(de) Ausgrenzungs-Prozesse (Antwort auf Spalt-Prozesse)

WRI AG Foed Gewaltfreier AGs (WRI-AG.FOEGA@OLN.comlink.apc.org)
Mon, 28 Jul 1997 14:18:00 +0100


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24.7.97

_AUSGRENZUNGS-PROZESSE_ (Antwort umherschweifender GraswurzelrevolutionaerInnen zu "Spalt-Prozesse" aus "Geist der Freiheit" und "A-Infos News Service")

Der "Geist der Freiheit" war mit Sicherheit abwesend, als euer Artikel "Spalt-Prozesse" geschrieben und publiziert wurde. Die Antwort, die ihr fordert, koennt ihr haben. Sie wird hart sein, aber gerecht. Wir koennen nur hoffen, dass Papiere wie dieses nicht repraesentativ sind fuer die autonome und/oder militant-an- archistische Szene. Wir werden das Papier auseinandernehmen und dann unsererseits Forderungen aufstellen. Unabhaengig von diesem Papier erklaeren wir unseren festen Willen und die klare, eindeu- tige Bereitschaft zur kritisch-solidarischen Buendniszusammenar- beit mit dem autonomen und/oder militant-anarchistischen Spek- trum. Aber es muss eine Zusammenarbeit sein, die von der Anerken- nung der jeweiligen Eigenstaendigkeit revolutionaerer Politik und gegenseitigem Respekt getragen wird. Beides vermissen wir bei diesem Papier. Und wir sind nicht bereit, zu den dort kolpor- tierten Vorwuerfen und Behauptungen auch noch die linke Backe hinzuhalten. Es muessen hier mal ein paar klare Worte ueber Heu- chelei, Doppelmoral und den politischen Zweck solcher Angriffe gesagt werden.

