(de) Ital. Anarchos vom 16. bis 24. Jan unterstuetzen

Enrico Thierbach (E.THIERBACH@LINK-M.de)
Wed, 01 Jan 1997 23:00:00 +0000


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Remarks: an english translation of this text follows tomorrow.

_Individuell, aber gemeinsam gegen die Arme der Krake!_

Bald ist es so weit. Am 16., 17., 21. und 24. Januar beginnen die Vorverhandlungen gegen die 68 Individuen, mehrheitlich AnarchistInnen, die in Italien u.a. angeklagt sind, eine subversive Vereinigung gebildet zu haben. (In diesen Vorverhandlungen wird entschieden, ob die Anklagen vor Gericht zugelassen werden und es somit zu einem Prozess kommen wird.) Wie die meisten wohl schon wissen werden, basieren diese Anklagen auf einer komplizierten Konstruktion der Staatsanwaelte Marini und Ionta aus Rom, die sich auf die phantasievollen, widerspruechlichen Aussagen einer angeblichen Kronzeugin stuetzt. Diese "Reuige", Modjeh Namsetchi, eine jugendliche ex-Freundin eines der Angeklagten erregt letztlich mehr Mitleid mit ihr als Wut auf sie.

Sie brach am 13.12.1996 bei der Verhandlung gegen die AnarchistInnen Jean Weir, Antonio Budini, Carlo Tesseri und Christos Stratigopulos weinend im Gerichtsaal zusammen. Trotzdem wurden die Angeklagten zu weiteren 2 Jahren Haft fuer "wiederholte Bankueberfaelle" verurteilt. Der sichtlich verwirrte stellvertretende Staatsanwalt in Trient forderte aus seiner Unsicherheit heraus zwar die Freisprechung von Jean, aber die unterwuerfige Trienter Richterschaft bevorzugte es, mit ihrem Urteil gegen alle Angeklagten ein ziemlich feiges Bild von sich selbst abzugeben. Wir kennen bisher zwar die schriftliche Urteilsbegruendung noch nicht; interessant ist aber in jedem Fall, dass mit diesem Urteil die Glaubwuerdigkeit der Namsetchi doch etwas angekratzt wurde. Haetten die Richter ihr naemlich Glauben geschenkt, haette Jean in diesem Prozess freigesprochen werden muessen, da die Namsetchi ja behauptete, sie und nicht Jean Weir sei die beteiligte Bankraeuberin gewesen. Aber dem war ja nicht so.

Offen bleibt bisher, was sich Marini in Rom jetzt neues einfallen lassen wird. Auf alle Faelle haengt von diesen Vorverhandlungen das weitere Schicksal unserer italienischen FreundInnen und GenossInnen ab. Es wurden bereits strenge Sicherheitsvorkehrungen getroffen; die Verhandlungen werden anstelle im normalen roemischen Gerichtsaal im Gerichtsbunker des Knastes Rebibbia/Rom gefuehrt, der u.a. auch als Buehne der Prozesse gegen die Roten Brigaden herhalten musste.

Das heschieht unserer Ansicht nach aus zwei Gruenden: AEhnlich wie in Stammheim ist es sehr schwer oder unmoeglich, vor dem Gerichtsaal OEffentlichkeitsarbeit zu machen. Das Knastgelaende an sich ist schon ziemlich isoliert; der Eingang zum Gerichtsaal wird ausserdem noch total ueberwacht. GenossInnen, die sich mit den Betroffenen solidarisieren wuerden, wuerden sich einer Hexenjagd ausgeliefert sehen, die schier uebermaechtig waere, zumal die Verhandlungen sowieso unter Ausschluss der OEffentlichkeit stattfinden. Aber nicht nur die Sicherheitsmassnahmen spielen eine Rolle: einen Prozess in diesen Gerichtsaal zu verlegen soll auf subtile Weise auf die Gefaehrlichkeit der Angeklagten und ihrer FreundInnen hinweisen und das uebliche Klima der Abschreckung verbreiten.

Wir (aus dem Ausland) sehen es fuer uns als ziemlich sinnlos an, bei diesen Terminen (bei denen innerhalb des Gerichtsaal die OEffentlichkeit sowieso ausgeschlossen ist) in Rom aufzutauchen. Diese Reisen sind nicht nur eine Frage der Kosten und der Anstrengung, sondern auch eine Frage des Zweckes. Wir finden es sinnvoller, in Veranstaltungen und Aktionen in dieser Zeit vom 16. bis 24. Januar hier in Deutschland bzw. in Nordeuropa unsere Solidaritaet auszudruecken. Worum es sich im einzelnen handelt, sollte jedes Individuum und jede Gruppe selbst entscheidenn. Wichtig ist aber in jedem Fall, solche Geschehnisse den italienischen UnterstuetzerInnen mitzuteilen; da diese GenossInnen die Moeglichkeit haben, die Infos in Italien weiterzuverbreiten, u.a. ueber (Szene)Radios. Ansprechpartner sind das CDA in Turin (Tel/Fax: +39-11-317 41 07) oder die Redaktion Canenero (Tel/Fax +39-55-631 413) informiert werden,

Solidaritaetskomitee Italien

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