(Dt.) A-Infos (D) Extra 1/6 1996

R.W. Wogatzke (101607.2566@CompuServe.COM)
01 Jul 96 08:37:53 EDT


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A-Infos EXTRA
Nr. 1/6 1996

Inhalt
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- Verfahren gegen Goettinger Antifa (M) wird wahrscheinlich eingestellt (Rubrik:
Antifaschismus)
- Demonstration gegen radikal-Verfahren (Rubrik: Datenschutz & Medien)

Antifaschismus
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Verfahren gegen Goettinger Antifa (M) wird wahrscheinlich eingestellt
Do., 25. Juni 1996
- Vermutungen der 17 angeklagten mutmasslichen Mitglieder der Goettinger
Autonomen Antifa (M) zufolge, wird das Verfahren gegen sie voraussichtlich
eingestellt. Die Staatsschutzkammer beim Lueneburger Landgericht, die
Generalstaatsanwaltschaft (GSA) Celle, sowie die Verteidiger der Beschuldigten
haetten sich auf eine Einstellung des Verfahrens unter Auflagen geeinigt.
Demnach muessen die Angeklagten eine Erklaerung abgeben, in Zukunft die
Bestimmungen des Demonstrationsrechtes bei ihren Aktionen zu beruecksichtigen
sowie jeweils den Betrag von 3.000 Mark an eine KZ-Gedenkstaette ueberweisen.
Gemaess der Vereinbarung sollen die bei diversen Polizeirazzien beschlagnahmten
Computer den Beschuldigten zurueckgegeben und beschlagnahmte Unterlagen und
Presseerklaerungen der Antifa (M) dem Hamburger Institut fuer Sozialforschung
uebergeben werden. Ausserdem soll nicht nur das Hauptverfahren, sondern auch
alle noch anhaengigen Verfahren gegen 17 weitere Personen eingestellt werden.
Die Anklage lautete auf Bildung einer kriminellen Vereinigung, verschiedener
Straftaten im Zusammenhang mit antifaschistischen Demonstrationen. Aufsehen
hatten vor allem regelmaessig erscheinende militante schwarze Bloecke waehrend
Demonstrationen der Antifa (M) hervorgerufen. Fruehere Anklagepunkte wie die
Werbung fuer eine terroristische Vereinigung waren bereits fallengelassen
worden. Um die Anklage zu untermauern, waren ueber mehrere Jahre hinweg 13.929
Telefongespraeche abgehoert, Observationsvideos erstellt und diverse
polizeiliche Beobachtungsprotokolle verfasst worden.
Fruehere Einstellungsangebote unter den Auflagen, sich von der Politik der
Antifa (M) grundsaetzlich zu distanzieren oder auf jegliche Organisierung
sogenannter Schwarzer Bloecke zu verzichten, hatten die Angeklagten abgelehnt.
Weshalb sie nun von der Forderung der Antifa (M) abgewichen seien, das Verfahren
bedingungslos einzustellen, erklaerte einer der Angeklagten am Donnerstag in
einem Interview mit der Tageszeitung Junge Welt: Die Angeklagtengruppe war sehr
heterogen, moeglicherweise waere es zu einer Spaltung gekommen, wenn wir uns
jetzt nicht auf diese Auflagen eingelassen haetten. Das Einlenken der
Staatsanwaltschaft begruendete er mit der Buendnispolitik der Angeklagten, denen
eine breite Solidaritaet von den Gruenen, Gewerkschaften, bis hin zum
buergerlichen Spektrum zuteil geworden sei.

Datenschutz & Medien
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Demonstration gegen radikal-Verfahren
Do., 27. Juni & Sa., 29. Juni 1996
- Rund 70 Personen Demonstrierten am Donnerstag in Bremen gegen die anhaltende
Untersuchungshaft eines mutmasslichen Mitarbeiters der illegalen linken
Zeitschrift radikal und gegen die Auflagen, unter denen zwei weitere
mutmassliche MitarbeiterInnen aus der Haft entlassen wurden. Beide mussten
Kautionen in Hoehe von 20.000 Mark hinterlegen und duerfen weder unter einander
noch zu anderen angeklagten Kontakt halten. Jegliche Kommunikation innerhalb
des sozialen und politischen Umfeldes der Betroffenen wird dadurch zerrissen,
hiess es in einem Redebeitrag. Die DemonstrantInnen forderten die Freilassung
des inhaftierten Frank G. und schickten Gruesse an den weiterhin fluechtigen
Mattes.
Die Haftbefehle vier weiterer Angeklagter, die nach halbjaehriger
Untersuchungshaft zunaechst ebenfalls gegen eine Kaution von 20.000 Mark ausser
Kraft gesetzt wurden,
sind nun aufgehoben worden. Wie die Koblenzer Staatsanwaltschaft mitteilte,
bestehe bei den Beschuldigten, die im Rahmen einer Grossaktion gegen das Blatt
am 13. Juli vergangenen Jahres festgenommen wurden keine Fluchtgefahr. Der
Fall war von der Bundesanwaltschaft an die Koblenzer Staatsanwaltschaft
uebertragen worden und sei nun von minderer Bedeutung. Chefsache bliebe das
Verfahren gegen die vier anderen Beschudligten, denen Mitgliedschaft in der
kriminellen Vereinigung radikal vorgeworfen wird.

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Eine Meldung von A-Infos (D)
Nachdruck mit Quellenangabe erwuenscht, ueber Belegexemplare wuerden wir uns
freuen.

Um eine serioese, unabhaengige Berichterstattung gewaehrleisten zu koennen, sind
wir auf Eure Unterstuetzung durch Zusendung von Vorankuendigungen, Kurzmeldungen
und Berichten ueber Veranstaltungen angewiesen. Auf diese Weise hoffen wir, auch
Nachrichten publizieren zu koennen, die in den etablierten Medien gar nicht oder
entstellt erwaehnt werden.

A-Infos (D)
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Deutschland

Fax.: 0(049)-2151-951806
E-Mail: 101607.2566@compuserve.com

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