_1. Wehe, direkte gewaltfreie Aktionen sind erfolgreich..._

"Gewaltfrei oder militant - wichtig ist der Widerstand!" - mit dieser autonomen Standardparole endet der Text. Wenn es nur so waere! Fuer einige Militante wie den GdF-Autor gilt die vielbe- schworene "Toleranz" im Widerstand nur solange, wie gewaltfreie Aktion als irrelevant und ihre Beteiligten als Naivlinge, die durch Erfahrung mit Polizeigewalt schon noch zur Militanz "erzo- gen" werden, gewertet werden koennen. Stellt sich direkte gewalt- freie Aktion jedoch einmal als eigenstaendiger Machtfaktor im Wi- derstand heraus - wie beim letzten Castor-Transport auf vielfael- tige Weise, nicht nur bei der Massenblockade von "X-1000mal quer", sondern schon in Neckarwestheim oder bei den lang aufhal- tenden direkten gewaltfreien Aktionen auf der Schienenstrecke usw. -, dann ist's aus mit der "Toleranz", dann wird auf uebelste Weise gegen eine Aktion als spalterisch polemisiert, die auch an nur einem von 20 km Strassenstrecke zugange war und demgegenueber voellig vergessen, dass im Rahmen des Streckenkonzepts genug Platz, Raum, Eigenstaendigkeit fuer effektive autonome Aktion vor- handen war. Es entpuppt sich bei einigen Militanten - die Beto- nung liegt bei "einigen", denn wir wollen wie gesagt nicht glau- ben, dass das repraesentativ ist - die Phrase von der "Toleranz" als prinzipiell heuchlerisch, quasi als autonome Doppelmoral, die genau in dem Moment einer Ausgrenzungs- und Diffamierungs- sucht weicht, in dem gewaltfreie Aktion nicht nur Theorie oder abstrakte Willensbekundung bleibt, sondern praktisch und fuer den Widerstand relevant wird. Dann fallen alle Hemmungen. Dann wer- den Kuebel uebelster Verleumdungen gegen gewaltfreie AktivistIn- nen, gewaltfreie AnarchistInnen und GraswurzelrevolutionaerInnen ausgeschuettet und die laecherlichsten Unterstellungen verbreitet. Das Ganze wird dann sogar noch als "serioes" (GdF-Autor) bezeich- net. Solche Manoever, die sich um die Untersuchung des Wahrheits- gehaltes nicht mehr scheren, gehoeren im Kern zu dem, was uns an autonom- militanter Diskussionskultur am meisten abstoesst. Wir nehmen diese Doppelmoral nicht hin und wehren uns gegen die sich ganz offensichtlich dahinter verbergende Strategie der Ausgren- zung eigenstaendiger gewaltfreier Aktionskonzepte aus dem Wider- stand. Wenn sich gewaltfreie AktivistInnen selbst organisieren und im Rahmen eines Streckenkonzepts wie diesem ihre Aktionen machen, ist dies keine Spaltung, sondern ein Beitrag zur Vielfalt und damit zur Staerkung der Unberechenbarkeit des Widerstands! Nun meint der GdF-Autor aber, X-1000mal quer sei gar nicht er- folgreich gewesen. Die Zeit fuer die Raeumung sei von der Polizei von vorneherein einkalkuliert gewesen, alles kein Problem, also auch kein Erfolg des gewaltfreien Widerstands. Dass es natuerlich ein Erfolg war, zeigt schon die intensive, szeneinterne Ausein- andersetzung im Nachhinein um einen angeblichen "Putsch" bei der Durchsetzung des Aktionsortes (als Gegendarstellung verweisen wir auf die Artikel aus Verden in AAA 79, S.35 und S.42f) und das zeigen auch solche Ausgrenzungsversuche wie der der GdF. Der Erfolg von X-quer, aber auch aller anderen gewaltfreien Aktionen entlang der Strecke, macht sich nicht nur an der materiellen Be- hinderung fest, sondern auch an der politischen und internatio- nalen Entlegitimation des BRD-Regimes durch den Polizeieinsatz. Insofern gehoert die vorlaeufige Absage eines weiteren Gorleben- Transports im Herbst und der Umweg ueber Ahaus genauso zum Erfolg (des gesamten Widerstands, aber speziell auch von X-quer) wie die vor allem durch X-quer gewaehrleistete Moeglichkeit, dass der Castor- Widerstand auch nach dem dritten Gorleben- Transport die Chance in sich birgt, gleichzeitig weiter zu wachsen und sich zu radikalisieren. Wer die seit Jahren bestehende Bewegungsflaute realistisch einschaetzen und mit den Massenaktionen der Anti-AKW- Bewegung der 70er und 80er Jahre vergleicht, kann sich ueber die falsche Entgegensetzung Massenbewegung versus Systemkritik ("Auf BuergerInnenmasse statt auf Inhalte setzen", so "Ein Autonomer") nur wundern. Nur eine potentiell systemkritische Massenbewegung kann dem System tatsaechlich zusetzen und materielle Zugestaend- nisse abringen. Ein marginalisiertes Haeuflein von Systemkriti- kerInnen richtet gar nichts aus! Nur wenn eine Aktion also gleichzeitig auch die Bewegungsdynamik voranbringt und die Herr- schenden beim naechsten Mal genausoviel oder noch mehr Widerstand befuerchten muessen, ist sie als erfolgreich anzusehen. X-quer hat dazu beigetragen, dass im Maerz 97 ganz bestimmt kein Knick in der Anti-Castor-Bewegung zu verzeichnen war. Aber bleiben wir mal beim materiellen Erfolg der Blockade, der angeblich keiner war. Wie absurd solche Versuche sind, X-quer den Erfolg abzusprechen, soll einmal eine Umkehrung deutlich ma- chen: stellt euch also mal fuer einen Augenblick vor, in 9-stuen- diger Feldschlacht haetten autonome KaempferInnen den Transport aufgehalten. Die Polizei haette zwar schon ein paar Stunden vor der Zeit den Kampf aufgenommen, aber in offener Feldschlacht wae- re der Transport 9 Stunden lang nicht vom Fleck gekommen. Weiter stellt euch bitte vor, dass danach die gewaltfreien AktivistInnen mal eben schnell beiseitegepruegelt worden waeren und der Trans- port - von wenigen Ausnahmen abgesehen - ohne Probleme und im Rekordtempo ins Zwischenlager gerollt waere. Wir koennen uns gut vorstellen, wie das dann von autonomer Seite als materieller Er- folg gefeiert worden waere und eventuelle Anfragen, das sei ja alles eingeplant gewesen und die Bullerei habe mit der Knueppelei ja frueher als erwartet angefangen, verlacht und ins Reich der Absurditaet verwiesen worden waeren. Wir haben schon erlebt, wie 1986 bei den Pfingstkaempfen in Wackersdorf die Zurueckdraengung einer Polizeireihe in offener Feldschlacht um ca. 100 Meter im Wald von autonomer Seite monatelang als "neue Qualitaet des Wi- derstands" bejubelt wurde! Aber wenn wir mal einen Transport neun Stunden aufhalten, dann kann das nix gewesen sein. So sieht die autonome Doppelmoral aus! Wir bestreiten der autonomen Bewegung doch auch nicht ihre Er- folge: die Hausbesetzungen 80/81, die Verteidigung der Hafen- strasse 88 bis hin zu NOlympics in Berlin. Aber wir feiern eben auch unsere Erfolge, es wird ja niemand gezwungen mitzufeiern!

