A - I n f o s

a multi-lingual news service by, for, and about anarchists **
News in all languages
Last 30 posts (Homepage) Last two weeks' posts Our archives of old posts

The last 100 posts, according to language
Greek_ 中文 Chinese_ Castellano_ Catalan_ Deutsch_ Nederlands_ English_ Francais_ Italiano_ Polski_ Português_ Russkyi_ Suomi_ Svenska_ Türkurkish_ The.Supplement

The First Few Lines of The Last 10 posts in:
Castellano_ Deutsch_ Nederlands_ English_ Français_ Italiano_ Polski_ Português_ Russkyi_ Suomi_ Svenska_ Türkçe_
First few lines of all posts of last 24 hours

Links to indexes of first few lines of all posts of past 30 days | of 2002 | of 2003 | of 2004 | of 2005 | of 2006 | of 2007 | of 2008 | of 2009 | of 2010 | of 2011 | of 2012 | of 2013 | of 2014 | of 2015 | of 2016 | of 2017 | of 2018 | of 2019

Syndication Of A-Infos - including RDF - How to Syndicate A-Infos
Subscribe to the a-infos newsgroups

(de) FDA-IFA, Gai Dao #96: Über die Gewalt hinaus! [Teil 1 von 2, Teil 2 in Gai Dao N o 97 01/2019]

Date Wed, 9 Jan 2019 09:44:25 +0200


Georges Sorels Sehnsucht nach dem proletarischen Generalstreik als irrationaler Mythos des revolutionären Anarcho-Syndikalismus. Von: Jens Störfried ---- Anmerkung des Autors: Da meine früheren Artikel teilweise kontroverse Diskussionen auslösten, stelle ich diesem hier eine Vorrede voran (die gerne übersprungen werden kann). Dann gebe ich einige Kerngedanken von Über die Gewalt und ihren Kontext wider und formuliere schließlich eine Kritik an ihnen. Damit will ich verstehen, warum Sorel zu seinen Positionen gelangte, inwiefern dies etwas über die anarcho-syndikalistische Bewegung seiner Zeit aussagt und was wir davon lernen können. Einige Zitate des Buches habe ich an das Ende gepackt, um einen knappen Leseeindruck zu geben. ---- Vorrede zur Erläuterung meiner Herangehensweise

Die Vielfalt anarchistischer Strömungen ist ein Wert
für sich, da sie die kontinuierliche selbstkritische In-
fragestellung, kontroverse Diskussion und somit auch
inhaltlich-strategische Weiterentwicklung radikaler
emanzipatorischer Handlungsformen ermöglicht. Mei-
nes Erachtens bedeutet dies umgekehrt keineswegs,
beliebig in den eigenen Positionen zu werden und al-
les Mögliche gelten zu lassen. Vielmehr muss es Anar-
chist*innen darum gehen, aus der praktischen und
theoretischen Kenntnis vieler Ansätze und Perspekti-
ven, die besten Gedanken auszuwählen und sie unter
den sich stets verändernden vorgefundenen historisch-
gesellschaftlichen Bedingungen und sozialen Kontex-
ten zu einer bewegungsorientierten Anschauung zu
synthetisieren.

Eine problematische Herangehensweise vieler Perso-
nen, die sich mit Theorien beschäftigen, besteht darin,
dass sie auf scholastische Weise geschriebene Worte
für bare Münze nehmen. Der Text scheint ihnen für
sich zu sprechen und zu selten zeigen sie sich in der
Lage, ihn im größeren Zusammenhang zu sehen, sich
auf andere Blickwinkel einzulassen und Aussagen als
Diskussionsbeitrag, als Anstoß, Anregung oder Vor-
schlag zu verstehen. Ironischerweise bewerten sie Ge-
schriebenes derart über, dass die Scholastiker*innen
selbst die Vorurteile ausleben, welche sie oftmals ge-
gen sogenannte "postmoderne" Theorien anbringen:
Dass der Text direkt Wirklichkeit erzeugen würde.
Doch das tut er nicht. Er bildet lediglich einen winzi-
gen Auszug von ihr in einer ganz bestimmten Inter-
pretation ab. Ich möchte die Wirklichkeit, die ich
vorfinde, verändern anstatt sie nur zu darzustellen, zu
kritisieren oder über sie zu jammern. Dies scheint oft
unverstanden zu sein.

