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(de) Fauchthunrundmail 24.6.07

Date Wed, 27 Jun 2007 23:45:20 +0300


1. DARFUR ? Veranstaltung / Kasama Zürich 2. Reaktion auf die Räumung in Leuven Belgien 3. Biel, gemeinsam gegen Rechtsextremismus-Bahnhof Biel, 27. Juni 2007, 18:15 Uhr ---- 1. DARFUR ? Veranstaltung / Kasama Zürich ----- In der Region Darfur im Nordwesten des Sudans findet seit Jahren unten den Augen der Weltoeffentlichkeit einer der blutigsten Genozide der juengeren Geschichte statt. Millionen von Menschen befinden sich auf der Flucht und Hunderttausende wurden niedergemetzelt. ---- Doch was sind die Hintergruende dieses Genozides? Der globale Kampf um immer knapper werdende Bodenschaetze? Der Streit um Ackerland und Wasserstellen? Und wer sind die "Janjawid", welche Rolle spielt die Zentralregierung, wie könnte das Morden gestoppt werden und was koennen wir hier dagegen machen? ---- Vortrag und Diskussion in deutscher Sprache mit:

Sharif Djidou Taker (DFEZ)

ueber die aktuelle Situation von Darfur-Fluechtlingen in der Schweiz und Informationen zu den Hintergruenden des Genozides.

Gibreil I. M. Hamid (DFEZ)

Vorstellung des Projektes "Darfur Friedens- und Entwicklungszentrum" sowie Informationen zu den Hintergruende des Genozides.

Esam Sidahmed

(linker Aktivist aus dem Sudan)

ueber die "Arabisierung"-Kampagne der Zentralregierung und die ethnischen, oekonomischen und kulturellen Aspekte, welche hinter dem Konflikt stehen.

Lilo Koenig (augenauf Zürich)

Moderation

MITTWOCH, 4. JULI 2007 UHR 19:00 UHR

im Kasama, Militaerstr. 87a, Zuerich (neben Radio LoRa)

2. Reaktion auf die Räumung in Leuven Belgien

Am Sonntag den 17. Juni wurde die Villa Squattus Dei in Leuven, Belgien geraeumt. Bei diesem Haus handelt es sich um eine Besetzung welche seit rund sieben Jahren bestand und viele Menschen die Moeglichkeit hatten in unkommerziellem Rahmen Konzerte zu veranstalten, zu arbeiten oder als lebensraum zu nuetzen.

Im Oktober letzten Jahres wurde die Villa bereits mit einem Aufgebot von rund 70 Robocops auf brutalste Weise gerazzt. Legitimiert wurde dieses Vorgehen durch anscheinendes professionelles anpflanzen und dealen von Drogen.

Nun, acht Monate spaeter wurde das Squat geraeumt, diesmal durch eine total andere Vorgehensweise. Anstatt wie bei der Razzia alle Einsatzkraefte auf das Haus zu konzentrieren und anschliessend aufgrund der dadurch entstehenden Aufmerksamkeit in der Oeffentlichkeit massenweise Kritik zu ernten, setzten die entscheidenden Koepfe an diesem Sonntag und in den folgenden Tagen auf die stille Vorgehensweise.

Nachdem Opus Dei die Raeumung eingefordert hatte, das Gericht dies als anscheinend angemessen empfand und einer 'sofortigen Ausfuehrung', also ohne Vorwahrnung, nichts mehr im Wege stand, wimmelte es von unzaehligen silent cops verteilt ueber die ganze Stadt. vor Orte jedoch handelte es sich nur um wenige schnell und still arbeitende PolizistInnen und Arbeiter, welche sich direkt an die Arbeit machten das Gebaeude total zu raeumen und in einer Mulde zu entsorgen.

Urspruenglich war vorgesehen gewesen unmittelbar am Tag der Raeumung mit einer Demo und verschiedenen Aktionen in der Stadt aufzufahren. Kurzfristig wurde diese jedoch auf den naechsten Freitag verschoben. Als Alternativprogramm gab es in den folgenden Tagen brennende Container, Autos und ein Bagger, welcher damit beschaeftigt war Vorarbeiten fuer die neue Shoppingzone in nice leuven zu leisten.

