solidarität und Gegenseitigen Hilfe gegen die
rassistische Teilung der Armen. Sie ruft auf zu einem Ersten Mai des
Widerstands gegen kapitalistische Kriege und sie ruft die Arbeiter/innen
auf,
ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Für die Selbstbefreiung
von den
Interessen der Bürokratie, des Kapitalismus und der Politik.
Die Befreiung der Arbeiter/innen-Klasse können nur die Arbeiter/innen
selbst
schaffen!
Für den freiheitlichen Kommunismus und die soziale Revolution!

Belgrad, Erster Mai 2008
Sekretariat der Internationalen Arbeiter/innen-Assoziation (IAA),
http://www.iwa-ait.org,

Übersetzung: Anarchosyndikat 'eduCat', Köln/Bonn,
http://anarchosyndikalismus.org

[1]In Chicago, Illinois (USA) kam es am 03. Mai 1886 als Folge des
Generalstreiks zu schweren Kämpfen mit der Polizei, die eine
Streikversammlung
mit Gewalt auflöste und sechs Arbeiter tötete. Tausende zogen daraufhin in
einem friedlichen Protestmarsch zum Haymarket Square. Doch als am
folgenden Tag
von Unbekannten in der Menschenmenge auf dem Platz eine Bombe gezündet
wurde,
starben dabei zwölf Menschen, davon acht Polizisten. Die Polizei schoss
daraufhin in die protestierenden ArbeiterInnen, was etwa zweihundert
Tote und
zahlreiche Verletzte zur Folge hatte. Da einige der Redner auf der
Protestkundgebung Anarchisten waren, wurde behauptet, die Bombe sei von
AnarchistInnen gelegt worden, was aber nie bewiesen werden konnte. Trotzdem
wurden acht Anarchisten - fast alle Einwanderer aus dem Deutschen Reich
- in
den USA angeklagt und verurteilt. Fünf von ihnen wurden hingerichtet:
Albert
Parsons, August Spies, George Engel und Adolph Fischer; Louis Lingg
starb in
seiner Zelle. O
scar Neebe, Michael Schwab und Samuel Fielden durften im Gefängnis
weiterleben.
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