Entgegen ihren eigenen Ansprüchen spiegeln sich
demgemäß die weitverbreiteten Kommunikationsdefi-
zite in linksradikalen und anarchistischen Kreisen wi-
der. Das Scheitern von verbaler Verständigung zur
Suche nach Gemeinsamkeiten in unseren anarcho-
kommunistischen Kämpfen um eine lebenswerte Zu-
kunft der wirklich Gleichen und Freien manifestiert
sich somit im Text. Und dieser schließlich gibt ge-
schichtliches Zeugnis von unserer eigenen Verstri-
ckung in die gesellschaftlichen Bedingungen, welche
wir bekämpfen. Jene führen zu vereinzelndem Indivi-
dualismus, Bindungsängsten, Infantilismus, Konkur-
renzverhalten, der Jagd nach dem individuellen Glück,
hierarchischem und gewaltsamem Gebaren, falscher
Kompromisslosigkeit, Zynismus, Fatalismus etc. Doch
nicht primär unser Verhalten ist das Problem, sondern
unser Verhaftet-sein in den Herrschaftsverhältnissen,
die es hervorbringen. Wir handeln unter vorgefunde-
nen Bedingungen, doch wir können auch anders han-
deln, um diese zu verändern. Ohne erfahrbare
solidarische Alternativen, die Sehnsucht nach ihnen
und die Notwendigkeit für viele Menschen, sie umfas-
send zu verwirklichen, würden wir nicht das tun, was
wir tun. Weil es sie gibt, lohnen sich unsere Kämpfe.

In diesem Sinne wollte ich mit einigen Beiträgen - vor
allem in der Gai Dao - Diskussionen und Nachdenken
bei jenen anregen, die daran Interesse haben und Lust
finden. Teilweise ist mir das gelungen. Kontroverse
Personen und Positionen können dabei insbesondere
inspirierend wirken - vor allem, wenn sie selbstkri-
tisch betrachtet und dahingehend weitergedacht wer-
den, was sie uns heute tatsächlich sagen können. So
schrieb ich beispielsweise über Max Stirner (#67), Ru-
dolf Rocker (#84) und Pierre-Joseph Proudhon (#86) -
meine Kritiker*innen erinnern sich... Zu unterscheiden
ist dieses Anliegen, von bloßer Wissensvermittlung,
romantischer Schwärmerei oder dogmatischer Phra-
sendrescherei, wie ich sie auch in unseren Kreisen lei-
der häufig antreffe. Dem Autoren (ja, wieder ein Typ),
dem ich mich an dieser Stelle widmen möchte, stimme
ich keineswegs in vielen Punkten zu, sondern sehe ihn
eher als Anlass, um mich an ihm abzuarbeiten: Geor-
ges Sorel.

Anknüpfungspunkte für die Relevanz von Über die
Gewalt

Georges Sorel (1847-1922) war ein französischer Be-
amter, der ein unauffälliges Leben führte, bis er sich
mit 45 Jahren zur Ruhe setzte, um sich einer schrift-
stellerischen Karriere zu widmen. Er ist bekannt für
seine Verachtung des republi-
kanischen, liberalen und de-
mokratischen
Herrschaftssystems, wie es in
Frankreich nach der Niederla-
ge gegen das neue deutsche
Kaiserreich und der Nieder-
schlagung der Pariser Kom-
mune ab 1871 etabliert wurde.
Weil es zu dieser Zeit eine
starke sozialistische Bewegung
gab, deren antiautoritärer Flü-
gel mit dem neu entwickelten
Anarcho-Syndikalismus sich
äußerst kämpferisch gab, un-
terstützt Sorel in seinen Schrif-
ten oft anarchistische und
syndikalistische Positionen
und wirkte für eine Weile in
ihnen als Inspirationsquelle.
Wie Philippe Kellermann an-
schaulich herausarbeitet, be-
hauptet er dabei die Theorie
des Syndikalismus' mit jener von Marx zu verschmel-
zen, wobei "die zentralen Positionen, die Sorel vertre-
ten und als marxistisch ausgegeben hat, als
anarchistisch zu klassifizieren und keineswegs mit den
Positionen von Marx und Engels kongruent, vielmehr
diesen (z.T. völlig) entgegengesetzt" 1 sind. Die einzige
eindeutige Position, die er bezog, war allerdings jene
gegen das etablierte System. Aus diesem Grund suchte
er nach 1908 auch Kontakte zu rechtsradikalen Kreisen
und brachte sich in deren Diskussion ein. Aufgrund
ihrer nationalistischen Kriegspropaganda verließ er sie
1914 wieder. Über einige Fan-Gruppen in Italien ge-
wannen seine Gedanken dort Verbreitung und inspi-
rierten Benito Mussolini, damals noch
Anarcho-Syndikalist, welcher bekanntermaßen ab
1919 den ursprünglichen Faschismus mitgründete. 2,3

