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(de) 4. Anarchistisches Sommercamp
Date
Sat, 30 May 2009 18:33:00 +0200
Wir freuen uns, Euch mitteilen zu können, dass auch heuer wieder ein
internationales A-Camp (24. Juli - 2. August 2009) in Österreich
stattfinden wird. Ein anarchistisches Sommercamp, wo wir 10 Tage lang
ein befreites Leben jenseits der uns umgebenden Zwänge und Zustände üben
können; ein Ort, wo wir das, wofür wir kämpfen, auch einmal in eine
gemeinsame Praxis umzusetzen versuchen können.
Für die Bewerbung des A-Camps vor allem außerhalb von Österreich sind
wir auf Gruppen wie Euch angewiesen, die uns dabei unterstützen. Daher
wäre es schön, falls ihr für uns Plakate und Folder in Eurer
Stadt/Lokalen/Räumen verteilen könntet. Wir schicken euch das
Infomaterial gerne zu! Bitte gebt und dazu einfach eure Postadresse
bekannt, und sagt uns, wieviel an Plakaten und Foldern Ihr verteilen könnt.
Vielen Dank schon im Voraus, wenn ihr uns durch Bewerbung des Camps
unterstützen könnt! Ein längerer Ankündigungstext befindet sich weiter
unten.
DIY – Create Anarchy, die A-Camp Orga-Gruppe 2009
http://a-camps.net/AST/
* Was ist das A-Camp?
Das anarchistische Sommercamp 2009 in Österreich soll Menschen aus
unterschiedlichen Orten, Gegenden und mit verschiedensten Erfahrungen
und Hintergründen zusammenbringen, um ein befreites Leben zu erproben.
Es ist wichtig, Widersprüche aufzuzeigen und Kritik einzubringen, damit
wir voneinander lernen. Es ist in Ordnung, sich zu streiten, dabei
sollte der Umgang untereinander von Solidarität und Respekt geprägt sein.
Widerstand, das heißt für uns Lebendigkeit. In diesem Sinne wollen wir
10 Tage lang gemeinsam leben, lieben, lachen, spielen, musizieren,
tanzen, baden, kuscheln, Ideen sammeln, diskutieren, Pläne aushecken –
machen, worauf wir gerade Lust haben.
Was während des Camps inhaltlich passiert, hängt davon ab, was ihr
daraus macht und was sich vor Ort spontan entwickelt. Es gibt kein
fertiges Programm, vielmehr geht es darum, sich einzubringen, Workshops
und Diskussionen anzuregen, auch vor und nach dem Camp.
Jede_r ist eingeladen, die_der sich mit emanzipatorischen und
herrschaftskritischen Ideen identifizieren kann. Du brauchst dich nicht
mit irgendwelchen Theorien auskennen oder in politischen
Gruppen/Kollektiven aktiv sein.
* Was es gibt und geben kann:
Das Gelände erstreckt sich über mehrere Wiesen, es gibt Bäume, Büsche,
einen kleinen Bach und einen Badesee in näherer Umgebung. Neben genügend
Platz zum Zelten bietet das Camp eine umfassende Infrastruktur: Es
stehen sanitäre Einrichtungen, trockene Räume, Computer mit
Internetanbindung, eine Küche und – bei Bedarf – eine begrenzte Zahl an
Betten zur Verfügung.
Wir möchten auch Menschen mit Kindern Lust darauf machen aufs Camp zu
kommen. Das Gelände bietet genügend Platz und Möglichkeiten sich
auszutoben. Wir werden für ein eigenes Spielezelt sorgen, in dem sich
Jung und Alt treffen und voneinander lernen können. Wenn sich Personen
finden, die sich mit den Kindern beschäftigen möchten, gibt das Kindern
und ihren Eltern die Möglichkeit, auf dem Camp Zeit unabhängig
voneinander zu gestalten.
Wie auch beim diskutieren sollte auch beim gemeinsamen Kochen Rücksicht
aufeinander genommen werden. Bedenkt bitte, dass auch Veganer_innen,
Menschen mit Allergien, Schwangere bzw. Stillende, usw. am Camp teilnehmen.
Es wird dieses Jahr wieder einen Raum als Rückzugsmöglichkeit für Frauen
und Transgender geben. Dazu kommt heuer auch ein Queer-Raum, welcher
einladen soll bestehende Rollenbilder zu reflektieren und auch außerhalb
des Camps aufzubrechen.
* Umgang mit Diskriminierungsmechanismen:
Wir wollen versuchen, unser Leben gemeinsam ohne Herrschaft zu
gestalten, uns kennenzulernen und unsere Träume von einem befreiten
Leben umzusetzen: bei den Dingen des alltäglichen Lebens ebenso, wie bei
Diskussionen oder Workshops.
Grundvoraussetzung dafür ist, dass Diskriminierungsmechanismen jeder Art
auf dem Camp nicht geduldet werden und sich dafür auch jede_r
verantwortlich fühlt.
Das heißt: aufeinander aufpassen, aufmerksam sein, selbst eingreifen und
thematisieren, wenn solche Verhaltensweisen wahrgenommen werden – bei
anderen oder bei sich selbst.
Jede_r hat eine eigene Definition, wann seine_ihre Grenzen verletzt
sind. Für ein herrschaftsfreies Zusammenleben ist Respekt gegenüber
diesen erforderlich!
