(Deut)Le Monde Libertaire

neil birrell (neil@lds.co.uk)
Thu, 19 Oct 1995 15:53:25 +0100


LE MONDE LIBERTAIRE
nach graswurzel revolution oktober 1995
scanned article

Was wir erst noch schaffen wollen, ist andernorts
langst Realitat: Heute kann man/frau die Wochenzei-
tung "Le Monde Libertaire" in Frankreichs gr=F6sseren
Stadten nahezu an jedem Kiosk kaufen. Mit einer
Auflage von ca. 10.000 ist sie immer noch die am
weitesten verbreitete und meistgelesenste libertare
Zeitung Frankreichs. Zusammen mit der englischen
"Freedom" und der spanischen "Solidaridad Obrera"
geh=F6rt sie sicher zu den traditionsreichsten anarchi-
stischen Zeitungen, die bis heute uberlebt haben und
dabei in ih@er Bedeutung keineswegs marginal ge-
worden sind. Im November 95 wird die "Le Monde
Libertaire" 100 Jahre alt (bis 1954 als "Le Libertai-
re"). Schon im Mai diesen Jahres war die eintau-
sendste Ausgabe erschienen. Wir sprachen rnit Wally
Rosell, einem heutigen Mitarbeiter der Zeitung. Die
Geschichte der Zeitung spiegelt recht deutlich die
Geschichte des franz=F6sischen Anarchismus im 20.
Jahrhundert wider. Wally ist Sohn des langjahrigen
Herausgebers und Aktivisten Maurice Joyeux und hat
uber seinen vor einigen Jahren verstorbenen Vater
eine sehr lange, innige Beziehung zur Geschichte der
Zeitung. (Red.)

GWR: Die Zeitung "Le Monde
Ubertaire" hat eine traditions-
reiche Geschichte, die bis zur
Grundung durch Sebastien Faure
und Louise Mich@l im Jahr@ 1@195
zuruckreicht. Welche Bedeutung
misst du der Geschichte dieser
Zeitung bei?
Wally: Die anarchistischen
Zeitungen in Frankreich haben
oft ihre Namen geandert. "Le
Monde Libertaire" hiess zuerst
"Le Libertaire". Sie erschien
durchgehend, ausser in zwei kur-
zen Perioden wahrend des Er-
sten und des Zweiten Weltkrie-
ges. Obwohl es andere Zei-
tungen gab, bildete "Le Monde
Libertaire" immer das Ruckgrat
der anarchistischen Szene in
Frankreich. Wenn wir uns an-
sehen, was drin stand, finden wir
die Sozialgeschichte Frankreichs
und die Geschichte der anar-
chistischen Bewegung mit ihren
Kampfen, Problemen, Konflikten.
Zeitung nicht sehr individua-
listisch und wurde sie nicht
spatnr anarcho@:yndikalistisch,
also gewerkschaftsbezogen? Hat
es eine Entwicklung der domi-
nanten anarchistischen Rich-
tungen gegeben?

Wally: Das ist komplexer ge-
wesen. Beim Zeitungmachen
ging es zunachst auch immer
darum, dass Geld gebraucht
wurde. Die Revolution kam mor-
gen, heute brauchtest du Geld!
Die Zeitungen des franz=F6sischen
Anarchismus waren wie ein
Spiegelbild der Epoche. Bei der
Begrundung der "Le Ubertaire"
gab es die Individualistlnnen
dann vor allem Syndikalistinnen
wobei die anderen Anarchistln-
nen sehr integriert waren. Die
anarchosyndikalistische Bewe-
gung in Frankreich war zu Be-
ginn des 20. Jahrhund@rts sehr
stark. Aber sehr schnell hat die
ganze Bewegung in dieser Zei-
tung Ausdruck gefunden. Zuerst
hatte noch jede anarchistische
Richtung ihre eigene Zeitung. Es
gab viele Zeitungen, "Le Monde
Libertaire" ist ubriggeblieben.
Dort schrieben immer die
grossen, markanten Pers=F6nlich-
keiten, Louise Michel und
Sebastien Faure am Anfang,
dann Louis Lecoin zwischen den
Kriegen, danach Leute wie
Maurice Joyeux. Sie war nie die
einzige anarchistische Zeitung,
aber sie war die einzige, auf die
sich alle Anarchistlnnen be-
zogen.

