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(de) BAIZ-newsletter Juni 2007 - Veranstaltungsprogramm

Date Wed, 30 May 2007 20:05:31 +0300


einen wunderschönen, im Juni haben wir ja die große Ehre, den "Austragungsort" für den G8-Gipfel zu stellen. Auch wenn es zunächst so schien, als ob die Veranstalter_innen gerne auf Bügernähe verzichtet hätten (zahlreiche Durchsuchungen im Vorfeld und Schäubles Androhung von Vorbeugehaft und endlich wieder Geruchsproben schienen da eine deutliche Sprache zu sprechen.) gibt es jetzt ganz aktuell die Absolution von unser aller Angela Merkel: "Ich bin etwas besorgt, dass manch einer Schwierigkeiten bei der Anreise hat(te). Aber vielleicht kann sich ja hier doch eine mögliche Meinungskundgebung durchsetzen. Es gibt sicherlich viele Sorgen, die wir hinsichtlich der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit hegen." (Mai 2007) Für ehemalige Schachweltmeister und andere russisch sprechende Menschen sollte also ein Tässchen Kaffee im Tagungshotel bereitstehen - allen Anderen wünschen wir viel Glück! Davon abgesehen, dass wir uns natürlich einen deutlicheren Aufruf zur Teilnahme an den Protesten gewünscht hätten, stellen wir Euch natürlich für die Zeit sogar vom regelmäßigen BAIZ-Besuch frei. Mal sehen, ob sich die Obrigkeit von soviel Bürgernähe wieder erholt.

Für die Hiergebliebenen gibt es wie immer die Lautmaler, die A-Laden-Veranstaltungen und die Sonntagsfilme, diesmal mit Schwerpunkt auf japanischem Kino.

bis die Tage und Regenschirme nicht vergessen!!!

eure baiz-crew

BAIZ-Programm Juni

Freitag, 1. 6. 18:00 Roter Freitag

Der Klimawandel - Produkt des globalisierten Kapitalismus und Streitobjekt der Staaten, die ihn organisieren -

Die Wissenschaft berichtet: Die Erderwärmung durch Treibhausgase ist messbar, die Folgen wie Dürre und Überschwemmung katastrophal. . Die Öffentlichkeit ist sich einig: Ursache ist nicht das weltumspannende kapitalistische Wachstum, das seit Jahrzehnten die Atmosphäre als kostenlose Müllkippe nutzt, sondern der Mensch. . Die Staaten bilanzieren die nationalen Folgen: Nicht der Mensch, das Geschäft ist das

prominenteste Opfer der Klimafolgen (330 Mrd. ? Verlust bis 2050 allein in der BRD) . Die Staatenkonkurrenz tobt: Wer kann anderen Nationen die Kosten für einen Klimaschutz aufbürden, der die eigene Konkurrenzposition am Weltmarkt nicht schmälern, sondern fördern soll? Deutsche Exportschlager wie Windräder und Solarzellen werden schon in Stellung gebracht.

Samstag, 2. 6. 15-20:00 Plattenbörse

Berlins charmanteste Schallplattenbörse

Stände umsonst, Eintritt frei... Vinyl only!

Sonntag, 3. 6. 20:00 Sword of doom

Japan 1966, 120min., sw., OmU, R.: Kihachi Okamoto, D.: Tatsuya Nakadai, Toshirô Mifune, Yuzo Kayama, Yôko Naito, Tadao Nakamaru, Kei Sato, Michiyo Aratama

Mitte des 19. Jahrhunderts in der japanischen Provinz tötet der hochtalentierte Samurai Tsukue wahllos Menschen. Selbst sein eigener Vater hält ihn für einen unmoralisch missratenen Menschen, der von innerer Gewissenlosigkeit erfüllt ist und dessen Schwertkunst als unbesiegbar gilt. Gemeinsam machen sich ein Schwertmeister und der Bruder eines seiner Opfer auf, um Tsukue zur Strecke zu bringen. Doch ist er tatsächlich nur ein kaltblütiger Killer..? Epos um den Niedergang der Samurai-Kultur nach dem Buch von Kaizan Nakazato

Mittwoch, 6. 6. 20:00 Fundsachen: Erschießung Benno Ohnesorgs am 2.Juni

1967 - eine Lesung

Anlässlich des 40.Jahrestages und der fortwährenden und aktualisierten innerstaatlichen Feinderklärung,die die BRD seit ihrer Gründung begleitet,präsentiert und (re-)zitiert Ernesto della Situazione Texte aus Prosa und Gedichten, Zeitungsartikel etc. gegen das Vergessen und zur Erwiderung auf die herrschende öffentliche/veröffentlichte Meinung. Dauer:

ca.eine Stunde, Eintritt frei, Spenden erbeten.

