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(de) BRD/Sudafrika: Nuklear-Gangster! - Thriller im richtigen Leben

Date Wed, 21 Nov 2007 23:50:15 +0200


Bürgerininitative Umweltschutz Hamm e.V. 20.11.2007 ---- Horst Blume, Schleusenweg 10, 59071 Hamm ---- www.reaktorpleite.de
*NUKLEAR-GANGSTER! ---- Brutaler Überfall auf südafrikanisches Atomforschungszentrum Pelindaba, wo BRD-Firmen nuklearen Brennstoff für den Hochtemperatur-Reaktor produzieren. Kämpfe im Kontrollzentrum*
Dort, wo mit Hilfe der bundesdeutschen Firmen NUKEM (Alzenau), Uhde (Dortmund), SGL Carbon (Wiesbaden, Meitingen), Essener Hochdruck Röhrenwerk EHR (Zweigwerk Dortmund) und des US-Konzernablegers Meridium (Walldorf) in Pelindaba die Herstellung des nuklearen Brennstoffs für den Pebble Bed Modular Reaktor (PBMR) [wörtl.: modularer Kieselbett R. = modularer Kugelhaufen-Reaktor (MKHR) ist ein Hochtemperaturreaktor (HTR) wie ehemals pannenfreudig in Hamm-Uentrop getestet; LPA] vorbereitet wird, fand am 8. November 2007 ein schwer bewaffneter Überfall auf das Kontrollzentrum des Atomforschungszentrums statt.

Vier Gangster stürmten direkt zur Instrumententafel der Nuklearanlage
und verletzten durch Schüsse den zuständigen Manager schwer. In diesem
Zusammenhang wurde erst jetzt bekannt, dass bereits im Juni 2007
ebenfalls ein bewaffneter Überfall stattgefunden hat, bei dem ein
anderer Manager niedergeschossen wurde.

Spiegel Online meldete am 11. 11. 2007 über die letzte Attacke: "Zwei
der vier Bewaffneten hätten sich Zugang zu einem elektronisch gesperrten
Kontrollraum verschafft und seien auf die Instrumententafel zugestürmt,
berichtet die Zeitung ,Saturday Star'. Dem zuständigen Manager Anton
Gerber schossen sie in die Brust - und verschwanden kurz darauf wieder."

Pelindaba gehört nach der offiziellen Regierungsphilosophie zu den
sichersten Orten in der von schwerster und extrem häufiger Kriminalität
heimgesuchten Republik Südafrika. Wie die Täter in die nukleare
Schaltzentrale eindringen konnten, ist noch nicht ganz klar. Immerhin
mussten nicht nur verschiedene Kontrollposten mit Videoüberwachung,
sondern auch elektronische Zäune und Sicherheitssysteme überwunden werden.

Die südafrikanische Zeitung "Pretoria News" berichtete, dass ein
Mitarbeiter der Anlage einen lauten Knall im östlichen Block gehört habe
und dass sich die Angreifer unter Benutzung einer außen am Gebäude
befindlichen Feuerwehrleiter Zugang zu einem Fenster verschafft haben
könnten, das dann mit Gewalt geöffnet wurde. Bei den anschließenden
Kämpfen in dem Kontrollzentrum ist dann der zuständige Manager
lebensgefährlich von zwei Kugeln verletzt worden, die nur knapp Herz und
Wirbelsäule verfehlten.

Internationale Blamage

Die Angreifer konnten nach dem Überfall fliehen. Aber was wollten sie in
dem nuklearen Forschungszentrum?? "Die Welt" berichtete und versuchte
sich am 11. 11. 2007 einen Reim auf die ganze Angelegenheit zu machen:

"Ein Polizeisprecher bestätigte, dass nach den Verbrechern gefahndet
werde. Festnahmen habe es bisher aber nicht gegeben. Der Vorfall hatte
sich bereits am Donnerstag ereignet. Unklar blieben die Motive der
unerkannt geflohenen Täter.

In Pelindaba waren zur Apartheidzeit mehr als sechs Atombomben gebaut
worden, die aber noch vor der demokratischen Wende am Kap entschärft
worden waren. Das waffenfähige Uran befindet sich nach offiziell
unbestätigten Angaben unter internationaler Aufsicht noch heute auf dem

Gelände der Anlage und wird für medizinische Zwecke zur Herstellung von
Isotopen genutzt. (...)
Die grassierende hohe Gewalt im Ausrichterland der
Fußball-Weltmeisterschaft 2010 hat in der Vergangenheit auch vor Anlagen
mit höchster Sicherheitsstufe wie Botschaften oder Flughäfen nicht Halt
gemacht."

Die Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift ASMZ schrieb am 10.11.
2007: "Oppositionspolitiker kritisierten den Zwischenfall als ernsthafte
Bedrohung für die Sicherheit des Landes. ,Wenn Pelindaba etwa in die
Hände von Terroristen fallen würde, könnte die Sicherheit des gesamten
Landes in Gefahr gebracht werden', erklärte die Abgeordnete Dianne
Kohler Barnard von der Demokratischen Allianz."