Sorels bekanntestes Werk mit dem Titel Über die Ge-
walt erschien erstmals vor 110 Jahren, also 1908. Sorel
ist nicht so einzuordnen, dass er den Faschismus mit-
begründet oder maßgeblich beeinflusst hätte. Diese
Darstellung wurde eher durch die spätere Wiederauf-
lage seiner Bücher durch die italienischen Faschist*in-
nen genährt, während Sorel selbst bei einer
Wiederauflage von Über die Gewalt in Frankreich ein
Nachwort "für Lenin" 4 schrieb - wohlgemerkt in völli-
ger Unkenntnis der Situation in Russland. Weiterhin
schrieb der schweizerisch-deutsche faschistische Intel-
lektuelle Armin Mohler später ein Buch über Sorel. 5
Da die "Intellektuellen" der Neuen Rechten 6 bekann-
termaßen auch andere "linke" Theoretiker*innen für
sich vereinnahmen, wie beispielsweise die Hegemo-
nietheorie des Marxisten Antonio Gramsci, halte ich
dies nicht für ein ausschlaggebendes Kriterium, Sorel
selbst faschistisches Denken zu stellen. Dennoch ist
äußerst kritisch zu prüfen, wo die Schnittstellen seines
Denkens mit dem des Faschismus liegen, um sich
grundsätzlich von diesem abzugrenzen und ihn an der
Wurzel zu bekämpfen...

Daran anknüpfend war eine weitere Motivation für
mich, Über die Gewalt zu lesen und zu besprechen, die
aktuelle Feststellung, dass der neue faschistische Präsi-
dent Brasiliens Bolsonaro von einigen seiner militaris-
tischen Anhänger*innen und Schlägertrupps mit
einem Begriff bezeichnet wird, den wiederum sehr
wahrscheinlich Sorel maßgeblich geprägt hat, bevor er
von den Faschisten aufgegriffen wurde: Die Verehrer
dieses menschenverachtenden Möchtegern-Diktators
nennen ihn wohl nur "Mythos". 7
---------------------------------------
[1]Philippe Kellermann, Georges Sorel: (Anarcho-)Syndikalismus als wahrer Marxismus, in: Ders. (Hrsg.), Begegnungen feindlicher Brüder. Zum Verhältnis von Anarchismus und Marxismus in der Geschichte der sozialistischen Bewegung, Bd. 1, Münster 2011, S. 68-85, hier: S. 83.
[2]Vgl. George Lichtheim, Nachwort, in: George Sorel, Über die Gewalt, Frankfurt a.M. 1969, S. 355- 393.
[3]Derartige Schnittpunkte bei Querfrontstrategen, die immer stärker von Rechtsradikalen ausgingen,
gab es jedoch auch bei der
Strömung der sogenannten "Nationalbolschewisten" am Rand der KPD. Heute steht insbesondere das verschwörungstheoretische Magazin
"Compact"von Jürgen Elsässer für die rechte Querfront.
[4]George Sorel, Für Lenin, in: George Sorel, Über die Gewalt, Frankfurt a.M. 1969, S. 342-354.
[5]Armin Mohler, Georges Sorel. Erzvater der Konservativen Revolution. Eine Einführung, Bad Vilbel 2000.
[6]Siehe auch ein Artikel über Sorel in der Zeitschrift der (faschistischen) Neuen Rechten:
https://sezession.de/59579/georges-sorel-sozialer-mythos-und-gewalt
[7]Siehe u.a.: https://www.taz.de/!5546223/;
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/brasilien-bolsonaro-bekommt-unterstuetzung-der-sportstars-15860777.html
-----------------------------------------
Der politische und theoretische Kontext des Wer-
kes

