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(de) Österreich: Anarchistisches Sommercamp 2006 in Österre ich

Date Wed, 31 May 2006 09:49:28 +0200 (CEST)


ANARCHISTISCHES SOMMERCAMP
Von 14.7 - 23.7. 2006 in Österreich
Was ist ein anarchistisches Camp ?
Urlaub ist ein Begriff, der aus der Trennung von Arbeit und Freizeit
resultiert. So gesehen ist ein anarchistisches Camp kein Urlaub: Das Camp
ist eine Gelegenheit uns zu treffen, uns kennen zu lernen, uns zusammen-
und auseinanderzusetzen und - ohne Druck - miteinander taetig zu sein. Es
gibt uns Raum zu versuchen, anarchistische Theorie und Praxis zu
verbinden und Herrschaftsfreiheit zu leben. Uns ist bewusst, dass es
sich dabei nur um "relative Herrschaftsfreiheit" handeln kann - denn
erstens tragen wir alle Herrschaftsmechanismen in unseren Koepfen und
Koerpern mit uns herum und zweitens ist das anarchistische Camp eine
raeumlich und zeitlich begrenzte Insel in einer von Herrschaft
bestimmten Gesellschaft.

Aber vielleicht gelingt es uns ja, einen Freiraum jenseits dieser
gesellschaftlichen Normalitaet mit all ihren alltaeglichen
Widerwaertigkeiten zu schaffen, wo wir spueren koennen, wofuer wir
eigentlich kaempfen und wo wir hin wollen.

Grundvoraussetzung dafuer ist, dass Diskriminierungen und
Unterdrueckungsmechanismen jeder Art auf dem Camp nicht geduldet werden
und sich dafuer auch jede/r verantwortlich fuehlt. Das heisst: aufmerksam
sein, sich einmischen, es thematisieren, wenn solche Verhaltensweisen
wahrgenommen werden - bei anderen oder bei sich selbst.
Herrschaftsfreiheit und Solidaritaet wirklich erlebt, gibt Liebe & Kraft
fuer unser alltaegliches Engagement.


Was die Organisationsgruppe tut

Als Organisationsgruppe suchen wir den Platz, sorgen fuer die
grenzueberschreitende Information und bemuehen uns im Vorfeld, benoetigte
Ressourcen und Infrastruktur aufzustellen. Mit Beginn des Camps loesen wir
uns dann als Organisationsgruppe auf: Ab diesem Zeitpunkt ist es Sache
aller Anwesenden gemeinsam zu entscheiden, was wann wo wie gemacht wird,
es zu organisieren, einzukaufen, zu kochen und aufzuraeumen.

Einige Punkte haben wir allerdings nach Diskussionen in der
Organisationsgruppe (zum Teil auch aufgrund der Erfahrungen aus anderen
Camps) schon im Vorfeld entschieden:

* Es wird ein eigenes Zelt ausschliesslich fuer Frauen und Transgender
zur Verfuegung stehen - als Treffpunkt, Freiraum... wie auch immer es
genutzt wird.

* Wir moechten Eltern Lust darauf machen, mit ihren Kindern zu kommen.
Auf dem Gelaende gibt es viel Platz und Moeglichkeiten sich auszutoben und
es wird auch ein Kinderzelt aufgestellt. Was dort gemacht werden kann und
gemacht wird ist Sache aller, die dort etwas tun wollen und tun. Nehmt
Spielzeug mit! Oder Seile fuer eine Schaukel am Baum oder, oder, oder...
Dabei ist es nicht nur Aufgabe der Eltern, sich um ihre Kinder zu kuemmern
- wir sollten alle versuchen, auf Kinder und ihre Beduerfnisse Ruecksicht
zu nehmen.

* Lasst eure Hunde zu Hause!

Einerseits ist eine groessere Anzahl von Hunden muehsam, andererseits
wollen wir Menschen mit Kindern die Teilnahme erleichtern. Ausserdem ist
das Gelaende nicht umzaeunt und geht direkt in den Wald ueber, in dem es
Wild und Jaeger gibt...


