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(de) FAU DIREKTE AKTION #216 – Scheiß Arbeit am linken Institut

Date Thu, 02 May 2013 09:17:07 +0200


Kurzinterview ---- An der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben studentische MitarbeiterInnen im Fachbereich Soziologie begonnen, sich zu organisieren. Die DA sprach mit einem Mitglied der FAU vor Ort, die die Initiative unterstützt. ---- Wie kam es dazu, dass sich die studentischen MitarbeiterInnen organisieren und welche Rolle spielt dabei die FAU? ---- Ausgangspunkt war die Unzufriedenheit einiger TutorInnen über die mangelnde Stundenzahl, die ihnen berechnet wird. Die TutorInnen bekommen 50 Stunden für das ganze Semester (43 Stunden, sofern sie schon einen Bachelor-Abschluss haben). Die tatsächliche Arbeitszeit liegt aber, selbst wenn sie niedrig angesetzt wird, bei mindestens 130 Stunden. Womit sich der Stundenlohn de facto auf weniger als 2,75 Euro beläuft. Da ich selbst als Tutor gearbeitet habe, war die FAU von Anfang an mit im Boot.

Schnell haben sich dann weitere studentische Beschäftigte des Instituts gefunden, welche ebenfalls unzufrieden sind mit ihren Arbeitsbedingungen.

Was sind eure wichtigsten Forderungen?

Grundlegend ist es, zunächst einmal die gesetzlichen Mindeststandards durchzusetzen: Urlaubsanspruch, keine unbezahlte Arbeit, öffentliche Ausschreibung der Stellen, verbindliche Tätigkeitsbeschreibung. Allein dies wurde auf Seiten des Instituts teilweise schon als Versuch der Kapitalisierung und Verrechtlichung der wissenschaftlichen Lebenswelt verstanden. Was umso erschreckender ist, weil sich das Institut nach außen immer als linkes darstellt, wo selbst noch der Kapitalismus als Ganzes kritisiert wird.

Welche nächsten Schritte sind geplant?

Momentan sind wir dabei, die eigenen Positionen zu bestimmen, wobei sich ein zentraler Konflikt zwischen denjenigen, die auf Dialog mit dem Institut setzen und denjenigen, die den Protest ausweiten wollen, schon abgezeichnet hat. Die FAU unterstützt dabei natürlich letztere, da die Probleme viel umfassender sind, als dass sie am Institut gelöst werden könnten und außerdem erstickt ein dröges sozialpartnerschaftliches Vorgehen jedes Protest- und Mobilisierungspotential.
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