(de) Gorleben - Pazifismus/Militanz

a.p. (06251983571-0001@t-online.de)
Sat, 21 Jun 1997 01:01:56 -0700


A AA AAAA The A-Infos News Service AA AA AA AA INFOSINFOSINFOS http://www.tao.ca/ainfos/ AAAA AAAA AAAAA AAAAA

aus Geist der Freiheit, Nr. 75, Mai/Juni 1997 c/o Cafe Exzess, Leipzigerstr. 91, D-60487 Frankfurt

SPALT-PROZESSE

Nun ist also der Six-pack in der Gorlebener Halle angekommen und die schon im Vorfeld des Transportes laufende Spaltungspolitik (betrieben von PolitikerInnen, Bullen und Medien auf der einen, "dogmatisch gewaltfreien Gurus" auf der anderen Seite) wird immer unerträglicher. Wir wollen zu den Vorfällen während des Trasportes 2 längere Passagen aus der Interim abdrucken und im Folgenden versuchen, selbst zu einigen Unstimmigkeiten Stellung zu nehmen.

aus: "Stellungnahme der Antifa Arbeitsgruppe Uelzen" - Interim Nr. 414 - 03. April 1997 (...) Während des letzten Transportes nach Gorleben übernahmen Personen aus dem Spektrum von "X-tausendmal quer" auch Aufgaben der Polizei... Im folgenden dokumentieren wir einige dieser Vorfälle: Bei der "X-tausendmal quer"-Blockade: - Einige DemonstrantInnen wurden aufgefordert, ihre Mützen, Tücher und Sonnenbrillen abzunehmen. Einige Personen versuchten dies auch aktiv durchzusetzen. - Bei mindestens drei Menschen wurde der Rucksack durchsucht. Die Hilfspolizei "X-tausend mal quer" war auf der Suche nach Waffen. - Menschen wurden dazu aufgefordert ihre Jacken zu öffnen und sich kontrollieren zu lassen. - Immer wieder wurden Menschen dazu aufgefordert, sich von der Sitzblockade zu entfernen, weil sie der Kleiderordnung von "X-tausendmal quer" nicht entsprachen. Schwarze Jacken waren verboten. - Immer wieder wurde Menschen angedroht, sie der richtigen Polizei auszuliefern, wenn sie sich nicht an das Spaltungskonzept von "X-tausendmal quer" halten würden. Obwohl niemand vor hatte das Spaltungskonzept dort zu gefährden. An der Transportstrecke: - An der Transportstrecke, wo unterschiedliche Gruppen aktiv waren, haben sich "gewaltfreie" Personen zwischen Polizei und DemonstrantInnen gestellt. - DemonstrantInnen wurden festgehalten, die an die Transportstrecke gelangen wollten. - DemonstrantInnen wurde die Vermummung vom Gesicht gerissen. - Immer wieder wurde gedroht, einige der DemonstrantInnen der Polizei auszuliefern. - bei Laase/Grippel wurden sogar DemonstrantInnen festgehalten, die von der Polizei verfolgt wurden. Und immer wieder wurden Menschen aufgefordert sich zu entfernen, die nicht ausdrücklich "gewaltfrei" sein wollten. Sogenannte "Gewaltfreie" haben ständig versucht, einen alleinigen Anspruch auf den Widerstand zu erheben. (...).

aus: "X-tausendmal gewaltbereit" - Interim Nr. 413 - 20. März 1997 (Der erste hier nicht abgedruckte Teil des Papiers beschäftigt sich mit den gleichen Vorfällen wie das vorhergehende Papier der Antifa-Gruppe Uelzen; wir wollen deshalb nur den kommentierenden Teil davon übernehmen. - die Red. GdF) (...) Auch wenn wir nächstes Mal einige Sachen besser machen sollten, positiv aufgefallen ist: - Das Stoppen des Castors bei Hitzacker, die mehrstündige Verspätung und vielen kleinen Nervereien auf den Schienen an der gesamten Strecke. - Die Zerstörung der Südroute und die Treckerblockade. - Die Teilweise Zerstörung der Nordroute und die gelaufenen Angriffe auf ihre BewacherInnen. - Die Aktion von vier Seil-ArtistInnen am Verladekran. - Die Angriffe auf den Castortransport zwischen Quickborn, Langendorf und Grippel. - Kleinere Sitzblockaden auf der Strecke oder ähnliches.