_2. Nationalistische Unterstellungen_

Einige der vielen Unwahrheiten, die in dem GdF-Papier weiterkol- portiert werden und schon im Interim-Papier "X-tausendmal ge- waltbereit" abgedruckt wurden: "Ein Autonomer" behauptet dort, nachdem er die Graswurzelrevolu- tionaerInnen zur Distanzierung von "X-1000mal quer" aufgefordert und eine Person, die im X-quer-Lautsprecherwagen sass, persoenlich benannt und damit der Szene zum "Abschuss" freigegeben hat (ein ganz besonders uebles Verfahren, warum werden nicht die Inhalte kritisiert, sondern Personen denunziert?): "Mit Spruechen wie 'das deutsche Volk ist wehrhaft' wurde aus dem Lauti Schuetzenhilfe fuer die Maltraetierten geliefert, die sich das auch noch gefallen liessen." Wir haben diesen Vorwurf, der inzwischen schon ueber mehrer Pa- piere fortgetragen wurde, einmal konkret untersucht. Die Red. GWR hat die am Lautsprecherwagen von "X-1000mal quer"-Beteilig- ten, die sie zum Teil persoenlich kennt, extra befragt, ob an diesem Vorwurf - ein sehr gravierender, immerhin wird da X-quer Nationalismus pur unterstellt! - auch nur irgendwas dran ist. Ergebnis: schon die Nachfrage wurde als beleidigend empfunden - zurecht! - und es wurde versichert, dass waehrend der ganzen Raeu- mung der Massenblockade kein/e am Lautsprecherwagen Beteiligte/r jemals einen solchen oder auch nur aehnlichen Satz gesagt hat, geschweige denn durchgesagt. So ein Spruch verstosse massiv gegen deren transnational/internationalistisches Selbstverstaendnis. Es interessiert uns hier weniger, wie diese dreiste Unterstel- lung von "Ein Autonomer" zustande kam, ob sie bewusst und ab- sichtlich ausgestreut wurde (und damit eine glatte Luege waere) oder irgendwie zufaellig zustandekam. Verfolgen wir lieber den Vorgang weiter: In einem Papier zu einem weiteren Interim-Text eines "Jim aus Berlin" haben wir die Entlarvung dieser Luege pu- blik machen wollen, allein die Interim hat dieses Papier nicht abgedruckt und auch nicht in den Interim-ueblichen Ordner aufge- nommen. Es ist also nicht unsere Schuld, wenn sich diese Unter- stellung ueber z.B. das GdF-Papier immer weiter fortpflanzt. Es ist diese unhinterfragte Weiterkolportierung unbewiesener Be- hauptungen ein durchaus szeneueblicher Vorgang - und er gereicht der Szene keineswegs zur (revolutionaeren) Ehre. Denn unwahr bleibt unwahr, darauf bestehen wir. Nun nennt sich der "Geist der Freiheit" unseres Wissens eine li- bertaere Zeitung und auch die unhinterfragte Weiterleitung des Textes ins A-Infos News Service und ins Internet - die interna- tionale Verbreitung dieser Unterstellung also! - weist ja darauf hin, dass die GdF sich dem libertaeren Spektrum zuordnet. Die "In- terim" kann unseretwegen ebenfalls als libertaere Zeitung durch- gehen, obwohl sie sich im Untertitel "Woechentliches Berlin-Info" nennt. Doch auch die Graswurzelrevolution - von der "Ein Autono- mer" die Distanzierung zu "X-quer" gefordert hat und die sie ihm nicht gegeben hat - nennt sich seit nunmehr 25 Jahren im Unter- titel explizit u.a. "herrschaftslos", bekennt sich also explizit zur libertaeren und/oder anarchistischen Tradition. Was aber macht der GdF-Autor? Er glaubt unbesehen dem Autonomen aus der Interim die uebelsten nationalistischen Unterstellungen. Obwohl er weiss, dass die GWR eine libertaere Zeitung ist und die nament- lich benannte Person aus dem Lautsprecherwagen von X-quer u.a. in der GWR publiziert, nimmt er die Behauptung dieser Lauti- Durchsage fuer die groesste Selbstverstaendlichkeit und als wahr hin, weil sie in sein Konzept der Diffamierung passt. Da kann die GWR noch so lange und wiederholt bewiesen haben, dass sie sich als libertaere Zeitung und die gewaltfreien Aktionsgruppen sich als libertaere Stroemung verstehen: die Behauptung, GWR-Autoren wuerden mit nationalistischen Parolen um sich werfen, wird um- standslos geglaubt, weiterkolportiert und auch noch in interna- tionale libertaere Netze eingespeist. Es kam dem GdF-Autor nicht etwa in den Sinn, sich mal zu fragen, ob so ein Satz tatsaechlich den in der GWR propagierten Inhalten entspricht und vielleicht nicht ganz stimmig sein koennte. Er kam keineswegs auf die Idee, als Autor einer libertaeren Zeitung (GdF) vielleicht einmal bei der Red. einer anderen libertaeren Zeitung (GWR) nachzufragen, ob sie solche Behauptungen bestaetigen koennen, bevor er mit dieser Anklage an die Oeffentlichkeit geht. So siehts aus mit dem Ver- trauen und dem solidarischen Umgang unter Libertaeren! Aber der GdF-Autor laesst ja auch bei dieser Gelegenheit raus, was er schon immer ueber die GraswurzelrevolutionaerInnen dachte: "Sorry Leute, selbst wenn ich euch immer noch den besten Willen unterstelle und meine Zweifel, ob wir auch nur ansatzweise noch gemeinsame Bezugspunkte haben, aussen vor lasse: Sowas hat nicht den Hauch von einer serioesen Auseinandersetzung..." Aber wir sollen von einer serioesen Auseinandersetzung reden, wenn solche dreisten Unterstellungen verbreitet werden! Am Bei- spiel der GdF zeigt sich exemplarisch das Dilemma des militanten Anarchismus: wenn es um den Wahrheitsgehalt der absurdesten Be- hauptungen geht, wird jeder und jedem Militanten geglaubt, ob sie/er sich nun als Libertaerer versteht oder nicht und das Res- sentiment gegen die Gewaltfreiheit erschlaegt das Vertrauen in die libertaere Tradition der Graswurzelrevolution! Eine weitere glatte Unwahrheit: "Ein Autonomer" behauptet zu X- quer: "Die Bullen und die Atomlobby hatten keinen Grund, sich zu aeng- stigen. Alles war abgesprochen." Dass es keine Absprachen mit Polizei und Atomlobby gab, ist selbstverstaendlich. Darauf wurde schon bei der in AAA 79 abge- druckten GWR-Erklaerung, die uebrigens eine dezidierte Erwiderung auf das Papier "Gift und Galle" aus AAA 78, S.50/51 war und kei- neswegs eine Erwiderung auf "X-tausendmal gewaltbereit"- wie vom GdF- Autor unterstellt und dann als unzureichend kritisiert - hingewiesen, dass es keine Absprachen mit der Polizei gab. Al- lein, dass wir das Selbstverstaendliche wieder und wieder sagen muessen und es uns dann durch die GdF wieder aufgetischt wird, obwohl dort unsere Erklaerung aus AAA 79 anscheinend bekannt ist, aergert uns. Wir sind nicht verantwortlich dafuer, dass sich diese und andere Unterstellungen weiter und weiter verbreiten. Und wir sehen durchaus nicht ein, dass wir dazu verpflichtet waeren, von uns aus jede Weiterkolportage dieser Unterstellungen richtigzu- stellen. Wir fordern also die VerbreiterInnen und Weiterverbrei- terInnen der Unterstellungen dazu auf, selbst dafuer zu sorgen, dass in allen ihnen bekannten Publikationen der beschriebene Sachverhalt richtiggestellt wird. Und wenn das nicht geschieht, sehen wir uns dazu veranlasst, nicht mehr von Unterstellungen, sondern von politisch und strategisch bewusst eingesetzten Luegen zu sprechen.