Diese Blamage kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Zur Zeit
bereitet sich Südafrika darauf vor, den Vorsitz für die International
Atomic Energy Agency zu übernehmen, bei der ausgerechnet eine Konvention
vorbereitet werden soll, die international ein hohes Mass an nuklearer
Sicherheit und wirksamer Gefahrenabwehr bei Nuklearanlagen bewirken
soll. Grotesker geht es nicht!

Südafrika: Krimineller nuklearer Supermarkt

Nur drei Tage später, nachdem der aktuelle Gangsterüberfall auf das
südafrikanische Atomforschungszentrum in der BRD bekannt wurde, meldete
die Nachrichtenagentur AP, dass der seit Jahrzehnten im Auftrage des
"Vaters der Pakistanischen Atombombe", Abdul Quadeer Khan, aktive
Atomschmuggler Gotthard Lerch sich nach dem formalen Scheitern
bisheriger Prozesse doch noch vor dem Oberlandesgericht Stuttgart wegen
mutmaßlicher Beteiligung am Aufbau des libyschen Atomwaffenprogramms
verantworten muss. Seine wichtigste Operationsbasis für Entwicklung und
Bau von Zentrifungen für die Herstellung von Atombomben war Südafrika.
Die Baupläne kamen von Khan, der sie als Angestellter des
deutsch-niederländischen Konzerns URENCO (Gronau/Almelo) dort in den
70er Jahren illegal entwendet hatte.

AP meldete am 14. 11. 2007: "Die Zentrifugenteile habe er in Südafrika
herstellen lassen. Ein Frachtschiff mit Bauteilen war 2003 auf dem Weg
nach Libyen gestoppt worden, die Lieferung wurde vereitelt. Der
Ingenieur bekam für seine Dienste damals rund 55 Millionen Mark (rund 28
Millionen Euro), hieß es weiter. Mit dem Betrag war nach Darstellung der
Staatsanwaltschaft auch die Herstellung der Zentrifugen abgegolten worden."

Der Hochtemperaturreaktor PBMR wird in Südafrika insbesondere für den
Export in Schwellenländer entwickelt. Hierdurch gelangen immer mehr
Staaten in den Besitz von Uran, was das Proliferationsrisiko stark
erhöht. Südafrika war nicht nur zur Zeit des Apartheidregimes eine
Drehscheibe des internationalen Nuklearschmuggels, sondern ist es bis
heute. Die aktuellen Vorfälle in Pelindaba und der reale Bau von
nuklearen Massenvernichtungswaffen zeigen, dass es Polizei, Gerichte und
Regierung in den letzten Jahren nicht geschafft haben, den Atomsumpf
trockenzulegen.

Mit dem Bau des PBMR, der mit Hilfe der bundesdeutschen Firmen NUKEM,
Uhde, SGL Carbon, Essener Hochdruck Röhrenwerk (EHR) und Meridium
realisiert wird, werden zukünftige Atomskandale und möglicherweise sogar
Atomkriege wahrscheinlicher. -- Wer sind hier die wirklichen
Nukleargangster?

Horst Blume

Im THTR-Rundbrief befinden sich Artikel zu folgenden Themen:
Zu NUKEM: Nr. 101 (2005), 107 (2006) und 110 (2007).
Zu Uhde: Nr. 100 (2005), 101 (2005), 111 (2007)
Zu Essener Hochdruck Röhrenwerk (EHR): Nr. 110 (2007), 111 (2007), 112
(2007)
Zu SGL Carbon: Nr. 102 (2005), Nr. 117 (2007)
Zu Meridium: Nr. 116 (2007)
Zu URENCO und Khan: Nr. 95 (2004), Nr. 99 (2005), Nr. 101 (2005), Nr.
104 (2006), Nr. 111 (2007)
Homepage: www.reaktorpleite.de


[Anmerkung LPA: Die Überfälle auf das militärisch hochrelevante

Atomforschungszentrum sind alleine aus kriminellem Hintergrund schwer

denkbar. Der Anschein weist darauf hin, daß es sich hier um Profis mit

Geheimdiensthintergrund gehandelt haben könnte. Wieso sollte jemand unter

Lebensgefahr in ein stark bewachtes Gelände eindringen und dort zweimal

Manager über den Haufen schießen und dann erfolgreich (!) türmen. Das hört

sich nach politischen Interessen, gutem Plan und dahinterstehender

Logistik an. Nur zwei Gründe scheinen logisch: a) Sabotage zur

Arbeitsverzögerung und/oder b) gezieltes Herbeiführen einer

Atomkatastrophe. Um Material zu klauen o.ä. dringt niemand in die Zentrale

eines Atomzentrums ein - es sei denn es handelt sich um ein

Ablenkungsmanöver von der wirklichen Aktion auf dem Gelände.]
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