Die X-tausendmal-Quer-Blockade fehlt bei dieser Aufzählung, obwohl sowohl Teile der BI als auch die OrganisatorInnen sich diese als Erfolg verbuchen. Die BI addiert die Dauer der Räumung zur Fahrtzeit dazu und meint, so feststellen zu können, der Transport habe länger als sonst gedauert. Real wurde die gesamte Strecke außer vor dem Verladekran, allerdings seit Montag aus Angst vor weiteren Bauarbeiten, durch ein Großaufgebot der Polizei besetzt und "geräumt". Vorm Verladekran zu Räumen bevor der Castor losfahren soll, dafür bestand kein Anlaß mehr. Nirgends war die Straße vor Schäden so sicher, wie dort, wo sich dogmatische Gewaltfreie gegen jeden anderen Widerstandsversuch als ihren lautstark beschwerten. Die Bullen konnten zusammen mit DemonstrantInnen Goodwill demonstrieren. Als der Transport dann losfahren sollte, wurden die restlichen Leute dann weggehauen. Die Show war vorbei. Real hat X-tausendmal Quer den Bullen mehr genutzt als geschadet. Die Spaltung in friedliche DemonstrantInnen und Chaoten wurde von X-tausendmal Quer vorweggenommen und immer wieder bestätigt. Die Bullen konnten sich als Mensch in Uniform etablieren. Die gesetzliche Verpflichtung zum Schädeleinschlagen wurde immer wieder zur Entgleisung Einzelner umgedeutet. Verletzte wurden von vielen Gewaltfreien in die Erfolgsbilanz gerechnet. Einzelne verkündeten sogar Sprüche im Sinne von, wenn ein Demonstrant draufgeht, kommt kein Castor mehr. Von etwaigen Militanten distanzierte sich X-tausendmal Quer schon im Vorfeld. Jochen Stay, der auch im Lauti saß, hatte bereits Wochen vor dem Transport geschrieben: "Autonome spalten die Bewegung", der Widerstand im Wendland sei "friedlich". Damit schob er schon im Vorfeld den Autonomen eine SpalterInnenrolle zu, die praktisch nur die X-tausendmal Quer Leute vollzogen. Von vornherein war X-tausendmal Quer im Gegensatz zu anderen Aktionen dogmatisch Gewaltfrei angesetzt. Andere Aktionen als dasitzen sollten nicht stattfinden. Dies wurde von allen auch erstmal so akzeptiert. Die X-tausendmal Quer Combo "putschte" sich trotz Einsprüchen von anderen Gruppen vor den Verladekran. Es geht nicht an, daß sich vorm publicity-trächtigen Verladekran, eine Gruppe mit einem ausschließenden Konzept inszeniert und andere des Platzes verweist. Trotzdem verhielten sich Autonome und andere Gruppen erstmal solidarisch und achteten dieses Konzept, als eines von vielen im Widerstand. "X-tausendmal Quer" arbeitete jedoch gegen jede andere Form militanten Widerstands, nicht nur am Verladekran, sondern an der gesamten Strecke. Militante wurden als Chaoten, denen es nicht um das Atom geht, denunziert. Eine Stimmung wurde geschaffen, die unterstützte, daß SPD-Fahrradkuriere für die Bullen arbeiteten und abwiegelten und selbst im letzten Waldstück einem noch Leute in den Arm fielen und Aktionen verhindern wollten.