GWR: Was waren die wichff-
gen Diskussionen, die staman-
den?
Wally: Zum Beispiel die
grossen Debatten uber Syndika-
lismus, uber Attentate, uber den
spanischen Burgerkrieg, uber die
Organisation der russischen
Exilrevolutionare um Machno
und Arschinoff und ihre "Platt-
form". Nach dem Zweiten Welt-
krieg gab es eine grosse Debatte
uber den Surrealismus, die Dis-
kussion mit und uber Camus, um
68 auch mit Cohn-Bendit. Und
jedesmal gingen Leute, die nicht
mehr einverstanden waren mit
der libert@iren Synthese, die es
gab. Aber viele kamen auch wie-
der zuruck.
In den 20er Jahren waren die
grossen Themen die problemati-
sche Entwicklung der urspruna-
lich syndikalistischen Gewerk-
schaft CGT und die Geschichte
um das Todesurteil gegen Sacco
& Vanzetti. In dieser Zeit war
Lecoin sehr wichtig, er verk=F6r-
perte die Verbindung von pazi-
fistischer und syndikalisffscher
Str=F6mung. Das war auch die Zeit
in der "Le Libertaire" fur langere
Zeit Tageszeitung wurde. Zuvor
war das schon einmal der Fall
gewesen, wahrend der Dreyfus-
Affare um die Jahrhundertwende
(1). Und in den 30er Jahren gab
es die grossen Debatten uber den
spanischen Burgerkrieg, ob eine
Armee.notwendig war, ob man/
frau daran teilnehmen sollte.

Die Rolle von Einzelpersonen

GWR: Welche Rolle spielten
Organisationen und welche @olle
spielten Einzelpersonen bei der
Aufrechterhaltung der Kontinuitat
der Zeitung?
Wally: Die Geschichte der
Zeitung ist stark mit der Ge-
schichte der franz=F6sischen anar-
chistischen Organisationen ver-
bunden. Und diese Geschichte
ist chaotisch. Leute -wie Se-
basti@n Faure, Pierre Martin
Louis Lecoin, Maurice Joyeux
waren grosse Figuren in der Be-
wegung. Auch wenn sie biswei-
len kritisiert wurden, waren sie
trotzdem anerkannt. Und - sie
garantierten die Kontinuitat der
Zeitung. Lecoin war sehr indivi-
dualistisch. Er machte die Zei-
tung eine Zeitlang nahezu allein.
Dann wurde wieder versucht, ein
Kollektiv mit der Herstellung der
Zeitung zu betrauen, aber die
Zeitung wurde letztlich immer
von starken Einzelpersonen ge
pragt, bis vor vielleicht 10, 20
Jahren. Heute ist das nicht mehr
der Fall, auch weil es solche
Leute nicht mehr gibt. Die anar-
chistische Bewegung stutzt sich
nicht rnehr auf Einzelpersonen,
die nationales oder internationa-
les Gewicht haben.

GWR: Welche Bedeutung hat
Paris fur die Zeitung?
Wally: Tja, da gibt es in
Frankreich das grosse Problem
des Zentralismus. Die Leute sa-
gen, es gibt Paris - und den
Rest der Welt. Das ist nicht wie
in der BRD., in Italien, in Spanien
oder auch noch in Belgien, wo
wir mit der dortigen Zeitung
"Alternative Libertaire" eng zu-
sammenarbeiten. Eine Zeitung,
die viel in Paris gelesen wird,
bekommt tatsachlich immer den
Rang einer nationalen Zeitung.
Dieser Z'entralismus ist zwar zu
verurteilen, der "Le Monde Li-
bertaire" hat er gleichzeitig aber
geholfen, dass sie uberlebt hat.
Nur durch Paris war es m=F6glich,
zu einer nationenweit bedeutsa@
men Zeitung zu werden, die
trotzdem nur von wenigen Leu-
ten gemacht wurde und wird.

