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(de) QueerFem Vernetzungswoche 2011 Vom 19.-25. September 2011 findet in St. Pölten (Niederösterreich)

Date Sat, 17 Sep 2011 09:00:04 +0300


Vom 19-25 September 2011 am LAMES Gelände eine inter(anti)nationale queer-feministische Vernetzungswoche statt. Ziel des Ganzen ist eine intensive Auseinandersetzung mit beiden Themen jenseits der lokalen Grenzen und zur Förderung inter(anti)nationaler Vernetzung. Dabei sollten antiautoritäre, antisexistische, antirassistische, antihomophobe, antitransphobe, partizipative und libertäre Prinzipien die Basis der Vernetzungswoche sein. Auch wenn Platz zum Feiern und Entspannen eingeplant wird, geht es uns v.a. um eine intensive inhaltliche Auseinandersetzung, keine (viel zu oft) oberflächlichen Diskussionen, sondern um ein einwöchinges miteinander und voneinander Lernen und Leben. Das LAMES Gelände (http://blog.lames.at/) ist ein 4,5 Hektar großes Gelände in St Pölten, das auf prekärer Basis ohne fixen Vertrag seit
nun zwölf Jahren von der Stadt geduldet wird. Die diversen
Räumlichkeiten eignen sich perfekt für Diskussionsrunden, Vorträge,
Workshops, Filmabende uvm. Das riesige Grundstück kann auch als
Campingplatz verwendet werden.
Initiator_innen der QueerFem Vernetzungswoche ist die
Projektgestalungsgruppe Plan.Los!, die, die QueerFem Vernetzungswoche
2011 als Möglichkeit eine stärkere Vernetzung zwischen autonomen und
unabhängigen Gruppen und Menschen sehen, organisiert. Das Ziel ist
unter anderem QueerFeminismus aus der theoretischen Befangenheit zu
befreien und in die Praxis umzusetzten.