_3. Sogenannte "Dokumentationen"_

Im Gegensatz zum GdF-Autor sind wir durchaus der Meinung, dass wir in ausreichender Weise auf die Kritiken vor und nach dem Ca- stor-Transport eingegangen sind. Alle im Vorfeld und danach in der GWR publizierten Artikel waren nicht etwa eine Kampagne un- sererseits gegen Autonome, sondern Antworten auf Papiere, die in autonomen Blaettern bereits veroeffentlicht waren und uns ange- griffen haben. Wir haben in der GWR immer nur geantwortet, das sollte nie vergessen werden. Auch der vom GdF-Autor angesproche- ne Artikel zum Papier von Jutta Ditfurth (GWR 218, S.9) ist eine solche Antwort, die zu vielen Argumentationsmustern Stellung nimmt, die auf Nachbereitungstreffen in der Anti-AKW-Bewegung und in autonomen Blaettern gegen uns und X-quer ganz genauso auf- getaucht sind (etwa zum Vorwurf, X-quer haette die Presse- und Medienberichterstattung okkupiert). Wir haben keine Lust, das alles hier zu wiederholen. Wer in dem Artikel die Argumenta- tionsmuster nicht von Jutta Ditfurth abstrahieren kann, ist sel- ber schuld. Weil aber nun Jutta Ditfurths Argumentation nach Strich und Faden auseinandergenommen wird, wird vom GdF-Autor das Ditfurth-Papier kurzerhand als "dubios" und Ditfurths Argu- mentation als untypisch fuer autonome Argumentationsmuster hinge- stellt. Wer einmal eine Ditfurth-Veranstaltung besucht hat, weiss aber nur zu gut und aus eigener Erfahrung, wie die gesamte auto- nome Gemeinde dort hinpilgert und auf beschaemende Weise kritik- los an ihren Lippen haengt... So schreibt das Wendland-Magazin "Zero" ueber eine Ditfurth-Veranstaltung nach dem Transport, dass Autonome "fuenf Stunden andaechtig schweigend ihrer Gura Jutta zu- hoeren..." (Nr. 33, S.14) Wer stilisiert da irgendwas hoch? Ein weiteres Beispiel autonomer Heuchelei und Doppelmoral sind in der Nach-Castor-Transport-Debatte zwei sogenannte "Dokumenta- tionen". Mit dem serioes klingenden Etikett "Dokumentation" wird bewusst die billigste anti-gewaltfreie Propaganda transportiert, reinste Demagogie. Und auch hier ist es unsere Schuld nicht, wenn zum Beispiel in der sogenannten "Dokumentation" "Kampf dem Atomstaat" vom sogenannten "Rat der Gnome" zwar Jutta Ditfurths Artikel "dokumentiert" wird (warum das denn, wo sie doch so un- typisch fuer Autonome argumentiert?), nicht aber die besagte GWR- Antwort dazu. Wir koennen nichts dafuer, wenn der "Gift und Gal- le"-Artikel von AAA 78 gegen eine Einzelperson, die sich angeb- lich zum Fuehrer des Widerstands aufschwinge, publiziert wird (unter dem verharmlosenden Titel "Anmerkungen", wogegen aber der GWR-Artikel "Erst drei, dann sechs, dann neun?" aus GWR 215 ohne Angabe von Gruenden um die Kritik des Verfassungsschutzpapiers gekuerzt wird und die daraus folgende Auseinandersetzung mit au- tonomen Konzepten gedruckt wird, als sei's der Hauptteil des Ar- tikels), nicht aber die dazugehoerige Stellungnahme der Redaktion Graswurzelrevolution. Und es ist auch nicht uns anzulasten, wenn der Interim-Artikel von "Jim aus Berlin" ("Die Autonomen - all- seits beliebt als Watschenmann") wiederabgedruckt wird, nicht aber unsere Antwort auf Jim! Das Ganze nennt sich dann "Dokumen- tation" und hat doch nur den Zweck, X-quer und gleich die GWR auch noch als spalterisch zu denunzieren. Eine aehnlich perfide politische Absicht steckt hinter der soge- nannten "Dokumentation" der "Antifaschistischen Arbeitsgruppe Uelzen" (AAUE), auf die wir nach GdF- Aufforderung endlich ant- worten sollen. Wir haben das bisher nicht gemacht, weil wir dachten, solch niveaulose Anschuldigungen erledigen sich von selbst und die Aktiven in der Bewegung seien intelligent genug, eine tatsaechliche Dokumentation von diesem Pamphlet zu unter- scheiden. Aber die Realitaet hat uns wieder mal bewiesen, dass im Niveau nach unten keine Grenzen auszumachen sind... Schon der Titel "Hilfspolizei" ist eine Frechheit und das durch- gaengige Gerede vom "Spaltungskonzept von X-tausendmal quer" ver- raet den primitiv-demagogischen Charakter des Papiers. An eine tatsaechliche "Dokumentation" waere zunaechst einmal das Kriterium der Nachpruefbarkeit zu stellen. Wenn aus Personenschutzgruenden - auf die im Falle der X-Quer-InitiatorInnen ja immer gepfiffen wird - die "Dokumente" und Aussagen nicht veroeffentlicht werden koennen (was wir verstehen koennten), dann muesste den Beschuldigten (in dem Fall "X-1000mal quer") evtl. in Form einer Delegation die Moeglichkeit zum Einblick in die belastenden Dokumente gege- ben werden. Andernfalls bleiben das blosse Behauptungen, die nie- mand nachpruefen kann. Die Dokumente muessten zudem eindeutig bele- gen, dass tatsaechlich vorgekommene Verhaltensweisen wie Kontrol- len an der Blockade oder Drohungen, Leute der Polizei auszulie- fern (die wir selbstverstaendlich verurteilen!) keine spontanen Einzelfaelle waren, sondern entweder von den OrganisatorInnen oder dem SprecherInnenrat von "X-quer" initiiert, geplant oder von massgeblichen Personen von X-quer selbst ausgefuehrt worden sind. Wir bezweifeln, dass sich in den "Dokumenten" auch nur ir- gendwelche Hinweise auf solche Personen oder solche Plaene finden lassen. Und bis zum Beweis des Gegenteil gilt, was zwei Leute aus Verden fuer X-quer zu den Vorwuerfen in AAA 79 erklaert haben: "Es tut uns leid, wenn einige Leute in Einzelfaellen von anderen wegen ihres Aussehens bedraengt oder gar angegriffen wurden (Her- unterziehen von Vermummung, Durchsuchung von Rucksaecken etc.) Unserer Meinung nach haben wir unser Bestes gegeben, um eben das zu verhindern. (...) Mit den MittlerInnen wurde die Brisanz ih- rer Aufgabe besprochen, damit sie nicht in eben beschriebener Weise handeln. Wenn einzelne sich wider diese Idee verhalten ha- ben, ist das nicht im Sinne des SprecherInnenrates und der Vor- bereitungsgruppe gewesen." (S.42f) Geht's noch eindeutiger? Das Problem autonomer Betrachtung die- ser Vorkommnisse ist eine falsche Wahrnehmung der Realitaet einer Massenblockade, an der sich immerhin bis zu 9.000 Menschen be- teiligt haben, also ca. die Haelfte der im Wendland anwesenden Menschen. Vorbereitet war sie jedoch von einem viel kleineren Buendnis gewaltfreier AktivistInnen. Der autonome Blick auf die Realitaet verengt sich auf eine Zweiteilung zwischen "gewaltfrei- en" und "autonomen" Anti-AKW-AktivistInnen, doch Tatsache ist, dass es bei X-quer und auch an anderen Teilen der Strecke minde- stens noch eine andere, dritte Kategorie gab: die BuergerInnen, ueberzeugte DemokratInnen, viele die sich zum ersten Mal an Wi- derstandsaktionen beteiligten. (Mit gutem Recht koennte von vie- len spektrenmaessig nicht festgelegten Kids und Jugendlichen noch als von einer vierten Kategorie gesprochen werden usw.). Sie al- le kamen ins Wendland mit ihrem vorgegebenen Bewusstseinsstand. Das X-quer-Konzept war als Buendniskonzept mit diesen Leuten an- gelegt. Das war ein Vabanque-Spiel und ein grosses Risiko, denn es war klar, dass sie waehrend der Aktion nicht von einem Tag auf den anderen ihr Denken aendern. Dasselbe gilt fuer buergerliche Verhaltensweisen auf der Strecke, die nun wiederum mit X-quer aber auch gar nichts zu tun haben. Diese dritte Kategorie von BuergerInnen sind nun durchaus keine "Gewaltfreien" oder lassen sich gar umstandslos den Graswurzel- revolutionaerInnen zuordnen, das sollte doch klar sein. Wenn sie nun aus ihrem falschen Bewusstsein heraus meinen, sie muessten zwar der Polizei gegenueber gewaltfrei bleiben, nicht aber Autonomen gegenueber (Drohung mit Polizei, Durchsuchung, Hand anlegen), dann sind sie fuer uns zuallererst mal nicht gewaltfrei! Denn fuer gewaltfreie AnarchistInnen ist Gewaltfreiheit ein Prinzip, das selbstverstaendlich auch gegenueber Autonomen gilt, umso mehr so- gar, als wir die Motive fuer Gegengewalt verstaendlich und ach- tenswert, wenn auch falsch finden. Also: ein/e BuergerIn, die sich vielleicht sogar selbst "gewaltfrei" nennt, die aber gleichzeitig Hand an Autonome anlegt, ist gar kein/e Gewalt- freie/r, so wie auch Gruene keine Gewaltfreie sind, wenn sie sich an der Staatsgewalt beteiligen, so wie auch Kohl kein Libertaerer ist, wenn er sich zur Freiheit bekennt! Was aber machen die au- tonomen KritikerInnen? Sie schreien den BuergerInnen nicht etwa ins Gesicht, dass sie Gewalt anwenden, sondern sie bestaetigen noch ihr falsches Bewusstsein, dadurch dass sie sie als Gewalt- freie behandeln. Denn nur so ist es ihnen moeglich, uns ihre Ta- ten in die Schuhe zu schieben, nur so koennen sie uns gewaltfreie AnarchistInnen in demagogischer Weise fuer die Taten aller Buerge- rInnen bei den Widerstandsaktionen im Wendland verantwortlich machen! Dabei sieht ein Blinder, dass ueberall im Wendland, nicht nur bei "X-quer", BuergerInnen mit solchem Bewusstsein herumliefen, dabei