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(de) FAU Berlin, Pressemitteilung: Mall of Shame: Erfolg in Prozess-Marathon

Date Mon, 25 Jan 2016 11:26:45 +0200


Briefkastenfirma openmallmaster GmbH wird zur Mindestlohnzahlung verklagt. Metatec meldet Insolvenz. ---- Die Basisgewerkschaft FAU Berlin befindet sich seit November 2014 in einer Auseinandersetzung mit Subunternehmen der Mall of Berlin - auch „Mall of Shame“ genannt - um ausstehende Löhne für rumänische Bauarbeiter. Im April 2015 starteten die ersten Güteverhandlungen. Am gestrigen Donnerstag den 21. Januar verhandelte das Arbeitsgericht Berlin nun zwei weitere Klagen in der ersten Instanz gegen die dubiose Briefkastenfirma „openmallmaster GmbH“. Das Gericht gab in diesem Fall den Klagen der FAU Berlin recht. ---- Während der Klage eines Arbeiters am 13. Januar in der zweiten Instanz
nicht stattgegeben wurde, sind derzeit die meisten Klagen zugunsten der Bauarbeiter ausgegangen. Dazu stehen jedoch auch Berufungstermine an.

Das zweite beklagte Subunternehmen, die Metatec Fundus GmbH (Metatec),
welches die Arbeiter beschäftigte, wurde im Oktober vom Gericht zur
Zahlung der ausstehenden Löhne verklagt. Das Gericht zeigte sich
überzeugt, dass die Arbeitsverhältnisse bestanden haben. Metatec war
zuvor auch auf anderen Baustellen unternehmerisch tätig. Die FAU Berlin
mobilisierte daher mehrmals gegen das Berliner Unternehmen, welches im
Laufe der Prozesse drei Anwälte verlor. Nun wurde der FAU Berlin
bekannt, das Metatec Insolvenz angemeldet hat.

Die Arbeiter wurden ohne schriftliche Verträge zu rechtswidrigen
Niedriglöhnen beim Bau der Mall of Berlin, welche durch die insolvente
Fettchenhauer Controlling & Logistics GmbH als Generalübernehmerin unter
Investor Harald Huth betreut wurde, beschäftigt. Dabei erhielten sie
nicht einmal die ihnen zustehende Summe der Niedrigstlöhne. Sie
organisierten sich im November 2014 in der FAU Berlin.

Bis heute musste der Investor Harald Huth keinerlei Konsequenzen aus den
Skandalen um die Mall of Shame fürchten. Er ist weiterhin mit in der
Öffentlichkeit teilweise umstrittenen Bauvorhaben in Berlin aktiv und
wurde auch durch den Politikbetrieb unbehelligt gelassen. Huth gab sich
bis zuletzt unwissend und gleichzeitig unwillig für die ausstehenden
Löhne einzustehen. Im Zuge der Metatec-Insolvenz prüft die FAU Berlin
nun die Geltendmachung der Löhne gegenüber Harald Huths HGHI GmbH.

Berlin, den 22.01.2016
--
Pressesekretariat der FAU Berlin
Lottumstr. 11 | 10119 Berlin
faub-presse@fau.org
berlin.fau.org/presse
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