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(de) FdA/IFA - Gai Dào N° 80 ­- Bericht über die 3. Libertären Wochen in Köln Von: Georgo Akratis (Anarchistisches Forum Köln)

Date Wed, 9 Aug 2017 09:33:00 +0300


Im Mai und Juni 2017 fand zum dritten Mal die Veranstaltungsreihe "Libertäre Wochen" in Köln statt, zu denen das Anarchistische Forum als Veranstalter*in eingeladen hatte. Im Gegensatz zu den vorherigen Terminen war das Allgemeine Syndikat der FAU-IAA nicht mehr dabei, da es sich bereits Ende 2016 aufgelöst hat. Auch keine andere Gruppe, die angefragt wurde, sah sich in der Lage einen eigenen Beitrag zu leisten. Aber gemeinsam mit dem Autonomen Knastprojekt und dem Anarchosyndikalistischen Netzwerk (ASN Köln) konnte im Mai und Juni auf 13 Veranstaltungen eine bunte Themenvielfalt geboten werden. ---- Es ging los mit dem Ersten Mai, an dem wir einen Infostand auf dem DGB-Straßenfest am Heumarkt aufgebaut hatten, der auch von zahlreichen Leuten besucht und als Treffpunkt genutzt wurde. Nachdem die Bündnis-Demonstration unter Führung der reformistischen Gewerkschaften auf dem Heumarkt angekommen war, wurde es trotz Regen und nerviger Ansprachen der Funktionär*innen bis zum frühen Abend
recht eng auf dem Platz. Gleichzeitig fand in
Bonn eine anarchistische Demo statt (siehe
auch folgenden Bericht des ASN: asn.blogs-
port.de/2017/05/01/erster-mai-in-koelnbonn/)
Der Vortrag "Arbeit macht krank? Gemein-
sam gegen Stress und Diskriminierung", der
vom Anarchosyndikalistischen Netzwerk
organisiert wurde, fand wie fast alle anderen
Termine im Autonomen Zentrum statt und
war mit einem Dutzend diskussionsfreudiger
Teilnehmer*innen recht gut besucht.

Noch mehr Leute kamen aber zum jährli-
chen AZ-Geburtstagsfest, in dessen Rahmen
wir den Film "Projekt A - Eine Reise zu an-
archistischen Projekten" in einem überfüllten
Plenumsraum gezeigt hatten, so dass wir
leider einige Interessierte nicht mehr hinein-
lassen konnten.

Im krassen Gegensatz dazu stand - bezeich-
nend für das inhaltiche Deinteresse an dem
Thema - unser Vortrag "Anti-Knast-Arbeit
und Transformative Hilfe". Da nur eine Person gekommen war, ent-
schlossen wir uns im Innenhof des AZ einen gemütlichen Workshop mit
Diskussion zu improvisieren, was dann aber noch bis die Nacht hinein
zu anregenden Gesprächen führte.

Ähnlich verhielt es sich erstaunlicherweise im Fall der Diskussion
"Welche Solidarität mit Kurdistan und Syrien?", an der immerhin zwei
Interessierte kamen und gemeinsam mit den Veranstalter*innen die ak-
tuelle Lage rund um den Rojava-Aufstand zur Sprache brachten.

Weitere Filme, die wir vorgeführt haben, gingen über die Kollektivie-
rungen in der Spanischen Revolution (1936-‘39), zur Geschichte der An-
archie und über Klimakämpfe im Hambacher Forst. Diese
Veranstaltungen waren zwar unterschiedlich gut besucht, aber meistens
gab es im Anschluss noch Diskussionsbedarf.

So richtig "irre" war dann die MadPride-Parade, eine inklusive De-
monstration von Kulturschaffenden gemeinsam mit Selbsthilfeorgani-
sationen von "Behinderten" und psychisch "Kranken". Wer mehr
darüber erfahren möchte, kann unseren kritischen Aufruf zur Teilnah-
me nachlesen (anarchistischesforumko-
eln.blogsport.de/2017/05/19/anarchie-ist-and
ers-ein-kritischer-aufruf-zur-madpride-
2017/).

Eine weitere Demonstration, der wir uns im
Rahmen der Libertären Wochen angeschlos-
sen haben, war der Protestzug der Stadtpo-
litischen Vernetzung zum Thema "Das
Problem heißt Verdrängung". Hunderte Teil-
nehmer*innen dieser Tanzparade gegen
Gentrifizierung liefen vom Bauwagenplatz
"Wem gehört die Welt" in der Krefelder
Straße mit nerviger Polizeieskorte durch die
Innenstadt bis zum im Bestand bedrohten
Autonomen Zentrum an der Luxemburger
Straße.

Praktische Infos gab es bei unserer Veran-
staltung "Refugee Infos", auf der wir unser
neues Faltblatt präsentiert haben und aus
unterschiedlicher Betroffenheit über die ak-
tuelle Situation von Geflüchteten in Europa
und im Mittleren Osten diskutiert haben.

Ein weiterer Beitrag kam vom Anarchosyndikalistischen Netzwerk mit
dem Vortrag "Commons und Kommune - gemeinsam wirtschaften", wo
es um die Frage ging, wie die kollektive Produktion von Gemeingütern
uns von der kapitalistischen Warenwirtschaft befreien helfen könnte.
Und es wurde diskutiert, wie der Aufbau (bzw. Erhalt) von lokalen,
aber überregional föderierten Gemeinschaften in Richtung freiheitlicher
Kommunismus führen könnte.

Den Abschluss der Libertären Wochen machte eine Veranstaltung mit
aktuellen Infos zur Gefangenengewerkschaft GG/BO, die vom lokalen
Solikreis erneut in kleiner Runde durchgeführt wurde.
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