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(de) Libyen: Massaker und Revolution

Date Wed, 23 Feb 2011 16:56:47 +0100


Die Nachrichten aus Libyen sind schockierend. Das Regime Gaddafi richtet ein furchtbares Massaker an den revoltierenden Massen an, die vom Gaddafi-Regime angeheuerten Söldnertruppen (den Baltajia von Mubarak vergleichbar) sowie reguläre Armee und Sicherheitskräfte feuern auf unbewaffnete Libyer - nur manche haben leichte Feuerwaffen.

Die unterdrückerischen Kräfte des Regimes haben nicht nur Feuerwaffen, sondern auch Artillerie, Panzer und Kampfjets, und Hubschrauber. Im militärischen Sinn kann das kein Krieg sein, sondern nichts als ein furchtbares Massaker, daß das Gaddafi-Regime unter der Aufsicht der imperialistischen Kräfte in Europa und in den USA durchzieht. Aber wie immer geht es diesen Kräften nur um Öl und Geld, nur um den Profit, nicht um Menschenrechte oder gar Menschenleben.

Die Regierungen in Europa und in den USA praktizieren ein blamables Schweigen, das beredter ist als irgendwelche Erklärungen. Im Herzen unterstützen sie die Mörder, die Diktatur gegen die revoltierenden Massen, wie schon bei Tunesien und Ägypten, nur um die Seiten zu wechseln, wenn der Triumph der Revolution unausweichlich wird. Es ist kein Geheimnis dabei, es geht um Öl und Geld, das in der Hand der Diktatoren verbleiben soll, nicht in der der Völker. Wie es zuvor in Bahrain, Tunesien und Ägypten der Fall war, kommen die gegen den Aufstand gerichteten Waffen und deren Munition, die die Regimes einsetzen, um das Volk zu töten und zu unterdrücken, von europäischen oder amerikanischen Konzernen.

 

Vor zwei Tagen drohte der Sohn des libyschen Diktators den Massen und gestern haben seine Mörder und Söldner die Drohungen wahrgemacht. Libyen unter der Herrschaft des Regimes Gaddafi ist ein perfektes Beispiel eines totalitären Regimes, wie die unterdrückte Gesellschaft im Roman "1984" von George Orwell. "Big Brother" führt jetzt einen realen Krieg gegen sein eigenes Volk, oder genauer gesagt, er richtet an den revoltierenden Libyern ein blutiges Massaker an.

 

Und wieder einmal wird versucht, die Fundamentalisten als Schreckgespenst einzusetzen. Es ist aber kein Kampf zwischen Fundamentalisten und dem Regime, sondern tatsächlich ist es ein Kampf zwischen den Massen und der Diktatur. Dies ist eine skandalöse Manipulation der Realität, ein schamloser Versuch der Rechtfertigung nicht nur für die Repression des Regimes, sondern auch seiner brutalen Verbrechen, während tatsächlich nichts, rein gar nichts die Verbrechen des Gaddafi-Regimes rechtfertigen kann. Den Einsatz von Panzern und Kampfjets gegen unbewaffnete Massen, darunter Kinder und ihre Mütter.

 

Wir AnarchistInnen und Libertäre, wollen nicht die Möglichkeit verkennen, daß repressive Kräfte, islamistische oder andere, es schaffen könnten, die Revolution an sich zu reißen, aber in dieser Hinsicht ziehen wir nicht-religiöse unterdrückerische Kräfte den religiösen in keiner Weise vor. Wir wollen die wirkliche Freiheit für die Massen, für eine wirklich selbstverwaltete Gesellschaft, die sich frei und freiwillig von unten auf organisiert.

Angesichts solcher Möglichkeiten sehen wir, daß die einzig angebrachte Antwort die breite, von den freien Massen durchgeführte direkte Aktion ist, nicht eine durch eine barbarische Diktatur ausgeübte brutale Repression.

 

Mazen Kamalmaz

Anarchist aus Syrien

 

 

Hier gibt es weitere Nachrichten und Kommentare auf den Blog eines anarchistischen Genossen aus Libyen (nur in Arabisch):

 

Hunderte von Menschen wurden in Libyen getötet .... der Schlächter Gaddafi versteckt sich in seiner Festung Augenzeugen berichten, daß in Benghazi, im Osten Libyens, ein Massaker stattfindet, bei dem Dutzende Menschen getötet und hunderte verletzt wurden... Die Krankenhäuser der Stadt erlebten einen Massenandrang von Verletzten... ein Rechtsanwalt und Aktivist berichtete Aljazeera, daß die Zahl der in Benghazi von Sicherheitskräften getöteten Personen bis auf 200 steigen könnte, bei zwischen 800 und 900 Verletzten. (Dieser Eintrag ist vom 20. Februar) Gaddafi bombardierte die Libyer - und die Libyer rücken auf Tripoli vor Bengahzi, die zweitgrößte libysche Stadt nach der Hauptstadt Tripoli, wo der erste Funke der Februarrevolte sich entzündete, erleidet einen Genozid.... (geschrieben am 20. Februar) Die herrschende Familie (d.h. Gaddafis Familie) ist ausgerastet und nennt die Demonstranten "Verbrecher"

Die übermäßige Machtanwendung des Regimes und seine Massaker gegen die Demonstranten sind für das Regime nach hinten losgegangen. Sogar viele Angehörige der Armee und der Polizei weigerten sich, auf die Demonstranten zu schießen und schlossen sich im Gegenteil diesen an... Dies zwang das Gaddafi-Regime, auf Söldner aus armen afrikanischen Ländern zurückzugreifen... (geschrieben am 21. Februar)

 

Übersetzung: ASWAD / FdA-IFA

 

Related Link: http://saoudsalem.maktoobblog.com

 

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