GWR: Wie veranderten sich
Vertriebswege und Auflage?
Wally: Vor dem Zweiten Welt-
krieg war "Le Libertaire" Tages-
zeitung, sie wurde viel gelesen.
Dabei gab es zwar immer Leute,
die Geld spendeten, aber es gab
vergleichsweise wenige Abon-
nentlnnen. Die Auflage hing von
den grossen sozialen Bewe-
gungen ab. In Spannungszeiten
kauften mehr Leute die Zeitung,
dann ging die Auflage wieder
zuruck.
1947 gab es bei Renault einen
Streik, bei dem Trotzkistlnnen
und Anarchistlnnen einigen Ein-
fluss hatten. Die Kommunistische
Partei war zu dieser Zeit an der
Regierung beteiligt und ver-
urteilte Arbeiterlnnenstreiks als
vom CIA gesteuert. "Le Liber-
taire" hatte zu dieser Zeit eine
Auflage von 150.000. Das war ein
H=F6hepunkt. Danach gings berg-
ab. 1968 ging die Auflage wieder
hoch. Jetzt ist die Zeitung wiedsr
Wochenzeitung und die Auflage
liegt bei 10.000.

GWR: Warum hat es 1954 eine
Namensanderung von "Le Liber-
taire" zu "Le Monde Libertaire"
gegeben? Hat das mit einer in-
haltlichen Entscheidung zu tun?
Wally: Ja, dazu muss ich etwas
zu den Entwicklungen nach 45
sagen.
Alles nach 45 hangt mit der
Aufarbeitun@ der Resistance
wahrend der Besatzung durch
die Nazis zusammen. Bei den
ersten anarchistischen Treffen
nach der Befreiung - 1945 gab
es das erste in Paris - entwik-
kelte sich ein Streit, der darum
ging, dass die Anarchistlnnen
wahrend der Widerstandszeit
zwar auch gegen die Faschisten
gekampft hatten, aber nun
schlechter dastunden als die
Kommunistische Partei, weil sie
weniger Strukturen aufgebaut
hatten. Dafur wurde die indivi-
dualanarchistische Richtung ver-
antwortlich-gemacht, die gegen
jede Organisation war. 1945 war
der Anarchismus, vor allem
durch die vielen Exilierten des
spanischen Burgerkrieges, in
Frankreich noch sehr lebendig.
Leute wie Fontenis, Lapere
Joyeux und sogar Lecoin mein-
ten damals, dass die Anarchistln-
nen als Lehre aus der jungsten
Zeit eine solide, starke Organi-
sation brauchten. Sie verbanden
"Le Libertaire" mit dieser neuen
Organisation, der "Federation
Anarchiste".

Zu Beginn der 50er Jahre gab
es aber eine Auswirkung des
Kalten Krieges in der anarchisti-
schen Bewegung. Bestimmte
Leu@e dachten, dass der klassi-
sche Anarchismus keine Zukunft
mehr habe und sahen infolge
des Antikommunismus im Kalten
Krieg die Zukunft in einer Mi-
schung von Marxismus, vor allem
was dessen Wirtschaftstheorie
und Organisationsvorstellungen
betraf, und dem Anarchismus mit
seiner Theorie des Individuums
und der Freiheit. Sie geh=F6rten
zur Federation Anarchiste, grun-
deten abe@ eine Geheimgruppe,
die die Fuhrung in der Federa-
tion ubernehmen wollte, die bis
dahin alle anarchistischen Rich-
tungen gleichrangig tolerieren
und organisieren wollte. Es war
letztlich ein Streit um die Kon-
trolle der neuen Organisation.
Und auf einem Treffen der F@
deration Anfang 1953 gab es die
Spaltung. Die alte Federation
Anarchiste und "Le Libertaire"
gingen mit Fontenis und wurden
zur "Federation Communiste
Libertaire" (2). Die andere Gru@
pe grundete die heutige Federa-
tion Anarchiste, auf ihrer Seite
waren Lapere, Joyeux und
Lecoin.

