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(de) FDA/IFA - GÇi DÃo Nr. 28 â Weltweit - Autorin: Neues aus Koshara dem Koshmara "Nahen Osten" - Der Soziale Marsch der Anarchist*innen

Date Sat, 13 Apr 2013 18:00:37 +0300


Am 02.03.13 gab es wieder eine landesweite Aktion in Russland, der sogenannte â soziale Marschâ. Auch in St. Petersburg, Belgorod und Moskau fanden Demonstrationen zum Schutz der BÃrgerrechte statt. Organisiert und begleitet wurden diese Demonstrationen von verschiedenen Initiativen, vereint unter einem gemeinsamen Slogan: âSoziale Garantien - Ja / Politische Repressionen â Neinâ . Unter ander em ging es um die prekÃre Wohnungslage im Land, um Repres sionen, die Probleme der Rentner*innen, die ÃberfÃllten Busse und Bahnen und die Fahrpreise, die menschenunwÃrdige Behandlung der BÃrger*innen durch Politiker*innen und Spekulant*innen, und auch die Tierrechte wurden angesprochen. Die Problemstellungen lassen auch gewisse Parallelen zur Situation i n Deutschland erkennen.

Beteiligt waren verschiedene BÃrgerinitiativen, LibertÃre und die Anarchist*innen von
Avtonom.org, die sich selbst als libertÃr-kommunistische Anarchist*innen verstehen und die
Hauptinitiatoren der landesweiten Aktio n waren.

Die grÃÃte Herausforderung fÃr die Veranstalter*innen war es, die unterschiedlichen
unabhÃngigen Organisationen und Initiativen so wie BÃrger*innen auf einer gemeinsamen
Demonstration mit gemeinsamen Forderungen an die Regierung und gemeinsamen Slogans zu
vereinen. Dies verlief in den jeweiligen StÃdten unterschiedlich, a n dieser Stelle ein kleiner Bericht zu der Vorgehensweise in Moskau und St. Petersburg.

In St. Petersburg setzten sich alle im Vorfeld an einen ârunden Tischâ und formulierten eine ganze Reihe politischer Forderungen aus. Da die gesamte Wiedergabe den Rahmen sprengen wÃrde, hier nur einige Forderungen unserer Kolleg*innen von Avtonom.org in St. Petersburg:
1. Die MÃglichkeit eines Misstrauensvotums bei jedem Abgeordneten zu jeder Zeit, wenn
dieser das Vertrauen seiner WÃhler*innen verlier t ( NichterfÃllen ihrer Forderungen). Eine einfachere Vorgehensweise, um in solchen FÃllen sein*ihr Misstrauen auszudrÃcken.
2. Die WiedereinfÃhrung des Streikrechts, welches mit der EinfÃhrung des neuen
Arbeitsgesetzes faktisch ausgehebelt wurde.
3. Abschaffung des Gesetzes "zur Abwehr von Extremismus" und der zugehÃrigen
Paragraphen.
Die Moskauer Kolleg*innen von Avtonom.org waren die Initiator*innen in ihrer Stadt, sie
marschierten an der Spitze des Zuges mit einem Transparent: âDie Stadt den BÃrgern und nicht den GeschÃftemachernâ. Die beteiligten Anarchist*innen brachten aber auch Banner und
Plakate zu verschiedenen sozialen Themen mit, unter anderem mit Slogans wie : âGesundheit
ist keine Wareâ, âTiere ins Haus und die Beamten in die KÃfigeâ, âFreie MaulkÃrbe fÃr
HundefÃngerâ, âNein zur Internetzensurâ, â Autonomie fÃr die U niversitÃtenâ, âVisum â den
Beamten, FreizÃgigkeit - de n VÃlkernâ. Im Anschluss gab es eine Kundgebung, einer der
Redner*innen war ein Aktivist von Avtonom.org. Im Wesentlichen war es eine ErklÃrung
darÃber, warum die Anarchist*innen sich an dieser Kundgebung beteiligten und worum esihnen dabei geht. Hier eine Ãbersetzung des Redebeitrags unseres Moskauer Kollegen (ei niges auch nur sinngemÃÃ):
â Warum sind wir heute hier? Weil die Stadt in der wir leben nicht mehr uns, den BÃrgern
gehÃrt! Sie gehÃrt irgendwelchen Beamten und GeschÃftemachern, die mit dieser S tadt tun
und lassen was sie wollen, ohne RÃcksicht auf die BÃrger. FÃr sie zÃhlt nur das Kapital und der eigene Vorteil, nicht unsere Interessen!" An dieser Stelle zÃhlte der Aktivist die eingangs erwÃhnten sozialen MissstÃnde auf. Insbesondere verwies er auf die WohnungsrÃumungen und verbunden damit auf die vielen Rentnerinnen (wÃrtlich als Omas bezeichnet), die sich dem Zug angeschlossen hatten. â Seht die vielen Rentnerinnen, die in groÃer Zahl hier erschienen sind. Sie sollen aus ihren HÃusern/Wohnungen zwangsgerÃumt werden. Deshalb sind sie heute hier! Den BÃrokraten und Investoren sind sie scheiÃegal, sie interessiert nur das Kapital.