Tatsächlich zielt Sorel in Über die Gewalt darauf ab,
einen Mythos in der Arbeiter*innenbewegung zu legi-
timieren und zu stärken: Dabei handelt es sich nicht
um ein ziemliches leckeres griechisches Bier, sondern
um den Mythos des Generalstreiks. Nach Sorels
Wahrnehmung stellt sich die politische Situation sei-
ner Zeit so dar, dass das republikanische/liberale/de-
mokratische Bürgertum inzwischen viel zu lasch und
moralisch völlig verkommen ist, während die Konser-
vativen nach wie vor desorganisiert, delegitimiert und
untereinander zerstritten sind. Den starken parlamen-
tarischen Sozialist*innen wiederum gelingt es, die re-
publikanische Regierung dazu zu drängen, soziale Re-
formen zu machen und ihnen mehr politische Macht
und Einfluss zuzugestehen. Denn sie können dem bür-
gerlichen und konservativen Lager mit der Entfesse-
lung unkontrollierter militanter Streiks drohen, welche
es in dieser Zeit einer schlagkräftigen anarcho-syndi-
kalistischen Bewegung sehr häufig gibt. Für ihren Teil
am politischen Kuchen bieten die parlamentarischen
Sozialisten unter der Führung von Jean Jaurés den an-
deren Politiker*innen an, die selbstorganisierte Arbei-
ter*innenbewegungen mit ihren revolutionären
Gewerkschaftsorganisationen einzuhegen, zu kontrol-
lieren und demokratischer Disziplin zu unterwerfen. 8

Sorel bezieht klare Position gegen die parlamentari-
schen Sozialist*innen, welche die Arbeiter*innenbewe-
gung verraten und für ihren eigenen Profit und
Einfluss instrumentalisieren. Statt verwässerter Sozial-
politik und der einen oder anderen - von utopischen
Entwürfen inspirierten - sozialen Reform will er den
unbedingten Klassenkampf. 9 Marx hatte 1848 im Kom-
munistischen Manifest davon geschrieben, dass sich
die Klassenwidersprüche aufgrund der ökonomischen
Entwicklung der Produktivkräfte immer weiter zuspit-
zen werden, weswegen es zwangsläufig zur sozialisti-
schen Revolution kommen müsste. Diese stellte er sich
allerdings - so Sorel - aufgrund unzureichenden Ma-
terials für seine Studien, vor allem als eine politische
Revolution im Sinne einer 'Diktatur des Proletariats'
vor. 10 (Eine Idee, die wiederum von bürgerlichen,
Staats-zentrierten Revolutionären wie Auguste Blan-
qui entwickelt wurde.) 60 Jahre später hatte sich diese
prophetische Vorhersage, die ihrerseits im Zuge einer
revolutionären Situation in ganz Europa gemacht
worden war, zweifellos nicht erfüllt. Stattdessen kam
es zu nationalen Kriegen, sozialpolitischer Vermittlung
und einer immer weiteren Ausdehnung und Rationali-
sierung des bürgerlichen Staates. Zudem gab es auch
eine relative Anhebung des Lebensstandards von Ar-
beiter*innen, nicht zuletzt, weil mit dem imperialisti-
schen System verstärkt Kolonien ausgebeutet
wurden 11 und durch bessere Maschinen der Kaufpreis
von Produkten sank. Die politische Umgangsweise mit
der Arbeiter*innenbewegung durch die Regierungen
schwankte dabei stark zwischen massiver Repression,
Tolerierung und Versuchen der Integration.
----------------------------------------------
[8]G eorge Sorel, Über die Gewalt, Frankfurt a.M. 1969, S. 82-96, S. 151-154. Soweit nicht anders angegeben, beziehen sich Quellenangaben
im Folgenden aufdieses Werk.
[9]S. 60-81.
[10]S. 198-202.
[11]Dass Sorel diesen Zusammenhang aufdem Schirm hat, zeigt sich auf S. 121f.
----------------------------------------------