Major Tobback und die Bullenkoepfe, von den Aktionen etwas ueberrumpelt und eingeschuechtert, mobilisierte fuer den Tag der angekuendigten Demo ein beinahe noch nie vorher gesehenes Aufgebot an Einsatzkraeften aus ganz Belgien.

Witzigerweise haette gerade an diesem Tag eine Medaillenuebergabe an die ehemaligen Organisatoren des jaehrlich stattfindenden marktrock im cityhouse ueber die Buehne gehen sollen. Um diese Leute nicht der von den krakers ausgehenden Gefahr auszusetzen, mussten die Ehrungen auf ein anderes Datum verschoben werden- wir bitten um Verzeihung...

Zusaetzlich wurde der 'grote markt' auf welchem normalerweise uebers Wochenende den ganzen Tag und die ganze Nacht hindurch gefeiert und gesoffen wird, total mit Barrieren abgesperrt (urspruenglicherweise war auf diesen Platz mobilisiert

worden.)

Um 20.00 fanden sich auf dem Alternativtreffpunkt ca. 400 Personen ein. Die Stadt wimmelte von Bullen. Bereits waren auf dem Weg dahin un im besonderem am Bahnhof ca 40 Menschen festgenommen worden.

Als erstes machte sich die Demo auf den Weg zu ihrem ersten Zwischenstop, dem Opus Dei Gebaeude, wessen Fassaden mit paintbombs etwas veraendert wurden.

Spaeter kam es immer wieder zu Sackgasssituationen in denen die Bullen mit Robocops und Autos den Weg versperrten und die Leute sich daraufhin einen anderen Weg suchten um in Bewegung bleiben zu koennen. Als sich die Demo richtung highway begab, starteten die Blaugekleideten eine Attacke, worauf insgesamt rund 100 arrestet wurden, einige von ihnen mittel bis stark verletzt.

Gleichzeitig und in den darauffolgenden Stunden kam es zu einer Umstellung der Vaartkom, einem anderen squat in Leuven. Immer wieder sah es danach aus als ob sie es zu stuermen versuchen wuerden. Schlussendlich pfiff ihr Fuehrer sie unverrichteter Arbeit zueruck.

Bis am naechsten Morgen um ungefaehr sieben Uhr befanden sich bis auf zwei der Eingeknasteten alle wieder auf relativ freiem Fuss.

So, der Text endet hier.

Zeit sich etwas auszudenken und umzusetzen...

SOLIDARITAET KENNT KEINE GRENZEN

3.Biel, gemeinsam gegen Rechtsextremismus-Bahnhof Biel, 27. Juni 2007, 18:15 Uhr

Bienne, tous ensemble contre l?extrême droite Communiqué zu den Vorfällen vom 16. Juni 2007 in Biel Bienne Die Sonne scheint. Der Himmel ist klar. Noch ahnt niemand, welch Sturm sich an diesem Samstag Abend in Biel ereignen wird? Der FC Biel-Bienne steht an der Schwelle zur Challenge League und bestreitet auf der Gurzelen das entscheidende Aufstiegsspiel gegen den SC Cham. Über 4'000 ZuschauerInnen aller Nationalitäten, aller Religionen, Kulturen und Hautfarben pilgern ins altehrwürdige Stadion. Alle freuen sich auf einen spannenden und fairen Match. So präsentiert sich die erste Spielhälfte auch. Nach dem Pausentee ziehen am Himmel die ersten (grauen) Wolken auf. Auch neben dem Platz wird die heitere Stimmung getrübt. Das Augenmerk verlagert sich auf eine Gruppe Kahlrasierter, die lautstark rassistische und antisemitische Parolen skandiert. Die Bieler Multikultur ist ihnen offensichtlich ein Dorn im Auge, sie suchen bewusst die Konfrontation, die gewalttätige Auseinandersetzung.

