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(de) FAW-IAA - Direct Action #222 - März/April 2014 -- Aus dem Inhalt + Editorial (en)

Date Sun, 30 Mar 2014 07:51:30 +0300


Aus dem Inhalt ---- Betrieb und Gesellschaft ---- Zur Lage der Gewerkschaften.---- Ein Interview zu den Zentralgewerkschaften in der Schweiz p3 ---- Arbeiterwiderstand im "Land des Arbeitsfriedens". -- Befriedungsversuche und Entwicklung der Arbeiterkämpfe in der Schweiz in den letzten 100 Jahren p4 ---- Anarchie in der Schokoladenfabrik.-- Zur Anarchie im Gebiete genannt Schweiz (CH).Ein Kürzestbericht.p5 ---- Arbeitsmigration und Ausländerhetze in der Schweiz -- Die Schweiz vermarktet sich gerne weltoffen und tolerant, doch die Realität sieht anders aus.p6 ---- Leiharbeit in der Schweiz.-- Equal Pay mit zwei Tagen Kündigungsfrist p7 ---- Streik in der weißen Fabrik -- Seit fünf Jahren gibt es in der Schweiz zunehmend Kämpfe im Gesundheitssektor.p7

Zeitlupe

Die Sabaté-Brüder -- Eine libertäre Stadtguerilla im Spanien der Franco-Ära.p8

Globales

Interview on Maidan -- Ein Interview mit Sergej von der RKAS Kiew über die aktuellen Proteste in der Ukraine p9

"Wenn ihr nicht könnt, wir können!" --.Vio.Me Thessaloniki - eine Fabrik in ArbeiterInnenhand p10

Chile: Ein Tag, der alles veränderte -- Vor gut einem Jahr wurde der Gewerkschafter Juan Pablo Jimenez auf seiner Arbeit erschossen p10

Hintergrund

Auf die Zukunft setzen! -- Perspektiven für eine selbstverwaltete Wirtschaft p12

Kultur

Wer ist eigentlich Jacques Tardi? -- Sein neuer Comic, ein Film und eine Ausstellung bringen uns das Schaffen des französischen Comickünstlers näher p14

Provokation & Langeweile.-- Ein Gespräch mit Jarek von Unfixed p14

Auf Augenhöhe mit CAN, DAF und RAF -- Die Goldenen Zitronen richten auf ihrem neuen Album "Who's Bad?" Scheinwerfer und Lautsprecher auf aktuelle Zustände p15


Editorial

Jetzt haben wir den Salat. Das StudentInnenaustauschprogramm Erasmus wurde gekündigt und wenn sich auch nur die Hälfte der Zeitungsberichte der letzten Wochen bewahrheitet, dann wird eine wirtschaftliche Apokalypse über die Schweiz hereinbrechen. Gleichzeitig jubelt die eine Hälfte der Facebook-EidgenossInnen über die moralische Stärke der Stimmenden, während die andere Hälfte über den Rassismus jammert und sich fast zu PartisanInnen verklärt. Und alles nur weil "die SchweizerInnen" das Falsche abgestimmt haben, also den rechtskonservativen Kurs der SVP unterstützten, deren Äußerungen und Kampagnen weit über der Grenze zum Rassismus liegen, weswegen sie auch gern von NPD und Front National kopiert werden.

Das Problem ist aber, dass die Abstimmung über die Masseneinwanderungsinitiative von den GegnerInnen zu einer Abstimmung alleine über Weltoffenheit und Toleranz oder Isolationismus und Rassismus stilisiert worden ist. Also zu einem Reflex, welcher sich gut mit "alles außer SVP" (solche Kleber gab es mal) umschreiben lässt. Bei der Abstimmung ging es für viele aber auch um ganz andere Themen, die wahrscheinlich auch den Ausschlag für die Annahme gegeben haben: Es ging auch um eine neoliberale Politik, die in der EU schon zu Genüge verhasst ist. Diese Politik hatte zur Folge, dass Arbeitsbedingungen massiv unter Druck gerieten, obwohl eigentlich sogenannte ,flankierende Maßnahmen' beschlossen wurden, welche die Schweizer Löhne schützen sollen. Aber selbst im Baugewerbe - die am stärksten kontrollierte Branche - kommt es immer wieder zu massiven Unterschreitungen der festgelegten Löhne und teils sogar zu sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen. Dies spüren auch die regulär und leihweise angestellten BauarbeiterInnen mit Schweizer Pass. Gleichzeitig gibt es in der Schweiz keine ,Linke', die glaubhaft vertreten könnte, dass dieser Lohndruck nicht von den ausländischen ArbeiterInnen ausgeht, sondern von den AuftraggeberInnen und den ChefInnen. Die parlamentarische Linke ließ sich aus Angst vor Wahlniederlagen auf die Rhetorik der SVP ein und fordert mittlerweile oft selbst "Korrekturen" in Form von Verschärfungen im Sozial- und Asylwesen. Im Zeichen der Offenheit befürworten sie aber das ganze Wirtschaftsprogramm der EU. Und für diejenigen, die unter dem zunehmenden Druck an ihren Arbeitsplätzen leiden, bleibt nur die Alternative Rassismus oder Neoliberalismus. Außer es bildet sich eine außerparlamentarische Opposition, welche neue Wege beschreiten kann.
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