aber oft im guten Willen, nicht alles von dem Rechtsstaat hinzu- nehmen, den sie ansonsten auch verteidigen. Zudem haben sie na- tuerlich alle Berechtigung zur Kritik militanter Aktionen aus ih- rer Sicht, solange sie nicht mit Gewalt (Polizeigewalt) drohen oder selbst Hand anlegen. Hier wird von der militanten Kritik oft das Kind mit dem Bade ausgeschuettet. Um das mal zu verdeutlichen: Kritik, von wem auch immer, auch waehrend der Aktion verbal zu aeussern, ist voellig legitim und drueckt nur ein berechtigtes Beduerfnis nach dem Verlauf der Aus- einandersetzungen aus. Ausserdem sind die Aengste der BuergerInnen vor verantwortungslosen Aktionen von Autonomen dem buergerlichen Bewusstsein nicht einfach nur zum 100 % vom Staat eingebleut, sondern es geben manch tatsaechlich verantwortungslose Verhal- tensweisen von Autonomen auch verstaendlichen Anlass fuer buergerli- che Aengste, deren Ausdruck dann aber oft die Falschen trifft oder - schlimmerweise und selbstredend zu verurteilen - spontan gewaltsam wird. Autonome sollten sich tatsaechlich mal ueber ihren eigenen - und nicht immer nur den staatlich-internalisierten - Anteil an buergerlichen Aengsten vor ihnen Gedanken machen, etwa wenn die Berliner Autonomen Sanis ueber autonome Verantwortungs- losigkeiten berichten: "Wir mussten zusehen, dass sich viele Szene-Leute offensichtlich ueberhaupt nicht mit den oertlichen Gegebenheiten auseinanderge- setzt hatten. Damit meinen wir z.B., dass es etlichen Leuten nicht eingefallen ist, sich mal zu ueberlegen, was denn auf dem Land so alles anders ist und wie man eigene Verhaltensweisen dem anpasst. Das fuehrte dann zu wunderbar durchdachten Aktionen wie dem Anstecken von Heu und Ruebenmieten, wahrscheinlich wirklich aus der puren Gedankenlosigkeit heraus, dass die entsprechenden Leute nicht wussten, wofuer Heu oder Rueben so noetig sind (bei uns kommt das Essen schliesslich aus der Dose, oder was?) (...) Was hat es mit dem Gefasel von Solidaritaet zu tun, wenn Menschen nicht nur in Panik uebertrampelt, dabei z.T. erheblich verletzt werden, sondern sich hinterher einen Scheissdreck drum gekuemmert wurde? Nach einer verletzten, vermissten Frau wurde immerhin schon zwoelf Stunden spaeter gefragt!" (Interim 419, S.6) Meint ihr wirklich, die im Wendland anwesenden BuergerInnen krie- gen sowas nicht mit und holen sich ihre Aengste vor Autonomen nur von den Propagandasendungen im Fernsehen? Das rechtfertigt na- tuerlich keine spontanen Gewalthandlungen von BuergerInnen. Wir glauben aber, dass verbale Kritik erstens viel oefter vorkam als die Einzelfaelle des Handanlegens und dass diese verbale Kritik zweitens von autonomer Seite viel zu leicht als pauschal klein- buergerlich abgetan und sich nicht wirklich damit auseinanderge- setzt wird. Was also mit den BuergerInnen und ihrem mitgebrachten Bewusstsein (das keineswegs bei der Aktion von X-quer erst geschaffen wurde, wie ein weiterer absurder Vorwurf lautet) in dieser schwierigen Situation mit deren teils legitimer, teils illegitimer Kritik tun? Sie wieder nach Hause schicken? Das kaeme der Selbstmargina- lisierung von Widerstand gleich. Unsere Antwort war zu versu- chen, sie in den Widerstand gleichzeitig zu integrieren und da- durch auch zu radikalisieren. Die GWR-Red. hat in ihrer Redak- tionsantwort auf "Gift und Galle" formuliert: "Das ist und bleibt ein schwieriger Balanceakt, mit dem konstruktiv umzugehen ist, und da kann in Zukunft bestimmt einiges besser 'ausbalan- ciert' werden." Dem ist nichts hinzuzufuegen. Und wie immer ist das Ganze nur die halbe Wahrheit. Um das naem- lich auch mal aus anderer Seite zu beleuchten: der GdF faellt es natuerlich nicht ein, etwas zu beruecksichtigen, was ebenfalls im Papier der Berliner autonomen Sanis steht: "Wir mussten nicht nur erleben, dass es zu Verhaltensweisen kam, die schlicht schwei- nisch und menschenverachtend sind, z.B. dem Werfen von Mollis (an anderer Stelle Steine) in Menschengruppen, angeblich auf Bullen, in Wirklichkeit in eine Sitzblockade, die davor war (eh alles nur Gewaltfreie, werden schon sehen, was sie davon haben, oder was???), sondern auch jede Menge von anderem geduldeten Schwachsinn, der genauso Opfer gekostet hat, wie z.B. Fallen im Wald in Form von Fuss- und sogar Halsangeln. Rhetorische Frage: Was meint Ihr wohl, auf welcher Seite es deshalb Verletzte gege- ben hat?" Wir