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(de) Anarchistisches Sommercamp 18.07.-27.07.2008

Date Tue, 29 Apr 2008 00:29:49 +0200



Liebe Leute, ---- wir freuen uns, euch mitteilen zu können, dass auch
heuer wieder ein internationales A-Camp (18.-27. Juli 2008) in
Österreich stattfinden wird. Ein Anarchistisches Sommercamp, wo wir 10
Tage lang ein befreites Leben jenseits der alltäglichen Zwänge versuchen
können; ein Ort, wo wir das, wofür wir kämpfen, auch in eine gemeinsame
Praxis umsetzen können. Detaillierte Infos findet ihr weiter unten und
auf der Homepage: http://a-camps.net/AST ---- Um das A-Camp weiträumig
bekannt zu machen, sind wir auf eure Unterstützung angewiesen. Es wäre
schön, wenn ihr in eurer Stadt/Lokalen/Räumen plakatieren und Folder an
Interessierte verteilen könntet. Wir schicken euch das Infomaterial
gerne zu! Bitte gebt uns dazu einfach eure Postadresse bekannt, und sagt
uns, wieviel an Plakaten und Foldern Ihr verteilen wollt. Auf der
Homepage findet ihr auch Material zum selber ausdrucken (Folder und
Schnipsel). Die Schnipsel könntet ihr z.B. am 1. Mai massenhaft verteilen.

Vielen Dank schon im Voraus, wenn ihr helfen könnt, das Camp bekannt zu
machen, und noch mehr würde es uns freuen, wenn wir uns im Juli sehen
würden.

Kraft & Liebe,
die a-camp vorbereitungsgruppe 08


http://a-camps.net/AST


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Anarkiisma Somera Tendaro Austrio

Anarchistisches Sommercamp 2008


Widerstand, das heißt für uns Lebendigkeit - in diesem Sinne wollen wir
beim dritten anarchistischen Sommercamp in Österreich eine Woche lang
gemeinsam leben, lieben, lachen, diskutieren, Pläne aushecken, tanzen,
Ideen sammeln, baden, kuscheln oder machen, worauf wir gerade Lust haben.

Dabei ist das A-Camp kein "Urlaub" im üblichen Sinn, weil dieser Begriff
schon die Trennung von Arbeit und Freizeit beinhaltet. Dagegen wollen
wir für die Zeit des Camps versuchen, unser Leben gemeinsam ohne
Herrschaft zu gestalten, uns kennenzulernen und unsere Träume von einem
befreiten Leben umzusetzen: bei den Dingen des alltäglichen Lebens
ebenso, wie bei Diskussionen oder Workshops.

Uns ist bewusst, dass es sich dabei nur um relative Herrschaftsfreiheit
handeln kann - denn erstens tragen wir alle Herrschaftsmechanismen in
unseren Köpfen und Körpern mit uns herum und zweitens ist das
anarchistische Camp eine räumlich und zeitlich begrenzte Insel in einer
von Herrschaft bestimmten Gesellschaft.

Aber vielleicht gelingt es uns für die Zeit des Camps einen Freiraum
jenseits dieser gesellschaftlichen Normalität mit all ihren alltäglichen
Widerwärtigkeiten zu schaffen, wo wir spüren, wofür wir eigentlich
kämpfen und wo wir hin wollen.

Grundvoraussetzung dafür ist, dass Diskriminierungen und
Unterdrückungsmechanismen jeder Art auf dem Camp nicht geduldet werden
und sich dafür auch jede_r verantwortlich fühlt. Das heißt: aufmerksam
sein, selbst eingreifen und thematisieren, wenn solche Verhaltensweisen
wahrgenommen werden - bei anderen oder bei sich selbst.
Herrschaftsfreiheit und Solidarität wirklich erlebt gibt Liebe & Kraft
für unser alltägliches Engagement.

Du brauchst dich weder mit irgendwelchen Theorien auskennen noch in
politischen Gruppen/Kollektiven aktiv sein, um am A-Camp teilzunehmen.
Jede_r ist eingeladen, die_der sich mit emanzipatorischen und
herrschaftskritischen Ideen identifizieren kann.


Was es gibt und was es kann

Das Gelände erstreckt sich über mehrere Wiesen, es gibt Bäume, Büsche,
einen kleinen Bach und Feuerplätze. Neben genügend Platz zum Zelten
bietet das Camp die unterschiedlichste Infrastruktur. Es stehen trockene
Räume, eine Küche und bei Bedarf eine begrenzte Zahl an Betten zur
Verfügung. Für ausreichende sanitäre Einrichtungen ist ebenfalls gesorgt
und in der näheren Umgebung gibt es die Möglichkeit zu baden. Darüber
hinaus organisieren wir Computer mit Internetanbindung (z.B. für eine
Campzeitung / Workshops).

