A - I n f o s
a multi-lingual news service by, for, and about anarchists **

News in all languages
Last 40 posts (Homepage) Last two weeks' posts

The last 100 posts, according to language
Greek_ 中文 Chinese_ Castellano_ Català_ Deutsch_ Nederlands_ English_ Français_ Italiano_ Polski_ Português_ Russkyi_ Suomi_ Svenska_ Türkçe_ The.Supplement

The First Few Lines of The Last 10 posts in:
Greek_ 中文 Chinese_ Castellano_ Català_ Deutsch_ Nederlands_ English_ Français_ Italiano_ Polski_ Português_ Russkyi_ Suomi_ Svenska_ Türkçe
First few lines of all posts of last 24 hours || of past 30 days | of 2002 | of 2003 | of 2004 | of 2005 | of 2006 | of 2007 | of 2008 | of 2009 | of 2010 | of 2011 | of 2012 | of 2013 | of 2015

Syndication Of A-Infos - including RDF | How to Syndicate A-Infos
Subscribe to the a-infos newsgroups
{Info on A-Infos}

(de) FDA-IFA, Gai Dao - Block G7 - SMASH CapitalISM - Kritik am Kapitalismus und der Rolle der G7 Von: Libertäre Aktion Frankfurt (Oder)

Date Fri, 08 May 2015 10:15:29 +0300


Kapitalismus. Die Wirtschaftsordnung, die sich seit etwa 200 Jahren auf dem Planeten verbreitet; der Zerstörungsmechanismus für Mensch und Umwelt, realisiert durch Selbst- und Fremdausbeutung; eine lebensfeindliche Wirtschaftsordnung, die durch das Predigen von Konkurrenz zwischen allem und jedem dafür sorgt, dass jegliche Vernunft und ethisch bewusstes Handeln auf der Strecke bleiben. Manche benutzen ihn, um ihre künstlich ins Vielfache gesteigerten Bedürfnisse nach Macht, Erfolg und Prestige in Form von beispielsweise teuren Autos, Yachten oder Anwesen, wenn nötig mit Gewalt, zu befriedigen. Andere wiederum verzweifeln an seiner Logik und seinen Folgen, ohne ihn benennen zu können. Wer kennt sie nicht, die Gefühle von Ohnmacht, Hilflosigkeit, ständigem Leistungszwang und nicht enden wollendem Druck. Aber muss ja, stimmts? Das wagen wir stark zu bezweifeln.

Auf den ersten Blick scheint es so, als würden
alle augenscheinlich besonderen Aktivitäten,
die man sich wünscht zu tun oder zu besitzen,
mit Geld zusammenhängen. Bis auf wenige Aus-
nahme sind sämtliche Aktivitäten und besitz-
bare Gegenstände verwarenförmigt und nach
kapitalistischer Eigentumslogik in der Hand ir-
gendeines Menschen. Wer was besitzt und was
wieviel kostet bestimmt der Markt. Für viele Ge-
ring- oder Schlechtverdienenden bedeutet dies
bereits Resignation. Resignation darüber, dass
sie nicht den selben Aktivitäten wie die besser
verdienende, herrschende Elite nachgehen kön-
nen, zum Beispiel einem 5-Sterne Urlaub im su-
per teuren Wellness-Spa in Monaco, verbunden
mit ein paar Runden im Ferrari um den Monaco
Circuit. Resignation darüber, dass die Arbeit des
einen die Zeit des anderen ist. Zeit, die Menschen
dazu nutzen könnten, ihren Interessen nachzu-
gehen - was deutlich unbeschwerter vonstatten
geht, wenn man zumindest vorübergehend ein-
mal nicht mit Existenzängsten und kapitalisti-
schen Daseinszwängen konfrontiert wird. Diese
reichen von der Angst, seine Wohnung durch die
nächste anstehenden Sanierung aufgrund prekä-
rer Arbeitsverhältnisse nicht bezahlen zu kön-
nen, über den Zwang, am nächsten Tag schon
wieder auf eine Arbeit zu müssen, der wir viel-
leicht gar nicht aus Interesse nachgehen, sondern
aus der Not heraus, uns mit Nahrung und sons-
tigen Gütern des täglichen Bedarfs versorgen
zu müssen, bis hin zum Druck, dem wir durch
öffentliche Ämter und Institutionen ausgesetzt
sind, um das Bestehende aufrecht zu erhalten.
Kapitalismus funktioniert profitorientiert, an-
ders wäre das ihm innewohnende Prinzip des
endlosen Wachstums gar nicht möglich. Das
äußert sich nicht nur unter Menschen in einem
Wettbewerb ohne Sieger*innen, nein, darunter
haben auch Subjekte ohne Stimme zu leiden.
Endloses Wachstum und sogenannter Fortschritt
nehmen oft keine Rücksicht auf Natur und nicht
menschliche Lebewesen. Die Schnelllebigkeit
von Wirtschaft und Produktion sorgen dafür,
dass unter dem Prinzip der Gewinnmaximie-
rung Schäden an Natur und den Lebensräumen
von Tieren bedingungslos in Kauf genommen
werden. Es existieren mittlerweile umfangreiche
Kenntnisse über umweltfreundliche Technologi-
en und ressourcenschonende Produktion, jedoch
werden diese in ungenügendem Maße durchge-
setzt oder zum Wohle der Profitmaximierung
komplett über Bord geworfen, so wie im Falle der
sogenannten Freihandelsabkommen zwischen
den Vereinigten Staaten von Amerika sowie
der Europäischen Union TTIP, CISA und CETA.
Auch sogenannter Emissionshandel ist keine Er-
findung zum Wohle der Umwelt, sondern dient
nur als internationale Legitimierung zur Um-
weltzerstörung. Umweltfreundliches Wirtschaf-
ten stellt in einem kapitalistischen Produktions-
prozess einen Kostenfaktor dar, der entweder
die Gewinne schmälert, oder dessen Produkte
aufgrund ihres höheren Marktwerts nur einer
privilegierten Anzahl von Menschen zugänglich
gemacht werden. Die G7 diktieren das Gesche-
hen und haben auf ihrer Agenda regelmäßig
Klimaschutz stehen - dort jedoch scheint es nur
darum zu gehen, wie dieser am glaubwürdigsten
am Markt verkauft werden kann.

