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(de) Gai Dào N°80 ­- FdA­-Treffen in Hameln: Strategiediskussion und die Kampagne „Solidarische Perspektiven“ Von: Schwarz-Lila-Antifa

Date Fri, 1 Sep 2017 09:42:28 +0300


Vom 14. bis zum 16.7.2017 fand in der Nähe von Hameln das Treffen der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA) statt, das drei Mal pro Jahr von jeweils einer anderen Mitgliedsgruppe organisiert wird. ---- Die Schwarz-Lila-Antifa richtete das FdA-Treffen zum ersten Mal aus. Uns gibt es seit März 2015. In den letzten Monaten haben sich bei uns personell Dinge verändert, so dass wir uns gerade in einer Gruppenfindungs-/Orientierungsphase befinden. Grundlage unserer Arbeit ist das aktuelle Selbstverständnis: ---- „Wir sind eine Gruppe von Menschen, die für eine herrschaftslose, solidarische Gesellschaft kämpft, eine Gesellschaft in der sich alle Menschen mit ihren verschiedenen Fähigkeiten entfalten und einbringen können, ohne die Freiheit und Würde der anderen Menschen zu verletzen. Eine solidarische Welt. Da wir davon ausgehen, dass wir alle in den jetzt bestehenden Gesellschaften sozialisiert wurden und Unterdrückungsmechanismen und Ungleichheiten unbewusst verinnerlicht
haben, arbeiten wir daran diese nicht nur in der Gesellschaft, sondern
auch bei uns zu erkennen und zu bekämpfen. Wir stellen uns gegen
Diskriminierung von Menschen,gegen Unterdrüchungsmechanismen
wie: Sexismus, Rassismus, Homophobie, Kapitalismus, Antisemitismus.
Wir solidarisieren uns mit allen Menschen die von rassistischer,sexisti-
scher, antisemitischer, homophober, kapitalistischer Diskriminierung
oder Gewalt betroffen sind.“

Wie immer begann das Treffen ganz entspannt am Freitagnachmitag.
Auf dem Gelände des Libertären und Solidarischen Lebensmittel-Kol-
lektivs war schon ein großes Zelt aufgebaut, welches als Plenumsort
dienen sollte, da die Idee war, das Treffen – zumal es Sommer war –
draußen in entspannter Umgebung stattfinden zu lassen. Der Freitag ist
immer eine schöne Gelegenheit für informelle Gespräche und das
Knüpfen von Kontakten. Am späteren Abend begann es zu schütten
und die anwesenden Genoss*innen flüchteten sich ins Haus, wo der
Abend mit Spielen und Gesprächen weiterging.

Der nächste Tag brachte besseres Wetter und viel gute Laune. Im Zen-
trum des Treffens stand die FdA-Kampagne „Solidarische Perspektiven
entwickeln – jenseits von Wahlen und Populismus“. In verschiedenen
Arbeitsgruppen erarbeiteten wir weitere Gedanken zum Zeitplan der
Kampagne, zur Bundestagswahl und trugen zusammen, was einzelne
Gruppen bereits machen und welche Workshops und Broschüren wir
gemeinsamen teilen können. In der Zusammenfassung lässt sich sagen,
dass viele neue Ideen gesammelt wurden und in den nächsten Monaten
einige neue Teile der Kampagne gestartet werden könnten.

Ebenfalls am Samstag standen ein paar interne Punkte zur Struktur und
zu Entscheidungsfragen, die uns im Gefühl bestätigten, dass die Föde-
ration nicht auf der Stelle tritt, sondern stets darum bemüht ist, sich
neuen Herausforderungen zu stellen und alternative Lösungen für alte
Fragen wie dem Vetoprozess zu entwickeln.

Veschiedene Arbeitsgruppen widmeten sich auch der internationalen
Arbeit sowie unserem gemeinsamen Zeitschriftenprojekt, der Gaidao.
Im Anschluss wurden die Mandate verteilt und es gab eine Feedback-
runde zum Tagesablauf sowie ein gemütliches Beisammensein am
Abend.

Der Sonntag begann natürlich mit dem Frühstück und vergleichsweise
ausgeruhten Menschen. Die weiteren Treffen wurden geplant und dann
ging es auch gleich um unsere im letzten Jahr
begonnene Strategiedebatte. Wie scheinbar
viele andere Gruppen und größere Vernet-
zungsstrukturen im deutschsprachigen Raum
treibt auch uns die Frage um, wie wir eine be-
freite Gesellschaft denn tatsächlich erreichen
können und inwiefern dafür ein zielgerichtete-
res Handeln erforderlich wäre. Diese interne
Debatte läuft, aber es scheint, als ob wir schon
recht weit fortgeschritten wären. Am Ende gab
es die obligatorische Feedbackrunde und Mit-
tagessen. Nach dem Aufräumen begann auch
schon wieder die Abreise.
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