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(de) FdA-IFA Gai Dao #48 - Das Fanal-Projekt - Ein Interview mit dem Verleger Jochen Schmück von: Marcos Denegro

Date Mon, 15 Dec 2014 15:51:33 +0200


Der Todestag Erich Mühsams jährte sich 2014 zum 80 Mal. Ein Jahr, in dem einiges zu und von Erich Mühsam präsentiert wurde: Die fortgesetzte Herausgabe der Tagebücher, ein Lesebuch, ein Mühsamfest, eine Gedenkdemo anlässlich des Todestages, um nur ein paar Beispiele zu nennen. In Planung ist aber auch die Wiederauflage der von Erich Mühsam von 1926 bis 1931 herausgegebenen Zeitschrift "Fanal" durch den Potsdamer Libertad Verlag. ---- Ähnlich der Tagebücher (herausgegeben beim Verbrecher Verlag) soll auch das "Fanal"-Projekt nicht nur in gedruckter Fassung Form annehmen, sondern auch als frei zugängliche Onlineversion erscheinen. Ein hohes Ziel, das viel Engagement, Zeit und Geld kostet. Wir haben mit Jochen Schmück, dem Projektinitiator, gesprochen, um mehr über das Fanal-Projekt zu erfahren.

Gaidao: Erich Mühsam ist als Person sehr vielschichtig gewesen:
Literat, Anarchist, Agitator und Redner, Lebemann und Bohemien.
Entsprechend ist für jede*n was dabei, vom Feuilleton bis zur an-
archistischen Presse. Dennoch scheint es, als habe das Interesse an
Erich Mühsam in den vergangenen Monaten und Jahren zugenom-
men. Woran liegt das? Einzig am runden Jahrestag seiner Ermor-
dung?

Jochen: Na, Mühsam war eigentlich nie out. Aber Du hast schon recht,
das Interesse an Mühsam, seinem Leben und seinem politisch-publizis-
tischen Wirken hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Das ist
sicher auch auf die Veröffentlichung der Mühsam-Tagebücher zurückzu-
führen, die ja zusammen mit seinem übrigen Nachlass über Jahrzehnte
im "Giftschrank" des sowjetischen Geheimdienstes NKWD (Vorläufer des
KGB) versteckt gewesen waren und erst jetzt der Forschung und Öffent-
lichkeit zugänglich gemacht werden. Die von Chris Hirte und Conrad Pi-
ens betreute Ausgabe der Mühsam-Tagebücher im Verbrecher-Verlag hat
mit Sicherheit das Interesse an Mühsam neu belebt. Und wie enorm das
Interesse ist, dass haben die vielen Veranstaltungen zu seinem diesjähri-
gen Todestag gezeigt.

Ihr habt euch speziell die Zeitschrift "Fanal" aus seinem Werk aus-
gesucht. Kannst Du kurz was zu Inhalt und Konzept der Zeitschrift
sagen? Und auch zu eurer Motivation?

Das Fanal-Projekt ist eigentlich ein Uralt-Projekt des Libertad Verlages.
In den Gründungsjahren des Verlages haben wir von Fritz Scherer, also
einem der Alt-Anarchist*innen, die das Dritte Reich und den 2. Weltkrieg
überlebt hatten, das "Fanal" geschenkt bekommen. Fritz, der als Jugendli-
cher Erich Mühsam persönlich gekannt hatte, wollte, dass wir seine durch
das Dritte Reich gerettete Ausgabe des "Fanal" für die Nachwelt bewahren
und die Zeitschrift möglichst neu herausbringen. Damals gab es bereits
den edlen, aber sehr teuren Reprint des Verlages Auvermann, und we-
nige Zeit später ist dann im Impuls-Verlag ein Reprint des "Fanal" als
Paperback-Ausgabe erschienen, die durchaus erschwinglich war. Dadurch
hatte sich dann die geplante Neuausgabe des "Fanal" im Libertad Verlag
erst einmal für die nächsten Jahrzehnte erledigt. Der als Leinenausga-
be erschienene Auvermann-Reprint des "Fanal" ist zwar immer noch im
Buchhandel erhältlich, aber die Ausgabe kostet um die 500,00 EUR. Das
kann und will sich natürlich nicht jeder leisten. Der Impuls-Reprint als
Paperback-Ausgabe war zwar erschwinglich, aber er ist schon seit Jahr-
zehnten vergriffen. Deshalb denke ich, oder sagen wir mal besser: ich hof-
fe es, dass deshalb inzwischen die Zeit für eine gedruckte Neuausgabe reif
ist. Auch vor dem Hintergrund der gestiegenen Interesses an Mühsam und
seinen Schriften.

