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(de) Anarchistische Gruppe Freiburg: Anarchistische Perspektiven auf die Situation in Katalonien

Date Fri, 13 Oct 2017 09:04:58 +0300


Das Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien bestimmte die Pressemeldungen in den letzten Tagen. Es scheinen auf der einen Seite (linke und rechte) katalanische Nationalist*innen gegen den postfranquistischen spanischen Staat und die spanische Rechte zu stehen. Aber ist die Situation so klar? In Katalonien gibt es eine verhältnismäßig starke anarchistische Szene, über die anarchistischen Perspektiven auf die Frage der katalanischen Unabhängigkeit gibt es hierzulande aber bisher wenig zu lesen. Wir haben uns deshalb die Mühe gemacht die Erklärun einiger anarchistischer Gruppen und Gewerkschaftsföderationen ins Deutsche zu übersetzen. Angefügt auch noch eine kleine Link Liste. ---- Zudem waren die Genoss*innen der Antifaschistischen Linken Freiburg in Katalonien und berichten am 13. Oktober von ihren Erfahrungen -> http://bit.ly/2y15S5f
/// Wir wählen zu kämpfen! Am 3. Oktober auf zum Generalstreik!

Die hier unterzeichnenden Gewerkschaften, Organisationen und Kollektive wollen den Arbeiter*innen und den ganzen Volksklassen unsere Position angesichts der verschiedenen Ereignissen, die in den letzten Tagen in den Straßen unserer Städte und Dörfer stattfanden, darlegen. Seit einigen Jahren sehen wir, wie die Eskalation der Spannungen in einem bereits historischen Konflikt ausgenutzt wird, um die Grundrechte der Bevölkerung zu beschneiden. Wir kommen aus einer gewerkschaftlichen und politischen Tradition, die historisch die Rechte und Freiheiten der unterdrückten Klasse verteidigt hat und die sich die Straßen zum kämpfen nahm, wenn es notwendig war, um die Macht abzuringen, die es uns ermöglicht, die Protagonisten unserer Gegenwart und Zukunft zu sein.

Als Libertäre und ein aktiver Teil der gewerkschaftlichen, populären und assoziativen Bewegungen in Katalonien werden wir immer das Recht der Selbstbestimmung der Völker verteidigen - beginnend mit unserem. Wir verstehen dies als Grundprinzip des Konföderalismus, um die menschliche Koexistenz auf gleicher Basis zu ermöglichen. Wir sind uns klar, dass eine vollständige Emanzipation unmöglich sein wird, ohne den vorherigen Schritt der Beseitigung der tragenden wirtschaftlichen Struktur, des Kapitalismus. Während dies nicht geschieht, werden die Lebensbedingungen der Arbeiterklasse weiterhin von einer spanischen und katalanischen Oligarchie zermalmt, die immer Hand in Hand gehen, um Arbeitsmarktreformen und Kürzungen der sozialen Rechte zu verhängen.

Allerdings wollen wir die Militarisierung und Repression, die wir in Spanien erleiden, anprangern, die, während sie ihr rohes und autoritäres Gesicht zeigen, uns ihren Willen bis zur letzten Konsequenz auferlegen wollen. Wir waren immer gegen diejenigen, die Katalonien - und jedes andere Territorium - militarisiert haben, um den großen Volksproteste oder der Sehnsucht nach sozialer Emanzipation zu begegnen.
Wir widersetzen uns der Unterdrückung des Staates, weil wir systematisch und kontinuierlich in unserem eigenen Körper, in der Straße und in den Unternehmen gelitten haben. Aus diesem Grund wollen wir auch die repressive Natur der Generalitat de Catalunya[katal. Regionalregierung]verurteilen, die in den letzten Jahren alle verfolgt, geschlagen, inhaftiert und eingesperrt hatte, die nicht wegschauen wollten, wann immer die Bürger- und Menschenrechte der Leute mit Füßen getreten wurden. Wir haben nicht vergessen, wie die mossos d'escuadra uns von der Plaça Catalunya räumten, Gewerkschafter*innen inhaftierten und verurteilten, uns bei der Teilnahme an der Mobilisierung zum Parlament, an den Tagen, an denen unsere sozialen Rechte beschnitten wurden, verfolgten, oder die Makropolizeioperationen durch die sie uns jüngst in der Operation Pandora verhafteten und einsperrten, oder die Todesfälle und Verstümmelungen und anderes. Also
wir werden niemandem erlauben, uns das zu nehmen, was uns gehört, ganz egal welche Flagge sie auch tragen.

Für uns kann die Selbstbestimmung und Emanzipation unserer Dörfer, Gemeinden und Städte nicht allein in der Entscheidung eines bestimmten territorialen Rahmens bleiben. Die kollektive Freiheit wird nicht ohne die entschlossene Aktion des Volkes und der Arbeiter*innen gegen einen Staat und eine politische Elite, die antisoziale, heteropatriarchale und unterdrückende Strukturen beibehalten, möglich sein, die auch von einigen Akteuren der sogenannten Katalanische Souveränität verteidigt werden. Selbstbestimmung und Emanzipation wird nur durch die überwältigende Aktion der Unterdrückten möglich sein, die in dieser Sache die Verteidigung und Verbesserung ihrer materiellen Lebensbedingungen verstehen.Die Sozialisierung der Produktionsmittel, des Reichtums und der Beseitigung aller Formen der Unterdrückung, wie des Heteropatriarchats und ihrer unterschiedlichen Machtstrukturen, sowohl explizit als auch implizit, die breiteste Freiheit der Entscheidungsfindung und Teilnahme durch direkte Aktion und Selbstverwaltung wird das sein, was uns wirklich frei macht.

Deshalb glauben wir, dass es sich um das Volk handelt, das als politisches und als Klassen-Subjekt konstituiert ist, das als Grundlage für jeden wichtigen gesellschaftlichen Wandel dienen sollte und daher begrüßen wir die Erweiterung der populären Basisorganisationen, um Ungehorsam zu praktizieren und den bestehenden autoritären Kontext zu bekämpfen. Wir wollen, dass diese Haltung des Ungehorsams und der Konfrontation mit der Autorität, über die gegenwärtige Situation hinaus besteht und sich gegen alle Ungerechtigkeiten richtet, denen wir unterworfen sind. Für all das appellieren wir an die Arbeiter*innen von Katalonien, an den Mobilisierungen zur Verteidigung unserer Rechte und Freiheiten teilzunehmen, und ganz besonders, um massiv an dem Generalstreik teilzunehmen, der für den 3. Oktober ausgerufen wurde.

Weil der Kampfgeist, der diesen Ort der Erde historisch umgibt, sich nicht so leicht beugen wird, weil wir die Arbeiter*innenklasse sind und wir alles entscheiden wollen, jetzt ist es Zeit auf die Straße zu gehen, jetzt ist es Zeit zu kämpfen!
Unterzeichnende Gewerkschaften und Gruppen:
CGT Catalunya
Negres Tempestes

Embat, organització llibertària de Catalunya
Heura Negra, assemblea llibertària de Vallcarca
CNT Catalunya i Balears
Oca Negra, assemblea llibertària del Clot-Camp de l'Arpa
Solidaritat Obrera
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