Selbst die Nachwuchsspieler des FC Biel-Bienne bleiben nicht von den Rechtsextremen verschont, sie werden mit Bierflaschen attackiert. Es ist nur dem vorbildlichen Einsatz des privaten Sicherheitsdienstes zu verdanken, dass die Eskalation vorerst verhindert werden kann. Trotz mehrmaliger Intervention bei der Stadtpolizei, reagiert diese nicht. Erst nach Spielschluss, als die Lage bereits ausser Kontrolle geraten ist, rückt ein Korps der Kantonspolizei an. Nach der Beendigung der Scharmützel, scheint die Situation durch die Präsenz der Ordnungshüter unter Kontrolle.

Am Bahnhof gerät das Geschehen aber aus den Fugen. Eine aufgebrachte Meute erwartet die Rechtsextremen bereits. Selbst Passanten empören sich über die rechtsextreme Provokation. Stehen für die Gerechtigkeit ein und wehren sich gegen das Unrecht. Die Polizei schützt die Anhänger der nationalsozialistischen Bewegung, obwohl diese mit ihren rassistischen und diskriminierenden Äusserungen, kombiniert mit dem Hitlergruss, in mehreren Punkten gegen die Verfassung und das Antirassismusgesetz verstossen. Die Rolle und das Vorgehen der Polizei werfen Fragen auf: Warum lässt sie die Rechtsextremen gewähren, obschon sie gegen das Gesetz verstossen?

Warum wird gegen die (verständlicherweise) erzürnte Bieler Multikultur so rigoros vorgegangen? Warum werden die Opfer von Diskriminierung als Schuldige abgestempelt? Warum werden Menschenrechte blind missachtet? Warum??

Mit diesem Communiqué wollen Betroffene des 16. Juni 2007 und die Angesprochenen Folgendes klarstellen: In den Medien wird von gewalttätigen Sport-Fans gesprochen und ihnen wird unterstellt, sich gewissermassen aus Spass an den Krawallen beteiligt zu haben. Diese Medienaussagen sind unkorrekt und richtig zu stellen. Die Bieler Fan-Kultur ist friedlich und lehnt gewalttätige Auseinandersetzungen kategorisch ab. Die beteiligten Sportfans haben sich keinesfalls aus Spass an den Krawallen beteiligt, sondern als politisch engagierte Menschen, die nicht zulassen wollen, dass die Gesetze mit Füssen getreten werden und auf die Menschenrechte gespuckt wird! Wir wollen es nicht auf uns beruhen lassen, in den Medien als gewalttätige Hooligans dargestellt zu werden, während die echten Schuldigen ungeschoren davon kommen! Die Menschen die sich gegen diese Ungerechtigkeit gewehrt haben, sind keine Spass-Randalen, sondern Menschen, welche für ihre Rechte einstehen.

Die Eskalation und die Konfrontation mit Rechtsextremen haben viele Zuschauer des Fussballspiels wie auch Passanten in der Stadt zutiefst berührt und schockiert.

Eine beeindruckende Solidaritätswelle erfasste die Bieler Bevölkerung. Der gewaltsame Gegenschlag auf die Vorkommnisse ist aufs Schärfste zu verurteilen, aber aufgrund der Provokation der Nationalsozialisten und Reaktion der Polizei nachvollziehbar. Wir wollen den beispielhaften Zusammenhalt der BielerInnen fördern und das gemeinsame Ziel, die Bieler Multikultur als Chance zu nutzen, weiter verfolgen. Aus diesem Grund rufen die Betroffenen des 16. Juni 2007 und die Angesprochenen zum gemeinsamen, friedlichen Protestmarsch ?Biel, gemeinsam gegen Rechtsextremismus

- Bienne, tous ensemble contre l?extrême droite? auf! Damit soll ein Zeichen gesetzt werden, dass Rechtsextremismus keine Chance gegeben werden darf und von Grund auf zu verurteilen ist. Alle sind mittragend und verantwortlich für unsere Zukunft. Die Weichen werden heute gestellt.

Auch in Zukunft wollen wir ein

buntes und multikulturelles Biel.

Bahnhof Biel, 27. Juni 2007, 18:15 Uhr
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