Ob allerdings die gedruckte Buchausgabe wirklich erscheinen wird, das
hängt vor allem davon ab, ob sich genügenden Interessent*innen finden,
die als Subskribent*in eine Vorbestellung für die Buchausgabe aufgeben.
Wir kooperieren bei diesem Projekt mit der Erich-Mühsam-Gesellschaft
und bieten die Buchausgabe in der ersten Auflage als eine Gemeinschafts-
ausgabe an. Wir brauchen mindestens 100 Subskribent*innen, die das

Buch zum Sonderpreis von 98,00 EUR statt später zum regulären Laden-
preis von 125,00 EUR kaufen. Diese erste Auflage ist auf 100 nummerierte
Exemplare limitiert, und sie dürfte deshalb auch für Sammler attraktiv
sein. Bislang haben wir knapp 40 Subskriptionen bekommen. Das reicht
noch nicht. Aber die Erich-Mühsam-Gesellschaft macht zurzeit unter ih-
ren Mitgliedern Werbung für das Buch, und ich hoffe, dass wir so auch
noch die übrigen Subskriptionen zusammenbekommen, um die gedruckte
Buchausgabe herauszubringen.

In jedem Fall wird die frei zugängliche Onlineausgabe des "Fanal" er-
scheinen. Das ist mir wichtig, weil dadurch diese für das politische Wir-
ken Erich Mühsams so wichtige Zeitschrift allgemein frei zugänglich sein
wird, zumindest für jede*n, der/die einen Internetzugang hat. Die Zeit-
schrift "Fanal" ist im Gesamtwerk von Erich Mühsam deshalb so wich-
tig, weil sie seine bevorzugte politisch-publizistische Plattform war, über
die er seine grundsätzlichen politischen Ideen, oder sagen wir mal bes-
ser: anti-politischen Ideen, formuliert und propagiert hat. Wer Mühsams
Anarchismus-Verständnis in Reinform kennenlernen will, der kommt an
der Zeitschrift "Fanal" nicht vorbei. Ich denke, man kann sagen, dass das
"Fanal" - und insbesondere die 1933 als Fanal-Sonderausgabe erschienene
Schrift "Die Befreiung der Gesellschaft vom Staat. Was ist kommunisti-
scher Anarchismus" - Mühsams politisches Testament ist.

Die Herausgabe des "Fanal" liegt nun 85 Jahre zurück. Siehst Du die
Neuveröffentlichung als Teil einer Geschichts- und Erinnerungsar-
beit oder haben die Beiträge und Texte nach wie vor Gültigkeit bzw.
Aktualität?

Gültigkeit schon, aber Aktualität...? Nee so richtig aktuell sind die im
"Fanal" erschienenen Texte natürlich nicht, höchstens in einem übertra-
genen Sinn, eben in dem Sinne, dass das Streben nach einer Welt ohne
Unterdrückung und Ausbeutung, ohne Armut, Krieg und Elend, heute
so aktuell ist wie zu Mühsams Lebzeiten. Wer jedoch erfahren will, was
die heutige Anarchist*innen denken und machen, der ist natürlich mit
Zeitschriften wie Eurer "Gaidao" deutlich besser bedient. "Gaidao" zeigt
übrigens auch, dass es sinnvoll und machbar ist, neben einer Printausga-
be auch eine freie Onlineausgabe anzubieten. Das finde ich gut.

Und um noch mal auf Deine Frage zurückzukommen, ob unser Projekt
Teil einer Geschichts- und Erinnerungsarbeit ist. Geschichts- und Erin-
nerungsarbeit, das hört sich ein bisschen an wie Trauerarbeit, ein für
mich ziemlich befremdlicher Begriff. Aber klar, mit der Veröffentlichung
des "Fanal" wollen wir der Geschichtsschreibung des deutschsprachigen
Anarchismus eine wichtige Quelle zur Verfügung stellen. Und wir hoffen
auch, dass gerade über die Onlineversion, über die die Leser*innen auch
Kommentare veröffentlichen können, sich auch eine aktuelle Diskussion
über Mühsam und sein Werk und seine Bedeutung für den heutigen An-
archismus entfalten kann.