X-tausendmal Quer hat Politik betrieben. Sie haben einen ideologisch gefüllten "Gewaltfreiheitsbegriff" zum Dogma aufgeschwungen, den Medien, Bullen und reaktionäre WendländerInnen gerne aufgenommen und weiterbestimmt haben. Der Irrglaube wurde verbreitet, daß es den Bullen schwerer falle, mit gewaltfreiem als mit militantem Widerstand fertig zu werden. Nicht zu provozieren und brav Dresche zu beziehen war zur Devise geworden. Mit Sprüchen wie "das deutsche Volk ist wehrhaft" wurde aus dem Lauti Schützenhilfe für die Malträtierten geliefert, die sich das auch noch gefallen ließen. Wo waren überhaupt noch linke politische Inhalte? Die Bullen sind also im großen und ganzen nett, Chaoten böse, das Volk wehrhaft und jede andere Parole als "Keine Gewalt" provoziert. Es wurde ein Bild transportiert, das vermittelt: "Wenn die Chaoten nix machen, passiert euch auch nichts von den PolizistInnen". Scheibenkleister. Soviele Verletze wie bei X-tausendmal Quer gab es sonst nirgends. Die Gleichung, je übertriebener der Polizeieinsatz, je mehr Verletzte, desto eher kein Castor mehr, geht nicht auf. Wenn vermittelt wird, daß eingeschlagene Köpfe in den eigenen Reihen, politische Erfolge wären, dann ist das als Verdummung des Widerstands zu bewerten. Die Geschichte des Widerstands zeigt, daß die Stigmatisierung des Widerstands, so friedlich er auch sein mag, zu einer illegalen Handlung, die Gewalt der Bullen schon immer in der Öffentlichkeit gerechtfertigt hat. Politik findet nicht in MärtyrerInnen-Inszenierungen statt, sondern in der Thematisierung gesellschaftlicher Mißstände und dem Widerstand gegen diese. "X-tausendmal Quer" war für die Atomindustrie so "gefährlich wie die niedersächsische Landesregierung. Die Bullen und die Atomlobby hatten keinen Grund sich zu ängstigen. Alles war abgesprochen. Wir sitzen hier eine Weile für die Presse und ihr räumt uns dann friedlich ab. Dafür sorgen wir dafür, daß es keine häßlichen Bilder am Verladekran gibt und distanzieren uns von GewalttäterInnen. Etwas besseres hätte den Bullen nicht passieren können. Gäbe es x-Quer nicht, die Bullen hätten sie erfinden müssen. Bisher dachte ich immer, das Graswurzelspektrum wäre eine linke, undogmatische Bewegung. Mit Gewaltfreiheit in diesem Sinne, konnte ich, obwohl es nicht mein Ding war, schon immer was anfangen. Auch viele Autonome haben sich bei den letzten Transporten und sogar bei diesem hingesetzt. Wenn aber das, was X-tausendmal Quer praktiziert hat, Graswurzellinie ist, dann hat sich diese Bewegung vom Widerstand verabschiedet und bewegt sich zum Helfer der Inszenierung eines konservativen Gewaltmonopolgegriffes. das Graswurzelspektrum sollte X-tausendmal Quer als völlig danebengegangen bewerten. Politische Zusammenarbeit ist nur dort möglich, wo ein solidarisches Verhältnis herrscht. Dieses wird zunehmend von bestimmten Gewaltfreien entzogen, und militante Gruppen werden zum Feind des Widerstands stilisiert. Spätestens wo mit Bullen in dieser Form zusammengearbeitet wird, hört mein positiver Bezug auf.

Der Widerstand gegen Castor sollte sich überlegen, ob ihm Gruppen, die sich im wahrsten Sinne des Wortes, an die Spitze des Widerstands setzen wollen, gut tun. Ob es Leute braucht, die sich zu SprecherInnen der WendländerInnen aufschwingen, monatelang alle mit Distanzierungen nerven und behaupten, alle wären und wollten wie sie. Überhaupt! Der Widerstand gegen die Atompolitik ist nicht die Privatangelegenheit der WendländerInnen. Oft wird argumentiert, als wenn wir StadtdemonstrantInnen nur zur Unterstützung der WendländerInnen unterwegs wären. Dem ist nicht so! Radioaktive Strahlung macht nicht vor Länder- und Kreisgrenzen halt. Der Atomstaat herrscht in seinem ganzen staatlichen Wahn in der gesamten BRD. In unseren eigenen Ausgangspunkten unseres Widerstands verbünden wir uns mit den fortschrittlichen WendländerInnen. Das ist richtig und immer wieder auszuweiten. Allerdings macht die Herkunft "Wendland" allein noch keineN AtomkraftgegnerIn. AbwieglerInnen aus dem Wendland, die Bullenarbeit machen, sind nicht unsere BündnispartnerInnen sondern politische GegnerInnen. Wir Militanten sollten uns gut überlegen, wie wir uns in Zukunft z.B. zu "X-tausendmal Quer" verhalten. Noch wichtiger wird dies, für jene Gewaltfreie sein, deren Widerstand weiterhin phantasievoll, unberechenbar und effektiv sein soll. Die nicht von Distanzierung getrieben zur Kamera hecheln und damit Gewaltfreiheit zum Synonym für Entpolitisierung und grüne WählerInnenschaft machen. Die Spaltung verläuft nicht zwischen gewaltfrei und militant, WendländerIn oder AutonomeR oder sonstwie. Der Widerspruch tut sich da auf, wo Leute anfangen, eine Entpolitisierung der Bewegung vorwärts zu treiben. Auf BürgerInnenmasse statt Inhalte setzen. Auf Entwaffnung der Bewegung setzen und die Geschichte, durch Geschwafel über den gewaltfreien historischen Konsens im Wendland verfälschen. So wie es im Wendland Militante gibt, gab es auch schon immer einen militanten Widerstand. Diesen gilt es weiterzuentwickeln. Für uns als Autonome, als einen Punkt unserer Kämpfe gegen jede Form von Herrschaft. Die Tage im Wendland hatten viele positive Aktionsansätze. Machen wir mehr draus und verhindern wir Sachen die Scheiße gelaufen sind. eine weitergehende politische Bewertung des Anti-Castor-Widerstands wird dazu noch notwendig sein. (...) Für eine linksradikale Anti-Atom-Bewegung Keine Toleranz für Bullen und Atommafia Hau weg den Scheiß Ein Autonomer