Unabhängig davon, dass Marx seine einfache, politisch
motivierte, Theorie der Zuspitzung später in anderen
Schriften relativiert hatte, kommt Sorel mit dieser Si-
tuation der Verwässerung und Vermittlung nicht zu-
recht. Obwohl er um die gesellschaftlichen und
politischen Entwicklungen weiß, die diese Situation
bedingen, will er sich damit nicht abfinden, sondern
sehnt sich danach, dass das Proletariat sich gewaltsam
erhebt. Erst wenn die Fronten eindeutig geklärt sind,
können die Klassen aufeinandertreffen. Um dies mög-
lich zu machen, braucht es für Sorel den Mythos des
Generalstreiks, die Vorstellung einer letzten großen
Schlacht. 12 In dieser darf es seiner Ansicht nach nicht
um materielle Gewinne, nicht um die Bedürfnisse der
Kämpfenden und nicht einmal um ihren Ruhm ge-
hen. 13 Wichtig ist ihm einzig und allein der Kampf,
welcher zur Etablierung einer sozialistischen Gesell-
schaft führen würde, ganz ohne, dass man sich utopi-
sche Vorstellung von dieser ausmalen müsste. 14,15
23
Mit den parlamentarischen Sozialist*innen, den "Poli-
tikern", hält er dabei keinerlei Zusammenarbeit für
möglich. Sie wären vollends in der verlogenen bürger-
lichen Politik aufgegangen und ihre Pläne davon, bei-
spielsweise das Proletariat zu
"erziehen", seien demnach auch
nichts als bürgerliche Vorstel-
lungen und Versuche der Ein-
hegung. Dabei weist Sorel
einen deutlichen Widerspruch
zwischen der radikalen Rheto-
rik der Sozialdemokrat*innen
bei ihrer gleichzeitig reformis-
tischen Politik nach. Den deut-
schen Reformisten Eduard
Bernstein, welcher das Pro-
gramm der SPD nach der
Wirklichkeit ihrer politischen
Praxis ausrichten und sich von
radikalen Phrasen trennen will,
respektiert er deswegen, im Ge-
gensatz zum "Ideologen" Karl
Kautsky, der stattdessen wei-
terhin die Anhänger*innen und Wähler*innen mit ei-
nem Schleier vermeintlich revolutionärer Ziele
verblenden will. 16 Diese Argumentation Sorels halte
ich für plausibel und weitsichtig, da sich der darge-
stellte Widerspruch auch heute oft bei sozialdemokra-
tischer Politik, das heißt in der Linkspartei oder bei
solid findet.
----------------------------------------------------
[12]S. 134, S. 152-157.
[13]S. 276.
[14]S. 93f., S. 116, S. 158f., S. 188, S. 266.
[15]Diese Beschreibung lässt die Interpretation zu, dass Sorel - obwohl bzw. gerade weil er sich von ihnen so distanziert und sie angreift - im Grunde genommen eigentlich ein enttäuschter Republikaner ist, der sich in einer "post-revolutionären Depression" befindet, Bini Adamczak in ihrem Buch Beziehungsweise Revolution (2017) für die siegreichen bolschewistischen Kommunist*innen beschreibt. Gerade die Enttäuschung ist es aber, die die Kämpfe vorantreiben und kritisch über die historischen Entwicklungen reflektieren lassen, z.B. dahingehend, dass jede Revolution lediglich die Staatsmacht ausgebaut hat. (Sorel, Über die Gewalt, S. 121)
_________________________________________
A - I n f o s Informationsdienst
Von, Fr, und Ber Anarchisten
Send news reports to A-infos-de mailing list
A-infos-de@ainfos.ca
Subscribe/Unsubscribe http://ainfos.ca/mailman/listinfo/a-infos-de
Archive: http://www.ainfos.ca/de
A-Infos Information Center