Ist die Veröffentlichung ein 1:1 Nachdruck (Faksimile) oder wird es
eine redigierte, aktualisierte, überarbeitete Fassung werden?

Ja und Nein. Zum einen ist sowohl die Online- als auch die Printausgabe
eine reine Reproduktion des Originals. Zum anderen aber wird die On-
lineausgabe über die Kommentarfunktion die Möglichkeit bieten, Anmer-
kungen und persönliche Kommentare, also Diskussionsbeiträge, zu veröf-
fentlichen. Da die Onlineausgabe über eine Volltextsuchfunktion verfügt,
können wir erst einmal auch auf die Erstellung eines Registers verzichten.
Was vielleicht noch Sinn macht, ist es, Verweise, die Mühsam selber zu
früheren Beiträgen im "Fanal" gibt, miteinander zu verlinken, so dass
man sich direkt zu den erwähnten Beiträgen durchklicken kann.

Ich werde zudem für die Neuausgabe des "Fanal" noch eine Einleitung
schreiben, in der ich vor allem auf die Bedeutung von Erich Mühsam und
seiner Publizistik innerhalb der deutschsprachigen anarchistischen Bewe-
gung seiner Zeit eingehen werde.

Die Neuauflage von Klassikern ist nicht immer so einfach zu be-
werkstelligen, da wie z.B. im Falle der Werke Rudolf Rockers oder
Max Nettlaus auch Urheberrechte zu beachten sind. Wie verhält
sich das im Falle Mühsams? Sind die Rechte erloschen, da er bereits
mehr als 70 Jahre tot ist? Erklärt das u.a. vielleicht auch die Zunah-
me von Publikationen?

Genau so ist es. Nach dem deutschen Urheberrecht erlöschen die Rechte
in der Regel 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers, es sei denn, es kommt
zu einer Übertragung der Rechte durch eine Erbfolge, was aber im Fall
von Erich Mühsam nicht geschehen ist. Und weil das so ist, deshalb findet
man nun auch bei Amazon jede Menge schnell und billig produzierter Re-
prints und eBooks mit Schriften von Erich Mühsam, die nur dem privaten
Kommerz dienen. Ich finde das nicht gut, aber es raubt mir auch nicht
den Schlaf. Denn was das "Fanal" betrifft, so haben wir einer nur auf
privaten Profit ausgerichteten Kommerzialisierung schon dadurch einen
Riegel vorgeschoben, indem wir eine kostenlos zugänglich Onlineausgabe
herausbringen. Und zu dem Preis, zu dem wir die fünf Bände des "Fanal"
als solide Hardcover-Ausgabe herausbringen, dürfte es schwierig werden,
eine billige Paperback-Ausgabe zu realisieren. Ein kommerzielles eBook
des "Fanal" hat noch weniger Sinn, denn es gibt ja unsere kostenlose On-
lineausgabe.

Ihr bezeichnet die Herausgabe des Buches als "Lebendes Buch", da
es neben dem gedruckten Werk auch eine Onlinefassung geben soll.
Kannst Du das kurz genauer erklären?

Gerne. Bücher sind ja gewöhnlich eine in sich abgeschlossene Sache. Da
hat sich jemand hingesetzt und ein Buch geschrieben, hat sicher auch im
Vorfeld mit seinen Freund*innen darüber diskutiert, und bringt es dann
raus. Und zumindest was den Inhalt dieses Buches betrifft, so ist das dann
eine abgeschlossene Geschichte. Natürlich hofft jeder Autor bzw. jede Au-
torin, gerade wenn es um weltanschauliche Fragen geht, dass ihr Buch
nicht nur auf Interesse stößt, sondern dass es auch zu Diskussionen über
das Buch unter den Leser*innen kommt. Das wollen und hoffen auch wir,
und das ist einer der Gründe für die Onlineausgabe, die wir deshalb als
"lebendes Buch" bezeichnen, weil wir die Online-Ausgabe des "Fanal" als
eine Plattform anbieten, auf der sich eine fortlaufende Diskussion über
die Inhalte des Buches entfalten kann. Hier kommt Leben in das Buch,
und wie sich das entwickeln wird, das ist auch für uns eine spannende
Angelegenheit.