wissen zudem durch eine nachpruefbare Aussage einer Person unseres Vertrauens, die die entsprechenden Diskussionen selbst erlebt hat, dass es sehr wohl Planungen zu einer autonomen Feld- schlacht direkt am Verladekran und mit der direkten Absicht, das X-quer-Konzept damit zu treffen, gegeben hat und dass das erst kurz vor Verwirklichung abgeblasen worden ist. Und was machen wir mit diesen Informationen? Werden wir nun auch eine "Dokumentation" herausgeben, nur mit anderer Tendenz als die der AAUE? Werden wir nun auch alle Betroffenen, die von ei- nem Molli oder Stein aus den eigenen Reihen getroffen wurden, die sich in autonomen Fuss- und Halsangeln verfangen haben, dazu aufrufen, sich zu melden und diejenigen zu denunzieren, die ge- worfen oder die Fallen aufgestellt haben? Einen Teufel werden wir tun! Das ist nicht unser Niveau! Man/frau muss sich das mal vorstellen: der Jugendtreff Abraxas in Dannenberg wird kurz vor dem Transport von Nazis zerstoert, waehrend des Transports werden einzelne AKW-GegnerInnen von Nazis ueberfallen, Tausende, ob ge- waltfrei oder nicht, werden beim Polizeieinsatz verpruegelt, doch die "Antifaschistische Arbeitsgruppe Uelzen" dokumentiert nicht etwa neonazistische Gewalt, sie dokumentiert auch nicht die Po- lizeigewalt, nein, sie sieht es als ihre vordringlichste Aufgabe an, Gewaltfreie zu diffamieren und zu weiterer Denunziation auf- zurufen. Es fehlte eigentlich nur noch, so hatten wir schon ge- witzelt, dass X-quer gleich selbst als faschistisch, oekofaschi- stisch oder so diffamiert wird (auch das waere drin, erinnern wir uns nur an die Unterstellung von der nationalistischen Lauti-Pa- role, aber das Papier haben die Uelzener wohl zufaellig nicht ge- lesen, sonst waeren sie auf die Idee auch noch gekommen...), dann wuerde wenigstens der eigene politische Ansatz wieder stimmen und die Antifa wuerde sich wirklich der Antifa-Politik widmen! Doch tatsaechlich: auch dieser Witz wurde noch unglaubliche, ungeahnte autonome Realitaet. In dem Einleitungstext der sogenannten "Doku- mentation" des "Rat der Gnome" heisst es nach spaltenlanger Hetze gegen X-1000mal quer unmittelbar im naechsten Absatz, so dass der Bezug zu X-quer kaum zu uebersehen ist, dass eine Auseinandersetz- ung im Wendland "um den Umgang mit autoritaeren, 'heimattreuen', faschistoiden und anti-emanzipatorischen Stroemungen innerhalb der Anti-Castor-Bewegung" (S.4) anstehe. Tut uns leid, aber wir muessen tatsaechlich mal zynisch werden bei dieser verdammten autonomen Doppelmoral! Welche/r Autonome hat sich denn bisher bei uns entschuldigt fuer die Steinwuerfe und die Mollis auf Gewaltfreie? Keine/r! Wer hat sich entschuldigt fuer die nationalistischen Unterstellungen bis hin zum Faschistoiden? Wer hat sich entschuldigt fuer Andeutungen im "Gift und Galle"- Papier, die dort benannte Person von X-quer wuerde Angaben an den Verfassungsschutz gemacht haben? Keine/r! Wenn beim 12 km ent- fernten Laase/Grippel irgendwelche Leute irgendwas gegen Autono- me machen, werden die Splietauer X-quer-InitiatorInnen dafuer verantwortlich gemacht, obwohl sie den Taeter mit Sicherheit nie gesehen haben. Wenn Autonome in ihren Auswertungspapieren ueber- haupt mal auf peinliche eigene Aktionen eingehen, dann ist das schnell mit "Scheisse" ("X-tausendmal Gewaltbereit"), "daemlicher Mackerbeweis" (das "daemlich" ist dabei schon wieder "Mackerbe- weis" der Autoren!; "Rat der Gnome") oder dem Hinweis auf Provo- und Zivil-Bullen ("X-tausendmal Gewaltbereit" wie auch "Rat der Gnome") abgetan. Nie taucht die Frage auf, ob vielleicht solche peinlichen, verantwortungslosen Aktionen notwendig mitproduziert werden, wenn auf grundsaetzlich militante Aktion gesetzt wird. Nie wird wirklich politische Verantwortung fuer solche Aktionen uebernommen! Aber wir sollen uns permanent fuer Taten von Buerge- rInnen verantworten und entschuldigen, denen wir selbst ihre Ge- waltfreiheit absprechen, wenn sie sich wie dargestellt verhal- ten! Es reicht...! Und seid froh, wenn wir eure Konsequenzen am Ende des GdF-Artikels nicht als direkte Aufforderung zur Gewalt gegen Gewaltfreie werten. Kehrt zu einer solidarischen Form der Auseinandersetzung zurueck, die auf Unterstellungen und widerli- che Doppelmoral verzichtet, die kritisch sein kann, aber vom Be- wusstsein getragen werden muss, dass beide Stroemungen nun einmal zum Widerstand gehoeren!