Gemeinsam wird so gekocht, dass alle etwas essen können (Veganer_innen,
Rücksicht auf Allergien oder stillende Frauen). Wenn wir die anfallenden
Alltagsarbeiten (einkaufen, kochen, putzen, aufräumen, …) gemeinsam
bewältigen und in Kooperation auf alle Campteilnehmer_innen aufteilen,
muss jede_r einzelne nur wenig Zeit dafür aufbringen. – Bleibt jedoch
alles an einzelnen Menschen hängen, so hat das wenig mit Vorstellungen
eines herrschaftsfreien und solidarischen Umgangs miteinander zu tun.

Was während des Camps inhaltlich passiert, hängt davon ab, was die
Leute, die hinkommen, dort machen wollen oder was sich vor Ort spontan
entwickelt. Erwartet kein fertiges Programm an Vorträgen oder Workshops,
vielmehr geht es darum, sich einzubringen, Workshops und Diskussionen
anzuregen, auch schon vor und nach dem Camp. Die A-Camps der letzten
Jahre haben gezeigt, dass sich so vor Ort vielfältigste Programmpunkte
entwickeln können. Beim Camp 2007 etwa fanden z.B. Workshops zu
Sex/Gender/Queer, Flucht und Migration, Anarchosyndikalismus,
Rechtshilfe und Hausbesetzungen statt, es gab ein Clownsarmy-Training,
Beeren wurden gesammelt, es wurde gemeinsam getrommelt, etc.

Die Bandbreite der Themen und Möglichkeiten soll sich nicht nur auf den
klassischen Anarchismus beschränken. Gemeinsam wollen wir aus einem
herrschaftskritischen Blickwinkel unterschiedlichste Themenbereiche
diskutieren: Von (anarchistischen) Utopien und Theorien über
Geschlechterverhältnisse oder die Kritik an der “romantischen
Zweierbeziehung” bis hin zu Aktionsformen und praktischen Erfahrungen
der politischen Arbeit und alternativen Formen des Zusammenlebens. Das
Camp bietet Raum für eine vielschichtige Gestaltung - gefüllt mit
Theorie und Praxis, mit Workshops, Spielen, Musik, Vorträgen und
Diskussionen, Kochen, Filmen, Tanz usw.


Was die Vorbereitungsgruppe tut

Die Vorbereitungsgruppe hat den Platz organisiert, sorgt für die
weiträumige Ankündigung und stellt die benötigte Infrastruktur bereit -
aber ohne Leute, die selbstorganisiert das Camp auf- und abbauen, ohne
Camp- und Küchenorganisation, ohne Leute die Essen besorgen, kochen,
aufräumen, die gemeinsame Betreuung von Kindern organisieren usw. geht
vor Ort gar nichts. Wir als Vorbereitungsgruppe versuchen, unser Wissen
mit euch zu teilen, damit gemeinsam gefundene, nicht-hierarchische
Organisationsstrukturen entstehen können.

Einige Punkte haben wir allerdings nach intensiven Diskussionen (zum
Teil auch auf Grund der Erfahrungen aus anderen Camps und des letzten
Jahres) schon im Vorfeld entschieden und wollen diese Punkte auf dem
Camp nicht grundlegend neu diskutieren. Uns ist klar, dass gerade mit
der Einschränkung bzgl. der Hunde nicht alle gleichermaßen glücklich
sein werden!

Lasst eure Hunde zu Hause! Eine größere Anzahl von Hunden auf dem
Campgelände ist einerseits sehr mühsam, andererseits wollen wir auch
Kindern die Teilnahme erleichtern. Wir haben uns aus diesen Gründen und
wegen der Erfahrungen auf verschiedensten Camps bewußt dafür
entschieden, dass dies ein hundefreies Camp werden soll. - Auf der
Homepage findet ihr Infos, wo ihr eure Hunde evtl. unterbringen könnt.

Es wird ein eigenes Zelt ausschließlich für Frauen/Lesben/Transgender
zur Verfügung stehen - als Treffpunkt und Freiraum, oder wie auch immer
es genutzt wird.

Wir möchten Menschen Lust darauf machen, mit Kindern zu kommen. Auf dem
Gelände gibt es viel Platz und Möglichkeiten sich auszutoben, und es
wird auch ein Kinderzelt aufgestellt. Bringt Ideen und Spielzeug mit!
Wie alle Arbeit sollte auch die Betreuung von Kindern nicht an einzelnen
hängenbleiben, sondern von allen wahrgenommen werden. Bleibt dies
normalerweise in der Kernfamilie, wollen wir hier versuchen es anders zu
machen und uns daher alle verantwortlich zu fühlen.