Ist dieses "duale System" auch
der Entwicklung der Medien-
welt geschuldet, in der ana-
loge Medien zunehmend von
digitalen verdrängt werden?
Also der Versuch, dem Zeit-
geist gerecht zu werden oder
eine gute Gelegenheit, das
Projekt "Fanal" entsprechend
(wissenschaftlich) aufzuar-
beiten, zu begleiten, zu kom-
mentieren - eine Möglichkeit,
die es im analogen Zeitalter
so nicht gegeben hätte?

Also der "Zeitgeist" ist mir bei
diesem Projekt ziemlich egal.
Das Fanal-Projekt ist ja Teil
eines größeren Projektes, näm-
lich der Digitalen Bibliothek im
DadAWeb. Natürlich geht die
Entwicklung der Medienwelt
weg vom gedruckten hin zum
digitalen Buch, dem eBook. Als
Liebhaber der traditionellen
Buchkultur bedaure ich das,
aber ich sehe gleichzeitig auch
die Vorteile der neuen digita-
len Publikationsformen. Und
die wollen wir nutzen. Und bei
den immer knapper werden-
den natürlichen Ressourcen ist
vielleicht dieser Trend hin zum
digitalen Buch auch aus ökolo-
gischen Gründen ganz sinnvoll.

Gedruckte Bücher wird es aber noch eine ganze Weile lang geben, und sei
es nur für die Liebhaber*innen der traditionellen Buchkultur, die nicht
auf den Genuss verzichten wollen, ein echtes Buch in den Händen zu hal-
ten. Und für die bieten wir dann eben keine billig produzierten Paperbacks
an, die bekommen was richtig Schönes, nämlich Bücher in einer soliden
Hardcover-Ausgabe, die nicht beim zweitem, dritten Mal lesen auseinan-
derfällt wie so viele der Paperback-Ausgaben.

Die Onlineseite soll allen die Möglichkeit geben, sich kostenlos Zu-
gang zur Zeitschrift "Fanal" zu verschaffen und auch sich daran zu
beteiligen. Ist das "Fanal"-Projekt des Libertad-Verlags nicht zuletzt
dadurch ein anarchistisches Projekt?

Genau. Das hast Du richtig erkannt. Ich betreibe ja den Libertad Ver-
lag bereits seit fast 40 Jahren vom Selbstverständnis her immer als einen
anarchistischen Verlag. In den ersten zwei Jahrzehnten haben wir den
Verlag im Kollektiv betrieben. Danach habe ich mich um den Verlag als
Solist gekümmert, aber immer mit Unterstützung von Freunden. Von dem
Libertad Verlag hat niemals irgendjemand leben können, wir wollten das
auch nicht. Die kommerzielle Verlagsschiene hat uns nie sonderlich groß
interessiert. Wir wollten mit dem Verlag anarchistische Ideen in die aktu-
elle Diskussion einbringen.

Inzwischen kann ich mir allerdings noch eine ganz andere Art von an-
archistischem Verlag vorstellen, die nur noch sehr wenig mit dem tra-
ditionellen Verlagswesen zu tun hat. Das ist ein Verlag, dessen Haupt-
aufgabe es ist, eine Plattform zur Verfügung zu stellen, auf der in freier
Zusammenarbeit - sozusagen nach dem anarchischen Wiki-Prinzip -
Bücher hergestellt werden. Das können Bücher sein, die es entweder nur
online gibt, wie z.B. das Lexikon der Anarchie im DadAWeb, oder Bü-
cher, die es sowohl online als auch als gedrucktes Buch gibt, so wie beim
Fanal-Projekt, oder auch Bücher, bei denen nur die Zusammenarbeit der
Autor*innen online stattfindet, aber das Buch selbst dann erst einmal nur
in einer gedruckten Fassung erscheint. So ein Verlag ist dann eher eine
Service-Agentur, die sich um den gut funktionierenden Betrieb der On-
lineplattform kümmert und Hilfestellung im editorialen Bereich und beim
Vertrieb der Bücher anbietet.