_Und deshalb fordern wir vom "Geist der Freiheit":_ 1. Den Abdruck dieser Antwort (schliesslich war sie gefordert!) im naechsten "Geist der Freiheit", und zwar vollstaendig und ohne Kuerzungen. 2. Den Abdruck der beiliegenden "Gegendarstellung und Unterlas- sungsaufforderung" sowie die Weiterreichung dieser Gegendar- stellung an alle Publikationen, die die Luege von der natio- nalistischen Parole weiterverbreitet haben. Wir appellieren an das Gerechtigkeits- und Wahrhaftigkeitsethos des GdF-Au- tors in dieser Sache. 3. Die Einspeisung unserer Antwort ins Internet und ins "A-In- fos News Service" durch den "Geist der Freiheit". Und wenn ihr das nicht macht, werdet ihr sicher verstehen, dass wir in Zukunft von euch kaum noch als vom "Geist der Freiheit" be- seelt sprechen koennen, passender waere da schon "Geistlose Freiheit", "Vernebelung der Freiheit" oder auch "Geist im Nebel"...

Umherschweifende GraswurzelrevolutionaerInnen

_Gegendarstellung und Unterlassungserklaerung_

In Interim Nr. 413 vom 20.3.97, S.13 und in "Geist der Frei- heit" Nr. 75, Mai/Juni 97 wird behauptet, aus dem Lautsprecher- wagen der X-tausendmal-quer-Aktion seien "Sprueche wie 'Das deut- sche Volk ist wehrhaft'" verbreitet worden. Hierzu erklaeren wir: einen solchen Spruch und auch vergleichbare Sprueche hat es aus dem Lautsprecherwagen niemals gegeben. Er verstoesst direkt gegen das internationalistische Selbstverstaendnis der Aktiven. Wir verwahren uns entschieden gegen jede Weiterverbreitung dieser Behauptung. Wenn es wirkliches Interesse gibt an Diskussion und nicht an Denunziation, sollte nicht mit Luegen gearbeitet werden.

Die Leute von Lautsprecherwagen der X-1000mal-quer-Aktion

_Anlagen:_ 1. Stellungnahme der Red. Graswurzelrevolution zum Papier "Gift und Galle" in AAA 78, gekuerzt veroeffentlicht in AAA 79. 2. Antwort auf das Papier "Die Autonomen - allseits beliebt als Watschenmann", bisher unveroeffentlicht, Abdruck von Interim abgelehnt.

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