Soweit das, was auch unseres Erachtens sehr schräg lief.

Im folgenden werde ich (A.) nun versuchen die Reaktionen auf solche Kritiken seitens X-1000mal Quer und Graswurzelrevolution (in Folge: GWR) zusammenzufassen und meinen Senf dazu zu geben:

Sowohl in den Interims 413 - 418, als auch in den AntiAtomAktuell (in Folge: AAA) Nr. 78 und 79, beschränken sich AktivistInnen der GWR und sonstige AkteurInnen von X-1000mal Quer {Felix, Frauke, Klaus... aus Verden} darauf, vielen Kritikpunkten einfach auszuweichen und ungeachtet aller Widersprüche ihren "tollen Erfolg" hochzujubeln. In Hinsicht auf diesen angeblichen Erfolg bin ich mit "ein Autonomer" voll und ganz einer Meinung: "Nirgends war die Straße vor Schäden so sicher, wie dort, wo dogmatische Gewaltfreie sich gegen jeden anderen Widerstandsversuch als ihren lautstark beschwerten." Es ist völliger Quatsch, die Räumungszeit von X-1000mal Quer zur Transportzeit zu addieren: Diese Zeit war von vornherein einkalkuliert, genauso wie Art und Weise der Räumung, sowie die dafür schlimmstenfalls benötigte Zeitspanne durch das ausschließende Konzept von X-1000mal Quer für die Bullen bis in das letzte Detail kalkulierbar wurde. Für die Büttel war mit oder ohne Absprachen klar, daß sie hier keinerlei unangenehme Überraschungen erwarten würden... Irgendwie eingegangen auf derlei, meines Erachtens nach sachliche Kritik wird, wie bereits gesagt, kaum bis gar nicht. Was nicht ins Konzept paßt, was den "tollen Erfolg", den die ProtagonistInnen des Konzepts nicht müde werden gebetsmühlenartig zu preisen, gefährden könnte, wird geflissentlich ignoriert. Maximal werden Vorwürfe wie sie im Papier der Antifa Uelzen vorkommen mit 2-3 knappen Sätzen abgetan. Z.B. schreiben Frauke und Felix aus Verden in der AAA 79 dazu mal lapidar, daß "es ihnen leid tut", wenn "einige Leute in Einzelfällen bedrängt oder gar angegriffen wurden (Herunterziehen von Vermummung...)" - damit hat's sich dann aber auch schon. Wie sowas in Zukunft vermieden werden soll? Antworten? Fehlanzeige! Auch folgt natürlich gleich der Hinweis, den "MittlerInnen" sei es um den Schutz vor Bullen-ProvokateurInnen gegangen. Ach ja, die ProvokateurInnen, alle Gewalt ging ja schon bei dem vorletzten Transport von den ProvokateurInnen aus, so der Tenor der BI damals. In Pölitz, wo wir am Montag erstmal gelandet waren, waren einige von uns auch sehr schnell als ProvokateurInnen ausgemacht (wegen so verwerflicher Taten wie das des Infragestellen einer strategisch absolut unsinnigen Barrikade, wegen des Versuchs diese anzuzünden, um die Bullen abzulenken und sie dann außerhalb des 500m-Bereichs des Camps ggf. anzugreifen). Aber mal zurück zum Papier von Frauke und Frank in der AAA: Etwa 56 Zeilen lang schreiben sie etwas darüber, warum sie (X-1000mal Quer) "trotz vieler Bedenken" an den Verladekran gingen (mußten, wird eher suggeriert). Wodurch ihre Entscheidung letztendlich legitimiert wurde, bleibt auch nach diesen 56 Zeilen im Dunkeln; ihr "Wäre am Krahn nichts organisiert worden, wären die Bilder der Schlacht um Gorleben durch die Presse gegangen und hätten somit die ganze Aufmerksamkeit auf sich gezogen", deutet wohl sehr deutlich auf die Gründe für den Putsch "Wir gehen an den Kran" hin. Daß sie damit die ganze Angelegenheit einfach umgedreht haben, "so steht X-1000mal Quer im Rampenlicht und alles andere läuft unter ferner liefen", wird von ihnen natürlich nicht thematisiert. Es kann mir aber keineR erzählen, daß dies nicht kalkuliert gewesen wäre, statt "der Schlacht um Gorleben" das "Schlachtfest für die Berliner und Magdburger Polizei" im Medienmittelpunkt paßt dafür viel zu gut in das MärtyrerInnen-Konzept einiger