Queer-Feminismus
Wir versuchen mit diesem Text einen groben Überblick über
Queer-Feminismus zu geben, welcher schwer erfassbar ist, da die
Grenzen nicht eindeutig sind. Demnach kann nicht behaupten werden,
dass Queer und/oder Feministische Theorien abgeschlossen sind, beide
befinden sich in einem ständigen, nie abschließbaren Prozess.
Queer Theory und Feminismus sind nicht klar trennbar, und für uns
liegen die gemeinsamen Aspekte im Vordergrund. Um einen Einblick geben
zu können, zeigen wir einen Grundriß beider Strömungen auf, wobei wir
uns bei Queer Feminismus sowohl auf den universitären Kontext der
Strömungen als auch auf die politischen Bewegungen beziehen.
Feministische Theorie hat auf die Ungleichbehandlung und Unterdrückung
von Frauen im Patriarchat hingewiesen und damit auf eine krasse
gesellschaftliche Hierarchie. Feminismus war/ist der Ansatz für
gesellschaftliche Veränderungen und ein Schritt in Richtung Beendigung
von Jarhunderten der Unterdrückung von Frauen*.
Feminismus beruhte anfänglich auf der Annahme, dass es eine
universelle Kategorie Frau gibt. Der verbindende Punkt war die
gemeinsame Erfahrung der Diskriminierung als Frau, dabei wurden andere
Diskriminierungsformen außer Acht gelassen. Black feminists und women
of color kritisierten, dass der Rassismus und Klassizismus außen vor
gelassen wurden und die Homophilenbewegung hob hervor, dass die
Heteronormativität und die Zweigeschlechtlichkeit nicht in Frage
gestellt wurden.
Die Debatte um die Differenzen zwischen den Frauen gelang somit in den
Fokus, wobei das Verhältnis zwischen Frauen und Männern vernachlässigt
wurde. Die Genderstudies gehen von einer Unterscheidung zwischen
Gender, dem sozialen bzw. sozialisierten Geschlecht und Sex, dem
biologischen Geschlecht aus, und greifen dieses Verhältnis wieder auf.
Feminismus bzw. Genderstudies, die Homophilenbewegung in den USA und
die Auswirkungen der Aidskrise, haben die Basis für die Queer Theory
geschaffen. In weiterer Folge entwickelte sich die Queer Theory zu
einer eigenen Strömung und stellte viele Aspekte dieser Bewegungen in
Frage. Sie kritisiert unter anderem an beiden Strömungen, dass es zu
einer Identitätsbildung gekommen sei, die immer ausschließe. An den
Genderstudies wurde insbesondere die Annahme kritisiert, dass das
biologische Geschlecht als unveränderlich und nicht als soziales
Konstrukt angesehen werde.
Die Queer Theory erkennt die Differenz und die Heterogenität an. Sie
hat die Idee, vermeintlich natürliche Gegebenheiten, wie
Zweigeschlechtlichkeit, biologisches Geschlecht, Heternormativität,
Monosexualität, Modell der heterosexuellen Kleinfamilie, Hierarchien
aufgrund von Geschlecht, Ethnizität, Race, Klasse, Ability, Alter,
Monogamie, sexuelle Praktiken, etc. zu hinterfragen und die mit ihnen
verbundenen Ausschließungen zu thematisieren. Ziel ist die
Inklusivität und nicht die Exlusivität. Dies bedeutet nicht nur die
normative Identitätsbildung zu hinterfragen, sondern auch das
Bewusstsein zu schaffen, innerhalb des queer feministischen Kontexts
Ausschlussmechanismen zu reflektieren. So entwickelt sich der Anspruch
seine Identität selbst zu definieren / kreieren bzw. /oder sich
jeglicher Identität zu entziehen (zu wollen). Klar sollte jedoch sein,
dass Dekonstruktion nicht außerhalb von Herrschaftsverhältnissen
gedacht werden kann und somit für Menschen mit einer priviligierten
(zB weißen, bürgerlichen, männlichen) gesellschaftlichen Position in
der Praxis erleichtert wird.
Im Queer-Feminismus sollte es nicht darum gehen zwei getrennte
Strömungen zu verbinden, sondern deren gegenseitige Bedingtheit
aufzuzeigen. Durch diese vielseitige Perspektive kann die Komplexität,
Vielfältigkeit und gegenseitige Verwobenheit gesellschaftlicher
Ungleichheits- und Herschaftsverhältnisse, und innerhalb dieser,
Sexualitäts- und Geschlechterverhältnisse besser beachtet werden.
Innerhalb des Queerfeminismus gibt es gegensätzliche Diskussionen die
zu vielen Fragen führen.
Queer-Feminismus?
Identität Frau vs. Queer Identität dekonstruktion? – Pro-Feminismus ?
– Exklusivität? – Intersektionalität (verschiedene
Diskriminierungsformen-inwiefern kannst du dich innerhalb einer
Gesellschaft dekonstruieren wenn du mit alltäglichen
gesellschaftsbedingten Uuterdrückungsformen konfrontiert bist) vs.
dekonstruktion? – etc. !
Umgang miteinander:
Bewusstsein jeglicher Diskriminierungsformen, sowie kontinuiliche
Auseinandersetzungen – Disskusionen – Reflexionen
sowie Umgangsformen!
Sprachbarrieren sollen nicht zu Ausgrenzungen führen!
• antiautoritär, antisexistisch, antirassistisch, antihomophob, antitransphob*
Allgemeine Infos:
Es wird einen FrauenTrans- Raum geben.
Das Gelände kann teilweise baierrefrei gestaltet werden.(bei Bedarf
bitte melden)
Haustiere sollen bitte zuhause bleiben.
Es ist gedacht am Gelände zu campen, aber bei Bedarf ist es auch
möglich im Haus zu schlafen.(bei Bedarf bitte melden)

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