Was es gibt und was es kann

Das Gelaende erstreckt sich ueber mehrere Wiesen, es gibt Baeume, Buesche,
einen kleinen Bach und einen Feuerplatz. Neben genuegend Platz zum Zelten
bietet das Camp die unterschiedlichste Infrastruktur. Es stehen trockene
Raeume, eine Kueche und bei Bedarf Betten zur Verfuegung. Fuer
ausreichende sanitaere Einrichtungen ist ebenfalls gesorgt. In der
naeheren Umgebung gibt es die Moeglichkeit zu baden.

Gekocht wird so, dass alle etwas essen koennen (VeganerInnen?, Ruecksicht
auf Allergien oder stillende Muetter).

Darueber hinaus versuchen wir, Computerinfrastruktur zu organisieren (z.B.
fuer eine Campzeitung / Workshops / Internet).

Was waehrend des Camps inhaltlich passiert, haengt davon ab, was die
Leute, die hinkommen, dort machen wollen oder was sich vor Ort spontan
entwickelt. Erwartet kein ôfertiges Programmoe an Vortraegen oder
Workshops, vielmehr geht es darum, sich einzubringen, Workshops und
Diskussionen anzuregen. Die A-Camps der letzten Jahre haben gezeigt, dass
sich so vor Ort vielfaeltigste Programmpunkte entwickeln koennen.

Die Bandbreite der Themen und Moeglichkeiten soll sich dabei nicht nur auf
den ôklassischen Anarchismusoe beschraenken. Gemeinsam wollen wir aus
einem herrschaftskritischen Blickwinkel unterschiedlichste Themenbereiche
diskutieren: Von (anarchistischen) Utopien und Theorien ueber
Geschlechterverhaeltnisse oder die Kritik an der "romantischen
Zweierbeziehung" bis hin zu Aktionsformen und praktischen Erfahrungen der
politischen Arbeit oder alternativen Formen des Zusammenlebens. Das Camp
bietet Raum fuer eine vielschichtige Gestaltung: gefuellt mit Theorie und
Praxis - mit Workshops, Spielen, Musik, Vortraegen und Diskussionen,
Kochen, Filmen, Tanz usw..


Was es werden kann

Das anarchistische Camp 2006 in Oesterreich soll dazu beitragen, die
"Grenzen in unseren Koepfen" abzubauen. Waehrend sich Kapitalismus und
staatliche Institutionen laengst international vernetzen und die
Repression nationalstaatliche Grenzen ueberschreitet (etwa durch das
Schengener Abkommen oder die "europaeische Fluechtlingsabwehr"), bleiben
deutschsprachige AnarchistInnen? bei ihren Veranstaltungen oftmals unter
sich. Wir versuchen mit diesem Camp, die Vernetzung zu unseren Freunden
und Freundinnen in (Ost)Europa voranzutreiben und haben diesen Aufruf
deshalb in die verschiedensten Sprachen uebersetzt. Unser Ziel ist ein
buntes Camp, das (Sprach)Grenzen ueberwindet und zu einem Austausch
verschiedenster Gruppen und Menschen beitraegt!

Gemeinsam ein Camp zu gestalten bedeutet nicht, kritiklos im
"Gemeinschaftsgefuehl der Szene" aufzugehen (schliesslich sind ja wir die
Guten!). Es ist wichtig, Widersprueche aufzuzeigen und Kritik
einzubringen, damit wir von einander lernen und unser Verhalten
hinterfragen koennen. Und es ist in Ordnung, sich zu streiten! Dabei
sollte der Umgang untereinander bei einem anarchistischen Camp jedoch von
Solidaritaet und Respekt gepraegt sein, was die Akzeptanz
unterschiedlicher Ansaetze und Herangehensweisen miteinschliesst.


Mit Liebe & Kraft

die Organisationsgruppe fuer das A-Camp 2006 in Oesterreich

Mehr Infos unter http://www.a-camp.info/


*********************************************
Anarkiisma somera tendaro Austrio
Anarchistisches Sommercamp in Oesterreich
14.07. - 23.07.2006
www.a-camp.info
e-mail: info AT a-camp.info
********************************************


## mail vom 14.02.06 weitergeleitet von LPA Berlin [mailto:lpa(a)free.de]
## source : info(a)a-camp.info


Absender: ralf@anarch.free.de (Ralf Landmesser)

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