Sonntag, 10. 6. 20:00 D.A.N.G.A.N RUNNER - Wie eine Kugel im Lauf

Japan 1996, 82 min., R.&B.: Sabu, D.: Tomorowo Taguchi, Shinichi Tsutsumi, Diamond Yukai, Sabu;

Ein unfähiger Bankräuber, ein ehemaliger Rockstar und der Schuldige am Tod eines Yakuza-Bosses sind durch eine Verkettung ungünstiger Umstände gezwungen, Fersengeld zu geben und bilden so den minimalen Plot dieser abgedrehten Yakuza-Komödie, die durch zahlreiche hervorragende Einfälle trotzdem abendfüllend wird. Trends des neueren westlichen Kinos werden mit Hilfe bitterer Ironie mit japanischen Traditionen kombiniert und ergeben so einen sympathischen Low-Budget-Film über das Verlieren.

Dienstag, 12. 6. 20:00 Die Lautmaler

Die Lautmaler Lea Streisand, Hannes Köhler und Sebastian Himstedt haben ihre neuesten Texte im Gepäck und laden euch ein, ihnen in ihre Wortwelten zu folgen. Und dabei präsentieren sie sich wandelbar wie immer. Dazu passend die wunderbare Musik der Three Chameleons:

...man nehme ein brummig-hibbelig-melodiöses Viersaiter-Tieftoninstrument, die Schwingungen einer

funky-schön-schreienden Stromgitarre und die Stimme von Robert... Die «Three Chameleons» sind zwei junge Musiker aus Berlin-Köpenick, die ihre Einflüsse aus Blues, Funk, Jazz und dem Singasongwriting beziehen. Die Musik ist intim. Sie beruhigt, um im nächsten Moment aufzuwühlen. Sie schmiegt sich an, um sich gleich darauf wieder abzuwenden. Sie überrascht und ändert ihr Gesicht je nach besungener Stimmung und Gefühlslage. Und wer sich die Zeit nimmt, zuzuhören, der wird die «Chameleons» auf einer buntgetönten Reise durch ihre Klangwelt begleiten können.

Die Fahrtkarte kostet wie immer grossfamilienfreundliche 2,00 ?, mehr Infos gibt es unter www.dielautmalerei.de und unter www.threechameleons.de.

Mittwoch, 13. 6. 19:00 A - Laden im Exil

KEINE MACHT FÜR NIEMAND - ANARCHISTISCHE GRUPPEN IN BERLIN nach 1945

Der lange Atem und das kurze Gedächtnis.

Im Jahr 1945 waren von der anarchistischen Bewegung in Deutschland nur wenige Aktive übrig und es gelang keine wirkliche Neuorganisation. Nach langer Agonie im Kalten Krieg wurden durch die antiautoritäre 68er-Rebellion die anarchistischen Ideen wieder ausgegraben und es entstanden neue anarchistische Gruppen, Zeitungen und Verlage: 883, Linkeck-Kommune, Bewegung 2. Juni, Kramer- und Libertad-

Verlag, Rhizom, Café El Locco, Umwelt-Bibliothek und KvU, AStI, A-Laden und FAU sind einige der noch bekannteren Stichworte. Aber wer erinnert sich noch an das Libertäre Forum, den AHDE-Verlag oder den Buchladen 1848 und anderes. Zwar dröhnt auch heute noch der Mariannenplatz-Song von Ton-Steine-Scherben durch (Anarcho-?)WGs, aber wer kennt noch die einst ähnlich populären berliner Anarchorocker von Checkpoint Charlie?

R@lf G. Landmesser, von 1983 bis 2000 Herausgeber des Schwarzroten KALENDA und A-Laden-Aktivist der ersten Stunde, wird auf vielfachen Wunsch versuchsweise einen kleinen lockeren Überblick über die jüngste verflossene Anarch@geschichte in Bärlin bis in die heutigen Tage geben.

Interessante Zeitzeugen und AktivistInnen sind angefragt.

Mit Mukke und Film.

Sonntag, 17. 6. 20:00 Fudoh

Japan 1996, 99min.,R: Takashi Miike, D: Shosuke Tanihara, Toru Minegishi, Kenji Takano, Marie Jinno, Tamaki Kenmochi;

Ein in Ungnade gefallener Yakuza-Boss präsentiert seinen Kollegen als Sühnezeichen den Kopf seines ältesten Sohnes, dessen Enthauptung allerdings von seinem jüngsten Sprössling beobachtet wurde. Zehn Jahre später verfügt dieser über eine eigene Organisation, mit deren Hilfe er sich an seinem Vater rächen will... Mit zahlreichen Ideen gespickter Yakuza-Reisser des Audition-Regisseurs.

Mittwoch, 20. 6. 19:00 atomic café

Videos aus den G8-Protest-Tagen

Kontakt zum atomic café: stoppatom@gmx.de

Freitag, 22. 6. 18:00 Roter Freitag

Elterngeld und Krippenplätze: Staatliche Prämien für deutschen Nachwuchs

Was will der Staat von der Familie, wenn er meint, es würden zu wenig Kinder in die Welt gesetzt?

Warum müssen es deutsche Kinder sein?