Die G7-Staaten mitsamt ihren sogenannten west-
lichen Werten verkörpern die entsprechende Po-
litik, die dieses Getriebe aus abertausenden von
Verzahnungen seit jeher in die Welt hinaus trägt.
Bei den G7 trifft imperialistische Wirtschaftspo-
litik auf parlamentarische Demokratie, in der
sich Minderheiten ausbeutender Mehrheiten
konstituieren. In der gesellschaftlicher Konsens
nicht erwünscht ist, denn das würde den Kon-
kurrenzdruck zum Erliegen bringen. In der es
zur Norm geworden ist, sich am Elend anderer zu
bereichern. In der Ideen nur noch entstehen, um
verkauft und gekauft werden zu können - ganz
egal ob sie Rück- oder Fortschritt darstellen.

Menschen, Bewegungen, Initiativen und Organi-
sationen, die für eine antikapitalistische Gesell-
schaftsalternative - basierend auf emanzipatori-
schen Werten - kämpfen, wird von vornherein
das Leben schwer gemacht beziehungsweise
dringend notwendige Unterstützung verwehrt.
Aktuell können wir das vor allem in den derzeit
im Aufbau befindlichen, autonomen Selbstver-
waltungsstrukturen in Rojava, dem syrischen
Teil Kurdistans, sehen. Der ansonsten weltweit
so boomende Waffenexport, an dem die G7-
Staaten weltweit den Hauptanteil verzeichnen,
bleibt hier auf einmal auf der Strecke - gerade
da, wo die Hilfe in Anbetracht der Bedrohung
des Gebietes durch die faschistischen IS-Kräfte
akut benötigt wird. Dass solcherlei Hilfsliefe-
rungen den Staaten im herrschenden System
keinen Vorteil (erst recht keinen finanziellen)
gebracht hätten, ist nur ein Fakt neben vielen.
Nicht nur, dass es keine Unterstützung für die
Region gibt, nein, dem türkischen Staat wird
auch noch freie Hand gelassen, in der Unterstüt-
zung der Dschihadist*innen, welche die Region
bedrohen. Es ist einer starken internationalen
Solidarität, welche nicht auf Basis von Staaten
entstanden ist, sondern auf Grundlage des Ent-
zugs der Verantwortung selbiger, zu verdanken,
dass der umkämpfte Kanton Kobané mittlerwei-
le von Faschist*innen befreit ist. Das internati-
onale PKK-Verbot und die Gleichsetzung der
kurdischen Arbeiterpartei mit internationalen
Terrorist*innen entbehrt nicht nur jeder Grund-
lage, sondern ist für die Menschen vor Ort auch
eine weitere Hürde im Befreiungskampf. Die G7-
Staaten als selbststilisierte Elite von Herrschen-
den über den Planeten trägt ihren maßgeblichen
Teil dazu bei. Den Kämpfer*Innen in den Dörfern
um Kobané und in den weiteren beiden Kanto-
nen ist zu wünschen, dass sie sich auch zukünf-
tig erfolgreich gegen IS-Kräfte erwehren werden
und dass sie dabei weiterhin aus den Mitteln in-
ternationaler Solidarität schöpfen können.
Wir stellen uns entschieden gegen ein System, in
dem in Blut gewaschenes Kapital weiter fröhlich
seine Runden drehen darf und kämpfen für die
Überwindung der jetzigen Zustände. An dieser
Stelle bleibt zu sagen, dass wir weder den Mas-
terplan für die sogenannte bessere Welt besitzen
noch Lösungen für sämtliche Ungerechtigkeiten
auf dem Planeten haben. Es liegt jedoch an uns
und an euch als Leser*innen dieser Broschüre,
Lösungsansätze für eine globales Miteinander
zu entwickeln, dass allen Bedürfnissen gerecht
wird. Verschiedenste Formen der Unterdrü-
ckung, Krieg und ein Sozialchauvinismus, den es
nur im Kapitalismus geben kann, zeigen uns, dass
das aktuell überhaupt nicht der Fall ist. Solange
unser ungezwungenes Glück, oder besser gesagt
aufgezwungenes Unglück, von einem Markt ab-
hängt, auf den wir als einzelne Menschen oft nur
ungenügend Einfluss haben, stehen wir ein für
eine nicht-kapitalistische Gesellschaftsalternati-
ve auf den Grundsätzen der Gegenseitigen Hilfe
und der freien Vereinbarung. Diese sollte mög-
lichst ökologisch ausgerichtet sein, um unserer
Nachwelt keine Trümmer zu hinterlassen. Um
dieses Leben so lebenswert wie möglich zu ge-
stalten, setzen wir uns zudem für die Befreiuung
eines jeden Individuums von seinen Ketten ein,
die durch eine kapitalistische Weltordnung oft
noch verstärkt werden.
_________________________________________
A - I n f o s Informationsdienst
Von, Fr, und Ber Anarchisten
Send news reports to A-infos-de mailing list
A-infos-de@ainfos.ca
Subscribe/Unsubscribe http://lists.ainfos.ca/mailman/listinfo/a-infos-de
Archive: http://www.ainfos.ca/de
A-Infos Information Center