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(de) 4. Anarchistisches Sommercamp in der Schweiz vom 6. - 17. August 2008
Date
Thu, 31 Jul 2008 18:59:19 +0200
Herrschaftsfrei leben ---- Die Erfahrungen hat gezeigt, dass es wichtig
ist, einen Ort zu schaffen, an dem sich regelmässig Menschen
(wieder-)treffen, um anarchistische Theorien und Praxis miteinander zu
verbinden und zusammen eine spassige Zeit zu verbringen. Uns ist klar,
dass ein zeitlich begrenztes Camp einem Rückzug auf eine Insel gleicht.
Doch schaffen wir uns gerade dadurch einen Freiraum jenseits der
alltäglichen gesellschaftlichen Normalität und ermöglichen uns, unsere
Ideen vom herrschaftsfreien Zusammenleben umzusetzen und weiter zu
entwickeln. Das Acamp bietet die Möglichkeit, zu überlegen und
auszuprobieren, wie wir leben wollen. Jenseits vom alltäglichen Kampf
gegen Autoritäten, sexistischer oder rechter Anmache und anderen in
dieser Gesellschaft leider selbstverständlichen Widerwärtigkeiten. Aber
auch das Erkennen und Überwinden dieser Herrschaftsverhältnisse in
unserer eigenen Lebenspraxis soll ein Thema sein.
Grundkonsens ist, dass Herrschaftsfreiheit mit sexistischen und
rassistischen Verhaltensweisen nicht vereinbar ist. Diskriminierungen
aller Art sind nicht zu dulden und Leute, die anderer Meinung sind,
haben auf dem Camp nichts verloren. Uns ist bewusst, dass es sich dabei
nur um eine "relative Herrschaftsfreiheit" handelt, denn wir tragen alle
Herrschaftsmechanismen dieser Gesellschaft in uns herum. Wir gehen davon
aus, dass sich alle auf dem Camp aktiv einmischen, wenn sie solches
Verhalten bei sich selbst oder bei anderen wahrnehmen und alle zusammen
dafür sorgen, dass unser Zusammenleben möglichst herrschaftsfrei wird.
Es muss jederzeit möglich sein, sich mit Herrschaftsverhältnissen und
ihren Auswirkungen auseinanderzusetzen.
Gemeinsam ein Camp zu gestalten bedeutet nicht, kritiklos im
"Gemeinschaftsgefühl der Szene" aufzugehen. Es ist wichtig, Widersprüche
aufzuzeigen und Kritik einzubringen, damit wir voneinander lernen und
unser Verhalten hinterfragen können. Und es ist in Ordnung, sich zu
streiten! Dabei sollte der Umgang untereinander bei einem
anarchistischen Camp jedoch von Solidarität und Respekt geprägt sein,
was die Akzeptanz unterschiedlicher Ansätze und herangehensweisen
einschliesst.
Selbstorganisierte Vielfalt 1 – Organisation
Die OrgaGruppe (Vorbereitungsgruppe) besteht nur bis zum Beginn des
Camps, danach hängt es von allen CamperInnen ab, ob das Camp
funktioniert, Spass macht und wie weit wir unsere Utopien umsetzen
können. Zwar übernimmt die OrgaGruppe die Vorbereitung, sucht einen
Platz, organisiert die Werbung und versucht die Infrastruktur zu
organisieren, aber ohne Leute, die das Camp auf- und abbauen, ohne Camp-
und Küchenorganisation, Leute die Essen besorgen, kochen, aufräumen, die
gemeinsame Betreuung von Kindern organisieren usw. geht natürlich gar
nichts. Das Camp wird dieses Jahr neu an einem Mittwoch beginnen, damit
genug Zeit für den Aufbau bleibt. Gegen Ende des Camps wird es auch eine
Diskussion über die Vorbereitung und den Ablauf des Camps geben. Dort
bildet sich dann auch die neue OrgaGruppe für das Camp 2009.
Wir sind uns der Wissenshierarchie bewusst, die mit einer solchen
OrgaGruppe verbunden ist, daher wird versucht die Informationen im Camp
möglichst transparent zu verbreiten, damit hoffentlich andere, gemeinsam
gefundene Organisationsstrukturen in den Vordergrund treten.
Da wir hoffen auch zahlreiche anderssprachige Menschen am A-Camp zu
treffen, wollen wir, wenn immer möglich Plena, Infos und Diskussionen
mehrsprachig halten - da werden wir bestimmt Leute brauchen, die sich
zutrauen, zu übersetzen.
Selbstorganisierte Vielfalt 2 - Workshops und Kultur
Neben dem Zusammenleben und dem Austausch im Camp, stellen Workshops und
Veranstaltungen einen zentralen Aspekt des Camp dar. Einige sind bereits
in Planung oder schon organisiert - die aktuelle Liste findet ihr auf
unserer Webseite www.acamp.ch.vu. Wir würden und wünschen, dass viele
CamperInnen nach ihren Interessen einen eigenen Workshop anbieten.
Dieser kann sowohl über die oben genannte Homepage angekündigt werden
(einfach das Kontaktformular ausfüllen), oder auch spontan aus dem Camp
heraus entstehen.
Das Angebot an Workshops kann also so bunt und vielfältig sein, wie die
Interessen der CamperInnen: von Workshops zu Kompostklobau,
Baumklettern, Zeitungen- oder Radio machen bis hin zu Strassentheater
und von Diskussionen und Veranstaltungen zu Anarchosyndikalismus,
Antimilitarismus, Grundlagen des Anarchismus, Arbeit, Leben in einer
Kommune, über Pädagogik/Antipädagogik bis hin zur Anarchie der
Geschlechter, also Antisexismus, Intersexualität und Kritik an der
Kleinfamilie und der RZB (romantischen Zweierbeziehung).
Letztendlich hängt dies aber davon ab, was ihr macht und vorbereitet,
also meldet euch zahlreich mit Dingen, die ihr machen wollt. Eine
Vielfalt des A-Camps entsteht erst, wenn diejenigen, die zuhause sowieso
zu irgendeinem Thema praktisch oder theoretisch arbeiten, einen Workshop
vorbereiten und anbieten. Es soll auch ein möglichst reichhaltiges
Kulturprogramm geben. Wenn ihr Musik machen, Kabarett- oder
Theaterstücke aufführen oder das Abendprogramm füllen wollt, meldet euch
bitte bei uns. Auf dem Gelände ist auch Platz für Spiele und Tanz,
bringt einfach Material dafür mit.
Vernetzung mit Anderen
Um den Widerstand gegen Herrschaft und Unterdrückung überall auf der
Welt weiterzuführen und mit den Inhalten des A-Camps zu verknüpfen,
sollten wir versuchen, das Camp mit konkreten politischen
Auseinandersetzungen zu vernetzen. Deshalb ist es gut, wenn es Leute
gibt, die an diesen Auseinandersetzungen beteiligt sind und auf dem Camp
aktuelle Entwicklungen und Planungen darstellen können. Lasst also eure
Kontakte zu anderen libertären Camps oder Karawanen, zu Leuten aus
andern Ländern und anarchistischen Organisationen spielen, auf dass
bereits der Schritt zum A-Camp ein Schritt zu einer weiteren Vernetzung ist.
Webseite*: www.acamp.ch.vu <http://www.acamp.ch.vu>*
Email*: acamp@arachnia.ch.NOSPAM
<http://www.arachnia.ch/acamp/acamp08/aufruf.html#>*
Mehr praktische Infos rund ums Camp finden sich unter
http://www.arachnia.ch/acamp/acamp08/acb.html
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