Was unterscheidet «Elterngeld» vom bisherigen Kindergeld, an dem ein «Gießkannenprinzip» kritisiert wird, das also offenbar nicht die Kinder fördert die der Staat haben will?

Was ist an der bemerkten Verwahrlosung das Problem, wenn mehr Kontrolle die Antwort des Staates darauf ist?

Sonntag, 24. 6. 20:00 Battle royal

Japan 2000, 114min., R.: Kinji Fukasaku, D.: Tatsuya Fujiwara, Aki Maeda, Taro Yamamoto, Masanobu Ando, Kou Shibaski, Takeshi Kitano;

Darwinismus für Schüler im Japan der Zukunft: Eine Klasse wird auf einer Insel ausgesetzt, jede_r Schüler_in erhält eine Karte, Proviant, eine Taschenlampe und eine Waffe. Am Schluss darf es nur eine_n Überlebende_n geben, sonst sterben alle. Ein strenges Regelwerk und explosive Halsbänder dezimieren, begleitet von Bach und Wagner, den Klassenverband zügig...

Der durch seine exzessiven Gewaltszenen unter Neuntklässlern verstörende Film provozierte sogar eine japanische Parlamentsdebatte.

Dienstag, 26. 6. 20:00 Die Lautmaler - Mädchenjahre einer Lesebühne

Kurz vor der Sommerpause der Lautmaler in der Baiz haben sie noch einen richtigen Knaller zu Gast: Perfekte Täuschungen - eine Song & Poetry-Revue mit Kris Demeanor und Kersten Flenter. Der kanadische Ausnahme-Sänger Kris Demeanor und der hannoversche Soulpoetry - Performer Kersten Flenter machen auf ihrer Deutschland-Tour Station in der Baiz und verstärken die Lautmaler Alexander Engel und Mareike Barmeyer.

Kris Demeanor ist in Kanada mittlerweile eine feste Größe auf Festivals und in Radiostationen. Darüber hinaus tourt er regelmässig solo oder mit Band durch Australien und Europa. In diesem Jahr hat Kris zwei brandneue CD-Veröffentlichungen im Gepäck. Kersten Flenters Texte erweitern seine Songs zu einer Revue über die außergewöhnlichen Momente des Alltags und die feinnuancierten Farben des

Lebens, aus der Perspektive des augenzwinkernden Argwohns - ein Soundtrack für die melankomischen Momente im Leben - macht lachen, macht sinnlich, macht tanzen!

Mehr Infos zum Programm findet ihr unter www.krisdemeanor.com, www.flenter.de und www.dielautmalerei.de.

Mittwoch, 27. 6. 19:00 A - Laden im Exil

VIVA SANDINO! - 30 Jahre nicaraguanische Revolution. Ein aktueller Einblick.

Vor etwa dreissig Jahren rüttelte ein kleines Volk in Mittelamerika die Welt auf. Es befreite sich vom Diktatoren-Clan der Somozas, die mit US-Unterstützung seit einem halben Jahrhundert das Land ausplünderten, nachdem sie den Nationalhelden General Sandino meuchlings ermordeten.

Sandino hatte 1927 mit seinen Guerillas die US-Army aus dem Land getrieben. Die sich nach ihm benennenden "Sandinistas" mit ihren schwarzroten Fahnen wiederholten gut 50 Jahre später das unmöglich Scheinende. Auch im benachbarten El Salvador wurde gegen die korrupte Regierung von US-Gnaden gekämpft. Anfang der 1980er Jahre schien endlich ein Sozialismus von unten im armen Mittelamerika möglich zu werden. Der Blutzoll war hoch. Die USA verminten die Nica-Häfen und heuerten "Contra"-Söldner an, die das fortführten, was Militär und die Todesschwadrone vor der Revolution getan hatten: killen. Hierfür wurden die USA rechtsgültig des Terrorismus für schuldig befunden und zu Reparationen verurteilt - die sie nie zahlten. Mit einer großartigen internationalen Solidaritätsbewegung unterstützte die Linke Nicaragua.

Tausende von Brigadistas gingen zur Aufbauhilfe in das Land. Aber nach dem realsozialistischen Experiment wurde unter permanentem US-Druck eine "Demokratie" installiert, die die alten Eliten und Faschisten wieder an die Macht brachte. Auch die Seilschaften der politischen Sandinista-Klasse hielten Positionen. Inzwischen ist ihr ehemaliger Präsident Ortega der neue Presidente Nicaraguas, der statt mit schwarzrot mit einer rosafarbenen POP-Kampagne die Mehrheit erhielt ...

Ein ehemaliger Brigadist und eine kürzlich Mittelamerika-Reisende berichten aus anarchistischer Sicht über Geschichte, Verhältnisse und Unverhältnisse in dem durch den Hurricane Mitch neuerlich gebeutelten, bettelarmen Land der Billiglöhne und Maquilas. Dazu wird Bild- und Filmmaterial gezeigt.
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