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(de) FdA-IFA, Sonderausgabe Gai Dào N°6 -- Städte für Menschen, nicht für den Profit -- Von der Finanzialisierung zur Sozialisierung des Wohnens -- Von: Anarchistische Gruppe östliches Ruhrgebiet

Date Mon, 07 Oct 2013 15:03:38 +0300


Für den 19. Oktober 2013 planen verschiedene Netzwerke von Mieter*innen, Wohnungslosen und Hypothekenopfern in Europa dezentrale Aktionen für das Recht auf Stadt und Wohnung. Im Vorfeld dieser Veranstaltung berichtet Knut Unger vom Mieter*innenverein Witten, der sich seit Jahren auch in internationalen Netzwerken städtischer Sozialbewegungen engagiert, über die Hintergründe und Ziele dieser Aktionen. ---- Der Aktionstag reagiert u. a. auf zwei katastrophale Entwicklungen: In vielen europäischen Ländern, auch in deutschen Wachstumsregionen, kommt es aufgrund von Immobilienspekulation, Wohnungsknappheit und Marktliberalisierug zu extremen Mietsteigerungen und Verdrängungen der Bewohner*innen. Die Kehrseite sind Stadtgebiete, die immer mehr verarmen oder in denen die Menschen durch Abrisssanierungen vertrieben werden.

In den sogenannten "Schuldenstaaten" wie Spanien, Portugal und
Italien hat der Zusammenbruch der Immobilienblasen zu massenhaf-
ten Zwangsräumungen der betroffenen Hypothekenschuldner*innen
geführt. Die Austeritätspolitik (Sparmaßnahmen) der "Troika"
(Europäische Zentralbank, Europäische Kommission und Interna-
tionaler Währungsfond), die diesen Ländern unter Führung der
deutschen Bundesregierung aufgezwungen wird, verschärft die
Wohnungsnöte zusätzlich. In Portugal z. B. gehört der Abbau der
Mieter*innenschutzrechte zu den Bedingungen für die Vergabe der
sogenannten "Rettungskredite". Gegen all diese Entwicklungen for-
mierten sich nicht nur in diesen Ländern Massenbewegungen der
Betroffenen. So wurden durch Blockaden in Spanien oder Polen und
mittlerweile ansatzweise auch in Berlin und NRW viele Zwangsräu-
mungen verhindert. Eine andere wieder populär werdende Methode
ist die Besetzung von leer stehendem Wohnraum zur Versorgung von
geräumten Hypothekenopfer und anderer Wohnungsloser.

Das internationale Aktionsbündnis für den 19. Oktober propagiert die
Vernetzung dieser Aktionsformen. Es sieht sich als Teil der internatio-
nalen Bewegungen für ein anderes, soziales Europa, das auf der Garan-
tie gleicher sozialer Rechte für alle basiert. Knut Unger meint: "Um auf
diesem Ziel im Wohnbereich näher zu kommen, müssen nicht nur sozi-
ale europäische Rechtsstandards durchgesetzt werden. Erforderlich ist
auch eine europaweite, dezentralisierte demokratische Kontrolle der
Boden-, Wohnungs- und Kreditmärkte sowie ein ausreichend großer
Anteil an Wohnungen, die unmitt elbar vergesellschaftet sind." Blocka-
den und kollektive Besetzungen von Häusern, Land und Plätzen sind in
dieser Hinsicht nicht nur notwendige Selbsthilfe- und Protestmaßnah-
men. Sie sind zugleich "Propaganda der Tat". In Form und Inhalt sind
sie tastende Versuche der praktischen Wiederaneignung des Raums -
nicht nur im Sinne eines bohemienistischen "Rechts auf die Stadt", son-
dern im Sinne einer sozialen "urbanen Revolution" (Henri Lefebvre).
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"Städte für Menschen, nicht für den Profit"

14.10. Tarantababu, Humboldtstr. 44, 44137 Dortmund
Einlass u. Beginn: 20.00 Uhr
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Ebenfalls zu Wohnungsfragen findet am 28. September 2013 ein bun-
desweiter Aktionstag statt.

Motto: "Keine Profite mit der Miete! Die Stadt gehört allen!"
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