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(de) FdA-IFA Gai Dao #38 - "Zeit für Plan A" -- Zeit für ein Resümee Von: Anarchistische Föderation Rhein/Ruhr

Date Mon, 10 Feb 2014 12:40:27 +0200


Es ist geschafft! Drei Monate und über 25 Veranstaltungen in 11 Städten im Rhein/Ruhr-Gebiet zum Thema "Anarchie" sind vorbei und wir sind ziemlich geschafft. Doch wir denken gar nicht daran jetzt aufzuhören! Auch 2014 werden wir weiter daran arbeiten die Vernetzung und Organisierung von anarchistischen Zusammenhängen voranzubringen. An dieser Stelle jedoch erst einmal ein kleiner Bericht was so alles passiert ist, wie das alles gestemmtdie wurde und welche Auswirkungen die Kampagne hat. ---- Das machen wa! ---- Bereits im April 2013 machten wir uns innerhalb der Anarchistischen Föderation Rhein/Ruhr erste Gedanken zu einer Anarchiekampagne. Es dauerte nicht lange bis wir viele Ideen gesammelt hatten wie eine solche Kampagne aussehen sollte. Größtenteils wurden diese Ideen mit Begeisterung aufgenommen.

Nicht nur innerhalb unserer Föderation,
sondern auch von anderen anarchistischen Zusammenhängen, die wir
angesprochen hatten. Teilweise gab es jedoch auch Zweifel ob wir zum
damaligen Zeitpunkt überhaupt eine dreimonatige Kampagne auf die
Beine stellen könnten. Dennoch fingen wir an zu arbeiten und trafen
uns im Mai im größeren Kreis. Die Organisierung der Veranstaltungen
wurde den einzelnen Gruppen überlassen und auch Gruppen außer-
halb der AFRR machten mit. Bei der Mobilisierung wurden wir tatkräf-
tig von der FdA unterstützt. Ohne mit der Wimper zu zucken wurde
uns angeboten tausende Flyer, Plakate und sogar eine Sonderausgabe
der GaiDao mit zu gestalten und zu
drucken. Das nahmen wir natürlich
dankend an, denn eine dreimonati-
ge Kampagne in einer recht großen
Region muss auch ordentlich be-
worben werden. So begannen wir
einen Monat vor Start der Kampagne
10.000 Flyer und 2.000 Plakate unter
die Leute zu bringen. Die 3.500 Aus-
gaben der GaiDao kamen leider erst
während der Kampagne an, gingen
dann aber auf Veranstaltungen und
Demonstrationen weg wie warme
Semmeln. Zur Mobilisierung im Internet wurde für die Kampagne eine
tolle Internetseite erstellt (zeit-fuer-plan-a.de).

Auf gehts, ab gehts drei Monate wach!

Am 05.10. ging es dann endlich los und wir starteten mit der Eröff-
nungsparty im Autonomen Zentrum Mülheim. Diese war mit 400-500
Menschen schon gut besucht und es gab neben einem coolen Konzert
bereits interessante Gespräche mit Besucher*innen, welche an unserem
Infostand stöberten. Hier nun auf jede Veranstaltung einzugehen würde
leider den Rahmen sprengen. Von Religionskritik und Nachrichten über
den Strafvollzug (zur Situation von Thomas Meyer Falk) bis zu Anarcha-
feminismus und Sozialökologie wurden viele verschiedene Themenfel-
der behandelt. Bei den über 25 Veranstaltungen kamen im Schnitt circa
20 Personen. Manchmal ergaben sich Diskussionen, die teilweise länger
dauerten als die eigentlichen Vorträge selbst. Teilweise gab es aber auch
gar keine Diskussion oder nur sporadische Auseinandersetzungen mit
dem gehörten. Hier müssen wir selbstkritisch feststellen, dass ein Grund
darin liegen könnte, dass wir zum Großteil dem klassischen Vortrags-
konzept - eine*r redet der Rest hört zu - treu geblieben sind. In Zukunft
wollen wir in diesem Punkt neue Konzepte entwickeln und vielseitiger
werden. Als letzte Veranstaltung hatten wir ein Organisierungstreffen
geplant, welches am 14.12. in Bochum stattfand.

Was nun?

Leider kamen zu dem besagten Treffen nur 20 Menschen und wir
waren zunächst etwas enttäuscht, da wir uns mehr neue Gesichter
erhofft hatten. Trotzdem verlief das Treffen für uns positiv. Es wur-
den regionale und lokale Arbeitsgruppen gebildet in denen das wei-
tere Vorgehen besprochen wurde. Durch die Gruppenarbeit wurde
erreicht, dass Interessierte sich in bereits bestehende Strukturen ein-
bringen konnten und dass Personen und Gruppen zusammenfanden
die sich, obwohl sie aus der selben Stadt kamen, noch nicht kannten.
Außerdem wurde beschlossen ein weiteres offenes Organisierungs-
treffen zu machen. Am 31. Januar werden wir den Schwarzen Tre-
sen der Anarchistischen Gruppe östliches Ruhrgebiet nutzen um uns
weiter zu vernetzen.

Reflektion und Blick nach vorn

Die Kampagne war für uns eine echt spannende Erfahrung. Obwohl
wir eine noch sehr junge Föderation sind haben wir es geschafft
drei Monate mit Inhalt zu füllen. Allerdings konnten wir nicht alle
unsere Ziele erreichen. Eigentlich
wollten wir mit der Kampagne
auch außerhalb der "Szene" präsent
sein. Geplant war es nämlich einen
Teil der Veranstaltungen in Nicht-
Szene-Orten abzuhalten, um auch
bisher weitesgehend unpolitisierte
Leute besser anzusprechen. Leider
haben wir das nicht geschafft und
vielleicht war auch das ein Grund
warum das Organisierungstref-
fen nicht ganz so gut besucht war.
Neben Vorträgen wollten wir auch
Workshops anbieten und Aktionen durchführen. Wir wollten "An-
archie" sozusagen "erlebbar" machen. Dazu sollten auch kulturelle
Veranstaltungen beitragen von denen es dann aber neben der Eröff-
nungsparty nur noch zwei Lesungen von Gedichten mit Hans Mar-
chetto gab. Natürlich entstanden auch Spannungen innerhalb der
Föderation und wir stießen an die Grenzen unserer Kapazitäten, was
bei einer so langen Kampagne mit so viel Arbeit aber wahrschein-
lich normal ist. Dennoch sind wir insgesamt zufrieden, da wir viele
wichtige Erfahrungen gemacht haben und auch unserem Hauptziel,
der Vernetzung und Organsierung von anarchistischen Zusammen-
hängen, ein wenig näher gekommen sind. Somit beschäftigen wir uns
nun mit der Aufarbeitung der Kampagne und reflektieren sowohl die
Vorbereitung als auch die Durchführung ebendieser. In diesem Pro-
zess sind bereits einige Fragen aufgekommen; beispielsweise ob die
Dauer der Kampagne nicht doch zu lang war. Außerdem wollen wir
natürlich weiter machen, neue Aktionen ausdenken und die Idee des
Anarchismus verbreiten.

An dieser Stelle noch einmal danke an alle, die uns unterstützt und
unsere Veranstaltungen besucht haben. Solidarische Grüße an alle,
die den Kampf für eine herrschaftsfreie Gesellschaft noch nicht auf-
gegeben haben, denn es ist Zeit für Plan A!
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