* Umgang mit sexualisierten Übergriffen
Sexismus dient der Aufrechterhaltung herrschender Machtverhältnisse und
damit der Unterdrückung weniger dominanter Gender. Natürlich sollten wir
uns immer und überall mit Sexismus auseinandersetzen. Es ist aber
wichtig, dass sich ALLE Menschen auf dem Camp sicher fühlen. Da primär
Frauen die Betroffenen von sexualisierten Übergriffen sind, haben wir
uns für die Gültigkeit des Konzepts der Definitionsmacht der Frau
entschieden, das heisst FÜR ALLE:
Definiert eine Frau einen Vorgang als sexualisierten Übergriff, sollen
weder ihre Definition des Begriffs “Übergriff” noch ihre Definition des
Begriffs “sexualisiert” angezweifelt werden. Vielmehr gilt es dann, mit
der Betroffenen parteilich zu agieren und auf ihre Forderungen
einzugehen. Die Forderungen der Betroffenen können – ebenfalls ohne
Diskussion – einen Rauswurf des Täters mit einschließen.
Grundsätzlich gilt es auch bei anderen sexualisierten Übergriffen
sensibel mit der Thematik umzugehen und auf die Bedürfnisse aller
Betroffenen – egal welchen Genders – Rücksicht zu nehmen.
Wenn ihr Zeit habt, lest euch bitte noch weitere Texte zum Thema
Definitionsmacht durch, zB auf: www.a-camps.net/AST/definitionsmacht.html
* Wer steckt hinter dem A-Camp?
Alle Teilnehmer_innen! Denn der komplette Ablauf des Camps ist ein
Spiegel der dort Anwesenden. Jede Idee, die du hast, jeder Einwand,
jeder Impuls soll ins Geschehen des Camps einfließen. Genauso bist auch
du verantwortlich für die Dinge, die das Camp am Laufen halten. Wir
glauben, dass keine_r etwas tun MUSS, wenn jede_r tut, was sie_er KANN.
Natürlich gibt es eine Gruppe von Menschen, die ein paar Dinge vor dem
Camp geplant und organisiert haben, wie den Platz, Einladungen und die
Infrastruktur. Diese Gruppe besteht nur bis zum Beginn des Camps und
bildet sich nach jedem Camp wieder neu – wenn sich Leute finden, die das
nächste Camp organisieren wollen!
* Was kommt mit?
Nimm neben Zelt, Schlafsack, Decken usw. bitte auch dein Geschirr selbst
mit, denn am Gelände ist nur eine beschränkte Anzahl an Geschirr vorhanden.
Selbst bei warmen Tagestemperaturen kann es aufgrund der Lage des
Geländes in der Nacht sehr kalt werden – warme Kleidung und Regenschutz
sind daher ratsam!
Auch ein Rad ist praktisch, wenn du z. B. zum Badesee oder in den Ort
fahren willst.
* Was bleibt daheim?
Hunde sind für viele von uns eine Bereicherung, und es fänden sich wohl
Wege, auch von ihnen anarchistische Umgänge zu erlernen. Eine größere
Anzahl von Hunden auf dem Campgelände kann aber als mühsam empfunden
werden. Nicht jede_r ist gleichermaßen mit dem Umgang mit Hunden
vertraut. Nehmt deswegen keine Hunde mit aufs Camp!
* Für Wagenbewohner_innen:
Auf dem A-Camp-Gelände dürfen keine Autos geparkt werden, dafür gibt es
in der nahen Umgebung Abstellplätze. Bau- oder Wohnwägen, die als
Wohnraum genutzt werden, können in begrenzter Anzahl auf einer kleinen
Wiese des Geländes abgestellt werden. Um Schäden an der Wiese zu
vermeiden und aufgrund des stark eingeschränkten Platzes, sollen die
dort abgestellten Wohnwägen aber für die Dauer deines Camp-Aufenthalts
stehen bleiben und nicht mehr für Fahrtzwecke verwendet werden. Ist
dieser Platz voll, können auch Bau- oder Wohnwägen nur in der nahen
Umgebung abgestellt werden.
* Anmeldung
Du bist jederzeit Willkommen spontan vorbeizuschauen! Es erleichtert
trotzdem die Organisation der Einkäufe, wenn du dich unter
acamp@lnxnt.org (wenn möglich auf Deutsch oder Englisch) anmeldest. Wenn
du einen Workshop (oder was auch immer) am Camp machen willst, kannst du
uns deine Pläne, Skizzen, Wünsche, Ideen schicken oder sie selbst ins
Wiki auf die Homepage stellen, damit andere schon vorher davon wissen –
Du kannst aber natürlich auch spontan am Camp etwas organisieren.
* Wo es stattfindet
Das A-Camp 2009 findet im nördlichen Niederösterreich statt. Einen Monat
vor Beginn des Camps (also Mitte Juni) gibt es auf der Internetseite
a-camps.net/AST einen genauen Anfahrtsplan und Informationen über die
lokalen Verkehrsverbindungen. Autos können nicht am Gelände geparkt
werden, dafür gibt es in der nahen Umgebung Abstellmöglichkeiten.
* Was es kostet
Es gibt keinen Fixbetrag, den du für die Teilnahme am Camp bezahlen
musst. Mit ca. € 8.- pro Person und Tag ist es möglich, die Kosten für
den Platz, die komplette Infrastruktur und den Lebensmitteleinkauf zu
decken. Wenn du soviel Geld nicht bezahlen kannst, ist das natürlich
kein Hindernis. Wenn du solidarisch mehr zahlen kannst, wäre es toll,
wenn du das tust.
weitere Infos unter: a-camps.net/AST
oder auf Anfrage an: acamp@lnxnt.org
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