Dieses Prinzip gilt Ãberall in unserer Stadt, an erster Stelle steht das Geld, nicht die Menschen.
Wir wollen, dass das ein Ende hat! Wir mÃssen die Stadt wieder in die eigenen HÃnde nehmen, wir als Bewohner dieser Stadt mÃssen anfangen, die Stadt selbst zu kontrollieren! Wir selbst sollten entscheiden dÃrfen wo Me nschen leben werden und wo nicht , wo weitere GrÃnflÃchen (Parks) entstehen sollen und wo nicht, wo SupermÃrkte sein werden/sollten und wo nicht! Wir sollten entscheiden, unter w elchen Bedingungen wir leben wollen! Wenn wir die Sache in die HÃnde der Beamten und Investoren legen wird nichts passieren, denn diese handeln nicht in unserem Interesse sondern in ihrem eigenem und nur fÃrs Kapital! Uns bleibt nur das, was die uns Ãbrig lassen. Des halb mÃssen wir uns selbst organisieren, an allen Orten. Wenn ihr in einem Mehrfamilienhaus wohnt, mÃsst ihr euer eigenes Wohnhauskomitee grÃnden, weil euch dieser Wohnraum faktisch weggenommen wurde von Besitzern und Wohngesellschaften, die euch hÃchstwahrscheinlich belÃgen. Wenn ihr irgendwo arbeitet, kÃnnt ihr euch sicher sein, dass euer Chef euch belÃgt!!! Wenn er euch nicht belÃgen und euer Geld nehmen wÃrde, wÃrde er euch nicht auf der Arbeit versammeln! Also organisiert euch auf der Arbeit und lÃst eure Probleme selbst, auÃer euch wi rd sie nÃmlich niemand lÃsen! Wenn ihr die LÃsung eurer Probleme einem anderen anvertraut, dann Ãberlasst ihr ihm eure Freiheit und wenn ihr glaubt, dass ein anderer kommt und eure Probleme fÃr euch lÃsen wird, dann seid ihr naive Kleinkinder. So wird es nie sein!!!
So denken nur 6- bis 10-JÃhrige, die Eltern haben. Ihr
hingegen seid erwachsene Menschen, fÃr euch kommt kein guter Onkel um alles zu erledigen,
er kommt bloÃ, um sich die Taschen auf eure Kosten voll zu machen und euch zu belÃgen.
Deshalb appelliere ich an euch, WACHT ENDLICH AUF und schaut der RealitÃt ins Gesicht,
ehe ihr euch nicht selbst organisiert und die Sachen nic ht selbst in die Hand nehmt, wird keine Partei, kein OppositionsfÃhrer, niemand kommen und es fÃr euch machen. Sie werden euch belÃgen und abkassieren, denkt mal drÃbe r nach, wacht auf.â
Auf der Abschlusskundgebung, appellierte der delegierte Aktivist nochmals an die
BevÃlkerung und machte darauf a ufmerksam, dass der anarchistische Block bereits seit langer Zeit einen sozialen Krieg (Klassenkampf) fÃhre. Und dass sie bereits begriffen hÃtten, dass all das Geschreibe und die Flyer allein nichts nutzen wÃrden, wenn man nicht auch selbst aufstehen und etwas unternehmen wÃrde. Und dass sie aufgrund dieser Erkenntnis losgezogen seien, dahin wo die sozialen Konf likte sind, um ihre helfende Hand zu reichen. Und zwar genau dort wo sie gebraucht werden, dort wo eine alte Frau zw angsgerÃumt werden soll, dieweder Enkel*innen noch Kinder hat, die ihr helfen kÃnnten, seien die Anarchist*innen zur Stelle um sie zu unterstÃtzen. Und dasselbe wÃrden sie auch anderen raten. Denn unser Leben funktioniere nicht nach Papieren. Egal was a uf Papier festgehalten werde, Gesetze und
Verfassungen, egal wie gut es sei, es werde nie genauso umgesetzt. Es sei sehr schwer nach
diesem Papier zu leben, wir sollten nach unserem Gewissen, nach zwischenmenschlichen
GefÃhlen, nach VerstÃndnis und gegenseitigem VerstÃndnis leben und handeln. Wenn also ei ne alte Dame zwangsgerÃumt werden soll spielt es keine Rolle, ob es gesetzlich vorgeschri eben sei, dass sie ein Recht auf Wohnraum habe. Wenn das Gesetz vorschreibt jedes Kind habe ein Recht auf einen KiTa-Platz, so wÃre dies ebenfalls ohne Bedeutung. Sie brÃuchten kein Gesetz dafÃr, sondern real existierende KiTa- PlÃtze und wenn das Gesetz dies nicht hergebe, sei es ÃberflÃssig.
WÃhrend der Demo nutzten die Teilnehmer*innen der verschiedenen Gruppen die Gelegenheit,
sich selbst vorzustellen und andere Protestbewegungen kennenzulernen, des weiteren wurden
gemeinsame AktionsmÃglichkeiten und Gemeinsamkeiten besprochen.

Anmerkung: SÃmtliche Informationen zum Artikel stammen aus den verÃffentlichten
Berichten und Videos auf avtonom.org.
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