Wie ist der aktuelle Stand des Fanal-Projekts, wo steht ihr?

Inzwischen haben wir die Digitalisierung der insgesamt fünf Jahrgänge
des "Fanal" abgeschlossen. Dafür haben wir etwas mehr als zwei Monate
gebraucht. Um das Original nicht zu beschädigen, mussten wir beim Ein-
scannen des "Fanal" sehr behutsam vorgehen. Als Nächstes werden wir
nun die Scans für die Onlineausgabe bearbeiten. Dabei entsteht gleichzei-
tig die Druckvorlage für den Buch-Reprint. Dann muss noch die Website
für die Onlineausgabe entwickelt werden, wobei wir da bereits auf die Er-
fahrungen mit dem Brupbacher-Buch "Marx und Bakunin" zurückgreifen
können, das das erste Buch gewesen ist, das Anfang des Jahres sowohl als
gedrucktes Buch als auch als Onlineausgabe in der Digitalen Bibliothek
des DadAWeb erschienen ist.

Und wenn die Onlineausgabe realisiert ist und wir genügend
Subskribent*innen für die Printausgabe gefunden haben, dann erscheint
schließlich auch das gedruckte Buch.

Wie viele Leute sind an dem Projekt beteiligt und wie organisiert
ihr den Projektablauf?

Bislang habe ich mich selber um das Projekt gekümmert. Beim Einscan-
nen des Originals bin ich allerdings von einem guten Freund unterstützt
worden, der mich jetzt auch bei der digitalen Bildbearbeitung unterstützt.
Ich entwickle auch gerade die Website für das Buch, wobei ich davon pro-
fitiere, dass ich hauptberuflich eine Internetagentur betreibe, mich also
mit der Entwicklung von Websites gut auskenne.

Unterstützung brauchen wir vor allem im redaktionellen und semiredak-
tionellen Bereich, also im Korrektorat. Die von uns eingescannten Seiten
des "Fanal" sind ja erst einmal nur Bilddateien, die per OCR noch ma-
schinenlesbar gemacht werden müssen. Sonst gibt es keine Möglichkeit,
in den Texten der Onlineausgabe per Suchfunktion nach Suchbegriffen zu
suchen. Jeder, der das schon mal gemacht hat, weiß, dass selbst die besten
OCR-Programme immer noch eine enorme Nachbearbeitung erforderlich
machen, um korrekte Texte zu bekommen. Ich bin deshalb froh, dass sich
inzwischen schon einige Leute bei uns gemeldet haben, die uns bei dieser
Arbeit unterstützen wollen. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie man
diese redaktionelle Nachbearbeitung der OCR-Ergebnisse am besten orga-
nisieren kann. Ich denke aber, die Kooperation im redaktionellen Bereich
wird auf so eine Art Wiki-Prinzip hinauslaufen, das sich bei solchen On-
lineprojekten gut bewährt hat.

Wie wird das Projekt finanziert und wie kann man euch unterstüt-
zen?

Finanziert wird das Projekt vom Libertad Verlag, und ich hoffe, dass
durch die Subskription die Finanzierung für die Buchausgabe gesi-
chert werden kann. Unterstützen kann man das Projekt, indem man
uns bei der Arbeit an der Onlineausgabe unterstützt, also z.B. durch
Korrekturlesen und vielleicht auch durch redaktionelle Anmerkun-
gen, die für das heutige Verständnis der im "Fanal" veröffentlichten
Texte hilfreich sind. Auch im Bereich Grafikdesign wären wir für Un-
terstützung dankbar. Und last but not least: Unterstützen kann man
das Projekt auch einfach dadurch, indem man eine Subskriptionsbe-
stellung für die gedruckte Buchausgabe aufgibt. Denn nur wenn sich
100 Subskribent*innen finden, die das Buch kaufen wollen, wird es
eine gedruckte Buchausgabe geben.

Wer uns unterstützen oder mehr über das Fanal-Projekt erfahren
will, der findet aktuelle Infos auf der Projektseite:

www.fanal-projekt.de
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