GWR: Hat der kurz@ vorher
vollzogene Bruch zwischen
Camus und Sartre, bei der diese
Fragen ja auch eine Rolle ge-
spielt haben, die Spaltung inhalt-
lich beeinflusst?
Wally: Zum Teil, ja. Sartre war
damals ja mehr Kommunist als
Libertarer.

GWR: Die Anarchistlnnen
machten dann also die "Le
Monde Libertaire"?
Wally: Es ist alles nicht so
eindeutig, denn nach wie vor
fand man/frau viele Anarchosyn-
dikalistlnnen und auch Individua-
listlnnen in der Federation An-
archiste, neben Leuten, die C@
mus oder die Chansonniers
Brassens und Ferre kannten.
Viele anarchistische Gruppen
wollten sich damals gar nicht
zwisch0n den zwei Richtungen
entscheiden. Doch die kom-
munistische Richtung machte
1955 oder 56 den Fehler, an
Wahlen teilzunehmen - und das
hat die Konl@rrenzd@a@t@nt-
schieden, weil es fur die Anar-
chistlnnen ein Sakrileg war, an
Wahlen teilzunehmen, da gab es
nichts mehr dazu zu sagen. "Le
Monde Libertaire" hat dadurch
langsam den Platz von "Le
Libertaire" eingenommen. Ab
1977 erschien sie wieder w=F6-
chentlich.- Es wurde auch uber-
legt, ob der Name wieder in "Le
Libertaire" umgewandelt werden
solle. Aber Altere, wie Joyeux,
die beide Zeitungen g@ekannt
hatten, waren dafur, an "Le
Monde Libertaire" feskuhalten.
Ausserdem war es gefahrlich, den
Namen wieder zu- wechseln.
Viele Leute hatten sie dann nicht
mehr gekauft, weil sie sie mit der
anderen Richtung identifiziert
hatten.
GWR: Kommen wir zu den
70er und 80er Jahren. Wie stellte
sich die Zeitung zu neuen The-
mer, zum Beispiel der @kologie?

Wally: '68 gab es eine neue
anarchistische Explosion in
Frankreich, aber die alten Orga-
nisationen hatten darin keine
wichtige Rolle. Dann gab es die
Entwicklung von eher maoisti-
schen Organisationen, die nur
die anarchistischen Spruche
ubemahmen. Doch nach '68
entwickelten sich auch viele
Kampfe, die uns wichtig sind:
Antimilitarismus, @kologie, Re-
gionalismus, feministische
Kampfe, "Dritte Welt". Die an-
archistischen Gruppen waren zu
klein, nicht stark genug, um alles
aufzunehmen. Deswegen wur-
den andere Organisationen ge-
grundet, zum Beispiel- =F6kologi-
sche. Die Grunen in Frankreich
spalteten sich in eine libertare
und eine rechtskonservative Or-
ganisaffon. Anarchistische Frau
en grundeten autonome Frauen-
gruppen. Kriegsdienst@en@ei-
gerer grundeten antimifflaristi-
sche Gruppen. Lecoin @r(indete
eine eigene, pazifistisc@e Zei-
tung, die heutige "Union Paci-
fiste". (3) Alle Gruppen grun-
deten neue Zeitungen. In "Le
Monde Libertaire" erschien alles,
was diese Gruppen machten,
aber gewissermassen aus zweiter
Hand. Das auch deshalb, well
sich die "Le Monde Libertaire"
immer als Synthese verstanden
hat. Es gab zum Beispiel nach
'68 eine "Zuruck auf's Land"-
Bewegung. Sie wollte mehr von
ihrem Thema in "Le - Monde
Libertaire", aber es ist schwierig,
alles auf einmal zu integrieren.
Ausserdem waren das oft sehr
junge Leute mit sehr wenig an-
archistischem Hintergrund, aber
grosser Fluktuation. Wir haben
versucht, so darauf zu reagieren:
In der Mitte der "Le Monde
Libertaire" gab es immer eine
Doppelseite, auf der ein Thema
von einem grundsatzlich an-
archistischen Standpunkt aus
analysiert wurde. Die anarchisti-
schen Ideen wurden dadurch
entwickelt und verbreitet. Die
Themen waren entweder aktuelle
Nachrichten oder Geschichte.
Das hat vielen jungen Leuten
geholfen, Zugang zur anarchisti-
schen Kultur zu bekommen, sie
vermittelt zu kriegen.
GWR: Meinst du, der Versuch,
in "Le Monde Libertaire" die
verschiedenen anarchisbschen
Standpunkte zusammenzubrin-
gen, war erfol@reich?