Gewaltfreier... Die Frage, ob eine Blockade von mehreren 1000 Sitzenden irgendwo auf der Strecke, nicht genauso oder sogar sinnvoller, eventuell sogar spektakulärer gewesen wäre und den Transport im Endeffekt mehr behindert hätte, wird von den VerteidigerInnen des X-1000mal Quer-"Erfolges" nicht gestellt und wo sie von anderen gestellt wird, wird sie seitens der "wahren Gewaltfreien" nicht beantwortet. Zum Schluß ihres Textes bekennen Frauke und Frank nochmals ihre Bereitschaft, "auf konstruktive Kritik einzugehen" und bezeichnen das ihnen bislang bekannte als "persönlich angreifend, polemisch und aggressiv". Die von uns abgedruckten Texte sind nicht persönlich angreifend, polemisch im 1. Sinne des Wortes (= betreffend, streitbar, scharf kritisierend), den 2. Sinn (= unsachlich angreifend) vermag ich darin nicht zu erkennen; was das "aggressiv" betrifft: Wo lebt ihr denn? Wundert ihr euch wirklich, daß Leute aggressiv werden, ob der im ersten Text geschilderten Vorkommnisse? Aber nun mal zur GWR. In allen uns bekannten Papers setzt die GWR-Redaktion sich ebenso willkürlich mit Kritik auseinander (Ich möchte an dieser Stelle sagen, daß ich die letzten beiden GWR nicht habe und mich somit nur auf die Auseinandersetzung in besagten Interims und AAAs beziehen kann.). Daß da aber was sehr schräg läuft, wird in dem Artikel "Nicht gerade solidarisch" (ebenfalls AAA 79) deutlich. Zu dem Artikel "X-1000mal gewaltbereit" schreiben sie hier ausschließlich: "Aber völlig an der Realität vorbei geht eine Einschätzung wie in der Interim vom 20. März, wenn "X-Tausendmal Quer" zu einem Synonym für Entpolitisierung und grüne WählerInnenschaft" gemacht wird und in einen Widerspruch zu Gewaltfreien "deren gewaltfreier Widerstand auch weiterhin phantasievoll und effektiv sein soll" gestellt wird." Auf alles andere aus diesem Text "X-tausendmal gewaltbereit", auf die direkt an ihre Adresse (GWR und Graswurzelbewegung) gerichteten Fragen, geht die GWR-Redaktion nicht ein; Sorry Leute, selbst wenn ich euch immer noch den besten Willen unterstelle und meine Zweifel, ob wir auch nur ansatzweise noch gemeinsame Bezugspunkte haben, außen vor lasse: Sowas hat nicht den Hauch von einer seriösen Auseinandersetzung - Sowas ist keine Auseinandersetzung! Das ist maximal Realpolitik: Die (für die eigene Ideologie brauchbaren) Rosinen aus anderer Leute Kuchen zu picken um die eigenen Pfründe und (angeblichen) Verdienste zu sichern. Sowas kennt mensch eigentlich nur aus ganz anderen Filmen... Vollends unsinnig wird es dann, wenn, statt sich zu direkten Fragen zu äußern, sich an dubiosen Papieren von Jürgen Elsäßer und Jutta Ditfurt abgearbeitet wird, wie dies Lou Marin in der GWR (ebenfalls Interim und AAA veröffentlicht) tut. Zudem, wenn auch noch versucht wird, die beiden zu in irgendeiner Art legitimierten SprecherInnen der "Autonomen" hochzustilisieren. - Wie dem auch sei, sinnvoller und vor allem ehrlicher, wäre es, wenn GWR und andere an X-1000mal Quer beteiligte Gruppen und Personen nicht pauschal igendetwas von "persönlichen Angriffen und polemischer, aggressiver Kritik faseln würden, sondern zu dem Geäußerten konkret Stellung nehmen würden. In diesem Sinne werden wir ihnen diesen GdF zukommen lassen (bzw. versuchen unseren Text in der Interim und der AAA mit Hinweis auf die beiden anderen unterzubekommen). Wir bitten euch um eine Stllungnahme zu diesem gesamten Artikel (d.h. zu - Antifa Uelzen, - zu "X-tausendaml gewaltbereit" und zu unserem Part). Weiterhin würde uns doch sehr interessieren, wie in Zukunft Sachen, wie sie im ersten Teil dieses Textes geschildert werden, vermeiden werden sollen? Wir hoffen also dazu was von euch zu hören...