Für Wagenbewohner_innen:
Auf dem A-Camp-Gelände dürfen keine Autos geparkt werden, dafür gibt es
in der nahen Umgebung Abstellplätze. Bau- oder Wohnwägen, die als
Wohnraum genutzt werden, können in begrenzter Anzahl auf einer kleinen
Wiese des Geländes abgestellt werden. Um Schäden an der Wiese zu
vermeiden und auf Grund des stark eingeschränkten Platzes sollen die
dort abgestellten Wohnwägen aber für die Dauer deines Camp-Aufenthalts
stehen bleiben und nicht mehr für Fahrtzwecke verwendet werden -
Einkäufe im Supermarkt usw. lassen sich gemeinsam auch anders
organisieren. Ist dieser Platz voll, können auch Bau- oder Wohnwägen nur
in der nahen Umgebung abgestellt werden.


Was es werden kann

Das anarchistische Camp 2008 in Österreich hat zum Ziel, Menschen aus
unterschiedlichen Orten, Gegenden und mit verschiedensten Erfahrungen
und Hintergründen zusammenzubringen, um ein befreites Leben zu erproben.
Herrschaftslose Gesellschaftsalternativen können nicht aus Büchern in
die Wirklichkeit übertragen werden – sie müssen im richtigen Leben
entwickelt, erprobt oder auch verändert werden. Das praktische
Zusammenleben und miteinander handeln beim Camp kann uns Erfahrungen mit
Selbstorganisation bieten, die auch für unseren (sozialen und
politischen) Alltag nützlich sind. Auf der anderen Seite fördert die
gemeinsame Auseinandersetzung mit anarchistischen Theorien und
herrschaftskritischen Ideen wiederum die Möglichkeit, das eigene Handeln
zu hinterfragen oder neue (Denk-)Ansätze zu entdecken.

Gemeinsam ein Camp zu gestalten bedeutet nicht, kritiklos im
"Gemeinschaftsgefühl der Szene" aufzugehen (schließlich sind ja wir die
Guten!). Es ist wichtig, Widersprüche aufzuzeigen und Kritik
einzubringen, damit wir voneinander lernen und unser Verhalten
hinterfragen können. Und es ist in Ordnung, sich zu streiten! Dabei
sollte der Umgang untereinander bei einem anarchistischen Camp jedoch
von Solidarität und Respekt geprägt sein, was die Akzeptanz
unterschiedlicher Ansätze und Herangehensweisen mit einschließt.

Mit Kraft & Liebe

die Vorbereitungsgruppe für das A-Camp 2008 in Österreich

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Technisches:

Unsere Homepage: http://www.a-camps.net/AST

Wann - Wo - Wie

Anmeldung: Es wäre toll, wenn du dich unter info@a-camps.net (wenn
möglich auf deutsch oder englisch) anmeldest. Wenn du einen Workshop
(oder was auch immer) beim Camp machen willst, kannst du uns deine
Pläne, Skizzen, Wünsche, Ideen schicken oder sie selbst ins Wiki auf die
Homepage stellen, damit andere schon vorher davon wissen – Du kannst
aber natürlich auch spontan am Camp etwas organisieren.

Wo es stattfindet

Das A-Camp 2008 findet im nördlichen Niederösterreich statt. Einen Monat
vor Beginn des Camps (also Mitte Juni) gibt es auf der Internetseite
www.a-camps.net/AST einen genauen Anfahrtsplan und Informationen über
die (sehr spärlichen) lokalen Verkehrsverbindungen. Autos können nicht
am Gelände geparkt werden, dafür gibt es in der nahen Umgebung
Abstellmöglichkeiten.

Was es kostet

Es gibt keinen Fixbetrag, den du für die Teilnahme am Camp bezahlen
musst. Mit ca. € 8.- pro Person und Tag ist es aber möglich, die Kosten
für den Platz, die komplette Infrastruktur und den Lebensmitteleinkauf
zu decken. Wenn du soviel Geld nicht bezahlen kannst, ist das natürlich
kein Hindernis. Wenn du solidarisch mehr zahlen kannst, dann tu das bitte.

Nimm neben Zelt, Schlafsack, Decken usw. bitte das Essgeschirr selbst
mit, das du benötigst (am Gelände ist keins vorhanden). Auch bei warmen
Tagestemperaturen kann es in der Nacht sehr kalt werden – warme Kleidung
und Regenschutz sind unbedingt angebracht! Auch ein Rad ist praktisch,
wenn du z. B. zum Badesee oder in den Ort fahren willst.
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