Wally: Auch andere Zei-
tungen, etwa "Charlie HeWo"
(4) hatten eine libertare Ader. "Le
Monde Libertaire" war mehr fur
das Ernsthafte zustandig, da
konnte man/frau lernen. Die
~Karikaturzeitung "Charlie Hebdo"
war die wochentliche Zeitung
futs Kampfen.
Insgesamt hatten alle anar-
chistischen Str=F6mungen ihre
Methoden und Organisations-
vorstelllungen ausprobiert, ob sie
nun zu dirigistisch oder zu indivi-
dualistisch waren. Wir k=F6nnen
sagen: keine hat es geschaffl,
die Revolution zu machen. Damit
verglichen war die Federation
Anarchiste recht erfolgreich. Sie
hat eine Bibliothek, das Radio
Libertaire und die Zeitung. Sie
hat dafur gesorgt, dass sich die
anarchistischen Ideen weiterent-
wickeln. Wenn die Ideen nicht
von innen konfrontiert werden
dann werden sie von ausser;
konfrontiert, um sich weiter-
zuentwickeln. Was ist besser?
Ich weiB es nicht. Vielleicht kann
ich mit einem Bild sprechen: Ein
Schiff wird auf einem Fluss fluss-
aufwarts - gegen die Stromung
- gezogen. Ob nun ein einziges
Seil von vielen gezogen wird
oder viele Seile von jeweils
wenigen, ist unwichtig. Wichtig
ist, dass die Richtung, in die
gezogen wird, die gleiche bleibt.
Andererseits finde ich eine Or-
ganisation wichtis, die genau
definiert, was die Rechte der
Leute sind, die sich jeweils um
die Zeitun@, um die Bibliomek,
um das Radio kummern. Die
Federation Anarchiste beinhaltet
heute alle anarchistischen Rich-
tungen. Deswegen gibt es auch
viele Debatten und Diskussionen.
Doch das hat Vorteile: wenn die
Diskussionen intelligent gefuhrt
werden und wir lernen, dem oder
der anderen zuzuhoren, entwik-
kelt sich auch unsere Fahigkeit
nach aussen zu wirken. Ausser-
dem ist dieses Ausdiskutieren ein
Stuck libertarer Kultur, eine Art
Ausbildungsort. Wir k=F6nnen es
uns nicht mehr leisten uns un-
tereinander zu bekarr;pfen. Wir
sind Anarchistlnnen, um die
Revolution zu machen, nicht um
des Spasses willen zu streiten!
Und die Revolution werden wir
nicht mit ausschliesslich an-
archisbschen Menschen machen.
Wir werden mit anderen Leuten
die Stadt organisieren mussen,
mit Kommunistlnnen Marxistln-
nen, vielleicht soga; Rassistln-
nen, die wir integrieren mussen
um sie unschadlich zu machen.
Wir mussen uns deshalb daran
gewohnen, mit Leuten zusam-
menzuarbeiten, die andere Mei-
nungen vertreten, die mit dir
nicht einverstanden sind. Auch
wenn diese Leute dann nicht in
der Federation bleiben, lernen
sie durch die Konfrontation mit
unseren Ideen viel. So sind wir
quasi eine Schule fur die Ausbil-
dung von Aktivistlnnen. Wenn sie
dann raus ins Leben gehen, sind
sie von unseren Diskussionen
~gepragt. Sie brauchen nlcht
mehr nach Befehlen zu fragen,
um zu wissen, was sie tun wol-
len. Es gibt auch Anarchistlnnen,
die nicht zur Federabon kom-
men. Trotzdem k=F6nnen wir zu-
sammenarbeiten, zum Beispiel
uber das Radio, das offener
strukturiert ist.
GWR: Vielen Dank fur das
Gesprach.