Was die "Entgleisungen einzelner" betrifft, wollen wir hier schon mal mitteilen, wie wir gedenken in Zukunft damit umzugehen:

- Wir werden und von niemandem "Kleidervorschriften" machen lassen und auch in Zukunft "schwarz", Mützen, Tücher und Sonnenbrillen tragen - wann, wie und wo wir wollen. - Wir werden uns nicht, weder von offiziellen, noch von selbsternannten OrderInnen durchsuchen lassen. - Versuche so etwas gegen unseren Willen trotzdem durchzusetzen, sehen wir als tätlich Angriffe, gegen die wir uns mit allen Mitteln wehren werden. - Für Versuche uns zu "Entmummen", festzuhalten, speziell wenn wir von Bullen verfolgt werden, gilt dies in verstärktem Maße. Wer so etwas versucht, riskiert seine/ihre körperliche Unversehrtheit - Basta! Wer Bullenfunktionen übernimmt, wird entsprechend behandelt. (Auch auf "Auslieferungsandrohungen" werden wir sehr allergisch reagieren!) - Wenn Leute meinen, sich dort, wo keine ausschließlich gewaltfreie Aktion läuft, zwischen uns und die Bullen stellen zu müssen, sollten sie sich darüber klar sein, daß bevor wir uns einkesseln, niederknüppeln und/oder einfahren lassen, uns zur Not trotz ihrer Präsens unserer Haut wehren werden.

Soweit mal. daß da keineR sagt, er/sie hätte nix von den Konsequenzen gewußt...

Für etwaige nächsten Transporte wäre unser Vorschlag: Sollten X-tausendmal Quer II sich einbringen wollen (egal ob in Gorleben oder Ahaus oder sonstwo) und sollte wieder sowas wie ein Streckenkonzept laufen, sollten zentrale, symbolträchtige Plätze wie der Verladekran nicht mehr von Gruppen mit einem definitiv ausschließenden Konzept besetzt werden. Selbst wenn keine feste Gruppe dort ist, ist es immer noch besser den Raum den Leuten zu lassen, die letztendlich dort hin wollen. Ein paar tausend Leute von denen die Bullen nicht so genau wissen, auf welche Art und Weise sie sich einzubringen gedenken, sind an solchen Orten unserer Meinung nach wesentlich effektiver.

In dem Sinne: Gewaltfrei oder militant - wichtig ist der Widerstand! A.

****** A-Infos News Service ***** News about and of interest to anarchists

Subscribe -> email MAJORDOMO@TAO.CA with the message SUBSCRIBE A-INFOS Info -> http://www.tao.ca/ainfos/ Reproduce -> please include this section