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(de) FdA/IFA - Gai Dào #44 - Keine Urlaubslektüre: das "Anarchistische Wörterbuch" - Eine Besprechung von Rudolf Mühland Von: Rudolf Mühland

Date Sun, 31 Aug 2014 11:39:46 +0300


Das Anarchistische Wörterbuch scheint das erste seiner Art weltweit zu sein. Es orientiert sich weder an den "frequently asked questions" (FAQ), die man zum Thema Anarchie durchaus zahlreich im Internet finden kann, noch am "Lexikon der Anarchie" (LdA). FAQ und LdA erklären der neugierigen Leserschaft eher was Anarchie ist und welche anarchistischen Strömungen es gibt. Die Herausgeber*innen haben über 400 Stichworte von Ableismus über Blaklava, CRIFA, Décroissance, Espezifismus, Go-Canny, Hacking, Internationale, Kibbuz, Lokalismus, Manichäismus, Nation, Obstruktismus, Parecon, Querfront, Rätekommunismus, Social Engineering, Tendenzorganisationen, Unionismus, Verelendung, Wanderkessel, Yuppie bis Zwille zusammengetragen und mit kürzeren oder längeren Erläuterungen versehen. Damit wird das Wörterbuch, besonders für diejenigen, die gerade erst anfangen, politisch aktiv zu werden, eine ganz praktische Hilfe, um den Diskussionen bei Treffen, Plena und Vollversammlungen folgen zu können. Gleichzeitig bietet es die Möglichkeit, auch für "alte Aktivist*innen", das Sprachverhalten zu überprüfen und sich ggf. andere Ausdrucksformen anzueignen.

Das würde auch ganz im Sinne von Marcos Denegro von der Anarchistischen Föderation
Berlin* sein. Der Nutzen wäre sicherlich, ganz ohne die Bedeutung
von Sprache unnötig zu überhöhen, ein zweifacher. Zum einen könn-
ten neue Aktivist*innen so leichter einen Einstig in die Bewegung
finden und zum anderen könnten sich die Aktivist*innen gegenüber
vollkommen unpolitischen Menschen vielleicht klarer und verständ-
licher ausdrücken. Letzteres könnte diese so auch näher an die ei-
gene politische Bewegung heranführen, ohne dass sie Angst haben
müssten nichts zu verstehen oder sich durch nachfragen irgendwie
"lächerlich" zu machen.** Besonders gefallen hat mir die Idee in der
Kopfzeile auf jeder Seite geschichtliche Daten und Ereignisse zu plat-
zieren. Insbesondere als dass einige Einträge durchaus einen humor-
vollen Charme haben, zumindest interpretiere ich das so (siehe Seite
8 im Wörterbuch). Leider ist diese "Zeitleiste" sehr auf Europa und die
USA konzentriert. Wichtige Daten aus China, Korea und Japan fehlen
ebenso wie Zentral- und Südafrika, Australien und Südamerika.***

Es bleibt also zu hoffen, dass das Anarchistische Wörterbuch Eingang
in zahlreiche Haushalte findet und besonders auch in den kosten-
losen Bibliotheken der Syndikate (sie Seite 111 im Wörterbuch) und
der anarchistischen Gruppen der FdA-IFA (siehe Seite 46 und 61 im
Wörterbuch)

* Die AFB hat sich mittlerweile aufgelöst, die Gruppen die diese ge-
bildet haben, existieren jedoch zum Teil weiter und sind weiterhin
Mitglied der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen. Die
FdA-IFA hat die Herausgabe des Wörterbuches unterstützt und damit
innerhalb weniger Jahre schon das zweite Buchprojekt zusammen
mit der Edition Assemblage realisiert.

** Nachfrage macht ja nie irgendjemanden "lächerlich" - allein die
Person, die nachfragt, hat oft dieses Gefühl und ist dadurch gehemmt.
(Und auch das soll nicht verschwiegen werden: Schlimmstenfalls
trifft die fragende Person auf einen unreifen oder ungeschickten Cha-
rakter, der dann doch offen vermittelt, dass sich die fragende Person
gerade der Lächerlichkeit preisgegeben hätte.)

*** Bei einer Neuauflage des Wörterbuches könnte dieser Mangel be-
hoben werden. Ebenso könnten dann auch noch eine Reihe anderer
Begriffe in das Wörterbuch aufgenommen werden, die jetzt, aus wel-
chen Gründen auch immer, noch fehlen.

Mehr Infos

Marcos Denegro
Anarchistische Föderation Berlin [AFB]
Anarchistisches Wörterbuch
Eine Orientierungshilfe durch den Begriffsdschungel
anarchistischer und emanzipatorischer Bewegungen
farbig, Broschur, 142×205 mm - 144 Seiten, 12,80 Euro
ISBN 978-3-942885-47-8 | WG 973
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